EPISODE · May 29, 2026 · 18 MIN
Investitionen und Reformen - Ist mehr immer besser?
from Gemeinsam Wirtschaft gestalten · host IKB Deutsche Industriebank AG
Die im Rahmen des Frühjahrsgutachtens des Sachverständigenrats vorgestellten Prognosen demonstrieren erneut die Reformerfordernis für die Bundesrepublik Deutschland. Die jüngsten Energiepreissteigerungen und die damit verbundene Verschlechterung der Terms of Trade belasten Konsum und Exporte, sodass nur noch von einem Wachstum von 0,5 % für 2026 ausgegangen wird. Die Ausgaben im Zuge des Sondervermögens bleiben damit ausschlaggebender Wachstumstreiber. Zusätzlich werden steigende Beitragssätze zur Sozialversicherung in den kommenden Jahren die diskretionären Einkommen belasten sowie die Lohnkosten für die Unternehmen erhöhen und damit das Wirtschaftswachstum bremsen. Ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit der Sozialsysteme ist die Produktivität, da eine höhere Produktivität, das reale Einkommen je Erwerbstätigenstunde und damit die beitragspflichtige Bemessungsgrundlage steigert. Dies unterstreicht das Erfordernis produktivitätssteigernder Investitionen. Dabei ist Deutschlands Investitionsquote im internationalen Vergleich nicht zu niedrig, aber der Wachstumseffekt der Investitionen fällt geringer aus als z. B. in den USA. Insbesondere der Rückstand bei Investitionen in IT bzw. Zukunftstechnologien, wie bereits im Draghi-Report hervorgehoben, und der Fokus auf die Transformation der Wirtschaft belasten den Wachstumseffekt der Investitionen. Es bedarf also gezielter Investitionen durch den Privatsektor.
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