EPISODE · May 16, 2022 · 45 MIN
Johannes - Politik und Privatwirtschaft aus der Sicht eines Kommunikationsprofis
from mit Milch und Zucker · host mit Milch und Zucker
(06:34) So ganz freiwillig war mein Aufhören mit der Politik nicht. (06:59) Wie ich aus Brüssel zurückkam, war ich 21 und meine politische Heimat und Partei gabs schon nicht mehr, weil sie aus dem Parlament gefallen ist. (07:09) Ich bin am nächsten Tag im Büro von der Heide Schmidt gesessen und hab geplärrt. (08:05) Das Politische hat mich nie verlassen. (08:26) Zum Lippenstift verkaufen brauchst du mich wirklich nicht. (08:48) Es war schon damals so: Dort, wo die Energie fließt, fließt die Politik. (10:00) Ich fühle mich in der Rolle des Gestalters, der eher im Hintergrund ist, eigentlich sehr wohl. (10:55) Das Schöne an der Krise ist, dass für Klugscheißerei und kompliziertes Herumtun und keine Entscheidungen treffen, keine Zeit ist. (11:02) In einer Krise findest du innerhalb von 48 Stunden heraus, ob jemand ein Arschloch ist oder nicht. (11:46) Du stehst ganz schnell ganz nackert voreinander und siehst, ob du dich aufeinander verlassen kannst. (12:18) Es gibt kaum eine Krise, die ich beruflich gemacht habe, die ich bereue. (13:14) Mittlerweile, wenn ich wo bin und eine Krisensituation ist, kann ich auf einem fast physiologischen Level voraussagen, wie sich die nächsten 10 Tage anfühlen werden. (13:26) Ich kündige auch an, dass sie mich hassen werden. (13:31) Du bist in einer Krisensituation der ständige Überbringer der negativen Botschaft oder der nicht schnellen Lösung oder auch der Bremser. (14:28) Krisen haben immer ein Ende. (15:37) Kunden zahlen nicht Geld dafür, dass ich ihnen sage, was sie hören wollen. (16:17) Krise ist im Regelfall etwas, wo danach etwas Neues entsteht. (17:16) Aus einem Loch rauskommen, heißt du musst nach Chancen zu suchen. (19:05) Ich habe einen Arbeitsvertrag mit goldenem Adler vom Bundeskanzleramt bekommen. (19:18) Ich liebe ja die Institutionen und für mich war dieser Weg hinauf, die rote Stiege rauf im Bundeskanzleramt waren jedes einzelne Mal für mich Gänsehaut und Demut. (19:55) Es ist ein Unterschied, ob man für den Bundeskanzler oder sie SPÖ arbeitet. (20:20) Auch aus dieser Zeit sind Freundschaften und Verbundenheiten entstanden und Menschen, die ich bis heute bewundere, übergeblieben. (21:34) Die schönsten Krisen erlebst du mit guten Menschen. (22:05) Es ist die Einsamkeit oben gleich. Es ist die Macht der Kränkung, oben gleich. (22:17) Trotzdem ist die Nachricht daheim in der Bezirkszeitung das Größte und Wichtigste. (22:35) Die großen Erfolge sind nur was wert, wenn sie aus der Kleinheit, aus der jeder Mensch von uns kommt, strahlen. (25:25) Ich glaube schon, dass ich ein relativ schneller Mensch bin. (25:27) Was mich wahnsinnig macht: "Das geht ned." (26:13) Ich war ein sagenhafter Streber mit katastrophalen Verhaltensnoten. (26:20) Meine geliebte Omi hat mir einmal eine dreistöckige Torte gebacken, wie ich nur mehr einen Zweier und keinen Dreier in Betragen hatte. (28:51) Ich muss eher aufpassen, dass ich nicht verbittert werde über die österreichische Politik. (29:39) Zusammenfassen am Schluss und die To-do-Liste verteilen. (31:03) Es gibt vieles, wo ich an den politischen Themen teilhabe und das ist halt etwas anderes, als im parteipolitischen Wettkampf zu sein. (32:55) Ich hab fast nie beobachten können, dass es sich ausgezahlt hat zuzuwarten, ich hab aber auch fast keine Situation erlebt, wo nicht zugewartet worden wäre. (33:26) Ich habe einen unsäglich schlechten Humor. (36:26) Für mich ist eine Seismik des Landes immer das Profil Weihnachtsfest gewesen. (38:09) Politik ist trotz allem eine Verhandlung über gewisse Regeln, aber Politik ist und darf nicht das Leben sein. (42:37) Wenn jedes Hotel in Europa einer Familie eine Unterkunft gibt, dann haben wir ganz viele Probleme nicht mehr.
What this episode covers
(06:34) So ganz freiwillig war mein Aufhören mit der Politik nicht. (06:59) Wie ich aus Brüssel zurückkam, war ich 21 und meine politische Heimat und Partei gabs schon nicht mehr, weil sie aus dem Parlament gefallen ist. (07:09) Ich bin am nächsten Tag im Büro von der Heide Schmidt gesessen und hab geplärrt. (08:05) Das Politische hat mich nie verlassen. (08:26) Zum Lippenstift verkaufen brauchst du mich wirklich nicht. (08:48) Es war schon damals so: Dort, wo die Energie fließt, fließt die Politik. (10:00) Ich fühle mich in der Rolle des Gestalters, der eher im Hintergrund ist, eigentlich sehr wohl. (10:55) Das Schöne an der Krise ist, dass für Klugscheißerei und kompliziertes Herumtun und keine Entscheidungen treffen, keine Zeit ist. (11:02) In einer Krise findest du innerhalb von 48 Stunden heraus, ob jemand ein Arschloch ist oder nicht. (11:46) Du stehst ganz schnell ganz nackert voreinander und siehst, ob du dich aufeinander verlassen kannst. (12:18) Es gibt kaum eine Krise, die ich beruflich gemacht habe, die ich bereue. (13:14) Mittlerweile, wenn ich wo bin und eine Krisensituation ist, kann ich auf einem fast physiologischen Level voraussagen, wie sich die nächsten 10 Tage anfühlen werden. (13:26) Ich kündige auch an, dass sie mich hassen werden. (13:31) Du bist in einer Krisensituation der ständige Überbringer der negativen Botschaft oder der nicht schnellen Lösung oder auch der Bremser. (14:28) Krisen haben immer ein Ende. (15:37) Kunden zahlen nicht Geld dafür, dass ich ihnen sage, was sie hören wollen. (16:17) Krise ist im Regelfall etwas, wo danach etwas Neues entsteht. (17:16) Aus einem Loch rauskommen, heißt du musst nach Chancen zu suchen. (19:05) Ich habe einen Arbeitsvertrag mit goldenem Adler vom Bundeskanzleramt bekommen. (19:18) Ich liebe ja die Institutionen und für mich war dieser Weg hinauf, die rote Stiege rauf im Bundeskanzleramt waren jedes einzelne Mal für mich Gänsehaut und Demut. (19:55) Es ist ein Unterschied, ob man für den Bundeskanzler oder sie SPÖ arbeitet. (20:20) Auch aus dieser Zeit sind Freundschaften und Verbundenheiten entstanden und Menschen, die ich bis heute bewundere, übergeblieben. (21:34) Die schönsten Krisen erlebst du mit guten Menschen. (22:05) Es ist die Einsamkeit oben gleich. Es ist die Macht der Kränkung, oben gleich. (22:17) Trotzdem ist die Nachricht daheim in der Bezirkszeitung das Größte und Wichtigste. (22:35) Die großen Erfolge sind nur was wert, wenn sie aus der Kleinheit, aus der jeder Mensch von uns kommt, strahlen. (25:25) Ich glaube schon, dass ich ein relativ schneller Mensch bin. (25:27) Was mich wahnsinnig macht: "Das geht ned." (26:13) Ich war ein sagenhafter Streber mit katastrophalen Verhaltensnoten. (26:20) Meine geliebte Omi hat mir einmal eine dreistöckige Torte gebacken, wie ich nur mehr einen Zweier und keinen Dreier in Betragen hatte. (28:51) Ich muss eher aufpassen, dass ich nicht verbittert werde über die österreichische Politik. (29:39) Zusammenfassen am Schluss und die To-do-Liste verteilen. (31:03) Es gibt vieles, wo ich an den politischen Themen teilhabe und das ist halt etwas anderes, als im parteipolitischen Wettkampf zu sein. (32:55) Ich hab fast nie beobachten können, dass es sich ausgezahlt hat zuzuwarten, ich hab aber auch fast keine Situation erlebt, wo nicht zugewartet worden wäre. (33:26) Ich habe einen unsäglich schlechten Humor. (36:26) Für mich ist eine Seismik des Landes immer das Profil Weihnachtsfest gewesen. (38:09) Politik ist trotz allem eine Verhandlung über gewisse Regeln, aber Politik ist und darf nicht das Leben sein. (42:37) Wenn jedes Hotel in Europa einer Familie eine Unterkunft gibt, dann haben wir ganz viele Probleme nicht mehr.
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