EPISODE · Aug 10, 2026 · 26 MIN
Kokain & Crack: Warum forscht Deutschland erst jetzt richtig?
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89 Medikamente.163 Studien.14.871 Menschen.Und trotzdem gibt es bis heute keine zugelassene medikamentöse Standardtherapie gegen Kokainabhängigkeit.Aber die entscheidende Frage ist nicht nur:Warum gibt es noch kein Medikament gegen Kokain- oder Crackabhängigkeit?Die entscheidende Frage lautet:Hat Deutschland zu spät ernsthaft danach gesucht?Andere Länder wie die Niederlande und die USA diskutieren oder empfehlen seit Jahren bestimmte Off-Label-Ansätze unter ärztlicher Kontrolle.Frankfurt kannte internationale Erfahrungen bereits 2022.Die Gesundheitsministerkonferenz forderte den Bund 2023 ausdrücklich auf, ein multizentrisches Modellprojekt zur medikamentengestützten Behandlung von Kokain- und Crackabhängigkeit voranzutreiben.Doch noch 2025 erklärte die Bundesregierung öffentlich nur, das Bundesgesundheitsministerium prüfe eine Förderung wissenschaftlicher Begleitung kommunaler Modellprojekte.2026 stellt Hessen schließlich 3,1 Millionen Euro für eine Frankfurter Studie bereit.Und Deutschland startet gemeinsam mit Frankreich eine europäische Forschungsinitiative gegen Kokain-, Crack- und andere Stimulanzienabhängigkeiten.Das ist wichtig.Aber es wirft eine unbequeme Frage auf:Warum erst jetzt?In dieser Folge geht es nicht um eine angeblich zurückgehaltene Wunderpille.Es geht um verlorene Zeit, politische Verantwortung, Forschungslücken und die Frage, ob Menschen mit schwerer Kokain- oder Crackabhängigkeit heute weiter sein könnten, wenn Deutschland früher konsequent geforscht hätte.Wir sprechen über:- warum es bis heute keine zugelassene Standardtherapie gibt- die Metaanalyse mit 89 Medikamenten, 163 Studien und 14.871 Menschen- warum Kokain und Crack in Deutschland längst kein Randthema mehr sind- Drogentodesfälle, junge Konsumierende und Mischkonsum- niederländische Erfahrungen und Off-Label-Ansätze- die ASAM/AAAP-Leitlinie aus den USA- warum Frankfurt internationale Ansätze bereits 2022 kannte- den GMK-Beschluss von 2023- warum die Bundesantwort von 2025 Fragen aufwirft- die 3,1 Millionen Euro für die Frankfurter Studie in Hessen- die europäische Initiative von Deutschland und Frankreich- warum das keine Abrechnung mit Hendrik Streeck ist- welche Fragen das Bundesgesundheitsministerium beantworten sollte- warum Forschung auch dann wichtig ist, wenn sie negative Ergebnisse liefertDie wichtigste Grenze dieser Folge:Niemand kann seriös behaupten, ein bestimmtes Medikament hätte die Crack-Krise verhindert.Aber genauso wenig kann man behaupten, dass es richtig war, große koordinierte Studien erst so spät ernsthaft voranzubringen.Der stärkste Vorwurf ist nicht:Deutschland hatte die Lösung.Der stärkste Vorwurf ist:Deutschland hätte früher herausfinden müssen, ob es eine gibt.Hinweis:Diese Folge enthält keine Medikamentenempfehlung, keine Konsumanleitung und keine Aufforderung zur Selbstmedikation. Genannte Medikamente oder Off-Label-Ansätze gehören ausschließlich in ärztliche Prüfung und fachliche Behandlung.Bei akuter Überdosierung, Atemproblemen, Brustschmerz, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit, psychotischer Krise, Suizidgedanken oder medizinischem Notfall: 112.Mehr Artikel, Tools und anonyme Selbsthilfe:anonym-suchthilfe.deKokain, Crack, Kokainabhängigkeit, Crackabhängigkeit, Kokain Therapie, Crack Therapie, Kokain Medikamente, medikamentengestützte Behandlung, Pharmakotherapie, Dexamphetamin, Topiramat, Modafinil, ASAM, Niederlande, Frankfurt, Frankfurter Weg, Gesundheitsministerkonferenz, GMK 2023, Hessen Studie, Bundesgesundheitsministerium, Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter, Harm Reduction, Suchtpolitik, Suchthilfe, Anonym Suchthilfe, anonym-suchthilfe.de, Gabriel Maetz
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