EPISODE · Jan 16, 2023 · 1H 17M
L.I.S.A. - Die Ambivalenz von Reichen
from Zu Gast bei L.I.S.A. · host Georgios Chatzoudis
Der Begriff Reich wirkt in der heutigen Zeit als etwas Überkommenes. Reiche, das war einmal. Namentlich taucht das Wort in der gegenwärtigen Welt organisierter Herrschaft auch nur noch dreimal auf: Frankreich, Österreich, Vereinigtes Königreich. Das angehängte -reich verweist dabei auf ein Relikt aus früheren Zeiten und unterstreicht zugleich die vermeintliche historische Kontinuität dieser Länder. Andere Reiche sind indes längst untergangen, wie das Perserreich, das Römische Reich und das Byzantinische Reich, oder später das Osmanische Reich, das Habsburgerreich oder das Deutsche Reich. Und dennoch ist der Gedanke an Reiche bis heute nicht verschwunden - im Gegenteil: In Diskursen der jüngeren Gegenwart wird unter Verwendung des lateinischen Begriffs Imperium immer wieder von neoimperialen Politiken gesprochen, so beispielsweise mit Blick auf Russland oder der Türkei. Im Gespräch mit dem Althistoriker Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke stehen Reiche in der Antike im Mittelpunkt, deren Entstehungsbedingungen, Organisation und Ideologien, ein Blick auf aktuelle "Reichsabsichten" bot sich jedoch auch an. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/zugastbeilisa_gehrke_reiche_antike
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Der Begriff Reich wirkt in der heutigen Zeit als etwas Überkommenes. Reiche, das war einmal. Namentlich taucht das Wort in der gegenwärtigen Welt organisierter Herrschaft auch nur noch dreimal auf: Frankreich, Österreich, Vereinigtes Königreich. Das angehängte -reich verweist dabei auf ein Relikt aus früheren Zeiten und unterstreicht zugleich die vermeintliche historische Kontinuität dieser Länder. Andere Reiche sind indes längst untergangen, wie das Perserreich, das Römische Reich und das Byzantinische Reich, oder später das Osmanische Reich, das Habsburgerreich oder das Deutsche Reich. Und dennoch ist der Gedanke an Reiche bis heute nicht verschwunden - im Gegenteil: In Diskursen der jüngeren Gegenwart wird unter Verwendung des lateinischen Begriffs Imperium immer wieder von neoimperialen Politiken gesprochen, so beispielsweise mit Blick auf Russland oder die Türkei. Im Gespräch mit dem Althistoriker Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke stehen Reiche in der Antike im Mittelpunkt, deren Entstehungsbedingungen, Organisation und Ideologien - ein Blick auf aktuelle "Reichsabsichten" bot sich jedoch auch an.
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