EPISODE · Jul 1, 2026 · 32 MIN
Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen
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🚑 Thema der FolgeRapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen: praktischer Ablauf zur schnellen Atemwegssicherung bei erhöhtem Aspirationsrisiko.⚠️ GrundprinzipienRSI dient primär dem Aspirationsschutz, nicht der Lösung eines bekannten schwierigen Atemwegs.Bei bekannt schwierigem Atemweg sollte eine fiberoptische Wachintubation als primäres Verfahren ernsthaft erwogen werden.Kernbotschaften:• schnelle Narkose + vollständige Relaxierung• Zeit bis zum gesicherten Atemweg minimieren• Zwischenbeatmung klassisch vermeiden• Hypoxie niemals zugunsten von Dogmen in Kauf nehmen🩺 Typische IndikationenErhöhtes Aspirationsrisiko, z. B.:• nicht nüchtern• Ileus / gastrointestinale Obstruktion• Adipositas• Schwangerschaft• gastroösophagealer Reflux• Notfalleingriffe• kritisch kranke Patient:innen🧰 Material & VorbereitungUnbedingt bereithalten:• Beatmungsmaske• Videolaryngoskop, Alternativplan mitdenken• Endotrachealtuben in passenden Größen• Stylet, ggf. Bougie• Cuff-Spritze, Cuffdruckmesser, Fixierung• funktionierende Absaugung, idealerweise 2 Systeme• Guedel-/Wendl-Tubus• supraglottische Atemwegshilfen• Material zur NotfallkoniotomieGerätecheck:• Laryngoskop, Licht, Bildschirm• Tubuscuff• Absaugung• Beatmungs-/Narkosegerät• Beatmungsparameter👤 Patientenvorbereitung• Basismonitoring: SpO2, NIBP, EKG• sicherer Gefäßzugang, ggf. intraossär• gute Lagerung: oft Oberkörperhochlagerung, Schnüffelposition• Airway-Assessment: Mundöffnung, Reklination, Mallampati, Zahnstatus• Magensonde: individuelle Entscheidung, keine sichere Aspirationsprophylaxe• optional: sonografische Abschätzung des Magenrestvolumens💊 MedikamenteHäufige Substanzgruppen:• Opioide: Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Remifentanil• Hypnotika: Propofol, Etomidat, Thiopental, ggf. Midazolam• Alternative bei Instabilität: Ketamin / Esketamin• Relaxanzien: Succinylcholin oder Rocuronium• Kreislaufunterstützung vorbereiten: z. B. Noradrenalin, Cafedrin-Theodrenalin• bei Rocuronium: Sugammadex verfügbar haltenFaustregeln:• Propofol eher bei stabilem Kreislauf• Etomidat oder Ketamin eher bei hämodynamischer Instabilität / neurokritischen Situationen• Succinylcholin klassisch, Rocuronium häufige Alternative🫁 PräoxygenierungEiner der wichtigsten Schritte überhaupt:• 100 % O2• Frischgasfluss ca. 10 l/min• 3–4 Minuten, bei Risikopatient:innen oft länger• bei Adipositas / respiratorischer Gefährdung: Oberkörper hoch, ggf. NIV oder High-Flow🎯 Ablauf der EinleitungTypische Reihenfolge:• Opioid• Hypnotikum• RelaxansDanach:• ausreichende Relaxierung abwarten• Intubation, häufig videolaryngoskopisch• Cuff blocken und Cuffdruck prüfen• Tubuslage sofort mit Kapnografie bestätigen• anschließend fixieren und dokumentierenWichtig:Zwischenbeatmung möglichst vermeiden, aber bei fallender Sättigung ventilieren. Oxygenierung hat Priorität.🚨 Häufige Komplikationen• Hypotonie → Vasopressoren früh vorbereiten• schwieriger Atemweg → früh Hilfe rufen, Strategie wechseln, Oxygenierung sichern• Laryngo-/Bronchospasmus → Narkose vertiefen, gezielt behandeln• Blutung / Sekret / Regurgitation → sofort absaugen• Aspiration → Oropharynx absaugen, Atemweg sichern, Oxygenierung gewährleisten• Bradykardie / Asystolie → Manipulation beenden, ggf. Atropin / Reanimation🔚 Auch an die Extubation denkenEin relevanter Anteil schwerer Atemwegskomplikationen tritt bei der Extubation auf. Auch dieser Schritt braucht Planung, Kriterien und Backup.📌 Take-home-Messages• RSI beginnt mit Vorbereitung, nicht mit dem Medikament.• Gute Präoxygenierung verschafft sichere Apnoezeit.• Aspirationsschutz ist wichtig, aber sichere Oxygenierung ist immer wichtiger.
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🚑 Thema der FolgeRapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen: praktischer Ablauf zur schnellen Atemwegssicherung bei erhöhtem Aspirationsrisiko.⚠️ GrundprinzipienRSI dient primär dem Aspirationsschutz, nicht der Lösung eines bekannten schwierigen Atemwegs.Bei bekannt schwierigem Atemweg sollte eine fiberoptische Wachintubation als primäres Verfahren ernsthaft erwogen werden.Kernbotschaften:• schnelle Narkose + vollständige Relaxierung• Zeit bis zum gesicherten Atemweg minimieren• Zwischenbeatmung klassisch vermeiden• Hypoxie niemals zugunsten von Dogmen in Kauf nehmen🩺 Typische IndikationenErhöhtes Aspirationsrisiko, z. B.:• nicht nüchtern• Ileus / gastrointestinale Obstruktion• Adipositas• Schwangerschaft• gastroösophagealer Reflux• Notfalleingriffe• kritisch kranke Patient:innen🧰 Material & VorbereitungUnbedingt bereithalten:• Beatmungsmaske• Videolaryngoskop, Alternativplan mitdenken• Endotrachealtuben in passenden Größen• Stylet, ggf. Bougie• Cuff-Spritze, Cuffdruckmesser, Fixierung• funktionierende Absaugung, idealerweise 2 Systeme• Guedel-/Wendl-Tubus• supraglottische Atemwegshilfen• Material zur NotfallkoniotomieGerätecheck:• Laryngoskop, Licht, Bildschirm• Tubuscuff• Absaugung• Beatmungs-/Narkosegerät• Beatmungsparameter👤 Patientenvorbereitung• Basismonitoring: SpO2, NIBP, EKG• sicherer Gefäßzugang, ggf. intraossär• gute Lagerung: oft Oberkörperhochlagerung, Schnüffelposition• Airway-Assessment: Mundöffnung, Reklination, Mallampati, Zahnstatus• Magensonde: individuelle Entscheidung, keine sichere Aspirationsprophylaxe• optional: sonografische Abschätzung des Magenrestvolumens💊 MedikamenteHäufige Substanzgruppen:• Opioide: Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Remifentanil• Hypnotika: Propofol, Etomidat, Thiopental, ggf. Midazolam• Alternative bei Instabilität: Ketamin / Esketamin• Relaxanzien: Succinylcholin oder Rocuronium• Kreislaufunterstützung vorbereiten: z. B. Noradrenalin, Cafedrin-Theodrenalin• bei Rocuronium: Sugammadex verfügbar haltenFaustregeln:• Propofol eher bei stabilem Kreislauf• Etomidat oder Ketamin eher bei hämodynamischer Instabilität / neurokritischen Situationen• Succinylcholin klassisch, Rocuronium häufige Alternative🫁 PräoxygenierungEiner der wichtigsten Schritte überhaupt:• 100 % O2• Frischgasfluss ca. 10 l/min• 3–4 Minuten, bei Risikopatient:innen oft länger• bei Adipositas / respiratorischer Gefährdung: Oberkörper hoch, ggf. NIV oder High-Flow🎯 Ablauf der EinleitungTypische Reihenfolge:• Opioid• Hypnotikum• RelaxansDanach:• ausreichende Relaxierung abwarten• Intubation, häufig videolaryngoskopisch• Cuff blocken und Cuffdruck prüfen• Tubuslage sofort mit Kapnografie bestätigen• anschließend fixieren und dokumentierenWichtig:Zwischenbeatmung möglichst vermeiden, aber bei fallender Sättigung ventilieren. Oxygenierung hat Priorität.🚨 Häufige Komplikationen• Hypotonie → Vasopressoren früh vorbereiten• schwieriger Atemweg → früh Hilfe rufen, Strategie wechseln, Oxygenierung sichern• Laryngo-/Bronchospasmus → Narkose vertiefen, gezielt behandeln• Blutung / Sekret / Regurgitation → sofort absaugen• Aspiration → Oropharynx absaugen, Atemweg sichern, Oxygenierung gewährleisten• Bradykardie / Asystolie → Manipulation beenden, ggf. Atropin / Reanimation🔚 Auch an die Extubation denkenEin relevanter Anteil schwerer Atemwegskomplikationen tritt bei der Extubation auf. Auch dieser Schritt braucht Planung, Kriterien und Backup.📌 Take-home-Messages• RSI beginnt mit Vorbereitung, nicht mit dem Medikament.• Gute Präoxygenierung verschafft sichere Apnoezeit.• Aspirationsschutz ist wichtig, aber sichere Oxygenierung ist immer wichtiger.
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