Schabbat Tasria & Mezora || Durch die Spalten kommt das Licht episode artwork

EPISODE · Apr 17, 2026 · 43 MIN

Schabbat Tasria & Mezora || Durch die Spalten kommt das Licht

from Das Wort zum Schabbat · host Ricklef Münnich

Rabbiner Andrew Steiman öffnet den doppelten Wochenabschnitt Tasria–Mezora (3. Mose 12–15) mit einem überraschenden Schlüssel: der Schlüssel-Challah, die am Schabbat nach Pessach gebacken wird. Sie erinnert daran, dass Pessach ohne Schawuot unvollständig bleibt – die körperliche Befreiung aus Ägypten ruft nach der geistigen Befreiung durch die Annahme der Tora. In einer Anekdote mit Konfirmanden zeigt Andy, wie nah Pfingsten und Schawuot beieinanderliegen: Ostern bleibt folgenlos ohne Pfingsten, so wie der Auszug aus Ägypten ohne Sinai leer bliebe.Von dort spannt er den Bogen zum jüdischen Kalender der Gegenwart: Jom haSchoa we-haGwura und Jom haAzma’ut liegen acht Tage auseinander und gehören zusammen. Der Gedenktag der Ermordeten, denen kein Grab und kein Todestag blieb, ist durch den jüdischen Kalender geschützt – kein Antisemit kann ihn vereinnahmen. Und er trägt bereits die Hoffnung in sich: Gwura, das Heldentum des Widerstands, und der Staat Israel als Antwort auf die Schoa.Genau hier schlägt Andy die Brücke zu Tasria und Mezora. Die schwer verständlichen Reinheitsgesetze handeln davon, dass wir verkörperte Seelen sind – verletzlich, sterblich, und gerade deshalb heilig. Das Judentum steht zwischen Hedonismus und Askese: der Körper wird zum Medium des Geistes, in Essen, Ruhe und Sexualität. Die längere Tame-Zeit nach der Geburt eines Mädchens ist nicht frauenfeindlich, sondern würdigt Chawa, die Mutter allen Lebens – ein Punkt, den Andy von seiner Großmutter, der „besten Feministin, die er je kannte”, gelernt hat.Mit Maimonides formuliert er das Grundprinzip: Neuschöpfung geschieht durch Zerstörung. Was Josef Schumpeter „schöpferische Zerstörung” nennt, kennt die Tora längst. Der Ölzweig im Schnabel der Taube schmeckt bitter – Frieden kostet Mühe. Mit Leonard Cohen endet das Gespräch hoffnungsvoll: Es sind die Spalten, durch die das Licht hereinkommt. Hoffnung, so Rabbi Jonathan Sacks s’’l, ist nicht Optimismus, sondern aktives Tun – auf gute Gelegenheiten: Ois Simches („Mögen wir uns bei freudigen Anlässen wiedersehen“).Danke, dass du bei ahavta - Begegnungen dabei bist! Dieser Beitrag ist öffentlich– du kannst ihn teilen. This is a public episode. If you'd like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit plus.ahavta.com/subscribe

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