EPISODE · Oct 29, 2025 · 21 MIN
Störungen des Kaliumhaushalts
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🔍 ThemaKalium ist eines der zentralen Elektrolyte im menschlichen Körper – entscheidend für das Ruhemembranpotenzial und damit für die Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen. Akute Veränderungen können schnell lebensbedrohlich werden. In dieser Folge erfährst du praxisnah, wie du Kaliumstörungen erkennst, verstehst und sicher behandelst – von der Pathophysiologie bis zum Notfallalgorithmus.⸻🧠 LernzieleNach dieser Episode kannst du: • die Grenzwerte von Hypo- und Hyperkaliämie sicher einordnen • typische Ursachen und Pathomechanismen unterscheiden • klinische Zeichen und EKG-Veränderungen richtig interpretieren • akute Therapiemaßnahmen gezielt und sicher umsetzen • häufige Fehlerquellen in der Praxis vermeiden⸻⚖️ Definitionen & Grenzwerte • Hypokaliämie: < 3,6 mmol/l • leicht: 3,0–3,4 mmol/l • mittel: 2,5–2,9 mmol/l • schwer: < 2,5 mmol/l • Hyperkaliämie: > 5,2 mmol/l • leicht: 5,5–5,9 mmol/l • mittel: 6,0–6,4 mmol/l • schwer: ≥ 6,5 mmol/l➡️ Kritische Werte: < 3 mmol/l oder > 6 mmol/l → Notfall!⸻⚙️ UrsachenHypokaliämie: • Renale oder gastrointestinale Verluste (Diuretika, Erbrechen, Durchfälle, Laxantien) • Endokrin (Hyperaldosteronismus, Kortisolüberschuss) • Umverteilung: Alkalose, Insulin, β-Sympathomimetika • Magnesiummangel (macht K-Substitution ineffektiv)Hyperkaliämie: • Niereninsuffizienz (verminderte Ausscheidung) • Aldosteronmangel / Addison • Medikamente: kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, AT1-Blocker, Heparin, Ciclosporin etc. • Zellzerfall: Rhabdomyolyse, Hämolyse, Tumorlyse • Pseudohyperkaliämie: Stauung oder Hämolyse bei Blutentnahme⸻🫀 Pathophysiologie • Aldosteron reguliert renale K-Ausscheidung → ↑ Aldosteron = Hypokaliämie • Kalium ↔ Wasserstoff: • Hypokaliämie → metabolische Alkalose • Hyperkaliämie → metabolische Azidose • Membranpotenzial: • ↓ Kalium → Hyperpolarisation → Muskelschwäche • ↑ Kalium → Depolarisation → Rhythmusstörungen💡 Praxistipps 1. Medikamentenanamnese immer durchführen 2. Einmalig hoher K-Wert → Hämolyse & Abnahmefehler ausschließen 3. K-i.v. nie zu schnell! 4. Mg immer mitbedenken 5. Therapie dokumentieren + Kontrollen planen 6. Frühzeitig Nephro/Kardio/Intensivmedizin einbeziehen
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