EPISODE · Jan 14, 2026 · 1H 6M
tl;dr #57 Thomas Paine: «Die Rechte des Menschen» | Mit Axel Rüdiger
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Anders als die anderen besprochenen Autor*innen des tl;dr-Podcasts, die an Marx oder die materialistische Tradition anknüpfen, geht es in dieser Folge um Thomas Paine – ein „radikaldemokratischer Reformer“ (E.P. Thompson) des 18. Jahrhunderts. Paine war sowohl an der Unabhängigkeit der heutigen USA beteiligt, als auch an der Französischen Revolution – wo er mit Robespierre und den Jakobinern in Konflikt geriet. Während die USA in diesem Jahr den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern, drohen sie unter der Trump-Regierung in jene autoritäre Machtkonzentration zurückzufallen, gegen die sich die amerikanische Revolution im 18. Jahrhundert ursprünglich richtete. So erinnern etwa die aktuellen „No Kings“-Proteste daran, dass die Amerikaner*innen einst gegen die Tyrannei der Monarchie aufbegehrten. In seinem ungewöhnlich auflagenstarken Buch „Die Rechte des Menschen“ positioniert sich Thomas Paine bereits 1791 entschieden gegen die Monarchie und jegliche Art von Erbfolge im Bereich der Politik. Auch der Adel tue nach Paine nichts anderes, als sich Länder und Menschen durch Raub anzueignen – auch durch Steuern. Paine plädiert deshalb dafür, dass das Volk der Souverän sein muss. In dieser Auffassung unterscheidet Paine sich auch von Montesquieu und dessen Forderung nach Gewaltenteilung. Es brauche demnach keine Trennung von Exekutive und Legislative und auch kein Zwei-Kammern-System, sondern allein die Durchsetzung der Volkssouveränität. Ein Parlament darf nach Paine nicht die Partikularinteressen einiger weniger vertreten, sondern muss der Volkssouveränität folgen und für das Glück aller sorgen. Damit einher geht auch, dass Institutionen und Verfassungen immer überprüft und verändert werden können, genau genommen sogar von jeder Generation von neuem. Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge Axel Rüdiger, Lehrbeauftragter an der FU Berlin für u.a. politische Theorie und Ideengeschichte. Kontakt, Kritik, Feedback: [email protected] Alle Podcasts der Rosa-Luxemburg-Stiftung: www.rosalux.de/podcasts Du möchtest keine Podcast-Folge mehr verpassen? Abonniere unseren monatlichen Newsletter: www.rosalux.de/newsletter-abos.
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Anders als die anderen besprochenen Autor*innen des tl;dr-Podcasts, die an Marx oder die materialistische Tradition anknüpfen, geht es in dieser Folge um Thomas Paine – ein „radikaldemokratischer Reformer“ (E.P. Thompson) des 18. Jahrhunderts. Paine war sowohl an der Unabhängigkeit der heutigen USA beteiligt, als auch an der Französischen Revolution – wo er mit Robespierre und den Jakobinern in Konflikt geriet. Während die USA in diesem Jahr den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern, drohen sie unter der Trump-Regierung in jene autoritäre Machtkonzentration zurückzufallen, gegen die sich die amerikanische Revolution im 18. Jahrhundert ursprünglich richtete. So erinnern etwa die aktuellen „No Kings“-Proteste daran, dass die Amerikaner*innen einst gegen die Tyrannei der Monarchie aufbegehrten. In seinem ungewöhnlich auflagenstarken Buch „Die Rechte des Menschen“ positioniert sich Thomas Paine bereits 1791 entschieden gegen die Monarchie und jegliche Art von Erbfolge im Bereich der Politik. Auch der Adel tue nach Paine nichts anderes, als sich Länder und Menschen durch Raub anzueignen – auch durch Steuern. Paine plädiert deshalb dafür, dass das Volk der Souverän sein muss. In dieser Auffassung unterscheidet Paine sich auch von Montesquieu und dessen Forderung nach Gewaltenteilung. Es brauche demnach keine Trennung von Exekutive und Legislative und auch kein Zwei-Kammern-System, sondern allein die Durchsetzung der Volkssouveränität. Ein Parlament darf nach Paine nicht die Partikularinteressen einiger weniger vertreten, sondern muss der Volkssouveränität folgen und für das Glück aller sorgen. Damit einher geht auch, dass Institutionen und Verfassungen immer überprüft und verändert werden können, genau genommen sogar von jeder Generation von neuem. Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge Axel Rüdiger, Lehrbeauftragter an der FU Berlin für u.a. politische Theorie und Ideengeschichte. Kontakt, Kritik, Feedback: [email protected] Alle Podcasts der Rosa-Luxemburg-Stiftung: www.rosalux.de/podcasts Du möchtest keine Podcast-Folge mehr verpassen? Abonniere unseren monatlichen Newsletter: www.rosalux.de/newsletter-abos.
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