EPISODE · Jul 2, 2026 · 36 MIN
Vanlife-Abenteuer in Wales: Flugzeug-Spotting im Nationalpark, Straßendrama & die Tücken der Drohne | Ep. 37
from Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil · host Stephan Stratmann
In der 37. Episode nehmen wir euch mit auf einen ereignisreichen Tag voller unerwarteter Entdeckungen, spektakulärer Aussichten und den ganz normalen Herausforderungen des Lebens im Camper. Nach einer windigen, schaukeligen Nacht an einem walisischen See startete der Tag gewohnt gemütlich. Valentin half wie immer fleißig bei der morgendlichen Kaffeezubereitung, bevor sich die Abreise durch die morgendliche Gassirunde mit Mila, das gemeinsame Frühstück mit Rührei und den anschließenden Abwasch bis ca. 12:00 Uhr verzögerte.Nervenkitzel beim Ausparken und die Fahrt in die BergeSchon das Verlassen des Parkplatzes am See wurde zur Geduldsprobe. Das Wohnmobil stand auf der rechten Straßenseite – entgegen der Fahrtrichtung im britischen Linksverkehr – direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve, um die die Fahrzeuge recht zügig geschossen kamen. Da der Oldtimer-Motor nach dem Anlassen alle Außengeräusche schluckte, hieß es: abwarten, den passenden Moment abpassen, ein Stück zurücksetzen und dann mit Vollgas sicher auf die Straße einscheren.Die anschließende Fahrt führte uns über eine gut ausgebaute Bergstraße, die auf der linken Seite gesichert mit einer Mauer schätzungsweise 30 bis 40 Meter steil ins Tal abfiel, was für Erinnerungen an die vergangene Reise in der Türkei weckte.Parkplatzglück und das Drohnen-VerbotObwohl Beschreibungen im Internet davor warnten, dass es am Zielort – direkt an der A487 – ab mittags schwierig werden würde, einen Parkplatz zu finden, hatten wir Glück. Genau ein Platz war bei der Ankunft frei. Nach einem gekonnten Wendemanöver stand das Wohnmobil perfekt, während nachfolgende Fahrzeuge bereits auf die umliegenden Wiesen ausweichen mussten.Da es stark bewölkt und extrem windig war, verzichteten wir auf Sonnencreme, packten aber die Drohne für spektakuläre Aufnahmen ein. Die Enttäuschung folgte jedoch direkt am Eingangstor zum Wanderweg: Ein großes Schild wies ein striktes Drohnenverbot aus. Die Region ist als militärisches Tieffluggebiet deklariert; Zuwiderhandlungen müssen sogar bei der Polizei angezeigt werden, weshalb die Drohne unverrichteter Dinge wieder zurück ins Wohnmobil wanderte.Der anschließende Aufstieg hatte es in sich: Mit Valentin in der Trage (zusätzliche 10 Kilo) ging es bei gefühlten 45 Grad Steigung den Berg hinauf. Nach nur wenigen hundert Metern war die Anstrengung sichtlich ins Gesicht geschrieben. Belohnt wurde die Mühe jedoch mit einem spektakulären Panoramablick über den Nationalpark und die umliegende Bergwelt, von wo aus man sogar das Wohnmobil auf dem Parkplatz und die Schafe auf den Hängen sehen konnte.Das Geheimnis der "Plane Spotter"Oben angekommen, trafen wir auf eine Gruppe von Menschen, die auf Campingstühlen und Decken saßen und teilweise kleine Zelte aufgebaut hatten. Wie sich im Gespräch herausstellte, handelte es sich um professionelle Flugzeug-Spotter. Ausgerüstet mit Funkgeräten, Radarsystemen, Satellitenantennen und gigantischen Teleobjektiven warteten sie auf Militärflugzeuge, die die Schlucht für Überschall- und Tiefflüge nutzen.Obwohl in den Stunden zuvor kaum etwas geflogen war, hatten wir auf dem Rückweg unfassbares Glück: Zuerst zog ein kleinerer Privatjet tief durch das Tal. Kurz darauf kündigten die Spotter mit den Worten „It’s coming!“ das Highlight an: Zwei Militärjets schossen im rasanten Tiefflug direkt hintereinander durch die Schlucht und drehten sich spektakulär vor unseren Augen. Selbst Valentin war von der Lautstärke und dem Anblick fasziniert und schaute sich die Videos später begeistert wieder an.Weiterreise zum Campingplatz "Fronalchen"Nach dem Abstieg und einem kurzen Plausch mit einem älteren Pärchen ging die Fahrt weiter über das Hochplateau. Über eine Straße mit 8 % Gefälle erreichten wir schließlich den im Tal zwischen den Bergen gelegenen Campingplatz „Fronalchen“. Dieser überzeugt mit modernen Sanitäranlagen und Inklusiv-Duschen – eine Wohltat nach diesem anstrengenden, aber unvergesslichen Wandertag.
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