Verschlüsselung brechen durch physischen Zugriff - Smartphone Beschlagnahme durch Polizei (39c3) episode artwork

EPISODE · Dec 29, 2025 · 38 MIN

Verschlüsselung brechen durch physischen Zugriff - Smartphone Beschlagnahme durch Polizei (39c3)

from Chaos Computer Club - recent events feed · host Davy Wang, Viktor Schlüter

Eine zwar profane Methode der Überwachung, die Polizeibehörden in Deutschland jedoch hunderttausendfach anwenden, ist das Auslesen von Daten beschlagnahmter Smartphones und Computer. Dazu nutzt die Polizei Sicherheitslücken der Geräte mithilfe forensischer Software von Herstellern wie Cellebrite oder Magnet aus. Die Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlagen ist zweifelhaft. Im Vortrag werden anhand aktueller Fälle technische und juristische Hintergründe erörtert. Staatstrojaner, Chat-Kontrolle, Wanzen. Die Mittel staatlicher Überwachung sind vielfältig und teilweise technisch sehr komplex. Dabei ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Ein relativ profanes Mittel, das Polizeibehörden in Deutschland hunderttausendfach anwenden, ist die Beschlagnahme von Smartphones und Laptops sowie das Auslesen ihrer Daten. Genaue Statistiken gibt es nicht. Es dürften jedoch mehr Fälle sein als bei der einfachen Telekommunikationsüberwachung. Allein in Sachsen-Anhalt waren es innerhalb von fünf Jahren 13.000 Smartphones. Auch bei leichten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten beschlagnahmt die Polizei regelmäßig Datenträger - insbesondere Smartphones und Laptops - etwa beim Verdacht einer Beleidigung oder bei der Handynutzung im Straßenverkehr. Oft werden auch Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei alle technischen Geräte beschlagnahmt und durchsucht. Die Verfassungsmäßigkeit dieser polizeilichen Praxis ist sehr zweifelhaft. Das Bundesinnenministerium plante in der letzten Legislatur sogar, die Kompetenzen der Polizei auszuweiten wodurch auch heimliche Hausdurchsuchungen möglich werden sollten. Damit könnte die Polizei heimlich Staatrojaner installieren oder sog. Evil-Maid-Angriffe vorbereiten. Die Strafverfolgungsbehörden stützen sich auf die Beschlagnahmevorschriften der §§ 94 ff. Strafprozessordnung, die seit 1877 im Wesentlichen unverändert geblieben sind und in ihrem Wortlaut weder die Möglichkeit eines Datenzugriffs noch die Modalitäten und Grenzen einer Datenauswertung regeln. Auch wird die Maßnahme nicht auf Straftaten einer gewissen Schwere begrenzt und es fehlen Vorgaben zum Schutz besonders sensibler Daten, die etwa in den Kernbereich der persönlichen Lebensführung fallen. Im Rahmen einer Durchsuchung ermöglicht es der §§ 110 Strafprozessordnung eine vorläufige Sicherung und Durchsicht der Speichermedien. Auch diese Vorschrift reicht nicht aus, um Grundrechte angemessen zu schützen, da mit der kompletten Ausforschung des gesamten Datenbestandes ein gravierender Grundrechtseingriff in die Privatsphäre der Betroffenen verbunden ist und gesetzlich keine angemessenen Grenzen gesetzt werden. Gerade auf Smartphones befinden sich oft höchstpersönliche Daten wie Chats mit der Familie oder dem*der Partner*in, Fotos, Kontakte, Standortdaten und Dating-Apps. Darüber hinaus sind die Geräte regelmäßig mit Cloud-Diensten und anderen Datenträgern verbunden. Auf all diese Daten können Polizeibehörden dann zugreifen. Möglich wird das durch Software von Firmen wie Cellebrite, MSAB oder Magnet. Diese nutzen Sicherheitslücken aus, um die Verschlüsselung von Smartphones zu knacken. Wie auch bei Sicherheitslücken für Staatstrojaner sind die Sicherheitslücken, die diese Firmen ausnutzen, den Herstellern nicht bekannt. Damit unterstützen deutsche Behörden ein System, dass die Geräte aller unsicher macht. Auch die Bitlocker-Verschlüsselung von Windows-Computern lässt sich oft umgehen. Dies ermöglicht den Strafverfolgungsbehörden den freien und unbeschränkten Zugang zu allen persönlichen Daten, ohne angemessene gesetzliche oder gerichtliche Kontrolle und Überprüfung. Auch für die betroffenen Personen wird nicht erkennbar, in welchem Ausmaß Daten durchsucht und ausgewertet wurden. Im Vortrag wird der aktuelle Stand und die Probleme von Verschlüsselung von Windows und Linux Computern sowie Android und iOS Smartphones erläutert. Am Beispiel des Journalisten Hendrik Torners, dessen Smartphone beschlagnahmt wurde, nachdem er eine polizeiliche Maßnahme nach einer Klimademonstration beobachtet hatte und nun im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde dagegen vorgeht, sowie weiterer öffentlich diskutierter Fälle wie [#Pimmelgate](https://events.ccc.de/congress/2025/hub/tag/Pimmelgate) besprechen die Vortragenden die technischen und juristischen Hintergründe. Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 about this event: https://events.ccc.de/congress/2025/hub/event/detail/verschlusselung-brechen-durch-physischen-zugriff-smartphone-beschlagnahme-durch-polizei

Eine zwar profane Methode der Überwachung, die Polizeibehörden in Deutschland jedoch hunderttausendfach anwenden, ist das Auslesen von Daten beschlagnahmter Smartphones und Computer. Dazu nutzt die Polizei Sicherheitslücken der Geräte mithilfe forensischer Software von Herstellern wie Cellebrite oder Magnet aus. Die Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlagen ist zweifelhaft. Im Vortrag werden anhand aktueller Fälle technische und juristische Hintergründe erörtert. Staatstrojaner, Chat-Kontrolle, Wanzen. Die Mittel staatlicher Überwachung sind vielfältig und teilweise technisch sehr komplex. Dabei ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Ein relativ profanes Mittel, das Polizeibehörden in Deutschland hunderttausendfach anwenden, ist die Beschlagnahme von Smartphones und Laptops sowie das Auslesen ihrer Daten. Genaue Statistiken gibt es nicht. Es dürften jedoch mehr Fälle sein als bei der einfachen Telekommunikationsüberwachung. Allein in Sachsen-Anhalt waren es innerhalb von fünf Jahren 13.000 Smartphones. Auch bei leichten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten beschlagnahmt die Polizei regelmäßig Datenträger - insbesondere Smartphones und Laptops - etwa beim Verdacht einer Beleidigung oder bei der Handynutzung im Straßenverkehr. Oft werden auch Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei alle technischen Geräte beschlagnahmt und durchsucht. Die Verfassungsmäßigkeit dieser polizeilichen Praxis ist sehr zweifelhaft. Das Bundesinnenministerium plante in der letzten Legislatur sogar, die Kompetenzen der Polizei auszuweiten wodurch auch heimliche Hausdurchsuchungen möglich werden sollten. Damit könnte die Polizei heimlich Staatrojaner installieren oder sog. Evil-Maid-Angriffe vorbereiten. Die Strafverfolgungsbehörden stützen sich auf die Beschlagnahmevorschriften der §§ 94 ff. Strafprozessordnung, die seit 1877 im Wesentlichen unverändert geblieben sind und in ihrem Wortlaut weder die Möglichkeit eines Datenzugriffs noch die Modalitäten und Grenzen einer Datenauswertung regeln. Auch wird die Maßnahme nicht auf Straftaten einer gewissen Schwere begrenzt und es fehlen Vorgaben zum Schutz besonders sensibler Daten, die etwa in den Kernbereich der persönlichen Lebensführung fallen. Im Rahmen einer Durchsuchung ermöglicht es der §§ 110 Strafprozessordnung eine vorläufige Sicherung und Durchsicht der Speichermedien. Auch diese Vorschrift reicht nicht aus, um Grundrechte angemessen zu schützen, da mit der kompletten Ausforschung des gesamten Datenbestandes ein gravierender Grundrechtseingriff in die Privatsphäre der Betroffenen verbunden ist und gesetzlich keine angemessenen Grenzen gesetzt werden. Gerade auf Smartphones befinden sich oft höchstpersönliche Daten wie Chats mit der Familie oder dem*der Partner*in, Fotos, Kontakte, Standortdaten und Dating-Apps. Darüber hinaus sind die Geräte regelmäßig mit Cloud-Diensten und anderen Datenträgern verbunden. Auf all diese Daten können Polizeibehörden dann zugreifen. Möglich wird das durch Software von Firmen wie Cellebrite, MSAB oder Magnet. Diese nutzen Sicherheitslücken aus, um die Verschlüsselung von Smartphones zu knacken. Wie auch bei Sicherheitslücken für Staatstrojaner sind die Sicherheitslücken, die diese Firmen ausnutzen, den Herstellern nicht bekannt. Damit unterstützen deutsche Behörden ein System, dass die Geräte aller unsicher macht. Auch die Bitlocker-Verschlüsselung von Windows-Computern lässt sich oft umgehen. Dies ermöglicht den Strafverfolgungsbehörden den freien und unbeschränkten Zugang zu allen persönlichen Daten, ohne angemessene gesetzliche oder gerichtliche Kontrolle und Überprüfung. Auch für die betroffenen Personen wird nicht erkennbar, in welchem Ausmaß Daten durchsucht und ausgewertet wurden. Im Vortrag wird der aktuelle Stand und die Probleme von Verschlüsselung von Windows und Linux Computern sowie Android und iOS Smartphones erläutert. Am Beispiel des Journalisten Hendrik Torners, dessen Smartphone beschlagnahmt wurde, nachdem er eine polizeiliche Maßnahme nach einer Klimademonstration beobachtet hatte und nun im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde dagegen vorgeht, sowie weiterer öffentlich diskutierter Fälle wie [#Pimmelgate](https://events.ccc.de/congress/2025/hub/tag/Pimmelgate) besprechen die Vortragenden die technischen und juristischen Hintergründe. Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 about this event: https://events.ccc.de/congress/2025/hub/event/detail/verschlusselung-brechen-durch-physischen-zugriff-smartphone-beschlagnahme-durch-polizei

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LIGHTS, CAMERA, SMILE! Creatives Club Media Lights, Camera, Smile, is a podcast for anyone with a dream to share something with the world, out of the overflow of themselves - be it their mind, their heart, their personalities, and much more. Each of us are alive in this moment in time, with an innate ability to have ideas and create various things to benefit both ourselves and the people around us for a reason, and here, you will find the encouragement, the inspiration, and the motivation to do just that. Hosted by Cicily, founder of Creatives Club, she dives into various topics surrounding creativity and business. Exploring entrepreneurship for creatives in a corporate reality, sharing tips and tricks in a media centered company, answering questions regarding what a creative actually is are just a few of the things discussed on this podcast. Be encouraged to create for yourself as Cicily gets vulnerable by pivoting the camera to herself for the first time.To submit questions for Cicily to answer, or have her address certain t The PFN Cincinnati Bengals Podcast Pro Football Network The PFN Cincinnati Bengals Podcast is where you can stay up-to-date with the latest news and analysis on the Cincinnati Bengals! Our hosts, industry experts Jay Morrison and Dallas Robinson, provide weekly coverage of all the latest rumors and updates about the Bengals. Don’t forget to follow the show to receive new episodes directly in your podcast feed and leave a rating and review to let us know your thoughts. Piramidi Club The Bitcoin Butcher La Migliore Pizza di Firenze IT IS WHAT IT IS with SHALLZ - SHALLY ZOMORODI Shally Zomorodi What?  "It is what it is" with ShallZ – Shally ZomorodiWhen? WeeklyHow long? 35 minutesEvery week, Mother of 4, wife, morning TV news anchor and ultimate hostess, Shally Zomorodi talks about life - its up's and downs and how to stay on track in her weekly podcast, ‘It is what it is.’  Known for her high energy, infectious smile and ability to see the cup as half full Shally talks about all things in life and how to work through its challenges. From parenting, marriage, friendships, current events to how to smile when it just seems impossible ‘It is what it is’ is the perfect podcast to help inspire you to dance through the rain.

Frequently Asked Questions

How long is this episode of Chaos Computer Club - recent events feed?

This episode is 38 minutes long.

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This episode was published on December 29, 2025.

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