EPISODE · Mar 12, 2024 · 22 MIN
Was ist traumasensibles Yoga?
from Körperakzeptanz - Dein Podcast für Trauma-sensibles Yoga, intuitives Essen und Selbstliebe · host Doris Müllner
Yoga wird oft als entspannend, heilsam und wohltuend beschrieben. Und ja: Yoga kann für viele Menschen ein wertvoller Weg sein, den Körper zu spüren, Stress abzubauen, schmerzfrei zu werden, den Atem wahrzunehmen oder mehr Verbindung zu sich selbst zu erleben.Aber Yoga ist nicht automatisch für alle Menschen sicher, angenehm oder regulierend - für manche Menschen kann Yoga durchaus überfordernd sein.Zu viel Stille, Körperfokus, Nähe, Druck, eine bestimmte Haltung „richtig“ auszuführen, zu dogmatisch und zu wenig Entscheidungsfreiheit. Genau hier setzt traumasensibles Yoga an.In dieser Folge sprechen wir darüber, was traumasensibles Yoga bedeutet – und warum es nicht einfach eine besonders sanfte Yogaform ist, sondern vor allem eine Haltung. Traumasensibles Yoga stellt nicht die perfekte äußere Form in den Mittelpunkt, sondern die Erfahrung der übenden Person.Es fragt nicht zuerst: Wie tief kommst du in diese Haltung oder wie lange hältst du durch? Sondern: Was nimmst du wahr? Möchtest du die Augen offen lassen? Möchtest du eine Pause machen?Ein zentraler Bestandteil von traumasensiblem Yoga ist Wahlfreiheit, denn traumatische Erfahrungen können mit Kontrollverlust, Ohnmacht oder fehlender Selbstbestimmung verbunden sein. Deshalb ist es in traumasensibler Praxis besonders wichtig, dass Menschen Wahlmöglichkeiten erleben dürfen – ganz konkret auf der Matte.Du darfst entscheiden, ob du eine Haltung mitmachst oder nicht. Du darfst Pausen machen. Du darfst die Augen offen lassen. Du darfst Hilfsmittel verwenden. Du darfst eine Bewegung verändern. Und du darfst Nein sagen, ohne dich für irgendetwas zu rechtfertigen.In dieser Folge geht es auch um Sprache. Viele klassische Yogaansagen klingen vielleicht harmlos, können aber Druck erzeugen: „Geh tiefer“, „Halte durch“, „Schließ die Augen“, „Lass alles los“, „Bleib noch“, „Du kannst mehr, als du denkst“. Traumasensible Sprache ist einladender. Sie eröffnet Möglichkeiten, statt Anweisungen durchzusetzen. Sie respektiert, dass jede Person den eigenen Körper anders erlebt.Auch Berührung spielt eine wichtige Rolle. In traumasensiblem Yoga gibt es keine ungefragten körperlichen Korrekturen. Berührung braucht klares Einverständnis – und ein Nein muss jederzeit möglich sein.Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Leistung. Yoga wird oft als Gegenpol zur Leistungsgesellschaft dargestellt. Gleichzeitig können Yogaräume selbst sehr leistungsorientiert sein: Wer ist beweglich? Wer kommt tiefer? Wer sieht dabei besonders ästhetisch aus? Wer schafft die fortgeschrittene Variante?Traumasensibles Yoga kann dabei unterstützen, wieder kleine Momente von Körperwahrnehmung, Selbstbestimmung und Orientierung zu erleben. Es ersetzt keine Therapie und macht keine Heilversprechen. Aber es kann ein Raum sein, in dem du nicht leisten, dich nicht beweisen und dich nicht anpassen musst.Ein Raum, in dem dein Körper nicht korrigiert wird, als wäre er falsch, sondern ein Raum, in dem du üben darfst, mit deinem Körper statt gegen ihn zu sein.Mein Online Yoga Studio: https://dorismuellner.com/online-yoga-studio/Wenn du dich nach einem friedlicheren Umgang mit Essen, Körper und dir selbst sehnst, kannst du diese weiteren Schritte gehen: Meine Self Care Journey für 0€ → hier geht's langHier ein unverbindliches Kennenlernen ausmachen: Hier ausmachenMehr Impulse & Austausch findest du auf Instagram: @foodfreedomflowMein YouTube-Kanal🎶 Musik: Feel by LiQWYD | Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 (CC BY 3.0)
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