Wir sparen an der Zukunft - Psychotherapie für Kinder und Jugendliche | Katja Udolph episode artwork

EPISODE · Jun 2, 2026 · 51 MIN

Wir sparen an der Zukunft - Psychotherapie für Kinder und Jugendliche | Katja Udolph

from 5 Minus

Wie sieht die aktuelle Lage der Psychotherapie aus, in Anbetracht des GKV-Stabilisierungsgesetzes? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Katja Udolph. Diese engagiert sich aktiv gegen die geplanten Einschnitte und vertritt eine Bundestagspetition im Petitionsausschuss.Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass ausgerechnet ein ohnehin überlasteter Versorgungsbereich finanziell geschwächt werden soll. Nach einer bereits beschlossenen Kürzung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent drohen durch weitere Regelungen zusätzliche Einschränkungen. Katja macht deutlich, dass dies nicht nur die wirtschaftliche Situation von Praxen verschärft, sondern langfristig auch die Versorgung von Patient:innen gefährden kann. Steigende Kosten für Personal, Miete, Energie und Verwaltung treffen auf ein System, das gleichzeitig weniger finanzielle Spielräume bietet.Besonders kritisch sehen beide die Situation von Kindern und Jugendlichen. Schon heute sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz vielerorts enorm. Wenn junge Menschen Monate oder sogar Jahre auf Unterstützung warten müssen, gehen wichtige Entwicklungsphasen verloren. Psychische Erkrankungen in jungen Jahren beeinflussen häufig den weiteren Bildungsweg, die Berufsperspektiven und die gesellschaftliche Teilhabe. Für Laura und Katja ist deshalb klar: Jeder nicht behandelte Fall kann langfristig hohe persönliche und gesellschaftliche Folgekosten verursachen.Auch die Reform der Psychotherapeutenausbildung wird kritisch beleuchtet. Katja berichtet, dass Pädagog:innen früher über einen alternativen Weg Zugang zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hatten. Mit der Neustrukturierung der Ausbildung ist dieser Weg weitgehend weggefallen. Dadurch verliert die Versorgung aus ihrer Sicht eine Berufsgruppe, die gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wertvolle Kompetenzen mitbringt. Die ursprüngliche Reformidee sei zwar sinnvoll gewesen, müsse aber an einigen Stellen dringend nachgebessert werden.Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bedarfsplanung. Derzeit werden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen gemeinsam mit Psychotherapeut:innen für Erwachsene erfasst. Das führt dazu, dass Regionen offiziell als ausreichend versorgt gelten, obwohl für junge Patient:innen tatsächlich ein erheblicher Mangel besteht. Katja plädiert deshalb für eine eigenständige Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Versorgungsbedarf von Kindern und Jugendlichen abbildet.Die beiden sprechen außerdem über die Realität im Praxisalltag. Überlastete Strukturen, Personalmangel und organisatorische Hürden erschweren die Arbeit zunehmend. Katja schildert Probleme mit der Terminservicestelle, über die teilweise sogar Erwachsene auf Termine von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen vermittelt werden. Gleichzeitig erleben Hausärzt:innen und Psychotherapeut:innen täglich Menschen mit dringendem Behandlungsbedarf, für die es oft keine zeitnahe Lösung gibt.Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fachgruppen wird thematisiert. Laura kritisiert, dass der zunehmende Verteilungskampf um begrenzte Ressourcen die Zusammenarbeit erschwert. Statt gegeneinander um Budgets zu konkurrieren, müssten ambulante Leistungserbringer gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen eintreten.Beim Thema Primärarztsystem vertreten die beiden differenzierte Positionen. Während Laura die Vorteile einer besseren Steuerung von Patient:innen betont, weist Katja darauf hin, dass psychische Erkrankungen besondere diagnostische und therapeutische Zugänge erfordern. Die psychotherapeutische Sprechstunde erfülle bereits heute eine wichtige Lotsenfunktion und ermögliche eine gezielte Einschätzung des individuellen Hilfebedarfs.Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die politische Ebene. Katja berichtet von ihrem Engagement als „Frau in Orange“ und ihrem Ziel, psychischen Erkrankungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gemeinsam appellieren beide an die Politik, die ambulante Versorgung nicht weiter zu schwächen. Eine funktionierende Psychotherapie sei kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungschancen und langfristige Gesundheit.Zur Bundestagspetition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_03/_22/Petition_196912.htmlZur Website von Katja: www.diefrauinorange.deZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

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