PODCAST · health
5 Minus
by Dr. Laura Dalhaus
5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel.Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch.https://linktr.ee/LauraDalhaus
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Wir bürokratisieren die Pflege kaputt | Christine Vogler
Wir alle werden älter – und damit wächst auch die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ohne Pflege wird das nicht funktionieren. Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christine Vogler, Vorsitzende des Deutschen Pflegerats.In Deutschland kommen 1,7 Millionen Pflegende auf 6 Millionen Pflegebedürftige allein in der ambulanten Versorgung. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Bedarf in den kommenden fünf bis zehn Jahren massiv steigen.Damit nähert sich das System einem Kipppunkt: Wie lange können wir die notwendige Versorgung unter den aktuellen Bedingungen überhaupt noch finanzieren und sicherstellen?Ein großer Teil des Problems ist die Bürokratie. Zwischen 20 und 30 Prozent der Arbeitszeit entfallen auf Dokumentation. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Prüfmechanismen dafür, dass nahezu jeder Schritt nachgewiesen werden muss.Der Deutsche Pflegerat setzt sich deshalb dafür ein, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern, statt die Belastungen weiter zu erhöhen.Laura erlebt die Auswirkungen der Bürokratie regelmäßig im Altenheim. Besonders der Medizinische Dienst bringt sie auf die Palme, wenn für jede mögliche Eventualität eine zusätzliche schriftliche Anordnung verlangt wird.Für Christine beginnt der Irrsinn bereits bei den unterschiedlichen Zuständigkeiten und Finanzierungssystemen. Ein Toilettenstuhl wird beispielsweise mal von der Pflegekasse und mal von der Krankenkasse bezahlt – abhängig von der jeweiligen Situation der pflegebedürftigen Person.Durch das neue GKV-Stabilisierungsgesetz wurde zudem ein großer Teil dessen zunichte gemacht, was zuvor auf politischer Ebene durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft und verdi erarbeitet worden war.Laura sieht noch ein weiteres strukturelles Problem: Health Care Professionals bringen häufig ein besonders ausgeprägtes Verantwortungsgefühl mit. Die Kolleg:innen im Stich zu lassen, kommt für viele schlicht nicht infrage – selbst wenn die eigene Belastungsgrenze längst erreicht ist.Gleichzeitig unterscheidet sich die Pflege in Deutschland deutlich von anderen Ländern, in denen sie als Studium organisiert ist. Die Pflegeausbildung ist hochkomplex und umfasst zahlreiche Bereiche – von Gyn über Kinder und Psychiatrie bis hin zur Altenpflege.Für Laura ist deshalb völlig unverständlich, warum diese gut ausgebildeten Fachkräfte nicht deutlich mehr Verantwortung übernehmen dürfen. Eine Pflegeverordnung kann eine erfahrene Pflegekraft in vielen Fällen besser beurteilen als ein:e Ärzt:in. Auch Christine sieht großes Potenzial in der interprofessionellen Zusammenarbeit: Jeder Beruf sollte seine tatsächlichen Kompetenzbereiche auch ausleben dürfen.Die beiden sprechen außerdem darüber, dass identische oder vergleichbare Leistungen unterschiedlich vergütet werden – abhängig davon, wer sie erbringt. Ein Beispiel ist das Impfen, das in der Hausarztpraxis budgetiert ist. Gleichzeitig macht Laura die Vorstellung wütend, dass das Gesundheitssystem auch noch Verantwortung für den Pharmastandort Deutschland übernehmen soll. Währenddessen müssen Pflegekräfte dokumentieren, ob sie einer pflegebedürftigen Person die Haare gekämmt haben. Wie soll das zusammenpassen?Auch bei medizinischen Tätigkeiten gibt es Grenzen, die Laura und Christine hinterfragen. Aufgaben wie Drainagen, Blut abnehmen oder Zugänge legen könnten teilweise von Pflegekräften übernommen werden, dürfen aber nur von Ärzt:innen durchgeführt werden. Statt Versorgung zu erleichtern, stehen solche Strukturen einer guten Patientenversorgung mitunter sogar im Weg.Doch wie sieht es auf politischer Ebene aus?Christine arbeitet als Präsidentin des Deutschen Pflegerats ehrenamtlich. In Deutschland gibt es lediglich zwei Kammern, auf Bundesebene fehlt es jedoch an einer klaren Aufgabenübertragung an die Pflege. Auch zentrale Stellen oder eine Pflegeberichterstattung existieren nicht. Für eine vernünftige Planung der Gesundheitsversorgung ist das aus ihrer Sicht eine Katastrophe.Hinzu kommt die aktuelle Diskussion um Kürzungen bei den Pflegegraden. Auch soziale Ungerechtigkeiten werden dadurch verschärft, dass keine Rentenpunkte mehr gesammelt werden sollen, wenn Menschen ihre Angehörigen pflegen.Laura würde sich stattdessen ein deutlich einfacheres Prinzip wünschen: Behandelt werden sollte das, was tatsächlich behandelt werden muss.Ein Kernproblem bleibt für sie der Medizinische Dienst und die damit verbundene Bürokratie. Das Misstrauen gegenüber Health Care Professionals ist enorm, während bestehende Verwaltungsstrukturen behandelt werden, als wären sie „gottgegeben“. Ähnliches erlebt sie bei den Krankenkassen: Statt Versorgung einfacher zu machen, wird nach Fehlern bei Ärzt:innen gesucht, um Leistungen am Ende nicht bezahlen zu müssen.Zur Website vom Deutschen Pflegerat: https://deutscher-pflegerat.de/Zum Deutschen Pflegerat auf Instagram: https://www.instagram.com/deutscher_pflegerat/Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Sind Frauen die besseren Chirurg:innen? | Die Chirurginnen e.v. - Gaby Sbrisny & Paula Beck
Die Chirurgie liegt Dr. Laura Dalhaus besonders am Herzen. Umso mehr freut sie sich, in dieser Folge von "5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel" gleich zwei Chirurginnen zu Gast zu haben: Gaby Sbrisny, niedergelassene Allgemeinchirurgin und Gefäßchirurgin, und Paula Beck, Traumatologin und Allgemeinchirurgin vom Verein „Die Chirurginnen“.Paula macht deutlich, dass es in der Chirurgie lange dauert, bis man wirklich selbstständig arbeiten kann. Gerade am Anfang ist es entscheidend, erfahrene Kolleg:innen an der Seite zu haben, die einen anleiten und unterstützen.Eigentlich müsste die Ausbildung deshalb von Beginn an fest in den Klinikalltag integriert sein. In der deutschen Gesundheitsversorgung läuft Aus- und Weiterbildung jedoch häufig eher nebenher und wird irgendwie zusätzlich zum normalen Betrieb mitgemacht.Dass es anders gehen kann, zeigt die Schweiz: Dort erhalten Krankenhäuser Geld für Weiterbildungsassistent:innen und Ausbildungszeit wird innerhalb der regulären Arbeitszeit ermöglicht.Auch Gaby sieht deutliche Lücken in der chirurgischen Ausbildung. Gerade die vermeintlich „popelige“ Chirurgie wird im Krankenhaus häufig kaum noch vermittelt – beispielsweise die Behandlung von Lipomen oder eingewachsenen Zehennägeln.Laura beobachtet mit Sorge, dass dadurch echte ärztliche Kunst zunehmend verloren geht, während Checklisten-Medizin immer stärker in den Vordergrund rückt.Aus ihrer eigenen Zeit in der Chirurgie kennt Laura auch die Selbstzweifel, wenn ein Eingriff nicht so läuft wie geplant. Für Paula gehört genau diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln zum Beruf. Komplikationen lassen sich nicht vollständig verhindern – entscheidend ist, wie man damit umgeht. Wer sich irgendwann gar keine Gedanken mehr darüber macht, sollte ihrer Meinung nach überlegen, ob die Chirurgie noch der richtige Beruf ist.Laura bringt außerdem eine Studie ins Gespräch, nach der Frauen in der Chirurgie bessere Ergebnisse erzielen als Männer. Gemeinsam diskutieren die drei darüber, welche Rolle das Geschlecht tatsächlich spielt.Ein Faktor könnte die Kommunikation sein: So zeigen sich bessere Ergebnisse, wenn Frauen von Frauen operiert werden.Gleichzeitig gibt es weiterhin Se*ismus-Vorwürfe und Berichte darüber, dass berufliche Karrieren von Frauen aktiv behindert werden. Paula beobachtet darüber hinaus Unterschiede in der Art und Weise, wie gearbeitet wird.Genau deshalb ist der Verein „Die Chirurginnen“ so wichtig. Er schafft Vorbilder und zeigt jungen Frauen, welche unterschiedlichen Karrierewege ihnen innerhalb der Chirurgie offenstehen.Denn auch die Chirurgie kämpft längst mit einem Nachwuchsproblem – genau wie viele andere medizinische Fachrichtungen.In der Berufspolitik ist inzwischen angekommen, wie wichtig es ist, junge Ärzt:innen frühzeitig einzubinden. Laura erlebt allerdings immer wieder, dass sich PJler nach einem Tertial in der Chirurgie bewusst gegen das Fach entscheiden.Eine weitere Herausforderung ist die enorme Menge an praktischer Erfahrung, die notwendig ist, um eine gute Chirurgin oder ein guter Chirurg zu werden. Laura selbst hat immer gerne und viel gearbeitet. Die erforderlichen Stunden im OP vergleicht sie mit einem hochkomplexen Sport oder dem Erlernen eines Instruments: Eine halbe Stunde Training pro Woche reicht schlicht nicht aus, um wirklich gut zu werden.Genau darin liegt jedoch auch ein großes Problem. Die notwendige Arbeitsbelastung und der hohe Anspruch führen gleichzeitig dazu, dass viele Menschen ausbrennen.Zum Abschluss richten Laura, Gaby und Paula den Blick auf die Gesundheitspolitik. Die drei diskutieren über den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann und darüber, welche Wünsche und Erwartungen sie als Ärztinnen an ihn haben.Zum Verein: https://chirurginnen.com/ Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Ansprache an Herrn Linnemann: Das braucht die Medizin jetzt von der Politik!
Plötzlich gibt es einen neuen Gesundheitsminister – und der sagt selbst, dass er sich für die Aufgabe noch nicht ausreichend vorbereitet fühlt und mehr Zeit zur Einarbeitung braucht. Dr. Laura Dalhaus nimmt ihn beim Wort und liefert direkt ein paar Gedankenanstöße.Diese Folge richtet sich deshalb ganz konkret an Herrn Linnemann: mit Aufgaben, To Dos und einigen Pitfalls, die er in der Gesundheitspolitik besser auf dem Schirm haben sollte.Laura startet mit einem Artikel von Prof. Dr. Jürgen Windeler über die Erkenntnisse des GKV-Spitzenverbands zur datengestützten Erkennung individueller Gesundheitsrisiken. Das Ergebnis ist eher ernüchternd: Den dazu verschickten Brief haben gerade einmal 10% der Angeschriebenen gelesen.Zum GeDIG hat Laura bereits eine eigene Folge gemacht. Jetzt geht es unter anderem um die Techniker Krankenkasse und Jens Baas. Laura sieht hier eine Entwicklung weg von der patientenzentrierten medizinischen Versorgung hin zu einer verwaltungszentrierten medizinischen Versorgung.Im Raum steht eine verpflichtende digitale Ersteinschätzung durch die Krankenkassen. Für Laura ist die Grenze klar: An dieser Stelle haben Krankenkassen nichts zu suchen.Damit landet sie direkt beim Primärarztsystem. Dazu gibt es eindeutige Positionen vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband, der Bundesärztekammer und der AOK. Vergleichbare Systeme kennen wir aus anderen Ländern und aus der HZV. Die Steuerung der medizinischen Versorgung ist für Laura aber keine Aufgabe der Krankenkassen.Auch die DEGAM hat eine klare Position formuliert: Eine Vergütungsreform ist Voraussetzung für eine Strukturreform.Warum das entscheidend ist, zeigt Laura am Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 75 Jahren. Dieses soll wieder ins Budget zurückgeführt und damit nicht mehr extra-budgetär vergütet werden. Dadurch wird die Zahl der möglichen Untersuchungen begrenzt – während gleichzeitig die Altersgruppe ausgeweitet wird.Deshalb Lauras nächste Aufgabe für Herrn Linnemann: Bitte einmal genau die Abrechnungssystematik des EBM erklären lassen!Wie unmittelbar gesundheitspolitische Entscheidungen die Versorgung treffen, zeigt sich längst vor Ort. Im Kreis Herford fordert ein SPD-Politiker die Rückkehr des kinderärztlichen Notdiensts, weil die aktuelle Situation zulasten der Familien geht. Für Laura ist klar: Gesundheitspolitik hat Konsequenzen – und Herford ist kein Einzelfall.In Kreuztal gibt es keine Gynäkolog:innen mehr. Gleichzeitig wird die gynäkologische Abteilung in Schwalmstedt geschlossen, weil sie sich wirtschaftlich nicht mehr rentiert.Dann wäre da noch ein weiterer mächtiger Player: die Pharma-Branche. Sie erhöht den Druck und droht damit, bei zunehmendem Preisdruck den Standort zu verlassen.Auch bei den Psychotherapeut:innen eskaliert der Konflikt. Sie rechnen mit der TK ab und wandern ab. In einem offenen Brief werfen sie der Krankenkasse vor, den direkten Zugang zur Psychotherapie verhindern zu wollen.Lauras Fazit fällt entsprechend deutlich aus: Wir haben eine Gesellschaft, die immer älter wird und gleichzeitig mit mehr Krankheiten lebt. Prävention wird massiv ausgebremst und selbst der Return on Invest der Psychotherapie von 3,80 Euro findet politisch kaum Beachtung.Gleichzeitig wachsen die Existenzsorgen in der Ärzteschaft. Immer mehr Ärzt:innen denken über Alternativen zur bisherigen Versorgung nach. Fachgruppenübergreifend wird eine Reduktion der Kassensprechstunde auf 25 Stunden vorbereitet. Für Laura führt dieser Weg langfristig in Richtung eines amerikanischen Gesundheitssystems.Zum Schluss wünscht sie Herrn Linnemann gutes Gelingen. Ihre Hoffnung: weniger theoretische Konstrukte, mehr „einfach mal machen“ – und vor allem endlich den Stimmen derjenigen zuhören, die jeden Tag die Versorgung sicherstellen.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Was das GKV-Spargesetz mit der Orthopädie macht | Mario Werner
Dr. Laura Dalhaus wird häufig vorgeworfen, Fachärzt:innen zu hart zu kritisieren. Genau deshalb hat sie sich für diese Folge Unterstützung aus der Orthopädie geholt: Mario Werner. Die Aufnahme findet an einem Tag statt, an dem gleich zwei gesundheitspolitische Entscheidungen für Diskussionen sorgen – die Abschaffung der telefonischen AU und die Ankündigung einer Termingarantie für Fachärzt:innen durch den Bundeskanzler.Für Mario steht fest: Das GKV-Spargesetz wird die ambulante Versorgung massiv belasten. Schon heute sei es für viele Praxen kaum noch möglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Dabei beschäftigt der ambulante Sektor mehr Menschen als die Pharmaindustrie – ein Umstand, der in der politischen Debatte aus seiner Sicht viel zu wenig Beachtung findet.In der Orthopädie beträgt die Grundpauschale rund 25 Euro. Dafür sollen eine qualifizierte Beratung, Untersuchung und Behandlung innerhalb eines Unternehmens mit Mitarbeitenden erbracht werden. Unter diesen Bedingungen lässt sich wirtschaftlich nur ein sehr begrenztes Zeitfenster pro Patient:in darstellen. Mehrere Beschwerden in einer Sprechstunde zu behandeln, scheitert häufig schon an den Vorgaben des WANZ-Prinzips.Mario sieht darin vor allem ein Informationsproblem. Vielen Entscheidungsträgern sei nicht bewusst, unter welchen Rahmenbedingungen ambulante Medizin tatsächlich stattfindet.Laura beobachtet außerdem, dass die konservative Orthopädie immer weiter an Bedeutung verliert. Gemeinsam nehmen die beiden dafür die Versorgung einer Handgelenksfraktur als Beispiel. Für ein Röntgenbild erhalten Orthopäd:innen lediglich etwa 12 Euro – unabhängig davon, dass vor einer Operation, danach und während der Heilungsphase mehrfach geröntgt werden muss. Zusätzliche extrabudgetäre Vergütungen über den Hausarztvermittlungsfall fallen mit dem GKV-Spargesetz ebenfalls weg.Auch notwendige Investitionen lassen sich kaum finanzieren. Ein hochwertiges Ultraschallgerät kostet rund 40.000 Euro und kann über die Vergütung der gesetzlichen Krankenversicherung praktisch nicht refinanziert werden.Für Laura und Mario ist das Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung. Gleichzeitig fordert die Politik immer mehr Ambulantisierung. Aus ihrer Sicht passt das schlicht nicht zusammen und ist das Ergebnis jahrelanger gesundheitspolitischer Fehlentscheidungen.Mario hat sich bewusst für seinen Beruf entschieden und zusätzlich die Fortbildung Chirotherapie absolviert. Vergütet wird diese Leistung jedoch lediglich mit fünf bis sechs Euro – deutlich zu wenig, um den Aufwand der Weiterbildung oder die notwendige Behandlungszeit abzubilden. Vor allem fehlt ihm die Möglichkeit, Patient:innen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie eigentlich benötigen.Laura macht deutlich, welche Folgen dieser Zeitdruck hat. Sie befürchtet, dass sich gesundheitliche Versorgung künftig immer stärker am Geldbeutel orientiert. Für sie bestätigt sich damit erneut: Armut macht krank – und Krankheit macht arm.Mit gesetzlich versicherten Patient:innen lassen sich häufig gerade einmal die laufenden Kosten einer Praxis decken. Das Einkommen der Praxisinhaber:innen wird vielfach erst durch Privatpatient:innen erwirtschaftet. Gleichzeitig tragen Selbstständige sämtliche wirtschaftlichen Risiken – von Krankheit bis zum Praxisausfall – selbst.Für beide ist klar: Eine stabile Gesundheitsversorgung ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren eines Landes.Ein weiterer Dauerbrenner ist die Bürokratie. Sie bindet inzwischen so viele Ressourcen, dass in Lauras Praxis regelmäßig eine ärztliche Kraft einen kompletten Tag ausschließlich für Formulare, Anträge und Dokumentation einplant.Laura ist überzeugt, dass die Stimmung in der Ärzteschaft deutlich besser wäre, wenn die Politik medizinische Expertise ernster nehmen würde. Schließlich investieren viele Ärzt:innen rund zwölf Jahre in ihre Aus- und Weiterbildung, bevor sie als Fachärzt:innen tätig sein können.Auch Mario sieht Herausforderungen außerhalb der Politik. Viele Patient:innen unterschätzen, wie eng der Handlungsspielraum von Ärzt:innen inzwischen durch gesetzliche und wirtschaftliche Vorgaben geworden ist.Besonders kritisch bewertet Laura die angekündigte Termingarantie. Für sie gehört die Gestaltung des Terminkalenders zur unternehmerischen Freiheit und damit zur ärztlichen Selbstständigkeit. Gleichzeitig entsteht bei ihr der Eindruck, dass die Interessen großer Lobbys – etwa der Lebensmittelindustrie oder der Pharmaindustrie – politisch deutlich stärker berücksichtigt werden als die derjenigen, die täglich die medizinische Versorgung sicherstellen.Mehr über Mario:https://ortho-prevent.de https://www.linkedin.com/in/mario-werner-9b8a66135/ https://www.instagram.com/orthoprevent/Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Evidence-Based-Medicine statt Pharma-Interessen | Günther Egidi
Jeder aus der Medizin-Bubble kennt ihn als kritischen Kommentator und überzeugten Verfechter der Evidence-Based-Medicine: Günther Egidi.In dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus mit dem ehemaligen Hausarzt, der 25 Jahre in der hausärztlichen Versorgung tätig war und an 20 bis 30 Leitlinien mitgearbeitet hat – und das teilweise bis heute, obwohl er bereits im Ruhestand ist.Günther ist überzeugt: Im Gesundheitssystem ist grundsätzlich genug Geld vorhanden. Das eigentliche Problem sieht er in einer gleichzeitigen Über-, Unter- und Fehlversorgung. An vielen Stellen werde Medizin erbracht, die keinen echten Mehrwert bietet und wertvolle Ressourcen bindet.Deshalb bewertet er einzelne Maßnahmen des GKV-Spargesetzes durchaus positiv. Dazu gehören beispielsweise das Aus des Hautkrebsscreenings sowie der Wegfall der zusätzlichen Vergütung für Terminservicestellen. Kritisch sieht er dagegen steigende Zuzahlungen für Patient:innen und die hohen Gewinne der Pharma-Industrie.Laura und Günther diskutieren über die Preisgestaltung von Medikamenten sowie den Umgang Deutschlands mit der Pharma-Branche. Laura schildert dazu den deutlichen Preisanstieg von Jardiance nach der Anerkennung eines Zusatznutzens.Auch beim Thema Prävention vertreten beide differenzierte Positionen. Günther spricht bewusst lieber von Gesundheitsuntersuchungen als von Check-up-Untersuchungen. Der Begriff „Check-up“ vermittle den Eindruck, der menschliche Körper funktioniere wie ein Auto beim TÜV. Gerade in diesem Bereich erkennt er erhebliche Überversorgung. Besonders bei älteren Menschen sieht er einen deutlich größeren präventiven Effekt darin, Einsamkeit zu verhindern.Gleichzeitig entstehen immer mehr Angebote außerhalb der klassischen Versorgung – etwa Bluttests, Stuhluntersuchungen oder Urinuntersuchungen. Die Ergebnisse landen am Ende jedoch wieder in den Hausarztpraxen, wo sie eingeordnet werden müssen. Laura bezeichnet diese Entwicklung als unethische Medizin.In diesem Zusammenhang erklärt Günther das Konzept der „Number needed to treat“: Wie viele Menschen müssen behandelt werden, damit eine einzige Person tatsächlich profitiert? Ergänzend spricht er über die „Time needed to treat“, also den zeitlichen Aufwand, der notwendig ist, um einen Behandlungserfolg zu erzielen.Für Günther gehört eine umfassende Aufklärung über Vor- und Nachteile medizinischer Maßnahmen zu den Kernaufgaben des Arztberufs. Wer Patient:innen diese Informationen vorenthält, begeht aus seiner Sicht einen Kunstfehler.Ebenso wichtig ist für Laura die „Number needed to harm“. Sie beschreibt, bei wie vielen behandelten Patient:innen relevante Nebenwirkungen oder Schäden auftreten. Gerade bei älteren Menschen steigen Nutzen und Risiko häufig parallel an. Medizinische Entscheidungen bewegen sich deshalb selten in einem Schwarz-Weiß-Schema – vielmehr müssen Risiken und Nutzen immer individuell gegeneinander abgewogen werden.Die beiden sprechen außerdem über ökonomische Interessen im Gesundheitssystem. Für Volkskrankheiten wie Diabetes besteht ein großer wirtschaftlicher Markt, weil Betroffene häufig lebenslang Medikamente benötigen. Andere Erkrankungen, beispielsweise psychische Erkrankungen, sind wirtschaftlich deutlich weniger attraktiv – obwohl sie auf der Morbiditäts-Mortalitätsliste mittlerweile Herz-Kreislauf-Erkrankungen überholt haben.Laura und Günther teilen die Überzeugung: Armut macht krank und Krankheit macht arm.Mit Blick auf das GKV-Spargesetz erwartet Laura außerdem, dass sich immer mehr Ärzt:innen gezwungen sehen werden, Privatsprechstunden und Selbstzahlerleistungen auszubauen.Das Nebeneinander von Über-, Unter- und Fehlversorgung zeigt sich für Günther besonders deutlich: Während Herzkatheter in vielen Bereichen übermäßig eingesetzt werden, herrscht beispielsweise in der Rheumatologie eine erhebliche Unterversorgung.Doch wie lässt sich das Gesundheitssystem sinnvoll steuern? Eine Staatsmedizin nach britischem Vorbild hält Laura nicht für die Lösung. Stattdessen plädiert Günther für ein demokratisch kontrolliertes und transparentes System, in dem Priorisierung – ausdrücklich nicht Rationierung – offen diskutiert und nachvollziehbar entschieden wird. Ergänzend fordert er eine kleinräumige Bedarfsplanung.Seine Überlegungen reichen sogar bis in die ärztliche Ausbildung. Derzeit können sich Medizinstudierende frei für alle Fachrichtungen entscheiden, ohne dass systematisch berücksichtigt wird, in welchen Bereichen künftig tatsächlich wie viele Spezialist:innen benötigt werden.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Orthopädietechnik - ein Handwerk, das unter dem GKV-Spargesetz leiden muss | Diana Zollfrank
Welche Auswirkungen hat das GKV-Spargesetz auf Ärzt:innen, die Physiotherapie und die Pflege? Darüber wird derzeit viel gesprochen.Eine Berufsgruppe gerät dabei jedoch kaum in den Fokus: die Orthopädie-Technik. Dabei ist sie für schwer betroffene Patient:innen, Schwerkranke sowie Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Ohne die Versorgung mit passenden Hilfsmitteln sind Teilhabe, Lebensqualität und häufig auch der Erfolg einer Therapie kaum möglich. Trotzdem verfügt dieser Bereich über nur wenig politische Lobby.Deshalb spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Diana Zollfrank, Orthopädietechnik-Meisterin.Diana gibt einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und erklärt, welche Hilfsmittel in der Orthopädie-Technik gefertigt und angepasst werden. Dazu gehören unter anderem Bandagen, Kompressionsstrümpfe, Orthesen, Prothesen, orthopädische Schuhe und viele weitere individuelle Versorgungen.Eigentlich verfolgt auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken das Ziel, Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu verhindern. Für Laura sind deshalb gerade Heil- und Hilfsmittel ein entscheidender Baustein, damit Menschen möglichst lange selbstständig in ihrer Häuslichkeit leben können. Umso weniger nachvollziehbar ist für sie, dass das GKV-Spargesetz ausgerechnet in diesem Bereich einen Pauschalabzug von drei Prozent vorsieht.In ihrer hausärztlichen Praxis überweist Laura Patient:innen deshalb bewusst in ein Sanitätshaus. Dort erhalten sie eine fachkundige Beratung und kommen anschließend mit einem Verordnungsvorschlag zurück. Aus ihrer Sicht sollten Entscheidungen über Hilfsmittel von denjenigen getroffen werden, die täglich damit arbeiten. Eine Hausärztin muss schließlich nicht beurteilen, welcher Sitzwinkel für einen Rollstuhl individuell der richtige ist.Wie komplex das System inzwischen geworden ist, schildert Diana anhand ihrer täglichen Arbeit. Sie verwaltet rund 700 Verträge mit 95 Krankenkassen in insgesamt 39 Produktgruppen. Alle zwei Jahre stehen neue Vertragsverhandlungen an. Gleichzeitig reicht bereits ein kleiner Formfehler aus, damit eine Versorgung unter Umständen gar nicht vergütet wird.Hinzu kommt ein kaum nachvollziehbares Steuersystem: Für Hilfsmittel gelten je nach Produkt sieben oder 19 Prozent Mehrwertsteuer – teilweise sogar innerhalb derselben Produktgruppe.Auch die Orthopädie-Technik leidet unter einem erheblichen Fachkräftemangel. Statistisch kommen auf 100 offene Stellen lediglich 18 qualifizierte Bewerber:innen. Für Laura ist deshalb klar, dass der Beruf deutlich mehr Aufmerksamkeit braucht und die Ausbildung stärker beworben werden sollte.Laura sieht durchaus, dass viele Hilfsmittel individuell angepasst werden müssen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Krankheitsbilder, bei denen standardisierte Lösungen möglich wären. Ihr Vorschlag: Für bestimmte Diagnosen sollte direkt eine definierte Gruppe an Hilfsmitteln verordnet werden können. Das würde viele Genehmigungsprozesse vereinfachen und die Antragsflut deutlich reduzieren.Die Folgen der aktuellen Vertragsstrukturen wirken teilweise absurd. So wird ein Rollstuhl manchmal von einem Sanitätshaus geliefert, das über 100 Kilometer entfernt liegt, oder eine Matratze landet lediglich an der Bordsteinkante einer älteren Person – nur weil zwischen der Krankenkasse und dem örtlichen Sanitätshaus kein Vertrag besteht.Auch die langen Bearbeitungszeiten der Krankenkassen stellen ein großes Problem dar. Auf einen Rollstuhl warten Betroffene teilweise sechs bis acht Wochen. Gerade bei Kindern kann das dazu führen, dass das Hilfsmittel bei der Genehmigung bereits nicht mehr optimal passt, weil sie in dieser Zeit gewachsen sind.Zusätzlich werden nahezu 50 Prozent aller Anträge vom Medizinischen Dienst (MD) überprüft, was die Versorgung häufig weiter verzögert.Für Diana ist Orthopädie-Technik weit mehr als ein Beruf – sie versteht ihr Handwerk als Hilfe für Menschen, die auf individuelle Hilfsmittel angewiesen sind. Genau deshalb richtet Laura zum Schluss einen klaren Appell an die Politik: Wer Pflege vermeiden, Selbstständigkeit erhalten und Teilhabe ermöglichen möchte, darf die Orthopädie-Technik nicht weiter ausbremsen. Jetzt braucht nicht nur die Versorgung Unterstützung – sondern auch das Handwerk, das sie überhaupt erst möglich macht.Zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/alarmstufe-rot-individuelle-hilfsmittelversorgung-sichern-3-pauschalabschlag-streichenFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Die ePA und wie wir durch das GeDIG zum gläsernen Patienten werden | Laura Dalhaus
Gerne – etwas zugespitzter, aber weiterhin sachlich und im Stil von Laura:Habt ihr schon vom GeDIG gehört – dem Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen?Der Name klingt nach Fortschritt. Für Dr. Laura Dalhaus steckt dahinter allerdings ein Digitalgesetz mit erheblichem Konfliktpotenzial.Das Bundesgesundheitsministerium bewirbt das Gesetz aus dem Jahr 2024 als wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung und europäischen Gesundheitsdatenraum. Doch je tiefer Laura in den Gesetzestext eintaucht, desto mehr stellt sich für sie die Frage: Geht es hier noch um Digitalisierung – oder längst um Kontrolle?Nach den Plänen sollen Krankenkassen künftig Patientendaten anonymisieren und weiterverarbeiten dürfen. Mit entsprechender Einwilligung könnten sie zusätzlich Informationen wie Ernährungsgewohnheiten, Raucherstatus oder Körpergewicht erfassen und auswerten.Dabei macht Laura eines ganz deutlich: Sie ist überzeugte Befürworterin der elektronischen Patientenakte (ePA), der Digitalisierung und einer starken Prävention. Was sie jedoch entschieden ablehnt, ist eine Entwicklung, bei der Krankenkassen zunehmend in die Rolle der Behandler schlüpfen.Auch der Berufsverband Deutscher Psycholog:innen warnt vor den geplanten Regelungen. Künftig könnten Betriebsärzt:innen ohne ausdrückliche Zustimmung umfassenden Zugriff auf Inhalte der ePA erhalten – darunter psychiatrische Befunde, Persönlichkeitsdiagnostik und Entlassbriefe.Für Laura ist das ein direkter Angriff auf das Arztgeheimnis. Und sie betont: Diese Kritik kommt nicht von einzelnen Stimmen, sondern wird von vielen Ärzt:innen geteilt.Besonders kritisch sieht sie außerdem, dass Krankenkassen auf Basis der ePA eigenständig Leistungsempfehlungen an Versicherte aussprechen dürfen – ohne Rücksprache mit der behandelnden Praxis. Gleichzeitig sollen sie stärker mitentscheiden können, welche medizinischen Maßnahmen als notwendig gelten.Für Laura ist damit eine rote Linie überschritten. Digitalisierung darf die Versorgung verbessern – aber nicht dazu führen, dass Krankenkassen Schritt für Schritt ärztliche Entscheidungen übernehmen. Die zentrale Frage lautet für sie deshalb: Wer behandelt künftig eigentlich die Patient:innen – die Ärzt:innen oder die Krankenkassen?Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Schmerztherapie: Die nächste Leistungsgruppe vor dem Aus (Stefan Hegemann)
Eine medizinische Disziplin gerät zunehmend unter Druck: die Schmerztherapie. Obwohl sie für viele Patient:innen unverzichtbar ist, spielt sie in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen oft nur eine untergeordnete Rolle. Dabei lebt gute Schmerzmedizin von ausreichend Zeit, einer gründlichen Anamnese und einer individuellen Betreuung.In dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus mit Dr. Stefan Hegemann, der als Schmerztherapeut an einem Krankenhaus in Düren tätig ist.Stefan hat dort ein Team aus drei Schmerztherapeuten aufgebaut und verfolgt einen klaren Ansatz: Schmerztherapie funktioniert nur, wenn man sich intensiv mit den Menschen und ihrer Krankheitsgeschichte beschäftigt.Mit der Krankenhausreform verschwindet jedoch die stationäre Schmerztherapie als eigenständige Leistungsgruppe. Für Laura ist das ein großer Verlust. Aus ihrer eigenen Erfahrung weiß sie, dass viele Patient:innen durch eine spezialisierte Schmerztherapie ihre hohen Opioid-Dosen deutlich reduzieren konnten und dadurch an Lebensqualität gewonnen haben.Da Stefan zusätzlich als Suchtmediziner arbeitet, sprechen die beiden auch über Cannabis und die damit verbundenen bürokratischen Hürden. Er erläutert, dass chronische Schmerzen häufig mit psychischen Belastungen einhergehen. Gleichzeitig führen F-Diagnosen in vielen Fällen dazu, dass bestimmte Therapien – etwa Cannabis – erschwert oder ausgeschlossen werden.Auch der Medizinische Dienst (MD) ist Thema der Folge. Beide berichten, dass sie regelmäßig Widersprüche gegen Entscheidungen einlegen und sich bei Aufsichtsbehörden beschweren müssen, weil sie viele Bewertungen des MD als wenig praxisnah empfinden.Stefan beschreibt außerdem die Vorgaben der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie. Danach müssen pro Quartal 192 Stunden Sprechstunde angeboten werden. Gleichzeitig gelten Prüfzeiten, sodass Ärzt:innen bereits ab einer Abrechnung von mehr als 156 Stunden in eine Plausibilitätsprüfung geraten. Zusätzlich ist die Versorgung faktisch auf etwa 300 Patient:innen pro Quartal begrenzt – ein Widerspruch, der den Praxisalltag erheblich erschwert.Wie so oft landet die Diskussion schließlich beim Thema Finanzierung. Stefan erklärt, welche zentrale Rolle Überweisungsscheine für seine Abrechnung spielen. Gleichzeitig beobachtet er, dass im Gesundheitswesen zunehmend über Rationalisierung und Rationierung gesprochen wird. Trotz hoher Ausgaben bleibt der medizinische Output hinter den Erwartungen zurück – und immer mehr Health Care Professionals spüren die Folgen dieser Entwicklung auch gesundheitlich.Der wirtschaftliche Druck betrifft längst nicht mehr nur niedergelassene Ärzt:innen. Laura greift in diesem Zusammenhang erneut das Thema Regresse auf und macht deutlich, dass auch Krankenhäuser immer stärker unter finanziellen Zwängen stehen.Ein weiterer Schwerpunkt sind die unterschiedlichen Schmerzmedikamente und ihre jeweiligen Indikationen. Gerade in der Schmerzmedizin sind Off-Label-Verordnungen fester Bestandteil der Versorgung. Für die behandelnden Ärzt:innen bedeutet das jedoch häufig ein erhebliches Haftungsrisiko.Laura wundert sich darüber, dass innerhalb der Ärzteschaft teilweise noch immer die Sorge besteht, es gebe nicht genügend Arbeit für alle. Aus ihrer Sicht zeigt die Realität etwas anderes: Nicht die Nachfrage fehlt, sondern eine angemessene Vergütung der medizinischen Leistungen.Deshalb entscheiden sich immer mehr Ärzt:innen dafür, einen größeren Anteil ihrer Tätigkeit über IGeL-Leistungen beziehungsweise Selbstzahler-Leistungen abzubilden. Laura sieht darin durchaus Chancen, denn manche Innovationen gelangen erst über diesen Weg später in die Regelversorgung. Gleichzeitig beobachtet sie, dass viele Menschen zunehmend bereit sind, selbst in ihre Gesundheit zu investieren.Zum Abschluss plädiert Stefan dafür, den kollegialen Austausch stärker zu pflegen und belastbare Netzwerke aufzubauen. Für ihn gehören gegenseitige Wertschätzung, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich Unterstützung zu holen, zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine gute medizinische Versorgung.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Politik arbeitet an der Versorgung vorbei | Laura zum aktuellen Stand
Nutzt die Politik die Sommerpause, um besonders umstrittene Gesetze möglichst geräuschlos zu verabschieden? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der aktuellen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“.Im Mittelpunkt steht erneut das GKV-Stabilisierungsgesetz (GKV-Spargesetz), das weiterhin für erhebliche Diskussionen sorgt. Besonders angespannt ist die Lage in der Pflegeversicherung, deren Finanzierung zunehmend unter Druck gerät. Ursachen sind der demografische Wandel, sinkende Geburtenzahlen, eine rückläufige Netto-Einwanderung und die steigende Lebenserwartung.Dabei liegen längst Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit auf dem Tisch, um Prävention zu stärken – etwa durch gesundes Schulessen oder eine Zuckersteuer. Aus Sicht von Laura fehlt jedoch der politische Wille, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen.Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremen hat reagiert und den Deutschen Ethikrat eingeschaltet. Diskutiert wird die Frage, ob die aktuelle Ausgabenpolitik der Bundesregierung noch mit einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung vereinbar ist. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge von Bürgergeldempfänger:innen durch die gesetzlich Versicherten verfassungsrechtlich Bestand haben kann.Ein weiteres großes Thema ist die Situation der Krankenhäuser. Laura kritisiert, dass das Krankenhaussterben zunehmend den Marktmechanismen überlassen wird – mit möglichen Folgen für die Versorgungssicherheit, insbesondere bei kommunalen Krankenhäusern. Auch Sanitätshäuser geraten wirtschaftlich immer stärker unter Druck.Nach den heftigen Debatten um die Honorare der Psychotherapeut:innen hält das Bundesministerium für Gesundheit trotz massiver Proteste an seiner Linie fest und sieht keinen Anlass für Beanstandungen. Für Laura ist das vor allem mit Blick auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen problematisch. Fehlende Investitionen in diesem Bereich hätten nicht nur gesundheitliche, sondern auch langfristige volkswirtschaftliche Folgen.Auch bei der Prävention sieht sie verpasste Chancen. Während über höhere Abgaben auf Tabak und Alkohol diskutiert wird, lehnt Bundesfinanzminister Klingbeil entsprechende Schritte für Bier und Wein ab. Gleichzeitig fordert Bundeskanzler Friedrich Merz mehr Akzeptanz für die geplanten Reformen. Laura würde ihn gerne einen Tag in ihrer Hausarztpraxis begleiten lassen, um die Realität der Versorgung kennenzulernen.Die Sparpläne von Nina Warken hinterlassen bereits Spuren: Immer mehr Niedergelassene denken darüber nach, ihre Praxis aufzugeben. Für Laura entsteht der Eindruck, dass der ambulanten Versorgung in der politischen Diskussion zu wenig Bedeutung beigemessen wird.Dabei war die demografische Entwicklung seit Jahren vorhersehbar. Statt rechtzeitig gegenzusteuern, werden die finanziellen Folgen nun zunehmend auf die Leistungserbringer übertragen.Nahezu alle Akteure im Gesundheitswesen warnen inzwischen vor den Auswirkungen der Sparmaßnahmen. Die KV Rheinland-Pfalz bezeichnete das Gesetz sogar als „Patienten-Versorgungs-Verschlechterungs-Gesetz“ – eine Formulierung, die Laura durchaus nachvollziehen kann. Gleichzeitig wirkt vieles wie Symbolpolitik: Für die Anhörung von rund 90 Verbänden standen lediglich 150 Minuten zur Verfügung.Neben dem Spargesetz sorgt auch das Digitalgesetz für Kritik. Die niedergelassene Ärzteschaft befürchtet, dass Krankenkassen künftig Informationen aus der ePa nutzen könnten, um Patient:innen direkt anzusprechen. Zusätzlich stehen Pläne im Raum, Krankenkassen stärker in das PVS-System einzubinden und Termine über Krankenkassen-Apps zu steuern. Für Laura widerspricht das dem Prinzip der ärztlichen Freiberuflichkeit.Außerdem startet sie eine neue Rubrik: „Kassen und Wahrheit“. Darin greift sie unter anderem auf, dass die Techniker Krankenkasse (TK) eine eigene Studie zur HZV in Auftrag gegeben hat, obwohl bereits wissenschaftliche Untersuchungen zur Hausarztzentrierten Versorgung vorliegen. Für Laura ist das ein unnötiger Einsatz von Beitragsgeldern.Parallel denken inzwischen immer mehr Niedergelassene über den Wechsel in eine Privatpraxis nach. Gleichzeitig sollen Apotheken künftig verstärkt Impfungen übernehmen. Laura sieht darin den Aufbau weiterer Parallelstrukturen und stellt die Frage, wer im Fall von Komplikationen die Verantwortung übernimmt.Zum Abschluss macht sie deutlich: Gerade jetzt, wo Ungerechtigkeiten entstehen, dürfen Missstände nicht unwidersprochen bleiben. Offene Debatten über Versorgung, Finanzierung und Gerechtigkeit seien nicht nur für das Gesundheitssystem wichtig, sondern auch für das Vertrauen in die Demokratie.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wie sieht die Versorgung der Zukunft aus? Wo kann KI wirklich unterstützen? | Dr. Andrea Morawe | Heidi Health
Werbekooperation mit Heidi HealthDas Gesundheitssystem entfernt sich immer weiter vom Klassenziel. Darüber sprechen Dr. Laura Dalhaus und Dr. Andrea Morawe in dieser Folge, die auf dem BAM – dem Bundeskongress Allgemeinmedizin – aufgenommen wurde.Digitalisieren wir aktuell die richtigen Bereiche? Während digitale Lösungen eigentlich Verwaltungsaufgaben vereinfachen sollten, entsteht zunehmend der Eindruck, dass stattdessen die Arzt-Patienten-Beziehung verändert wird.Andrea berichtet, dass ihre Hausarztpraxis mit Telefon-KI und einer Online-Rezeption bereits vergleichsweise digital aufgestellt ist. Gleichzeitig beobachtet Laura, dass die klassische körperliche Untersuchung zunehmend an Bedeutung verliert. Dabei braucht gute Versorgung nicht nur digitale Prozesse, sondern vor allem Steuerung, Vorsortierung und eine sinnvolle diagnostische Einordnung. Genau dieses Verständnis scheint aus ihrer Sicht in der politischen Diskussion häufig zu fehlen.Damit geht auch klinische Erfahrung verloren. Wenn weniger untersucht wird, lernen Nachwuchsmediziner:innen wichtige Untersuchungstechniken seltener im Alltag kennen. Für Laura besteht gute Medizin nicht aus dem bloßen Abarbeiten von Checklisten. Sie stellt die grundsätzliche Frage, ob wir uns zunehmend auf Befunde konzentrieren, die zwar messbar sind, aber für die tatsächliche Gesundheit der Patient:innen oft keine relevante Bedeutung haben.Ein Beispiel dafür sieht sie im betrieblichen Gesundheitsmanagement einiger großer Unternehmen. Dort werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnis häufig lautet: „Lassen Sie das bitte beim Hausarzt abklären.“ Die eigentliche Einordnung und Beratung bleibt dann bei den Hausärzt:innen hängen. Für Laura zeigt das deutlich, dass einzelne Messwerte ohne eine umfassende Risikobewertung wenig Aussagekraft haben.Auch Andrea sieht hier eine Schwäche vieler KI-Systeme. Gesundheitliche Probleme lassen sich nicht isoliert betrachten. Menschen müssen ganzheitlich bewertet werden – mit ihrer Lebenssituation, ihrer Vorgeschichte und ihren individuellen Belastungen.Laura schildert dazu den Fall eines Patienten, der einen schweren Trauerfall erlebt hatte. Für sie bestand die hausärztliche Aufgabe nicht einfach darin, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen, sondern die Hintergründe zu verstehen und den Menschen zu begleiten. In einer rein standardisierten Checklisten-Medizin wäre dafür kaum Raum vorhanden.Beide sind sich deshalb einig: KI kann unterstützen, aber sie ersetzt keine menschliche Medizin. Entscheidend ist, digitale Werkzeuge dort einzusetzen, wo sie tatsächlich entlasten.Ein großes Thema bleibt die Bürokratie. Formulare, Anträge und Dokumentationspflichten nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Dabei könnten Medizinische Fachangestellte (MFA) ihre Qualifikation für deutlich sinnvollere Aufgaben einsetzen. Genau hier sehen Laura und Andrea die Stärken digitaler Lösungen.In ihrem Praxisalltag nutzen beide beispielsweise Heidi. Das System unterstützt bei der Dokumentation, beantwortet viele administrative Anfragen und spart dadurch wertvolle Zeit. Gleichzeitig kann es Gesprächsinhalte strukturieren und für Patient:innen verständlich zusammenfassen. Dadurch verbessert sich aus ihrer Sicht sogar die Arzt-Patienten-Beziehung, weil während der Sprechstunde weniger Zeit am Bildschirm verbracht werden muss.Darüber hinaus sprechen die beiden über die Auswirkungen des GKV-Spargesetzes. Insbesondere die Ambulantisierung sorgt für zusätzliche Herausforderungen, wenn Nachsorgekonzepte nicht ausreichend mitgedacht werden. Auch andere Regelungen, etwa Veränderungen bei den Pflegegraden, könnten die Versorgung verschlechtern.Ein weiteres Problem ist die fehlende Zeit für Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wenn Medizin immer stärker ökonomischen Zwängen unterliegt, stellt sich die Frage, wie zukünftige Ärzt:innen ausreichend ausgebildet werden sollen. Gerade hier könnte ein sinnvoller Einsatz von KI Freiräume schaffen.Kritisch sehen beide außerdem, dass gesundheitspolitische Entscheidungen häufig entlang von Legislaturperioden getroffen werden. Langfristige Ziele und nachhaltige Strukturreformen geraten dabei oft in den Hintergrund. Gleichzeitig sollte das deutsche Gesundheitssystem aus ihrer Sicht nicht die Aufgabe haben, den Pharmastandort Deutschland zu sichern.Zum Abschluss machen Laura und Andrea deutlich: Weder Resignation noch blinder Aktionismus helfen weiter. Notwendig sind kluge Entscheidungen, langfristiges Denken und der Wille, das System wirklich zu verbessern.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/Zu LandMEDchen auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchenZu LandMEDchen auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDuZu LandMEDchen bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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Heilmittelerbringer: Die nächsten Verlierer der "Reform" | Christine Donner & Tobias Niklas
Nicht nur Ärzt:innen schlagen wegen des GKV-Spargesetzes beziehungsweise des Beitragsstabilisierungsgesetzes Alarm. Auch die Heilmittelerbringer – von der Physiotherapie über die Ergotherapie bis zur Logopädie – sehen die Versorgung durch die geplanten Maßnahmen massiv gefährdet.Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christine Donner, geschäftsführendem Vorstand des Bundesverbands der Ergotherapeut:innen, und Tobias Niklas, Landesvorsitzendem sowie stellvertretendem Bundesvorsitzenden des Verbands für Physiotherapie (VPT e.V.).Christine erläutert zunächst die Aufgaben der Ergotherapie. Im Mittelpunkt steht dabei, Menschen dabei zu unterstützen, möglichst selbstständig zu bleiben und ein Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Die geplanten Einschnitte bewertet sie kritisch: Aus ihrer Sicht drohen längere Wartezeiten, höhere Zuzahlungen und spürbare Verschlechterungen in der Versorgung. Besonders problematisch ist, dass Gesundheit und Einkommen eng miteinander verknüpft sind. Schon heute gibt es viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Zuzahlungen für Heilmittel aufzubringen.Auch in der Physiotherapie sind die Belastungsgrenzen längst erreicht. Tobias berichtet von Behandlungszeiten von 15 bis 20 Minuten, in denen zusätzlich Dokumentation sowie Vor- und Nachbereitung stattfinden müssen. Gleichzeitig sei die wirtschaftliche Situation vieler Praxen schwieriger geworden, da die Vergütung mit den allgemeinen Kostensteigerungen nicht Schritt gehalten habe.Ein weiteres Problem sehen beide in der zunehmenden Ambulantisierung. Immer mehr Patient:innen werden früher aus dem Krankenhaus entlassen und benötigen anschließend zeitnah Heilmittel. Die dafür notwendigen Kapazitäten wurden jedoch politisch nicht mitgeplant. Tobias fordert deshalb keine Einzelmaßnahmen mehr, sondern eine grundlegende Gesundheitsreform.Auch die politischen Ziele rund um Prävention und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit werden diskutiert. Laura weist darauf hin, dass sich diese Ziele kaum erreichen lassen, wenn gleichzeitig bei den Heilmittelerbringern gespart wird. Christine bestätigt, dass der Zusammenhang zwischen Heilmitteln und der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit in politischen Entscheidungen häufig unterschätzt werde.Besonders kritisch blickt sie auf die aktuelle Legislaturperiode. Aus ihrer Sicht kommen Beteiligung und fachlicher Austausch deutlich zu kurz. Dabei verweist sie auf eine Zahl, die den volkswirtschaftlichen Nutzen des Gesundheitswesens verdeutlicht: Investitionen in die Versorgung der Versicherten wirken sich unmittelbar positiv auf die Gesamtwirtschaft aus.Vor diesem Hintergrund denken immer mehr Praxen darüber nach, ihr Angebot stärker auf Selbstzahlerleistungen auszurichten. Gerade in der Physiotherapie werde dieser Trend zunehmen, weil wirtschaftliches Arbeiten im regulären Kassensystem zunehmend schwieriger werde.Auch der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema. Beide sind sich einig, dass die Entwicklung seit Jahren absehbar war. Während die Ärzteschaft teilweise von Zuwanderung profitiert, fehlt es bei den Heilmittelerbringern an wirksamen Maßnahmen, um die Berufe attraktiver zu machen. Tobias verweist darauf, dass Beschäftigte im Sozialversicherungsbereich teilweise deutlich höhere Gehälter erhalten als Physiotherapeut:innen.Hinzu kommen strukturelle Probleme in der Ausbildung. Lange mussten angehende Physio- und Ergotherapeut:innen ihre Ausbildung sogar selbst finanzieren. Viele angekündigte Reformen wurden zwar diskutiert, aber nicht umgesetzt. Unklar bleibt zudem, wie der Übergang von der Schulgeldfreiheit zu einer vergüteten Ausbildung gestaltet werden soll.Laura betont, dass die Wertschätzung von Aus- und Weiterbildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Als Beispiel nennt sie die Lymphdrainage: Obwohl Physiotherapeut:innen diese bereits in ihrer Ausbildung erlernen, dürfen sie die Leistung erst nach einer zusätzlichen und aufwendigen Weiterbildung abrechnen.Christine kritisiert außerdem den Einfluss der Kostenträger auf politische Entscheidungen. Einerseits werde auf steigende Ausgaben verwiesen, andererseits wolle man Leistungen begrenzen – obwohl eine alternde Gesellschaft zwangsläufig einen höheren Versorgungsbedarf mit sich bringt. Aus ihrer Sicht müssten die Kostenträger stärker Rechenschaft über ihre Entscheidungen ablegen.Am Ende sind sich alle drei einig: Das Gesundheitssystem braucht eine echte Strukturreform. Fachleute müssen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, die Vergütung muss verbessert werden und die Probleme der Versorgung dürfen nicht länger ignoriert werden.Zum VPT: https://www.vpt.deZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Pflege zuhause: Eine Krise zwischen Bürokratie und Lebensrealität | Jennifer Höfer
Nicht nur das Gesundheitssystem steht vor großen Versorgungsproblemen – auch die Pflege gerät zunehmend an ihre Grenzen. In dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus mit Jennifer Höfer von Valentcura. Sie begleitet Pflegebedürftige und ihre Angehörigen durch die oft komplizierten Prozesse rund um Pflegegrad, Leistungen und Anträge und unterstützt sie mit ihrer fachlichen Expertise.Schnell wird deutlich: Wer mit Pflege in Berührung kommt, sieht sich häufig einem undurchsichtigen Geflecht aus Anträgen, Vorschriften und Datenschutzregelungen gegenüber.Jennifer erläutert den gesamten Weg von der Beantragung eines Pflegegrads über die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) bis hin zur konkreten Organisation der Versorgung. Dabei begleitet sie Betroffene häufig auch persönlich bei den MD-Terminen. Gerade ältere Menschen tun sich oft schwer damit, ihre Einschränkungen offen anzusprechen oder Unterstützung anzunehmen. Gleichzeitig bieten diese Begutachtungen die Möglichkeit, notwendige Hilfsmittel zu identifizieren, die den Alltag erheblich erleichtern können.Laura weist darauf hin, dass viele Angehörige die Belastung der Grundpflege unterschätzen. Aus ihrer Sicht sollte man sich gut überlegen, ob man diese Aufgaben selbst übernehmen kann. Gleichzeitig stellt sie infrage, warum der Zugang zu Hilfsmitteln in Deutschland häufig so kompliziert ist, obwohl diese die Selbstständigkeit und Lebensqualität deutlich verbessern können.Jennifer hält es für sinnvoll, sehr alten Menschen automatisch Pflegegrad 1 zuzuerkennen. Dadurch könnten aufwendige Begutachtungsverfahren reduziert werden, die Fachkräfte und finanzielle Ressourcen binden. Gleichzeitig beobachtet sie politische Diskussionen, die Leistungen rund um Pflegegrad 1 einschränken und pflegende Angehörige benachteiligen könnten, etwa bei der Anrechnung von Rentenpunkten. Stattdessen sollte aus ihrer Sicht die Unterstützung für Menschen gestärkt werden, die ihre Angehörigen zuhause versorgen. Schließlich findet der Großteil der Pflege in Deutschland weiterhin im häuslichen Umfeld statt.Ein weiteres Problem sieht Jennifer in der geringen politischen Vertretung pflegender Angehöriger. Während viele andere Gruppen starke Interessenvertretungen haben, fehlt es hier häufig an einer lauten Stimme. Dadurch entsteht zunehmend der Eindruck, dass die Verantwortung für Pflege wieder stärker auf die Familien verlagert wird.Dabei verändert die Pflege zuhause oft die gesamte Familiendynamik. Wenn Kinder plötzlich Verantwortung für ihre Eltern übernehmen, entstehen neue Belastungen und Konflikte. Aus Sicht beider Gesprächspartnerinnen benötigen pflegende Angehörige deshalb deutlich mehr psychische und organisatorische Unterstützung.Die Pflegekassen sind verpflichtet, innerhalb von 25 Werktagen über Anträge zu entscheiden. Viele Betroffene suchen jedoch erst Hilfe, wenn die Situation bereits eskaliert ist – oft auch, weil finanzielle Sorgen und geringe Renten den Druck zusätzlich erhöhen.Gleichzeitig verlassen immer mehr Fachkräfte die direkte Versorgung und wechseln in administrative Tätigkeiten. Für Laura ist das auch eine Folge von Fehlanreizen und überbordender Bürokratie, die wertvolle Arbeitskraft von der eigentlichen Versorgung abzieht.Daraus ergibt sich für sie eine zentrale Frage: Wie viel Versorgungspotenzial ließe sich gewinnen, wenn Prozesse vereinfacht und bestimmte Leistungen ohne aufwendige Begutachtungen zugänglich gemacht würden? Schließlich ist Pflegeberatung bereits heute gesetzlich vorgesehen und gehört eigentlich zu den Aufgaben der Krankenkassen.Jennifer sieht hier zahlreiche Möglichkeiten. Neben einer stärkeren Vernetzung mit Hausärzt:innen könnte sie sich beispielsweise auch Beratungsangebote in Apotheken vorstellen. Gerade hochbetagte Menschen haben oft weder die Zeit noch die Möglichkeiten, sich selbstständig durch die Informationsflut zu arbeiten.Auch Hausärzt:innen werden regelmäßig mit pflegerischen Fragestellungen konfrontiert, obwohl dies häufig nicht ihr eigentlicher Schwerpunkt ist. Laura betont deshalb, dass solche Aufgaben aus ihrer Sicht stärker von spezialisierten Fachkräften übernommen werden sollten. Ihr Wunsch ist es, dass erfolgreiche Pilotprojekte künftig ausgebaut werden und die Pflegeberatung den Stellenwert erhält, den sie angesichts des demografischen Wandels dringend braucht.Zur Website von Jennifer: www.valentcura.deZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Auch in der Medizin vorhanden: Machtmissbrauch und Rollenbilder | Dr. Andrea Morawe
Auf dem Deutschen Ärztetag haben Medizinstudentinnen ein Thema öffentlich gemacht, das in der Medizin viel zu lange weggeschoben wurde: sexuelle Belästigung, sexuelle Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch.In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dalhaus darüber mit Dr. Andrea Morawe.Oft kommt bei solchen Berichten sofort die Reaktion: „Bei uns gibt es das nicht.“ Genau deshalb ordnet Andrea zunächst ein, worum es überhaupt geht. Sexuelle Belästigung kann bereits durch unangemessene Kommentare, Blicke oder Gesten entstehen. Von einer sexuellen Grenzüberschreitung sprechen wir dann, wenn die Würde einer Person verletzt wird.Auf dem Deutschen Ärztetag berichteten Studentinnen davon, dass sie auf Hotelzimmer eingeladen wurden und Gespräche mit ihnen weniger um Berufspolitik, sondern plötzlich um private Themen kreisten. Gerade in der Berufspolitik treffen junge Frauen häufig auf Strukturen, die noch immer stark vom Bild des „alten weißen Mannes“ geprägt sind.Dass solche Erfahrungen keine Einzelfälle sind, zeigt auch eine Umfrage des Marburger Bundes. Fast die Hälfte der Befragten gab an, bereits Machtmissbrauch am ärztlichen Arbeitsplatz erlebt zu haben.Ein wichtiger Punkt sind die Hierarchien in der Medizin. Besonders in der Chirurgie sind Ärzt:innen in Weiterbildung darauf angewiesen, bestimmte Eingriffe zu bekommen. Dadurch entstehen Abhängigkeiten von Vorgesetzten, die über OP-Pläne, Weiterbildung und Karrierewege entscheiden.Andrea erklärt diese Dynamiken auch über das Konzept der toxischen Männlichkeit. Viele Jungen lernen früh, Gefühle zu unterdrücken, nicht zu weinen und Kontrolle mit Stärke gleichzusetzen. In hierarchischen Systemen kann das problematische Verhaltensweisen verstärken. Das ist keine Entschuldigung, aber ein Erklärungsansatz. Wer merkt, dass Hilflosigkeit oder Frust regelmäßig in Aggression umschlagen, sollte sich Hilfe holen – denn solche Muster können langfristig auch in Gewalt münden.Laura und Andrea machen aber auch klar: Machtmissbrauch ist kein rein männliches Thema. Auch Frauen können Machtpositionen ausnutzen oder schlecht führen. Dahinter stehen oft Überforderung, Unsicherheit oder fehlende Reflexion.Im Kern geht es beiden um Gleichberechtigung. Frauen wollen keine Sonderbehandlung, sondern faire Strukturen und den Abbau von Machtgefällen.Laura spricht dazu auch über den Fall an der Universitätsklinik Essen, bei dem der Chefarzt der Gynäkologie keine Schwangerschaftsabbrüche durchführen wollte – auch keine medizinisch indizierten. Daran diskutieren die beiden, wie sehr Schwangerschaftsabbrüche historisch und politisch immer wieder zur Bevölkerungs- und Geburtenkontrolle genutzt wurden. Für sie ist klar: Frauen müssen ihren Lebensweg selbst bestimmen können. Dafür braucht es familienfreundliche Politik und echte Gleichbehandlung der Geschlechter.Im weiteren Verlauf sprechen Laura und Andrea über ihre eigenen Erfahrungen, über Erziehung, Kindheit und gesellschaftliche Rollenbilder. Auch Kinderbücher kommen zur Sprache, weil sie früh prägen, welches Bild von Männern, Frauen und Familie vermittelt wird.Andrea bringt außerdem ihre Perspektive aus Ostdeutschland ein. Die Jahre nach der Wende waren dort stark von Arbeitslosigkeit und Unsicherheit geprägt. Solche Erfahrungen wirken bis heute nach und können ein Nährboden für politische Strömungen sein, die traditionelle Rollenmodelle wieder stärker machen wollen.Am Ende steht der Appell: Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen Familie, Beruf und Gleichberechtigung zusammen funktionieren. Und jedes Wahlkreuz hat Konsequenzen, auch für die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.Zum Buch von Alicia Baier „Das Patriarchat im Uterus“: https://www.genialokal.de/Produkt/Alicia-Baier/Das-Patriarchat-im-Uterus_lid_55333313.htmlZum Buch „Wenn die letzte Frau den Raum verlässt“: https://www.genialokal.de/Produkt/Vincent-Immanuel-Herr-Martin-Speer/Wenn-die-letzte-Frau-den-Raum-verlaesst_lid_54081188.htmlZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/Zu LandMEDchen auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchenZu LandMEDchen auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDuZu LandMEDchen bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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Wir sparen an der Zukunft - Psychotherapie für Kinder und Jugendliche | Katja Udolph
Wie sieht die aktuelle Lage der Psychotherapie aus, in Anbetracht des GKV-Stabilisierungsgesetzes? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Katja Udolph. Diese engagiert sich aktiv gegen die geplanten Einschnitte und vertritt eine Bundestagspetition im Petitionsausschuss.Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass ausgerechnet ein ohnehin überlasteter Versorgungsbereich finanziell geschwächt werden soll. Nach einer bereits beschlossenen Kürzung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent drohen durch weitere Regelungen zusätzliche Einschränkungen. Katja macht deutlich, dass dies nicht nur die wirtschaftliche Situation von Praxen verschärft, sondern langfristig auch die Versorgung von Patient:innen gefährden kann. Steigende Kosten für Personal, Miete, Energie und Verwaltung treffen auf ein System, das gleichzeitig weniger finanzielle Spielräume bietet.Besonders kritisch sehen beide die Situation von Kindern und Jugendlichen. Schon heute sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz vielerorts enorm. Wenn junge Menschen Monate oder sogar Jahre auf Unterstützung warten müssen, gehen wichtige Entwicklungsphasen verloren. Psychische Erkrankungen in jungen Jahren beeinflussen häufig den weiteren Bildungsweg, die Berufsperspektiven und die gesellschaftliche Teilhabe. Für Laura und Katja ist deshalb klar: Jeder nicht behandelte Fall kann langfristig hohe persönliche und gesellschaftliche Folgekosten verursachen.Auch die Reform der Psychotherapeutenausbildung wird kritisch beleuchtet. Katja berichtet, dass Pädagog:innen früher über einen alternativen Weg Zugang zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hatten. Mit der Neustrukturierung der Ausbildung ist dieser Weg weitgehend weggefallen. Dadurch verliert die Versorgung aus ihrer Sicht eine Berufsgruppe, die gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wertvolle Kompetenzen mitbringt. Die ursprüngliche Reformidee sei zwar sinnvoll gewesen, müsse aber an einigen Stellen dringend nachgebessert werden.Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bedarfsplanung. Derzeit werden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen gemeinsam mit Psychotherapeut:innen für Erwachsene erfasst. Das führt dazu, dass Regionen offiziell als ausreichend versorgt gelten, obwohl für junge Patient:innen tatsächlich ein erheblicher Mangel besteht. Katja plädiert deshalb für eine eigenständige Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Versorgungsbedarf von Kindern und Jugendlichen abbildet.Die beiden sprechen außerdem über die Realität im Praxisalltag. Überlastete Strukturen, Personalmangel und organisatorische Hürden erschweren die Arbeit zunehmend. Katja schildert Probleme mit der Terminservicestelle, über die teilweise sogar Erwachsene auf Termine von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen vermittelt werden. Gleichzeitig erleben Hausärzt:innen und Psychotherapeut:innen täglich Menschen mit dringendem Behandlungsbedarf, für die es oft keine zeitnahe Lösung gibt.Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fachgruppen wird thematisiert. Laura kritisiert, dass der zunehmende Verteilungskampf um begrenzte Ressourcen die Zusammenarbeit erschwert. Statt gegeneinander um Budgets zu konkurrieren, müssten ambulante Leistungserbringer gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen eintreten.Beim Thema Primärarztsystem vertreten die beiden differenzierte Positionen. Während Laura die Vorteile einer besseren Steuerung von Patient:innen betont, weist Katja darauf hin, dass psychische Erkrankungen besondere diagnostische und therapeutische Zugänge erfordern. Die psychotherapeutische Sprechstunde erfülle bereits heute eine wichtige Lotsenfunktion und ermögliche eine gezielte Einschätzung des individuellen Hilfebedarfs.Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die politische Ebene. Katja berichtet von ihrem Engagement als „Frau in Orange“ und ihrem Ziel, psychischen Erkrankungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gemeinsam appellieren beide an die Politik, die ambulante Versorgung nicht weiter zu schwächen. Eine funktionierende Psychotherapie sei kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungschancen und langfristige Gesundheit.Zur Bundestagspetition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_03/_22/Petition_196912.htmlZur Website von Katja: www.diefrauinorange.deZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wie kann ein selbstbestimmtes Lebensende aussehen? Ein juristischer Blick | Hendrik Hörnlein
Triggerwarnung: SuizidSeitdem das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe aufgehoben hat, besteht in Deutschland ein juristisches Vakuum. Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus mit dem Fachanwalt für Medizinrecht Hendrik Hörnlein.Ausgangspunkt war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht ein neues Grundrecht abgeleitet hat: das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Jeder Mensch soll selbst entscheiden können, wie und wann er sterben möchte – unabhängig von äußeren Vorgaben oder Lebenssituationen. Gleichzeitig hat das Gericht dem Gesetzgeber Hinweise gegeben, wie sich dieses Recht mit dem Schutz des Lebens vereinbaren ließe. Deshalb wird heute häufiger von assistiertem Suizid gesprochen als von Sterbehilfe.Das Urteil stammt aus dem Jahr 2020. Kurz danach dominierte jedoch die Covid-Pandemie die politische Agenda, sodass eine neue gesetzliche Regelung bislang ausblieb.In den vergangenen Jahren sorgten mehrere Fälle für Aufmerksamkeit, bei denen Ärzt:innen Menschen beim Suizid unterstützt haben. Besonders kontrovers diskutiert wurde der Fall einer 40-jährigen Frau mit Depressionen. Hier stellt sich die Frage der Freiverantwortlichkeit besonders deutlich. Grundsätzlich gilt: Suizid ist in Deutschland nicht strafbar – und damit auch die Beihilfe nicht. Juristisch entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Selbsttötung und Fremdtötung.Laura berichtet aus ihrer Erfahrung in der Palliativmedizin. Dort gehe es darum, Menschen am Lebensende zu begleiten und Leiden zu lindern. Für sie gibt es Situationen, in denen ein selbstbestimmtes Sterben nachvollziehbar erscheint – etwa bei schweren, unheilbaren Erkrankungen mit absehbarem tödlichem Verlauf. Eine Depression zählt für sie jedoch nicht dazu.In der gesellschaftlichen Debatte taucht häufig das sogenannte Dammbruch-Argument auf: Die Sorge, ältere Menschen könnten sich unter gesellschaftlichem Druck eher für einen assistierten Suizid entscheiden. Gleichzeitig erleben Ärzt:innen immer wieder, dass Entscheidungen am Lebensende später juristisch hinterfragt werden. Das führt zu großer Unsicherheit im Umgang mit Patient:innen. Hendrik erläutert deshalb die Unterschiede zwischen direkter und indirekter Sterbehilfe anhand konkreter Beispiele.Laura beschreibt außerdem die Realität der Notfallmedizin. Dort werde oft eine Maximaltherapie fortgeführt, weil die Behandlung bereits begonnen wurde und anschließend jede Komplikation weiter therapiert wird. Angehörige seien mit solchen Situationen häufig überfordert. In diesem Zusammenhang sprechen die beiden über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Hendrik erklärt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser Instrumente. Neben professionellen Betreuern können auch Angehörige bevollmächtigt werden. Für Laura ist entscheidend, dass es eine Person gibt, die den eigenen Willen zuverlässig vertreten kann. Konflikte innerhalb von Familien entstehen dabei nicht selten – insbesondere, wenn finanzielle oder erbrechtliche Fragen eine Rolle spielen.Außerdem diskutieren die beiden die Strafnorm zur Tötung auf Verlangen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen körperlich nicht mehr in der Lage sind, die letzte Handlung selbst vorzunehmen und dadurch auf Unterstützung angewiesen wären. Laura erzählt in diesem Zusammenhang von einer 103-jährigen Patientin, der sie aus moralischen und juristischen Gründen kein weiteres Leiden ersparen konnte.Abschließend geht es auch um Sterbehilfeorganisationen. Diese schaffen bestimmte prozedurale Voraussetzungen, organisieren psychiatrische Begutachtungen und können Menschen beim assistierten Suizid begleiten.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Das GKV-Stabilisierungsgesetz - Form schlägt Inhalt! | Dr. Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
Das GKV-Stabilisierungsgesetz wurde inzwischen im Kabinett verabschiedet – der Unmut darüber ist allerdings enorm. Dr. Laura Dalhaus ordnet deshalb ein, was in den vergangenen Wochen gesundheitspolitisch passiert ist.Die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem wächst weiter: Mittlerweile ist jede dritte Person unzufrieden. Selbst Gesundheitsministerin Nina Warken hätte sich offenbar eine andere Lösung gewünscht. Gleichzeitig zieht sich der Bund zunehmend aus der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zurück. Der Bundeszuschuss soll von 14,5 auf 12,5 Milliarden Euro gekürzt werden.Für Laura wirkt vieles überhastet. Hauptsache, es werden schnell Ergebnisse präsentiert – auch wenn dabei der Eindruck entsteht, dass die Form wichtiger ist als der Inhalt. Zusätzliche Zweifel kommen durch Berechnungen des Handelsblatts auf, die Warken’s Sparpläne kritisch hinterfragen.Ein zentrales Thema bleibt die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger. Derzeit tragen ausschließlich die gesetzlich Versicherten diese Kosten, während Privatversicherte und Beamte außen vor bleiben. Gleichzeitig wird auch die Pharma-Industrie kaum an den Sparmaßnahmen beteiligt. Laura erklärt die Preisproblematik am Beispiel von Jardiance, einem SGLT2-Hemmer, der mittlerweile auch bei Nierenschwäche eingesetzt wird – und plötzlich ein Vielfaches kostet.Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. In diesem Bereich wird immer stärker gekürzt, etwa durch die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik für suchtkranke Jugendliche. Laura warnt: Wenn der ambulante Sektor weiter geschwächt wird, wird auch die Ambulantisierung scheitern – obwohl mehr als die Hälfte der derzeit stationären Behandlungen ambulant möglich wären.Gleichzeitig erwartet sie eine zunehmende Abwanderung von Gutverdienenden in die private Krankenversicherung, da diese Gruppe künftig noch stärker belastet werden soll.Die Finanzkommission Gesundheit hat inzwischen einen Notfallplan vorgeschlagen, zu dem auch eine Zuckersteuer gehört. Diese findet sich tatsächlich im neuen Gesetzesentwurf wieder – allerdings erst ab 2028.Die Realität der Versorgung bleibt dennoch alarmierend. Ärzteverbänden wird zwar vorgeworfen, zu dramatisch zu kommunizieren, gleichzeitig fordern die Krankenkassen verpflichtende Terminpools für Fachärzt:innen. Parallel sollen große Teile der Einsatzzentralen in NRW geschlossen werden, was Hendrik Wüst bereits als Erpressungsversuch bezeichnet hat.Für besonders widersprüchlich hält Laura die Diskussion um die Vorstandsgehälter der Krankenkassen. Eine Deckelung wird als Eingriff in die Selbstverwaltung abgelehnt – während selbstständige Ärzt:innen gleichzeitig immer stärkeren Begrenzungen unterliegen.Auch die Struktur der Krankenkassen hinterfragt sie kritisch. Deutschland habe aus ihrer Sicht zu viele Krankenkassen, während Digitalisierung und KI deutlich stärker genutzt werden könnten.Laura verweist außerdem auf die Bedeutung der HZV-Versorgung: In Deutschland gibt es rund 11 Millionen HZV-Versicherte in einem freiwilligen Primärarztsystem. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass breit aufgestellte Praxen nach diesem Modell die Versorgung verbessern. Dass Krankenkassen dieses System teilweise blockieren, hält sie für scheinheilig.Ein weiteres großes Thema ist die Notfallreform. Ärzt:innen sollen künftig rund um die Uhr Notdienstangebote bereitstellen und gleichzeitig ihre regulären Praxen betreiben. Für Laura ist völlig unklar, wie das personell funktionieren soll. Statt Entlastung könnten die Notaufnahmen dadurch sogar noch stärker belastet werden.Die Folgen zeigen sich bereits: Fast jede zweite Praxis in Berlin denkt über eine vorzeitige Praxisabgabe nach, jede zehnte Praxis plant diesen Schritt konkret. Gerade in Großstädten verschärft der Personalmangel die Situation zusätzlich – auch weil Krankenkassen um MFA konkurrieren und bessere Arbeitsbedingungen bieten können.Für Laura steht fest: Wer Gesundheitspolitik macht, ohne die Aus- und Weiterbildung von Healthcare Professionals mitzudenken, gefährdet langfristig die Versorgung.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Palliativmedizin und Sterbehilfe - wie sieht Medizin am Lebensende aus? | Moritz Völker
Mit Moritz Völker gab es bereits eine Folge, in der Dr. Laura Dalhaus mit ihm über seine Tätigkeit als Notarzt gesprochen hat. In dieser Episode diskutieren die beiden nun über Medizin am Lebensende.Laura hat kürzlich die Fortbildung zur Palliativmedizin absolviert, gemeinsam mit vielen Notärzt:innen. Denn auf Intensivstationen gehört der Umgang mit Sterben und Tod zum Alltag. In nahezu jeder Schicht gibt es Patient:innen, bei denen das Lebensende absehbar ist. Auch Moritz beschäftigt sich deshalb intensiv mit diesem Thema.In ihrer hausärztlichen Tätigkeit erlebt Laura ebenfalls regelmäßig, wie wenig sich viele Menschen mit dem Sterben auseinandersetzen, selbst im hohen Alter. Gespräche darüber finden in Familien oft kaum statt.Dabei geht es auch um die Frage, was Überleben nach einer schweren Erkrankung eigentlich bedeutet. Viele Menschen bereiten sich darauf nicht vor, gesellschaftlich wird das Thema selten offen diskutiert. Obwohl die meisten zuhause sterben möchten, versterben 50 bis 70 Prozent der Menschen im Krankenhaus – häufig intubiert und fern eines natürlichen Sterbeprozesses.Laura hält realistische Erwartungshaltungen deshalb für essenziell. In der Gesellschaft fehle oft die Akzeptanz dafür, dass Gesundheit im Alter Grenzen hat. Gleichzeitig ermöglicht die High-End-Medizin heute vieles, was früher unmöglich gewesen wäre. Für sich selbst sagt Laura jedoch klar, dass sie eher auf Lebensjahre verzichten würde, als dauerhaft schwer krank zu sein.Ein weiterer Punkt, über den wir dringend sprechen müssen: Ressourcen sind begrenzt. Die letzten Lebensjahre verursachen die höchsten Kosten im Gesundheitssystem. Daraus ergibt sich eine große ethische Frage: Wie viel wollen und können wir als Gesellschaft finanzieren – insbesondere, wenn viele Menschen eigentlich zuhause sterben möchten?Laura wünscht sich deshalb auch im stationären Bereich eine übergreifende Steuerung, ähnlich einem Primärarztsystem. Sie beschreibt das wie einen Bauleiter, der den Gesamtüberblick behält und medizinische, soziale sowie ethische Aspekte zusammenführt. Für Moritz ist genau das eine ärztliche Aufgabe, die Erfahrung voraussetzt.Kritisch sieht Moritz außerdem die durch amerikanische Medien geprägte Angst vor Klagen. Ärzt:innen bräuchten mehr Rechtssicherheit, um ethisch sauber entscheiden zu können, statt sich ausschließlich an Absicherungslogik und Checklisten zu orientieren.Auch das Thema Sterbehilfe sprechen die beiden offen an. Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik bereits 2020 den Auftrag gegeben, sich damit auseinanderzusetzen – passiert ist bislang wenig. Laura betont, dass sie selbst entscheiden möchte, wann ihr Leben endet. Auch Moritz hält Selbstbestimmung bis zuletzt für wichtig. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind. In diesem Zusammenhang äußert er deutliche Kritik an Berufsbetreuern.Sterben gehört zum Leben dazu. Palliativmedizin kann viel leisten, aber nicht alles auffangen. Eigentlich ist sie darauf ausgelegt, Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten – mit Symptomkontrolle, Unterstützung und möglichst viel Lebensqualität, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Laura weist jedoch darauf hin, dass auch hier Abrechnungsstrukturen eine wichtige Rolle spielen.Ausgangspunkt der Diskussion war außerdem eine Aussage von Hendrik Streeck über die hohen Medikamentenkosten seines Vaters am Lebensende. Für Moritz zeigt sich darin die grundlegende Debatte zwischen Ethik und Ökonomie. Während wir solidarisch sein wollen, geraten gleichzeitig andere Gruppen – insbesondere Kinder und Jugendliche – ins Hintertreffen. Eine Rationalisierung findet bereits statt. Vielleicht auch deshalb, weil Kinder keine relevante Wählergruppe darstellen.Für beide ist klar: Nur weil diese Diskussion schwierig ist, dürfen wir ihr nicht ausweichen.Deshalb appellieren sie am Ende eindringlich: Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sollten Teil der Gespräche zuhause sein.Zu Moritz auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-med-moritz-voelker/Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Pädiatrie, MVZ und Versorgung: Denn Kinder werden im System übersehen | Michael Scheel
Wie steht es aktuell um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen? Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Michael Scheel, Kinderarzt in einem großen MVZ für Kinder- und Jugendmedizin sowie -psychiatrie in Cuxhaven. Für Laura ist klar: Sie möchte sich künftig noch stärker für diese Patientengruppe einsetzen.Zu Beginn werfen die beiden einen Blick auf die Ergebnisse der Finanzkommission Gesundheit. Für Michael liegt ein Problem darin, dass im System zu viele Player mitentscheiden. Dadurch wird häufig der Weg des geringsten Widerstands gewählt – und der trifft am Ende die Leistungserbringer. Besonders deutlich zeigt sich das bei der geplanten Kürzung der Honorare der Psychotherapeut:innen, die er als absolut unangemessen bewertet. Laura vermutet, dass die fehlende Schlagkraft durch die Vielzahl an Berufsverbänden hier eine Rolle spielt. Dabei ist gerade die psychotherapeutische Versorgung ein Bereich mit extrem langen Wartezeiten, die sich durch die Pandemie weiter verschärft haben.In diesem Zusammenhang spricht Michael auch über die Entbudgetierung in der Pädiatrie. Laura ist überzeugt, dass grundsätzlich ausreichend Geld im System vorhanden ist und ein Primärarztsystem zu Einsparungen führen könnte.Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit: Laura hinterfragt, warum der Return on Investment (ROI) von Psychotherapie und Kinderheilkunde nicht stärker berücksichtigt wird – insbesondere im Vergleich zu kostenintensiven Eingriffen wie Wirbelsäulen-OPs. Michael sieht einen Grund für die aktuellen Kürzungen darin, dass Kinder schlicht keine relevante Wählergruppe darstellen.Er berichtet außerdem, wie er sein MVZ aufgebaut hat, um möglichst viele Kinder versorgen zu können, aber es für diese auch angenehm zu machen, in die Praxis zu kommen. Diese Arbeit kommt ihm auch insofern zugute, dass sich potentielle Mitarbeitende proaktiv und gerne bei ihm bewerben. Dabei stößt er jedoch immer wieder auf strukturelle Hürden, insbesondere bei Kassensitzen und der Bedarfsplanung. Diese basiert noch auf Daten aus den 1990er-Jahren und bildet die heutige Realität nicht mehr ab. Selbst wenn eine Kinderärztin ihre Tätigkeit beendet, kann ihr Kassensitz nicht einfach übertragen werden, sondern muss erst durch entsprechende Gremien genehmigt werden.Das Unternehmertum in der Medizin wird dadurch zunehmend erschwert. Michael beschreibt, dass er sein MVZ mittlerweile eher wie ein Wirtschaftsunternehmen führen muss als wie eine klassische Arztpraxis. Hinzu kommt, dass der Reinertrag von Praxen häufig missverständlich kommuniziert wird und fälschlicherweise mit einem Bruttolohn gleichgesetzt wird.Laura beschreibt ihren Arbeitsalltag als dauerhaftes „Engines on“ – ein Zustand, den sie langfristig nicht bis ins hohe Alter durchhalten kann. Für beide stellt sich daher die Frage, ob die Sicherstellung der Versorgung künftig überhaupt noch gewährleistet ist. Michael hat in diesem Zusammenhang sogar bei der KV angefragt, ob er Privatsprechstunden für GKV-Patient:innen anbieten könnte.Ein weiteres Beispiel für strukturelle Probleme sind die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Diese verpflichtenden Untersuchungen für unter 18-Jährige wurden bereits 1976 eingeführt – die Vergütung liegt jedoch bis heute auf dem damaligen Niveau, was einem erheblichen Wertverlust entspricht.Viele Ärzt:innen geraten zudem immer wieder in eine ethische Zwickmühle: Der Wunsch zu helfen steht oft im Konflikt mit wirtschaftlichen und regulatorischen Vorgaben.Beide kritisieren, dass die Politik hier stärker liefern muss. Es fehlt an Wertschätzung gegenüber der Selbstständigkeit, dem unternehmerischen Risiko und den Arbeitsplätzen, die durch Praxen und MVZs geschaffen werden.Ein weiteres wichtiges Thema sind Medikamente und deren Zulassung. Wie auch Laura ist Michael von Regressen betroffen – teilweise sogar rückwirkend. Gerade in der Pädiatrie ist das Risiko besonders hoch, da viele Medikamente keine explizite Zulassung für Kinder haben. Das liegt unter anderem daran, dass es nur wenige Studien mit Kindern gibt. Ein Beispiel dafür sind Pflegelotionen bei Neurodermitis.Zum Abschluss sprechen die beiden über den Einsatz von KI in der Medizin. Diese bietet großes Potenzial zur Unterstützung im Alltag – vorausgesetzt, sie wird nicht durch bestehende Strukturen und Verbote ausgebremst.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Pflege zwischen Verantwortung und Überlastung | Christian Fuchs
Die Pflege gehört zu den Berufsgruppen, die häufig zu wenig Beachtung finden. Dabei ist die Belastung enorm hoch und abgesehen von symbolischer Anerkennung durch Klatschen während der Pandemie hat sich strukturell kaum etwas verändert.Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Fuchs, Fachkrankenpfleger für Anästhesie mit 15 Jahren Berufserfahrung.Schon zu Beginn seiner Laufbahn hörte er oft den Satz „früher war alles besser“ – inzwischen teilt er diese Einschätzung selbst. Vor allem die fehlende Wertschätzung macht sich bemerkbar. Für ihn ist klar: Unter den aktuellen Bedingungen ist der Beruf weder körperlich noch psychisch bis zur Rente durchzuhalten.Ein zentrales Problem sind die Personaluntergrenzen. Christian berichtet von einer Silvesterschicht während der Corona-Pandemie, in der drei Pflegekräfte insgesamt 16 Patient:innen versorgen mussten. Trotz Überlastungsanzeigen blieb eine Reaktion aus. In solchen Situationen stehen Pflegekräfte vor der Wahl: Sie tragen das Risiko weiter oder verlassen die Situation.Hinzu kommt, dass die Personaluntergrenzen eigentlich als absolute Mindestbesetzung gedacht sind, in der Praxis aber oft als Regelbetrieb dienen. Zudem werden unterschiedliche Funktionen zusammengefasst – unabhängig davon, ob jemand tatsächlich in der direkten Versorgung tätig ist. Auch die Berechnung über längere Zeiträume verzerrt die reale Belastung im Alltag.Politische Lösungen bleiben bislang aus. Laura sieht das Hauptproblem weniger in der Vergütung als in den Arbeitsbedingungen. Eine reine Gehaltserhöhung greift zu kurz. Entscheidend ist, mehr Fachkräfte zu gewinnen und die Abhängigkeit von starren Personaluntergrenzen zu reduzieren.Mit dem von Jens Spahn eingeführten Pflegebudget wurde die Pflege zwar vollständig refinanziert, gleichzeitig hat sich das Aufgabenspektrum erweitert. Pflegekräfte übernehmen zunehmend Tätigkeiten, die ursprünglich nicht zu ihrem Kernbereich gehören, etwa organisatorische oder hauswirtschaftliche Aufgaben.Auch die generalistische Ausbildung wird kritisch gesehen. Die Zusammenführung von Kinderkrankenpflege, Altenpflege und Krankenpflege führt laut Christian dazu, dass spezifische Anforderungen im Klinikalltag nicht ausreichend abgebildet werden.Der Arbeitsalltag ist geprägt von wenigen Pausen und hoher Belastung. Viele bleiben trotzdem im Dienst, weil sie ihre Kolleg:innen nicht zusätzlich belasten möchten.Laura beschreibt die Intensivstation als besonders kritischen Bereich. Hier treffen die Anforderungen aller Fachabteilungen zusammen, was häufig zu Engpässen führt. In der Folge werden Patient:innen teilweise früher verlegt, als medizinisch sinnvoll wäre – mit dem Risiko wiederholter Aufnahmen.Durch DRGs, Fachkräftemangel und steigende Kosten stehen Krankenhäuser unter wachsendem wirtschaftlichem Druck. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Daseinsvorsorge müssen sie wirtschaftlich arbeiten, was Fehlanreize begünstigt und das System anfälliger für Missbrauch macht.Laura erinnert sich zudem an eine Zeit ohne verpflichtende Arbeitszeiterfassung, in der flexible Lösungen noch möglich waren. Heute wünschen sich beide Modelle wie ein Lebensarbeitszeitkonto, um die Belastung langfristig besser auszugleichen und die Arbeit im Gesundheitswesen nachhaltiger zu gestalten.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Vorschläge zur Sanierung des Systems - erläutert von Dr. Laura Dalhaus
Über Laura’s Vorschläge zur Rettung des Gesundheitssystems wurde viel diskutiert. Der DAK-Chef hat zu Vorschlägen aufgerufen – Laura hat gleich 22 Stück rausgebracht.Um sie besser zu erläutern, gibt es nun diese Folge:1. Über- und Fehlversorgung in der Kieferorthopädie beendenIn diesem Bereich kommt es offenbar häufig zu Behandlungen, die nicht primär medizinisch begründet sind. Ziel ist es, unnötige Maßnahmen zu vermeiden und die Versorgung stärker an tatsächlichem Bedarf auszurichten.2. Erstattung von Cannabisblüten streichenAuch wenn Cannabis in bestimmten Therapien eingesetzt wird, sieht Laura keine zwingende Notwendigkeit für eine Finanzierung durch die GKV. Cannabis ist legal.3. Honorare für Katarakt-OPs senkenDie derzeitige Vergütung steht aus ihrer Sicht in keinem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Fachbereichen. Eine Anpassung könnte dazu beitragen, die Verteilung der Mittel gerechter zu gestalten.4. Hautkrebs-Screening abschaffenDas Screening wurde eingeführt, um die Mortalität zu senken – ein Effekt konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Ohne belegbaren Nutzen stellt sich die Frage nach der weiteren Finanzierung.5. Arzneimittelkosten stärker regulierenDurch konsequente Nutzung von Rabattverträgen und Kosten-Nutzen-Bewertungen sollen ineffiziente Ausgaben reduziert werden. Der Fokus liegt auf wirtschaftlicher und wirksamer Therapie.6. Bürgergeldempfänger aus Steuermitteln finanzierenDie Finanzierung dieser Leistungen sollte nicht ausschließlich über die GKV erfolgen. Stattdessen wird eine gesamtgesellschaftliche Lösung über Steuermittel gefordert.7. Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer erhöhenDurch höhere Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte sollen Anreize zur Verhaltensänderung geschaffen werden. Gleichzeitig könnten gesündere Alternativen entlastet werden.8. DMPs (Disease Management Programme) abschaffenDa der Nutzen vieler Programme nicht eindeutig belegt ist, stellt Laura deren Effizienz infrage. Sie plädiert für eine individuellere Versorgung statt standardisierter Programme.9. Ambulantisierung im ambulanten SystemLeistungen sollten dort erbracht werden, wo sie am effizientesten sind – im ambulanten Bereich. Eine Verlagerung in den stationären Sektor verursacht unnötige Mehrkosten.10. Abrechnungsbetrug im Krankenhaus beendenFehlanreize in der Abrechnung führen dazu, dass Leistungen unnötig verteuert werden. Hier fordert Laura mehr Transparenz und klare Regeln.11. Sektorengrenzen überwindenUnterschiedliche Vergütungssysteme für gleiche Leistungen erschweren das System. Einheitliche Rahmenbedingungen könnten für mehr Fairness sorgen.12. Level 1 i-Krankenhäuser - Kleine Versorgungszentren im ambulanten Bereich schaffenFür bestimmte Behandlungen braucht es keine vollstationäre Versorgung. Solche Strukturen könnten eine effizientere und patientenfreundlichere Alternative sein.13. Satzungsleistungen der GKV streichenLeistungen ohne evidenzbasierte Grundlage sollten nicht Teil der solidarischen Finanzierung sein. Der Fokus sollte auf wirksamer Medizin liegen.14. Verursacherprinzip einführenEin stärkerer Bezug zwischen Verhalten und Kosten könnte Anreize für gesundheitsbewusstes Handeln schaffen. Diskutiert wird dies analog zu Risikozuschlägen.15. Positivliste für GKV-LeistungenEine klare Definition des Leistungskatalogs würde mehr Transparenz schaffen. Nur evidenzbasierte und sinnvolle Therapien sollten übernommen werden.16. Quartalsschein wieder einführen & Arztbesuche begrenzenDurch bessere Steuerung der Patient:innenströme könnten unnötige Mehrfachkontakte reduziert werden. Das würde Ressourcen im System schonen.17. Digitalisierung und Deckelung der VerwaltungskostenEffizientere digitale Prozesse könnten Verwaltungskosten senken. Gleichzeitig soll die Ausgabenstruktur transparenter und begrenzt werden.18. Zusatzleistungen für Kassenmitarbeiter begrenzenAuch im Verwaltungssystem gibt es Einsparpotenzial. Zusatzleistungen sollten überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.19. Werbemaßnahmen der Krankenkassen abschaffenDa die Leistungen der Krankenkassen weitgehend vergleichbar sind, erscheint Werbung verzichtbar. Die eingesparten Mittel könnten sinnvoller genutzt werden.20. Büro- und Gebäudekosten reduzierenDurch flexiblere Arbeitsmodelle könnten Kosten für Infrastruktur gesenkt werden. Das betrifft insbesondere teure Standorte und Büroflächen.21. Prüf- und Rechtsverfahren reduzieren (Blue-Ocean-Strategie)Viele Verfahren verursachen mehr Kosten als Nutzen. Eine stärkere Priorisierung könnte Ressourcen sparen.22. Bürokratie insgesamt abbauenÜbermäßige Bürokratie belastet das System erheblich. Eine Vereinfachung der Prozesse würde sowohl Zeit als auch Geld sparen.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Beim Gesundheitssystem soll gespart werden - wie ist das umsetzbar? Laura Dalhaus bringt Ideen auf den Tisch
Kaum jemand würde aktuell den Job von Nina Warken übernehmen wollen – nicht einmal TK-Chef Baas. Dr. Laura Dalhaus sieht das allerdings differenzierter: Wer selbstständig arbeitet, trägt Verantwortung und muss auch mit dem Risiko des Scheiterns umgehen können. Genau dieses Verständnis fehlt aus ihrer Sicht häufig bei den Krankenkassen.Die Finanzkommission Gesundheit hat kürzlich Sparmaßnahmen vorgestellt. Wichtig dabei: Der Auftrag war kein umfassender Systemumbau, sondern ein kurzfristiger Notfallplan für 2027. Nun geht es darum, diese Vorschläge einzuordnen und die Reaktionen der verschiedenen Akteure zu betrachten.Im Fokus steht zunächst die Begrenzung unnötiger Ausgaben. Zwar gehören Praxen nicht zu den größten Kostentreibern, sollen sich aber dennoch an Einsparungen beteiligen. Grundlage bleibt die Orientierung an evidenzbasierter Medizin.Kritik äußert Laura unter anderem am Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt. Als Ökonom verfolgt er das Ziel, Einnahmen zu begrenzen, erwartet gleichzeitig jedoch von selbstständigen Leistungserbringern ein nahezu unbegrenztes Leistungsangebot. Auch AOK-Chefin Reimann sorgt für Diskussionen: Sie fordert, dass Honorare nur im gleichen Maß steigen wie die durchschnittlichen Einkommen angestellter Beschäftigter – ein Ansatz, der laut Laura die Realität der Selbstständigkeit verkennt. Und ganz praktisch: Mit der AOK kommuniziert sie immer noch per Fax.Auch aus der Ärzteschaft kommt Widerstand. Der Hartmann-Bund warnt, dass einige Maßnahmen die ambulante Versorgung gefährden und die ärztliche Selbstverwaltung schwächen könnten. Gleichzeitig gehen Praxisüberschüsse zurück. Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt fordert daher, die bestehende Misstrauenskultur gegenüber Leistungserbringern zu überwinden.Kritische Stimmen gibt es ebenso aus der Pharmaindustrie, deren Verbände die Vorschläge der Finanzkommission ebenfalls hinterfragen.Ein weiteres Thema ist die Notfallreform. Laura stellt infrage, wie diese praktisch umgesetzt werden soll – schließlich sollen Ärzt:innen gleichzeitig Notfalldienste leisten und ihre reguläre Praxistätigkeit aufrechterhalten. Positiv bewertet sie jedoch den Ansatz, im Notfall eine direkte Medikamentenabgabe zu ermöglichen.Laura war zudem selbst bei einer Demonstration von Psychotherapeut:innen, deren Honorare gekürzt werden sollen – und das trotz steigenden Bedarfs. Besonders Kinder und Jugendliche liegen ihr am Herzen, da sie politisch oft wenig Gehör finden. Dabei zeigt sich: Psychotherapie hat einen klar messbaren Nutzen. Der Return on Invest liegt bei rund 167 Prozent. Jeder investierte Euro bringt also mehr als das Doppelte zurück.Ein strukturelles Thema bleibt die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen. Aktuell gibt es 93 – Laura stellt die Frage, ob eine deutlich geringere Zahl nicht ausreichen würde und analysiert die einzelnen Kostenpunkte genauer.Abschließend entwickelt sie eigene Vorschläge zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, teilweise angelehnt an die Ideen der Finanzkommission Gesundheit.Weitere Ideen:Abschaffung aller DMPsKonsequente Ambulantisierung innerhalb des ambulanten SystemsAbrechnungsbetrug im Krankenhaus abschaffenSektorengrenzen überwinden – gleiche Vergütung für alle SektorenRealisierung Level 1I – ambulanter Sektor mit BelegbettenStreichung aller Satzungsleistungen in der GKVEinführung eines VerursacherprinzipsErstellung einer Positivliste des GKV-LeistungsumfangsWiedereinführung des Quartalsscheints für Patient:innenDigitalisierung aller Verwaltungsvorgänge auf Kassenseite und Deckelung der GehälterBegrenzung der MitarbeiterleistungVollständiger Verzicht aller Werbemaßnahmen der KassenAbbau von Büro- und GebäudeflächenBlue-Ocean-Strategie in allen Prüfungs- und RechtfragenAbbau doppelter BürokratieZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Hilfe für Missbrauchsopfer wird einfach gestrichen | Mit "Sven"
Die Regelungen zur Auszahlung von Entschädigungen aus dem Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs werden aktuell verändert – ein Thema, das Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge aufgreift.Zu Gast ist „Sven“, der aus Gründen des Opferschutzes anonym bleibt. Er arbeitet als Rettungssanitäter und bezieht Leistungen aus dem Fonds. Nun hat er jedoch ein Schreiben vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhalten: Die Auszahlungen sollen zum 31.12.2027 beendet werden.Bisher war die Struktur des Fonds klar geregelt: Für jede betroffene Person standen bis zu 10.000 Euro für therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Diese Summe konnte flexibel genutzt werden, etwa über mehrere Jahre hinweg. Ein festes Ablaufdatum gab es nicht – genau das ändert sich nun mit der neuen Regelung.Für Laura zeigt diese Entscheidung ein grundlegendes Missverständnis seitens der Verantwortlichen. Eine posttraumatische Belastungsstörung endet nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt. Traumata verlaufen nicht linear, sondern in Wellen. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, auf diese Problematik aufmerksam zu machen.Sven betont, dass Unterstützung für Betroffene auch eine gesellschaftliche Verantwortung ist. Vielen fällt es schwer, aktiv Hilfe einzufordern. Gleichzeitig macht er deutlich: Ein lebenswertes Leben ist möglich – vorausgesetzt, das Umfeld trägt mit.Zum Abschluss ordnet Laura die Konsequenzen ein: Durch den geplanten Auszahlungsstopp werden Betroffene künftig stärker auf Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angewiesen sein. Auf ein System, das ohnehin schwer zugänglich ist. Parallel dazu werden psychotherapeutische Honorare durch den GKV-Spitzenverband reduziert. Für Laura ist klar: Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel.Zur Petition: https://innn.it/fonds-sexueller-missbrauch-2Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Prävention als Lösung - muss Gesundheit ins Grundgesetz? | Andrea Galle
Krankenkassen stehen bei Dr. Laura Dalhaus häufig in der Kritik – umso interessanter, dass sie in dieser Episode Andrea Galle, Vorstandsvorsitzende der MKK (Meine KrankenKasse), zu Gast hat.Gemeinsam mit dem Sportwissenschaftler und Ratgeberautor Ingo Froböse hat sich Andrea intensiv mit Prävention beschäftigt. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Gesundheitssystem aktuell stark kritisiert wird, wäre es sinnvoller, den Dialog zu suchen – miteinander statt übereinander zu sprechen.Das System selbst agiert derzeit eher wie ein Reparaturbetrieb, grundlegende Reformen sind nicht in Sicht. Andrea ist überzeugt, dass es eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren braucht.Parallel läuft ein Verfahren des GKV-Spitzenverbands gegen den Bund zur Finanzierung der Bürgergeldempfänger. Als mögliche Lösungsansätze werden unter anderem höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert.Für Laura steht fest: Die Stabilität einer Gesellschaft hängt auch von einem funktionierenden Gesundheitssystem ab. Gerade in Krisenzeiten ist es ein zentraler Anker. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Bevölkerung kränker wird – mit absehbaren Folgen für die Belastung des Systems.Ein kritischer Punkt ist auch der Einfluss wirtschaftlicher Interessen. So hat sich etwa Fresenius gegen die automatische Organspende positioniert – ein Bereich, in dem Dialyse wirtschaftlich lukrativer ist als Transplantationen. Für Laura zeigt das, dass das System nicht darauf ausgelegt sein sollte, Deutschland als Pharmastandort attraktiv zu machen.Hinzu kommt, dass Ärzt:innen zunehmend Medikamente verordnen, ohne deren Preise genau zu kennen – ein weiterer Missstand im System.Andrea hat eine Petition gestartet, um Gesundheit als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern. Aktuell ist dort lediglich das Recht auf körperliche Unversehrtheit festgeschrieben – historisch bedingt. Ihr Ziel ist es, Gesundheit stärker als staatliche Aufgabe zu definieren, insbesondere durch Prävention, Aufklärung und Krankheitsvermeidung.Laut Umfragen sehen rund 70 Prozent der Bevölkerung Bildungspolitik als wichtigen Hebel für mehr Gesundheitskompetenz. Andere Länder setzen bereits stärker auf Werbebeschränkungen zum Schutz von Kindern. In Deutschland hingegen gibt es Produkte, die speziell für Kinder vermarktet werden und gleichzeitig mehr Zucker enthalten. Zudem zählt Deutschland zu den wenigen Ländern, in denen begleitetes Trinken bereits ab 14 Jahren erlaubt ist.Andrea spricht sich dafür aus, Gesundheit nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im Alltag erlebbar zu machen – etwa durch ein Schulfach Gesundheit und kostenfreies, gesundes Schulessen. Denn reine Wissensvermittlung greift zu kurz, wenn sie nicht praktisch umgesetzt wird.Vor diesem Hintergrund wirkt die Diskussion über eine mögliche Umsatzsteuer auf Vereinsmitgliedschaften widersprüchlich – gerade dort, wo Kinder Bewegung und soziale Strukturen erfahren.Eine prägende Begegnung hatte Andrea mit dem „Glücksminister“ von Bhutan. Dessen Aufgabe ist es zu bewerten, ob politische Maßnahmen das Wohlbefinden der Bevölkerung steigern. Ein ähnliches Prinzip wünscht sie sich auch für die Gesundheitspolitik: Entscheidungen sollten daran gemessen werden, ob sie Menschen gesünder machen.Erreicht ihre Petition 30.000 Unterschriften, kann sie ihr Anliegen im Bundestag vorstellen und das Thema stärker in die politische Diskussion einbringen.Gleichzeitig nimmt der psychische Druck in der Gesellschaft zu, was sich auch in steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen zeigt. Umso unverständlicher erscheint es, dass ausgerechnet hier Honorarkürzungen in der Psychotherapie diskutiert werden – ein Punkt, den Laura und Andrea kritisch beleuchten.Auch DIGAs (digitale Gesundheitsanwendungen) werden thematisiert. Laura steht ihnen skeptisch gegenüber, vor allem wegen möglicher Regressrisiken und mangelnder Transparenz hinsichtlich Anwendung und Behandlungsverlauf. Gleichzeitig erkennen beide an, dass DIGAs in bestimmten Bereichen durchaus sinnvoll eingesetzt werden können.Zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_26/Petition_195664.$$$.a.u.htmlZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Die Finanzkommission Gesundheit hat geliefert – Dr. Laura Dalhaus ordnet ein!
Die Finanzkommission Gesundheit hat ihre Ergebnisse veröffentlicht – und natürlich reagiert Dr. Laura Dalhaus darauf in ihrer neuen Folge. Denn es geht längst nicht nur um Gesundheit: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind direkt mit unseren Lohnnebenkosten verknüpft. Wenn wir diese Entwicklung nicht kontrollieren, wird Arbeit in Deutschland zunehmend unbezahlbar.Das Gesundheitssystem ist dabei extrem komplex organisiert. Gesundheitspolitik ist sowohl Bundes- als auch Ländersache, und es sind zahlreiche Akteure beteiligt: 17 Ministerien, Lobbyisten, Ärzt:innen, Krankenhäuser, Pharmaunternehmen und Apotheken.Zunächst zum aktuellen Stand:Die Krankenhausreform ist beschlossen, stößt jedoch auf viel Kritik. Finanzielle Auswirkungen werden allerdings erst ab 2030 spürbar. Gleichzeitig wurden bestimmte Leistungsgruppen gestrichen, darunter auch Teile der spezialisierten Kindermedizin – mit direkten Konsequenzen für Familien.Neu eingeführt wurde eine Chronikerpauschale, die jedoch äußerst kompliziert gestaltet ist. Laura stellt infrage, ob grundlegende Reformen innerhalb des bestehenden EBM-Systems überhaupt noch sinnvoll umsetzbar sind. Parallel fordert die Politik eine Termingarantie, ohne eine entsprechende Vergütungsgarantie bleibt das in einem budgetierten System jedoch unrealistisch.Ein Blick in die Versorgungsrealität zeigt die Diskrepanz: Laura berichtet von einer Wirtschaftlichkeitsprüfung mit sieben Seiten Regress – für einen Betrag von 65,85 Euro. Der bürokratische Aufwand steht hier in keinem Verhältnis zum Nutzen.Auch bei Krankenhauseinweisungen gibt es Veränderungen. Je nach Diagnostik und Aufwand kann es für Kliniken wirtschaftlich sinnvoller sein, vorstationär abzurechnen. Gleichzeitig soll Laura im Pflegeheim pflegerische Maßnahmen schriftlich anordnen, weil der Medizinische Dienst dies verlangt.Ein weiteres Beispiel für Komplexität: Das Hilfsmittelverzeichnis umfasst 47.825 Produkte in 42 Kategorien – ein Bereich, der dringend digitalisiert und vereinfacht werden müsste.Diese zunehmende Bürokratie schreckt viele Ärzt:innen von der Niederlassung ab. Einige denken sogar über einen Wechsel ins Ausland nach. Gleichzeitig werben Krankenkassen wie die Barmer mit klar geregelten Gehaltsentwicklungen nach Tarif. Bei Physiotherapeut:innen wurden hingegen Leistungskürzungen von 4,5 Prozent beschlossen. Der GKV-Spitzenverband begründet dies mit zuvor überproportionalen Steigerungen – die jedoch auch darauf zurückzuführen sind, dass psychotherapeutische Leistungen lange unterbewertet waren.Ein besonders drastisches Beispiel ist die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn, die auf suchtkranke Kinder spezialisiert war. Von insgesamt 85 Plätzen bundesweit stellte diese Einrichtung allein 65 – und muss nun mangels Finanzierung schließen.Auch Urolog:innen sind von Regressen betroffen, etwa im Zusammenhang mit Medikamenten zur Behandlung von Prostatakrebs. Teilweise beziehen sich diese Forderungen rückwirkend auf mehrere Jahre, da Festbeträge erst nachträglich angepasst wurden.Viele Pflegebedürftige geraten zunehmend in finanzielle Not und hätten Anspruch auf Sozialhilfe, doch nur etwa ein Fünftel erhält diese tatsächlich. Häufig scheitert es an komplexen Antragsverfahren oder fehlender Zugänglichkeit, insbesondere im Kontext von Digitalisierung.Der Bericht der Finanzkommission Gesundheit umfasst insgesamt 483 Seiten. Laura hat sich zunächst die Zusammenfassung angesehen: 66 Maßnahmen sollen helfen, die Finanzierungslücke von 40,4 Milliarden Euro bis 2030 zu schließen. Ziel ist es, die Beitragssätze der GKV bereits ab dem kommenden Jahr zu stabilisieren.Dabei betont die Kommission, dass sich der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht verschlechtern, sondern idealerweise verbessern soll. Die finanzielle Belastung soll auf viele Schultern verteilt werden.Laura geht die vorgeschlagenen Maßnahmen im Detail durch und ordnet sie aus ihrer Perspektive ein.Zur Petition: https://www.change.org/p/rettet-die-gr%C3%B6%C3%9Fte-suchtklinik-f%C3%BCr-kinder-und-jugendliche-die-versorgung-bricht-zusammenZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Medizinische Dokumentation neu gedacht | Hendrik Steenfadt, Heidi
Wir haben den Anspruch, dass Digitalisierung und Technik unser Leben leichter machen. Den Ärzt:innen hingegen wird oft vorgeworfen, sie seien digitalisierungs- und technikfeindlich.Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Hendrik Steenfadt von der Firma Heidi Health.Das gesamte Thema der Digitalisierung hat zu einer gewissen Resignation geführt – denn oft funktioniert sie nicht. Das frustriert, denn eigentlich will man die vorhandene Zeit lieber in Patient:innen und Behandlung stecken als in Technik- und Bürokratiefrust.Heidi will das besser machen. Laura ist jemand, der wenig dokumentiert (sie gibt auch selbst zu, dass sie nicht besonders gut darin ist), allerdings fällt ihr das auch öfter mal auf die Füße. Sie hat das so in der Klinik damals gelernt. Am schlimmsten findet sie selbst die Reha-Briefe.Laura hat das Problem gelöst mit Heidi, denn Heidi dokumentiert für die Ärzt:innen. Das Tool hört mit und macht daraus eine medizinische Dokumentation.Gerade sind wir in einer Transformationsphase, viele Hausärzt:innen sind angewiesen auf die bestehenden Tools, wollen es aber einfacher haben. Das muss Schritt für Schritt passieren.Für den privaten Gebrauch kennen wir alle ChatGPT und Co, für die Medizin muss das Tool aber korrekter und natürlich auch sicherer sein. Für Laura gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Patient:innen umzugehen: Entweder sie ist voll im Gespräch mit den Patient:innen und dokumentiert danach, oder sie ist am PC und schreibt die Dokumentation während des Gesprächs, was für die Patient:innen natürlich weniger schön ist.Jetzt kann sie voll zuhören und Heidi protokolliert und nutzt auch noch die richtigen Fachtermini. Das verbessert ganz stark die Patientenkommunikation.Das Tool wurde von Menschen entwickelt, die genau diese Dokumentation auch genervt hat und die einen Impact schaffen wollten. Ihr Fokus ist die Adoption, es geht darum, dass Mediziner:innen das Tool wirklich nutzen und nicht nur ein neues, chices Tool haben. Wichtig natürlich: Das Ganze ist DSGVO-konform. Hendrik macht den Witz, dass jedes Handy wahrscheinlich ein größerer Risikofaktor wäre. Das Tool funktioniert auch bei Hausbesuchen und auch ohne gutes Netz. Laura nutzt Heidi gerne auch im Altenheim, weil sie dort weder mit Laptop noch mit Zettel und Stift stehen möchte. Ein weiterer Punkt, den Laura total super findet: Heidi fungiert zusätzlich als Übersetzer. Da sie oft Patient:innen hat, die keine deutschen Muttersprachler sind, hilft ihr das sehr in der Kommunikation. Die Verdopplungszeit des medizinischen Wissens lag früher bei 30/35 Jahren. Mittlerweile liegt sie bei anderthalb Monaten – es ist kaum möglich, das aufzuholen. Heidi kann die medizinischen Datenpunkte anders verarbeiten und komprimieren, als wir das als Menschen schaffen.Informationsfluss und Informationsmanagement ist eine der größten Herausforderungen in einer Zeit, in der wir immer älter werden und gleichzeitig die Medizin immer mehr kann. Die Patientenzahl bei Laura hat sich beispielsweise seit 2019 mehr als verdoppelt. Heidi hat Schnittstellen zu den PVS-Anbietern, was Laura befürwortet. Für sie ist es wichtiger, ein Tool an der Seite zu haben, das seinen Fokus auf das Kerngeschäft legt, statt das Thema „nebenher“ zu entwickeln. Ist ja auch nicht trivial. Die Folge wurde produziert mit freundlicher Unterstützung von Heidi Health. Code von Laura: Laura10 Hier könnt ihr Heidi testen: https://scribe.heidihealth.com/Heidi auf Instagram: https://www.instagram.com/tryheidi/Heidi auf TikTok: https://www.tiktok.com/@tryheidiHeidi auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/heidi/Hendrik auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-hendrik-steenfadt-81475a244/Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Warum Ärzt:innen nicht mehr selbstständig sein wollen | Johannes Wagner, MdB
Wie steht es gerade politisch um die Gesundheitsversorgung? Warum wollen so viele Ärzt:innen nicht mehr selbstständig arbeiten? Und wie steht ein Kinderarzt zu Zuckersteuer und einem Social Media-Verbot?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Johannes Wagner. Er macht gerade seinen Facharzt für Pädiatrie und ist außerdem Bundestagsabgeordneter bei den Grünen.Die beiden sind sich einig: Kinder haben keine Lobby. Zurzeit wird ein Social Media-Verbot für unter-14-jährige diskutiert. Johannes selbst spricht lieber von einem Mindestalter statt einem Verbot. Lange war er ein Gegner, doch er hat seine Meinung geändert und ist für eine deutlich schärfere Regulierung. Die Plattformen machen süchtig und treiben Kinder in ungesunde Verhaltensweisen.Das hat Einfluss auf die mentale Gesundheit, welche immer noch ein Randthema ist. Hersteller haben allerdings ein Interesse daran, Kinder möglichst lange vor den Bildschirmen zu halten. Dahinter steckt ein Milliardenmarkt. Es geht also nicht nur um die Plattformen selbst, sondern das gesamte System dahinter.Auch die Zuckersteuer hat eine riesige Debatte ausgelöst, vor allem, weil viele Produkte im Supermarkt gezielt auf Kinder ausgerichtet sind. Den Eltern wird es schwer gemacht. Eigenverantwortung schön und gut – Johannes ist trotzdem der Meinung, dass die starken Konzerne mehr gesetzliche Rahmenbedingungen benötigen. Für Eltern ist es anstrengend und zeitraubend, Aufklärungsarbeit gegen Kampagnen der Lebensmittelindustrie zu führen.Auch die Gesellschaft steht dahinter: Über 60% plädieren für eine Zuckersteuer.Die Debatte auf dem CDU-Parteitag dazu fand Laura zum Fremdschämen.Viele Jugendliche erlebt Johannes als nicht politisch. Erstwähler:innen entscheiden sich oft für die AfD, weil diese eine starke emotionale Stimmung erzeugen.Die beiden diskutieren außerdem über die Versorgung in Deutschland und die Situation von niedergelassenen Ärzt:innen und Hausärzt:innen. Über 80% der Niedergelassenen arbeiten in der spezialisierten Medizin. Ein Grund, warum sich Johannes ein Primärversorgungs-System wünscht. Es kann außerdem nicht sein, dass Versorgung einen so unterschiedlichen Wert hat: Auf der einen Seite kämpfen Ärzt:innen mit Energiepreisen, auf der anderen Seite entstehen Einkommensmillionäre.Versorgung auf dem Land ist ein weiteres großes Problem. Laura erzählt vom Ärztenetzwerk BOHRIS, das z.B. Ärzte nach Bocholt akquiriert.Laura sieht als eine Möglichkeit, Regresse abzuschaffen. Sie kennt in ihrem Umfeld keinen Kollegen, der bisher noch keinen Regress hatte.Die Niederlassung muss attraktiver gestaltet werden. Angestellte Ärzt:innen erwirtschaften in der Regel nicht das, was sie als Gehalt erhalten.Die Versorgung könnte auf jeden Fall verbessert werden durch den Einsatz von Physician Assistants und Primary Care Manager.Bei den Wahlen ist Gesundheit und Gesundheitspolitik oft kein großer Faktor, obwohl es uns allen so wichtig ist, gesund zu sein.Johannes möchte perspektivisch wieder in den Arztberuf zurückgehen, auch wenn die Politik motivierte Menschen wie ihn benötigt.Laura betont:Ein funktionierendes Gesundheitssystem ist ein gesellschaftlich stabilisierender Faktor.Deswegen ist es so wichtig, Berufspolitik zu machen.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Gesundheitssystem vor dem Reformfeuerwerk - Laura zum aktuellen Stand
Die letzte Solofolge, bevor die Finanzkommission Gesundheit ihre langersehnten Ergebnisse präsentiert. Dr. Laura Dalhaus erhofft sich ein Reformfeuerwerk. Vorher will sie aber über den Status Quo sprechen.Von der Krankenhausreform bis zur Pflegeversicherung – überall brennt die Hütte. Jeder dritte Heimbewohner bezieht Sozialhilfe. Die DAK Gesundheit warnt vor dem Zusammenbruch der Altenpflege.Herr Gassen von der KBV will die freiwilligen Leistungen der GKV einstampfen. Bei den Krankenkassen fließt Geld irgendwo hin – sie wollen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht sagen, wohin genau. Dabei verkaufen die Kassen doch alle das Gleiche.20% der Einnahmen in der Hausarztpraxis gehen auf Privatversicherte zurück. Dabei sind nur 11% der Patient:innen privat versichert!Laumann und sein Ministerium haben ein Papier vorgelegt mit 15 Eckpunkten für das Gelingen eines Primärversorgungssystems. Der Deutsche Hausärztinnen und Hausärzteverband war zur Vorstellung nicht eingeladen. Laura findet in dem Papier ganz viel von der HZV abgeguckt.Die 116117 soll weiter ausgebaut werden. Das sollen Hausärzt:innen bezahlen. Das ist nicht fair. Denn die haben gerne die faktische Insolvenz der KVL aufgefangen.Bürokratieabbau wird gefordert. Fordern die Politiker seit 25 Jahren.Praxisstrukturen sollen gestärkt werden, gibt es im HÄPPI-Konzept auch schon.Frau Reimann will das Aus für verpflichtende HZV-Verträge. Dabei gibt es wissenschaftliche Belege dafür, wie gut das ist.Laura zahlt mehr für Streaming-Dienste als für die hausärztliche Versorgung in der GKV.Die TK findet die HZV wohl auch nicht gut. Die haben gerade einer Patientin gedroht, weil sie nicht beim Arzt war.Sämtliche Innovationen, die es in der HZV-Forschung gibt, werden jetzt im Primärarzt-System gefordert.Die Teamarbeit kann Hausärzt:innen spürbar entlasten. Die Hausärzteschaft ist demgegenüber offen und sieht Entlastungspotential. In einer Bertelsmann-Studie wurden Patient:innen befragt zu Physician Assistants und Primary Care Manager. Da schnitten die Delegationsberufe besser ab als die Ärzt:innen. 65% der ärztlichen Zeit an delegierbarer Leistung wäre möglich.Die AOK wirbt mit attraktiver Vergütung und Work Life Balance für ihre Stellenausschreibungen. Teilweise sogar mit 50 Urlaubstagen. Die Health Care Professionals kämpfen gerade dagegen, dass sie so viele Überstunden machen müssen.Eigentlich sollte Laura das gar nicht öffentlich machen, damit die Health Care Professionals jetzt nicht fliehen und in den Krankenversicherungen arbeiten.Content-Manager sucht die TK auch. Eine Krankenkasse braucht in Laura’s Augen keine Social Media-Kanäle. Ihr sollt Versorgung bezahlen.Die Wirtschaftlichkeitsprüfung kostet mehr als dass sie einbringt. Den Frust können wir gar nicht in Geld bestimmen. Sie ist ein Minus-Geschäft.Der Masterplan 2020, die Reform des Medizinstudiengangs, wurde 2017 verabschiedet und immer noch nicht umgesetzt worden.Psychotherapie soll jetzt qualitätsgesichert werden. Dafür gibt es eine Qualitätssicherung auf Probe in NRW. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen, sagen die Therapeuten.Sie müssen nämlich trotzdem noch umfangreiche Gutachten schreiben. Die Erprobung hat mittlerweile 18.000 Stunden psychotherapeutischer Zeit gekostet. In der Zeit hätten die Therapeuten 750 Kurzzeitbehandlungen à 24 Sitzungen machen können.Laura wird die Ergebnisse der Kommission Gesundheit kommentieren. Bleibt gespannt.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Pflege, Psychotherapie, Regresse und Reformen | Laura zum aktuellen Stand
Pflege ist in den letzten Folgen etwas zu kurz gekommen. Deswegen beginnt Dr. Laura Dalhaus ihre neue Solofolge mit genau diesem Thema.Denn es betrifft uns alle irgendwann und ist unfassbar relevant in pucto Lohnnebenkosten und Sozialversicherung.Ohne Fachkräfteeinwanderung funktioniert da übrigens gar nix mehr. Denn ohne die Menschen, die in der Flüchtlingskrise 2015 kamen, wäre das alles nicht mehr zu bewältigen.Die Pflegereform könnte für die Jüngeren noch teurer werden als das Rentenpaket. Alles, was aus der Pflegekommission kam, war enttäuschend. Es drohen zusätzliche Ausgaben von 300 Milliarden Euro bis 2040.Wer dabei total vergessen wird, sind auch die pflegenden Angehörigen. Laura kennt das aus ihrem Alltag. Man fragt immer nach den Zu-Pflegenden und nicht nach denjenigen, die pflegen. Sie rät allen davon ab, sich um Grundpflege zu kümmern, denn das ist keine Quality Time.Über die Honorarkürzung bei Psychotherapie wird auch noch in den Medien diskutiert. Die Folge könnte sein, dass Privatpatient:innen noch mehr bevorzugt werden. Dabei wächst der Bedarf, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen.Die Krankenhausreform scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden. Wer das gar nicht gut findet, ist die Schmerzmedizin. Da hat es sogar einen Brandbrief an die Bundestagsabgeordneten von verschiedenen Fachgesellschaften gegeben. Denn die Schmerzmedizin soll keine eigene Leistungsgruppe erhalten.Der Druck ist bei der Notfallreform übrigens auch so groß. Nina Warken ist die dritte Gesundheitsministerin, die sich an dieser Reform versucht. Beispielsweise sollen die Leistungen der medizinischen Notfallrettung gesetzgeberisch neu sortiert werden. Dabei will man auch an das SGB V ran, ob das wohl klappt?Kommunen und Landkreisen geht dieser Eingriff zu weit.Natürlich hat Laura auch noch etwas aus den Versorgungsrealität mitgebracht. Es gibt nun die ersten Regresse für verordnete DIGAs. Die KV Baden-Württemberg überprüft die Wirtschaftlichkeit der ausgestellten DIGA-Verordnungen.Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie spricht außerdem von einem unzumutbaren Konflikt zwischen Patientenwohl und persönlichem Haftungsrisiko. Im Bereich Rheuma wird viel Off-Label genutzt, leider gibt es dazu auch viele Regresse.Auch bei Kindern und Jugendlichen werden viele Off-Label-Präparate genutzt, etwa 25 bis 35%. Bei Antidepressiva liegt der Anteil bei über 80%.Wir befinden uns in einer Versorgungslücke. Vor Corona hatten wir behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche von 18%, nun sind es 31%. Jeder nicht investierte Euro kann 4 bis 18€ Folgekosten nach sich ziehen.Laura möchte auch noch über den CDU Parteitag reden. Die Zuckersteuer wurde abgelehnt, das war beschämend und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.Alkohol, Rauchen und Glücksspiel verursachen Kosten in Höhe von 136 Milliarden Euro pro Jahr.Dazu soll die elektronische Krankschreibung abgeschafft werden. Allerdings melden sich die Bundesbehörden am meisten krank. Im Bundesrat gab es 25,2 Krankheitstage, im Bundestag 22,3 Tage. Sollte man nicht mal im eigenen Laden aufräumen, Friedrich Merz?Es gibt nun eine Petition, die das Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz bringt. Darüber wird Laura in einer der nächsten Folge noch sprechen.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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CDU versagt bei der Gesundheitsreform | Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
Dr. Laura Dalhaus hat diese Folge noch während des CDU-Parteitags aufgenommen. Denn die Unions-Arbeitnehmer drängen auf ein zentrales Gremium für Sozialpolitik. Der Unmut wird lauter. Vom Kanzler wird gefordert, nicht selbst ein umfassendes Konzept für eine Sozialstaatsreform auszuarbeiten, aber mal die Vorschläge zu koordinieren.Die 75minütige Eröffnungsrede von Friedrich Merz sei wie der Besuch bei einem durchschnittlichen Italiener – kann man machen, wird aber nicht in Erinnerung bleiben.Laura stellt klar: Wenn wir innenpolitisch nicht die Kurve kriegen, dann brauchen wir uns um AfD, Außenpolitik und Trump gar nicht mehr zu kümmern.Es gab einen Antrag auf eine Zuckersteuer. Ein Bündnis aus 46 Verbänden unterstützt den Antrag, die Parteispitze bremst. Es gibt kein logisches Argument, gegen eine Zuckersteuer zu sein. Doch es wird jede Debatte über Steuererhöhung vermieden. Über die Steuer könnte man 16 Milliarden Euro an Folgekosten für die Behandlung von Übergewicht und Diabetes sparen.Tabak- und Alkoholsteuer werden auch gefordert. Doch Gesundheit scheint bei der Bundesregierung keinen Wert zu haben.Die ePa soll Dreh- und Angelpunkt der Versorgung werden. Doch Hausärzt:innen und Verbraucherschützer sind ernüchtert.Laura regt sich sehr oft über Medisign aus. Beispielsweise wurden die neuen Arztausweise fehl konfiguriert und jetzt wieder zurückgerufen.Das Geld von Spahn’s Maskendesaster könnte uns helfen. Aber das ist weg.Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Andreas Philippi will unbedingt die Krankenhausreform durchdrücken. Die Ärzteschaft sieht ein Krankenhaussterben.Das Primärarztsystem soll auch gefördert werden. Das verlangt eine Neuordnung der bisherigen Struktur.Die Situationen in Krankenhäusern sind unzumutbar.Die Urologen kritisieren die Regresspraxis. Prüfverfahren nehmen zu und verändern die Ärzt:innen. 52% überlegen, die kurative Medizin zu verlassen, nach einer Umfrage des Marburger Bunds.Laura regt sich da sehr drüber auf. Wenn die Bedingungen weiter so schlecht bleiben, können wir noch so viele Medizin-Studienplätze schaffen – es will trotzdem keiner mehr als Arzt arbeiten. Die Politik scheitert aber auch schon am Medizinstudium.Die einzige Praxis für Kinderpsychiatrie in Herford ist überlastet, 600 Patient:innen auf der Warteliste. Wir dürfen bei den Kindern und Jugendlichen nicht sparen.Laura hat einen Patienten, der an Long-Covid erkrankt ist. Die TK hat entschieden, dass die Krankschreibung ausläuft. Das darf sie gar nicht.Zum Schluss spricht Laura noch über die Vorteile eines Primärversorgungssystems und darüber, wie wichtig die Etablierung von PAs und PCM ist.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Rauchen: Individuelle Sucht, gesellschaftliches Problem | Dr. Hans-Jörg Baumann
Wie bringt man Menschen dazu, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören und wie schädlich sind E-Zigaretten wirklich?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Hans-Jörg Baumann. Dieser ist Pneumologe, seit 5 Jahren niedergelassen, vorher tätig als Chefarzt.Auch er hält präventive Maßnahmen für wichtig, fragt sich allerdings, ob eine Tabaksteuer alleine hilft. Denn dadurch fühlen sich viele Menschen bestraft.Er hat richtig Spaß daran, mit Menschen über das Rauchen zu sprechen und bietet in seiner Praxis sogar Rauchentwöhnung an. Für ihn ist klar: Rauchen ist sehr individuell, genauso wie die Gründe, weiterzumachen oder aufzuhören. Es gibt kein Schema F.Dass Rauchen schädlich ist, wissen wir ja sowieso alle.Er geht gerne auf die Suche nach dem Ursprung und sucht nach einem Ersatz.Viele haben beim Rauch-Stopp Angst, Gewicht zuzulegen. Hans-Jörg kann Entwarnung geben: Hier handelt es sich im Schnitt um 2-4 Kilo, die nehmen wir im Durchschnitt auch an Weihnachten zu.Laura hat schon Erfahrung mit einem Patienten gemacht, der durch Nikotinkaugummis seinen Konsum stark verringern konnte. Hier ist zu differenzieren, ob es sich um eine starke oder weniger starke Nikotinabhängigkeit handelt.Akupunktur und Hypnose können unterstützen, allerdings fragt sich Hans-Jörg, ob diese Maßnahmen auch das Verhalten in typischen Rauch-Situationen verändert.Bei jungen Menschen rezeptiert Laura gerne DIGAs. Hans-Jörg fand die Preise der DIGAs damals sehr teuer, mittlerweile hat sich das angepasst und er findet das für digital affine Menschen sehr gut.Neu auf den Markt gekommen sind E-Zigaretten. Ein großes Problem ist dabei der Dual-Use, den 70-80% der Raucher praktizieren. Dadurch entstehen zwei Schädigungsmechanismen.Wir wissen nicht, ob E-Zigaretten weniger schädlich sind als klassische. Die Datenlage ist zu gering und es ist schwieriger zu tracken, wie viel konsumiert wird.Die Wiederholung des Reizes ist ein Problem.Von Fachgesellschaften wird nicht empfohlen, dies als Instrument gegen Nikotinabhängigkeit zu nutzen.E-Zigaretten sind allerdings auch ein Problem, weil die Produkte auf Kinder und Jugendliche abzielen durch die verschiedenen, süßen Geschmacksrichtungen. Zudem betteln Entsorgungsbetriebe darum, die Einweg-Geräte zu verbieten – diese entfachen immer wieder Feuer. Zudem landen umgerechnet etwa 80-90 Auto-Akkus wöchentlich auf dem Müll. Frankreich und Belgien führen mit einem Verbot voran.Krankheiten, die oft auf das Rauchen zurückzuführen sind, sind beispielsweise COPD, was als Volkskrankheit bezeichnet werden kann. Mittlerweile gibt es sehr teure Autoimmun-Therapien – aber nur, wenn man mit dem Rauchen aufhört.Hans-Jörg ist ein Fan vom Primärversorgungssystem. Mit einem Husten muss man erstmal nicht zum Pneumologen. Allerdings betrachtet er den Übergang vom aktuellen zu einem Primärarztsystem als kompliziert. Beide sind sich einig, dass die Preise der Leistungen angepasst werden müssten, um die Versorgung zu verbessern.Laura möchte sich damit beschäftigen, ein Verbot von Einmalzigaretten durch eine Petition anzustoßen.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/Zur Website von Hans-Jörg: https://www.lunge-bremen.de/
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Mit einem Sparplan können wir die Versorgung nicht retten | Laura zum aktuellen Stand
Deutschland hat kein besonders leistungsfähiges Gesundheitssystem im internationalen Vergleich. Durch Sparen werden die Ergebnisse nicht besser. Ein Kosten-Outcome-Problem. Doch was tragen die verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem zur erfolgreichen Debatte bei?Dr. Laura Dalhaus zitiert aus einem Interview mit Professor Jürgen Windeler.Als Prävention werden Vorsorgeuntersuchungen und Checks verkauft, statt an Ernährung und Bildung zu arbeiten. Außerdem bekommen wir Medikamente viel zu früh ins System, in Deutschland brauchen wir nur 50 Tage dafür (in anderen Ländern mehr als 4mal so viel), trotzdem sind wir nicht gesünder.Windeler empfiehlt, dass die Überversorgung qualitätsgesichert zurückgefahren wird.Es wird darüber diskutiert, die Tabaksteuer zu erhöhen. Das ist eine Form der Prävention und würde auch Geld in die Kassen bringen. Allerdings will Gesundheitsministerin Warken auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzen. Wir haben in der Vergangenheit aber schon gemerkt, dass Verhaltensprävention nicht funktioniert.Die Lösung am Reformhimmel? Es könnte die HZV sein (Hausarztzentrierte Versorgung). Dafür brauchen wir aber nicht nur Hausärzt:innen, sondern Teamarbeit in Form von nicht-ärztlichen Berufsgruppen wie Primary Care Managern und Physician Assistants.Wichtig ist dabei aber auch, Zeit für das Wesentliche zu schaffen. Da hilft vor allem Bürokratieabbau.Laura macht sich in dieser Folge vielleicht unbeliebt bei den fachärztlichen Kolleg:innen, doch sie erzählt von Bereichen, die unfassbar ausgenutzt werden. Manche Patient:innen beschweren sich darüber, dass sie ohne Hausarztvermittlungsfall keine Termine mehr bekommen.Der Bundesrechnugnshof hat festgestellt, dass die 2,9 Milliarden für Terminvermittlung nichts bringen. Die Wartezeiten sind sogar gestiegen.Und wenn man den Bundesrechnungshof angreift, befinden man sich auf dünnem Eis!Die Kliniken sind der größte Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Warken’s Klinikpläne könnte die Kosten noch steigern, sie möchte nämlich die Kriterien von Lauterbach lockern.Wir müssen dann aber auch über ärztliche Weiterbildung reden.Politik hat nicht verstanden, dass ein fertiger Medizinstudent noch kein fertiger Arzt ist. Fachärzt:innen wachsen nicht auf Bäumen. Spezialfächer drohen, bei dieser Reform die Verlierer der Krankenhausreform zu werden.Wie soll medizinische Qualität aufrechterhalten werden, wenn bestimmte Leistungsgruppen komplett verschwinden?Die Umstellung auf Hybrid-DRGs ist dafür verantwortlich, dass einige Kliniken bereits in die Insolvenz gezwungen werden. Darunter leidet wieder die Weiterbildung – wie soll man lernen, wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat?Ein weiterer Aufreger: Bei höherwertigen Eingriffen werden die Sachkosten nicht bewertet - die Platte muss der Chirurg also selbst bezahlen.Und dann kommt Friedrich Merz um die Ecke und erzählt was von Teilzeit-Lifestyle – ein Brandbeschleuniger für das ärztliche Personal und die Pflege im Krankenhaus!Zu dieser Debatte kommt dann noch das Thema Behandlungsfehler.Aus dem GKV-Spitzenverband kam dann auch noch eine hirnrisse Idee: Die psychotherapeutischen Honorare sollen um 10% abgesenkt werden.Das kann man nicht einfach machen. Bei der Psychotherapie geht es sofort um die gesamte Existenz! Zudem arbeiten diese Menschen wirklich sehr viel unter sowieso schon schlechten Bedingungen. Wie kann man diesen einfach 10% Vergütung streichen wollen?Der Wirtschaftsrat der CDU sagt außerdem, dass wir jetzt unsere zahnärztlichen Behandlungen bezahlen sollen. Sollen wir uns dahin bewegen, dass wir die soziale Klasse der Menschen an den Zähnen ablesen können?Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Die Debatte um den Rettungsdienst | Lucas Glaser
Wie steht es um den Rettungsdienst im Gesundheitssystem? Und warum diskutieren gerade so viele darüber, dass Patient:innen den RTW selbst zahlen sollen?Darüber diskutiert Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lucas Glaser, der nicht nur privat Medizin studiert, sondern auch schon lange im Rettungsdienst tätig ist.Er blickt sehr positiv darauf, wie sich die Qualität der Versorgung und der Ausbildung in der präklinischen Versorgung verbessert hat in den letzten Jahren.Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Möglichkeit eines Bore-Outs. Das Personal ist hochkompetent und stark ausgebildet, aber ist oft mit Situationen konfrontiert, die nicht in das Anforderungsprofil passen. Es gibt viele Lapalien-Einsätze, bei denen man sich wie ein begleitetes Taxi fühlt.Als low-hanging-fruit sieht er, die Parallelstruktur zwischen Kassenärztlichem Notdienst und Leitstelle des Rettungsdienstes aufzulösen.Laura sieht als großes Problem, dass Rettungsdienst Ländersache ist. Dadurch gibt es teilweise in nebeneinanderliegenden Dörfern keine einheitlichen Strukturen. Niemand will seine Kompetenzen abgeben, was Reformen unmöglich macht.Beim Rettungsdienst gibt es zwei Konzepte:Scoop and Run, das heißt, die Patient:innen werden eingesammelt und zum Krankenhaus gebracht.Stay and Play, das bedeutet, dass Ärzt:innen direkt mit zum Notfall und Patienten kommen.Laura betont, dass wir die Notärzt:innen auch in Kliniken und Schockräumen brauchen und nicht unbedingt im Auto. Hier bewegen wir uns in Deutschland gerade dahin, dass Notfallmedizin ein eigenständiges Fach wird – das ist allerdings alles hochpolitisch.Lucas hat sich mit den Budgets beschäftigt: Als Rettungsdienst kann man kein Minus machen. Es gibt feste Summen, die der Rettungsdienst kostet (was u.a. daran liegt, dass der größte Kostentreiber die Fixkosten sind).Wieviel die einzelnen Krankenkassen zahlen müssen, ist abhängig von der Menge der Transportscheine. Er erklärt, dass die RTW-Einsätze nur etwa 1,5% der GKV-Ausgaben ausmachen und hier ein Rechenfehler vorliegt, wenn darüber gesprochen wird, dass Einsparungen am Rettungsdienst das Gesundheitssystem retten könnten: Das ist nicht so!Er erklärt, dass wir uns dafür entscheiden müssen, wie gut wir versorgen wollen.Denn RTWs sind oft unterwegs für Dinge, für die sie nicht gemacht sind.Viele Patient:innen rufen einen Rettungswagen, weil sie so hoffen, im Krankenhaus „schneller dran“ zu sein.Das Problem liegt in der Patientengruppe, die genau in der Mitte ist: Sie sind kein Notfall, den man direkt sieht und auch nicht gesund, sondern sie KÖNNTEN etwas haben, es ist aber nicht klar.Lucas fragt sich, ob vielleicht mehr Menschen dadurch sterben, weil wir überversorgen bzw. die Masse der Patient:innen zu viel ist.Laura erklärt, dass dies auch ihr Alltag ist. Hier ist es wichtig, ein Bauchgefühl zu entwickeln, dass etwas nicht stimmt. Je mehr SOPs es gibt und je weniger Platz es nach rechts und links gibt, desto weniger wird dieses Bauchgefühl ausgebildet.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Gute Versorgung ist kein Geheimnis - es fehlt an Umsetzung! | Laura zum aktuellen Stand
Laura trägt heute ein HZV-Shirt (HZV = Hausarztzentrierte Versorgung, ein freiwilliges Primärarztsystem). Denn die Unis Heidelberg und Frankfurt haben Ergebnisse von Forschungen veröffentlicht: 1,36 Mio unkoordinierte Facharztkontakte weniger, 24.650 verhinderte Krankenhausaufnahmen, 24.400 zusätzliche Influenza-Impfungen bei älteren Versicherten, 4,3% geringere Gesamtkosten pro Versicherten, 10% geringere Krankenhauskosten, 90.000 Krankenhaustage weniger, 5.700 verhinderte Herzinfarkte, 736 Amputationen weniger, 9.200 verhinderte diabetesbedingte Komplikationen.Unser Gesundheitssystem profitiert davon nachhaltig und unsere Gesundheit auch!Ein heiß diskutiertes Thema in den Medien: Die Tele-AU.Die will der Kanzler gerne abschaffen.Das würde aber wirklich gar kein Problem lösen.Der Krankenstand und die Telefon-AU kann man nicht vermischen. Der Grund für die erhöhten Zahlen ist auch eine konsequentere Datenerfassung über die elektronische Krankschreibung.Laura würde eine Teil-Krankschreibung begrüßen. Jemand mit einer gerissenen Achillessehne könnte im Home Office 3-4 Stunden arbeiten. Auch bei psychischen Erkrankungen kann Arbeit Stabilität und einen Anker bieten, hier fänd Laura eine Teil-Krankschreibung eine echte Revolution.Gesundheitsversorgung muss sich am Menschen orientieren, nicht an der Zuständigkeit. Die Sektorentrennung wird immer versucht zu überbrücken, eine Strukturreform erfolgt nicht.Der CEO eine PVS-Systems sagt, dass Termine keine Ware sind. Wie viel privatwirtschaftliches Engagement ist hier gewünscht, wenn man auf Doctolib etc schaut?Von Warken wurde eine Notfallreform vorgestellt. Darin ist ein Vorschlag zu einem 24-7-Angebot, sowohl für Telemedizin als auch Hausbesuche. Wer soll das machen? Laura kann sich nicht klonen!Unter Jens Spahn wurde das Pflegebudget eingeführt. Damit sind die Pflegepersonalkosten kein Teil der diagnosebezogenen Fallpauschalen mehr, sondern werden vollständig von den Krankenkassen übernommen.Viele Kliniken haben Unterstützungskräfte entlassen und Pflegekräfte machen Dinge, die nicht zu pflegerischen Aufgaben gehören.Sogar Warken bestätigt, dass es Hinweise auf Missbrauch gibt – macht aber nix!Die TK hat festgestellt, dass Arzneimittelpreise in Deutschland zu hoch sind. Alleine bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten ließe sich durch Angleichungen an das internationale Preisniveau 4,37 Milliarden Euro sparen.Baas, mit dem Laura sonst selten einer Meinung ist (hier aber schon), schlägt folgendes vor:Absenken der Umsatzsteuer auf 7%Hersteller-Rabatt auf Patent-Arzneimittel auf 17% erhöhenEinführung von Arzneimittel-FokuslistenFerdinand Gerlach stellt die These, dass die verschlafene digitale Transformation in Deutschland ein Segen für Tech-Giganten ist. Zum Beispiel für Amazon, die sind in den USA schon health care anbieten.Ein Beispiel für fehlende Digitalisierung: Bei der elektronischen Patientenakte haben Heilmittelerbringer wie Physio- und Ergotherapeuten keine Schreibrechte, nur Leserechte.Jede dritte Praxis denkt über einen PVS-Wechsel nach.Wenn wir über Zukunft sprechen, dann auch über Kinder und Jugendliche. Eine Gesundheitskrise, vor allem in Bezug auf psychische Erkrankungen, steht uns bevor.Martin Holtmann warnt vor einer Resilienzromantik: Man kann trotz aller Bemühungen erkranken.Vermitteln wir Kindern das Gegenteil von Selbstwirksamkeit? Wir erwarten viel von Jugendlichen, aber geben wir ihnen auch die nötigen Bedingungen?Das Nadelöhr, (damit wir auch alle mehr arbeiten können, wie Merz das gerne hätte,) ist u.a. die Kinderbetreuung.Die Leopoldina-Gesellschaft fordert die Politik zu einer nationalen Adipositas-Strategie auf. Wir haben Folgekosten von über 100 Milliarden Euro pro Jahr bei Menschen mit Übergewicht.Laura hat eine Patientin mit zwei asthmakranken Kindern. Die Deutsche Rentenversicherung möchte die Kinder in zwei Reha-Kliniken schicken, zu zwei Zeitpunkten, an zwei Orte. Sie hat zwei Sachbearbeiter. Damit organisieren wir uns kaputt.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Gesundheitssystem vor der Insolvenz? | Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
Die erste Solofolge in 2026! Auch Laura hat einige Vorsätze, die sind ihre persönliche Verantwortung. In der Politik gibt es allerdings Menschen mit mehr Verantwortung – schauen wir uns an, ob sie diese auch annehmen!Immer mehr Arbeitskreise und Kommissionen gegründet, wir haben aber kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.Ein Lösungsansatz wäre eine Ausrichtung an Bedarf, nicht an Bedürfnissen.Wir hängen aber weiterhin im Silo-Denken fest, sonst würden sich einige Facharztverbände nicht gegen das Primärarztsystem wehren.Union und SPD fordern jetzt mutige Strukturreformen. Die CSU allerdings möchte die telefonische Krankschreibung abschaffen – damit die Leute mit Norovirus wieder in den Praxen sitzen?Frau Machalet will auf Prävention zur Kostensenkung setzen. Das ist ne super Idee, bis das aber greift, sind wir eine Generation weiter.Eine Praxisgebühr ist auch keine Strukturreform. Es gibt viel wichtigere Fragen.Die Krankenkassen wollen jetzt selbst steuern. Laura betont noch einmal: Der Arztberuf ist ein selbstständiger Beruf. Wenn die Krankenkassen in die Terminsteuerung eingreifen, sind die Kriterien der Selbstständigkeit nicht mehr gewährleistet. Und dann sind Sozialversicherungsbeiträge für Ärzte fällig.Dahinter steckt die anmaßende Unterstellung von Krankenkassen, dass Haus- und Fachärzte die falschen Patient:innen versorgen.Besonders teuer sind auch die Kliniken. Die machen nämlich super viel stationär statt ambulant. Die ambulante Medizin ist unterfinanziert, so z.B. Mandeloperationen. Die könnte man einfach ambulant machen, in den Niederlanden passiert das zu 87%, in Deutschland nur zu 19%.Morbi-RSA ist ein morbiditätsbedingter Risikostrukturausgleich. Das heißt: Krankenkassen, die viele Kranke und Alte versorgen, sollen mehr Geld bekommen als diejenigen, die hauptsächlich Gesunde und Fitte versorgen. Dieses Geld kommt aus dem Morbi-RSA.Laura findet es sinnvoll, diesen abzuschaffen, er sorgt für noch mehr Bürokratie.Uns droht eine Systeminsolvenz.Trotzdem haben die Krankenkassen irgendwie noch viel Geld, die Energie-BKK zahlt ihren Versicherten beispielsweise Geld für die Messung der Intima-Media-Dicke – für Laura eine völlig sinnlose Untersuchung ohne eine Verdachtsdiagnose.Die Kassen haben eine Dreifachverwaltung: Landesverband, Bundesverband und den GKV-Spitzenverband. Das könnte man vereinfachen und dadurch Geld sparen. Auch die Werbekosten zu streichen hat ein Einsparpotential von 100 Millionen Euro jährlich.Die Wartezeiten sind auch immer wieder ein Thema. Minister Philippi möchte einfach mehr KI einsetzen – nur wer zahlt das denn?Die Gebühren für Rettungsfahrten werden nun zurückgezogen. Vorerst. Bis Ostern soll es eine feste Regelung geben.Der MD fordert die Offenlegung von Behandlungsfehlern. Natürlich sind diese ein riesiges Problem. Doch wir müssen uns ehrlich machen, warum diese Behandlungsfehler passieren!Laura regt sich tierisch darüber auf. Die Arbeitsbedingungen mit 2-Minuten-Medizin und 24h-Diensten sind unmenschlich, gleichzeitig wird mit dem Finger auf Ärzte gezeigt.Abwarten ist keine Option. Eine mögliche Lösung wären Primärversorgungszentren, in denen Medizin, Pflege, Sozialarbeit und Psychotherapie vereint sind. Laura würde so etwas wirklich gerne leiten!Eine weitere Diskussion, die wir führen müssen ist, was eine solidarische Versorgung dauerhaft leisten kann.Zum Abschluss möchte Laura nochmal über Jens Spahn sprechen. Seine Verfehlungen müssen in den Vordergrund gerückt werden. Er hängt außerdem bei Nius und Peter Thiel drin. Kein Politiker hat so einen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet wie er.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Zwischen Haftung und Heilkunde – wie blickt ein Jurist auf das Gesundheitssystem? | Hendrik Hörnlein
Regresse, Schmerzensgeld und die neue GoÄ – das sind Themen, die in der Medizin mal von einem Juristen beurteilt werden sollten!Deswegen hat Dr. Laura Dalhaus für die neue Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ Hendrik Hörnlein eingeladen, einen Medizinjuristen, der neben der Arbeit in seiner Kanzlei auch Healthcare Compliance Officer ist.Eigentlich sind Ärzte und Anwälte sich oft gar nicht so grün. Doch Hendrik findet auch, dass das Gesundheitswesen stark überreguliert ist. Wenn er von einem Arzt eine Frage bekommt, muss er sich zunächst durch zig gestufte Gesetze und Verträge wühlen.Er erklärt, dass im Vergleich zu früher mehr geklagt wird, diese Tendenz ist allgemein in der Gesellschaft aber gestiegen. Die Schadenssummen sind aber im Verhältnis zu denen in anderen Ländern eher gering. Es gibt in Deutschland den Schadensersatz, bei dem bekommt das ersetzt, was man verloren hat, auf der anderen Seite gibt es noch das Schmerzensgeld, was sich viele Leute ganz hoch vorstellen – ist es aber gar nicht.Laura greift das Urteil gegen Professor Volz auf, der einen geplanten und medizinisch notwendigen Schwangerschaftsabbruch nicht durchführen durfte, weil der kirchliche Träger ihm das untersagt hatte. Vor dem Arbeitsgericht verlor er, weil der Arbeitgeber die Behandlung bestimmen darf. In Laura’s Augen spricht das gegen die Therapiefreiheit.Hendrik erklärt das Urteil und dass sich das Gericht sich mit der Komplexität der Sondersituation und der Religionsfreiheit nicht genug auseinandergesetzt habe. Dazu kommt, dass sich der kirchliche Träger in die Nebentätigkeit von Herrn Volz eingemischt hat.Ein weiteres Urteil, das Laura und Hendrik besprechen, sind die Regresse gegen einen Kardiologen, der Rezepte nicht mit einem Kugelschreiber, sondern einem Stempel unterschrieben hat. Hendrik erklärt, wie komplex die Gesetzesgrundlage hierfür ist.Weiter geht es mit dem Thema MVZs und der Haftung. Denn wenn Regresse entstehen, dann haftet Laura in ihrer Praxis selbst. Doch wer ist bei den MVZs, vor allem den kommunalen, die Person, welche die Haftung übernimmt?Laut Hendrik kommt es auf die zivilrechtliche Gestaltung an.Laura erzählt von der neuen GoÄ (Gebührenordnung für Ärzte), über die unfassbar viel diskutiert wurde, u.a. beim Deutschen Ärztetag. Für Hendrik ist es ein Armutszeugnis, wie das gelaufen ist, denn das letzte Mal wurde die GoÄ 1982/83 vollständig reformiert. Die Absurdität war, dass die Bundesregierung nichts gemacht hat, bis die Ärzteschaft sich mit den Kostenträgern für einen Entwurf geeinigt hat.Gesundheitsministerin Nina Warken hat eine neue Finanzkommission gegründet, die bis 2027 Vorschläge erarbeiten will. Laura hat langsam die Hoffnung auf eine Revolution des Systems verloren. Für Hendrik stellt sich die Frage, ob wir das Monstrum an Bürokratie irgendwie abbauen können.Brauchen wir mehr Steuerung? Wir haben immer mehr Spezialisten, gleichzeitig in der Stadt eine hohe Dichte an Ärzten – auf dem Dorf viel zu wenig.Brauchen wir hier mehr Steuerung oder würde sich das dann zu einem staatlichen Gesundheitssystem entwickeln analog Englands? Laura ist zwiegespalten.Hendrik erklärt, dass die Bedarfsplanung eigentlich diese Steuerung darstellt.Menschen werden aber immer älter und komplex kränker, deswegen sehen immer mehr Player die Möglichkeit, Geld im System zu verdienen – beispielsweise Kaufland und dm. Die enge Betreuung sieht Laura allerdings nur in der Betreuung vor Ort.Das, was Kaufland macht, ist eine Form von Telemedizin, das findet Hendrik eigentlich eine positive Sache. Doch ist es Heilkunde und somit erlaubt? Dazu läuft gerade ein Prozess.Laura regt sich besonders darüber auf, dass die Patient:innen mit den Ergebnissen alleine gelassen werden.Zum LinkedIn-Profil von Hendrik: https://www.linkedin.com/in/hendrik-h%C3%B6rnlein-ll-m-36961b211Zur Website von Hendrik: https://ra-wigge.deZum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Fachkräftemangel und Weiterbildung im Krankenhaus | Dr. Susanne Johna
Wie steht es um die Aus- und Weiterbildung in Krankenhäusern? Was können wir gegen den Fachkräftemangel machen und lohnt sich Berufspolitik überhaupt?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Susanne Johna, der Vorsitzenden des Marburger Bunds.Dieser vertritt vorwiegend die Belange von angestellten Ärzt:innen und somit auch einem Großteil der Krankenhausärzt:innen.Susanne Johna hat gerade bei einer Anhörung im Bundestag darüber gesprochen, dass in manchen Fächern die Weiterbildungsstellen verloren gehen. Ein weiteres Problem ist die Bürokratie:Angestellte Ärzt:innen müssen sich immer wieder neu von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn sie den Job wechseln – ein unnötiger Akt.Als Hausärzt:in ist man immer sehr pragmatisch, sonst würde man den Alltag nicht schaffen, fehlenden Pragmatismus kann Laura deswegen gar nicht nachvollziehen.Auch Bereitschaftsdienste und Arbeitszeiterfassung sind ein großes Thema.Mit den Unikliniken gibt es jetzt einen Tarifvertrag, dass Arbeitszeiterfassung elektronisch sein muss, aber ein Teil der Kliniken macht das nicht. Auch die Bundesregierung will flexiblere Arbeitszeiten, da stellt sich aber die Frage: Was bedeutet überhaupt flexibel?Laura wird richtig wütend, wenn über steigende Behandlungsfehler gesprochen wird, gleichzeitig werden auch die Arbeitsbedingungen immer schlechter.Susanne Johna sagt dazu einen starken Satz: Nicht die Menschen sind das Risiko im System, sondern die Menschen sind der Sicherheitsfaktor im System.In der Folge mit Eli Inhester hat Laura herausgefunden, dass viele Bereitschaftsdienste nur zu 60% bezahlt werden, wie selbstverständlich wird aber durchgearbeitet.Susanne erklärt, dass man das nicht akzeptieren muss. Allerdings sind dann die Grenzen zum Schichtdienst fließend.Die beiden diskutieren auch über die Krankenhaus-Reform, durch die beispielsweise die spezialisierte Kinderheilkunde verschwindet. Dies ist ein systematisches Problem. Bei der Definition von Leistungsgruppen entsteht auch die Frage, wie viel Personal man benötigt. Dieses Personal muss allerdings auch ausgebildet werden.In anderen Ländern gibt es explizite Weiterbildungsstellen. Denn man kann Menschen in Ausbildung nicht als Vollzeitstellen rechnen – schließlich müssen sie noch lernen.Medizin ist unfassbar hierarchisch. Es kommen immer wieder Fälle ans Licht zum Thema Machtmissbrauch und schlechte Führungskultur. Auch Sexismus und Rassismus, sowie Homophobie sind hier Themen. Schockierend ist, dass Dinge gesagt werden, von denen man gehofft hat, dass sie nicht mal mehr gedacht werden.Junge Kolleg:innen kehren so dem System den Rücken. Beide sind aber überzeugt: Wir brauchen multikulturelle und junge Teams!Ein weiteres Thema ist eine fehlende Gleichbehandlung bei den Geschlechtern. Das Medizinstudium ist sehr weiblich, trotzdem sind die meisten Chefärzte männlich.Die beiden diskutieren auch über fehlende Kinderbetreuung. Das Thema ist einfach nicht gut gelöst in Deutschland.Selbst wenn wir jetzt mehr Studienplätze für Medizin haben, die Menschen aber dann nicht im System halten können, hilft das auch nicht.Susanne ist als Berufspolitikerin sehr engagiert, sie erklärt, dass man sich oft mit den kleinen Schritten anfreunden und manchmal auch verstehen muss, dass man Schlimmeres verhindert hätte. Laura ist teilweise resigniert, denn die Vorschläge aus der Ärzteschaft sind wissenschaftlich begründet – trotzdem passiert nichts. Ein Beispiel ist der Paragraph 218.Dr. Johna wünscht sich von der Bundesgesundheitsministerin Frau Warken besonders eine Stärkung des Bereichs Prävention. Das wird sich rechnen – nicht in einer Legislaturperiode – aber langfristig.Sparen könnte man an der Überversorgung, die es im Vergleich zur Unterversorgung bei uns auch gibt.Wir müssen Patient:innen besser durchs System lenken, auch Ambulantisierung hält Dr. Johna für sinnvoll.Private Equity und Dividenden, die an Investoren ausgeschüttet werden, statt wieder reinvestiert zu werden, sind ein großes Problem.Wir brauchen insgesamt mehr Mut im Gesundheitswesen.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wie finanzieren wir Gesundheit? Sparen an den falschen Ecken | Laura zum aktuellen Stand
Eigentlich wollte Laura eine Rückblickfolge machen. Doch der GKV-Spitzenverband hat ein 77-Seiten-Pamphlet aufgelegt und deswegen spricht Laura über die Aufgaben, welche die Bundesgesundheitsministerin und ihre Finanzkommission Gesundheit in 2026 mitnimmt.Zuerst gibt’s aber noch ein paar Neuigkeiten aus dem System:Wenn Patient:innen den Rettungsdienst alarmieren, müssen sie einen Eigenanteil zahlen, wenn sie einen Krankenwagen brauchen. Findet keiner cool, aber keiner will’s sonst zahlen.Jeder vierte junge Mensch fühlt sich psychisch belastet, das hat Quentin Gärtner auch schonmal betont. Die Pandemie hat bei vielen Kindern und Jugendlichen psychische Beeinträchtigungen hinterlassen, gleichzeitig finden sie jetzt keinen Therapieplatz.Therapeutische Wundprodukte fallen jetzt auch wieder aus der Erstattung.Auch beim Thema Impfempfehlungen herrscht die Bürokratie vor. Jede Schutzimpfungsrichtlinie muss erst durch den Gemeinsamen Bundesausschuss freigegeben werden und dann gibt es noch Verhandlungen auf Bundesebene. Die Impfung gegen Meningokokken B wird auch noch nicht von der GKV übernommen.Die Kassen haben derweil eine Digitalisierungsstrategie vorgelegt, diese wollen jetzt die Patient:innen steuern. Damit ist auch die Sicherstellung verbunden – dann gibt Laura ihre Kassenzulassung zurück. Es ist grotesk, dass der GKV-Spitzenverband sich als freundliche Versorgungshilfe inszeniert.Wenn wir langfristig die Kosten senken wollen im Gesundheitssystem, dann müssen wir auf Prävention setzen, doch die Politik unternimmt zu wenig.Ohne Mut zur Strukturreform wird’s nicht gehen. Sonst könnten Beiträge zur Krankenversicherung bald die Rente übersteigen.Kommen wir zurück zu den vorgestellten Maßnahmen des GKV-Spitzenverbands.Ein Irrsinn ist ein Fahr- und Notdienst gleichzeitig zu den Öffnungszeiten der Praxen. Auch Telemedizin soll 24h pro Tag erreichbar sein.Zunächst gab es eine Kommission Pflege, die Politik scheint zu hoffen, dass diese Kommissionen ihre Arbeit machen. Sogar die Kassen sind davon überzeugt.Die SPD will den Eigenanteil deckeln, die Union hält das nicht für finanzierbar, die CDU will eine private Zusatzversicherung, das hält die SPD für unsolidarisch.Warken hofft auf mehr Facharzttermine durch Ergebnisse der Expertenkommission, in der übrigens niemand aus der ambulanten Medizin drinsitzt. Jetzt ist auch mal aufgefallen, dass 13% der Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung stattfinden.Die Schuld wird sich mal wieder hin- und hergeschoben von den Parteien.Stabile Beitragssätze sind 2026 kaum zu halten laut GKV Spitzenverband. Der Vermittlungsausschuss hat aber keine Einigung erzielt.Auch der Pharmasektor bleibt ein Problem, wir geben mehr für Medikamente aus als für die gesamte ambulante, ärztliche Versorgung. Die Pharma-Industrie soll ihren Beitrag leisten, das will aber die SPD nicht – in Rheinland-Pfalz sind halt nächstes Jahr Wahlen.Es wird also heiß diskutiert, ob die Pharma-Branche mitwirken soll oder nicht.Die Krankenkassen wollen, dass Heil- und Hilfsmittel nur noch per Festbetrag erstattet werden sollen und die Verpflichtung zur hausarztzentrierten Versorgung beenden. Doch die sorgt für viel bessere Versorgung.Laura ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Versorgung in einem Primärarztsystem liegt, dafür brauchen wir Physician Assistants und Primary Care Manager.Zum Schluss gibt es noch ein wichtiges Thema: Herr Streeck, eigentlich Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich zur Medizin am Lebensende geäußert. Das war das falsche Medium, ABER: Wir müssen uns darum kümmern.Es gibt keine Regelung über Medizin am Lebensende, gleichzeitig gibt es Menschen, die möchten ihr Leben vorzeitig beenden. Und wir werden als Solidargemeinschaft nicht mehr in der Lage sein, alle Behandlungen zu bezahlen. Wenn die Wahrscheinlichkeit zu sterben größer ist als zu genesen, müssen Wünsche, Würde und Frieden der Patient:innen im Vordergrund stehen.Es gibt sehr teure Chemotherapien, die das Leben um 3-6 Monate verlängern, gleichzeitig gibt es kein Geld für Psychotherapie für Kinder und Jugendliche.Wir brauchen eine ehrliche Debatte mit einer ethischen Grundhaltung.Für uns alle ist es eine Aufgabe, sich dieser Diskussion mit unseren Familien und Freunden zu widmen.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Die Herausforderungen der ambulanten Pflege | Christian Matzka
Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen und die meisten wollen dabei in der Häuslichkeit bleiben. Doch wie ist das umsetzbar?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Matzka, der einen ambulanten Pflegedienst und ein ambulant betreutes Wohnen führt.Er schaut eher pessimistisch auf das Gesundheitssystem, so wirklich will sich die Politik da ja nicht rantrauen. Sein eigener Antrieb ist, dass er sich an die Gegebenheiten anpasst, wenn er die Rahmenbedingungen schon nicht anpassen kann.Die Leistung in der Pflege wird in einen Minutenwert gepresst, gleichzeitig sind die Pflegedienste völlig ausgelastet. Nicht alle finden einen Pflegedienst, wenn sie ihn brauchen.Viele können sich Pflege auch nicht leisten, weil der Pflegegrad die notwendige Unterstützung nicht abdeckt. Christian sieht zudem das Problem, dass wir insgesamt unter einer schärferen Kostensituation leiden. Er selbst versucht an allen Ecken Kosten einzusparen, um die Patient:innen nicht zu stark zu belasten.Ein Problem in der Versorgung sind auch die Wege: Pflegekräfte sitzen viel im Auto und können in der Zeit nicht versorgen.Laura und Christian befürchten beide, dass Pflege bald ein Luxusgut wird.Christian möchte auch gerne Investitionen machen, beispielsweise in KI, um eine Arbeitserleichterung für Mitarbeitende zu schaffen. Investitionen sind jedoch nicht so einfach, weil die Refinanzierung über die Kassen schwieriger wird – obwohl Christian ein Unternehmer ist und so handeln muss, hat er nicht die gleichen Rechte wie in der freien Wirtschaft. Dazu gehört auch das Marketing, um neue Mitarbeitende zu generieren.Öffentliche Aufklärung ist dringend notwendig. Immer mehr Menschen sind allein im Alter, dadurch wird ambulante Pflege natürlich umso wichtiger. Auch aus Kostengründen sollten wir als Gesellschaft alles dafür tun, dass Menschen möglichst lange zuhause versorgt werden können.Die beiden sprechen auch über die Aus-, Fort- und Weiterbildungssituation in Pflege und Medizin. Christian ist überzeugt: Pflege ist ein cooler Job!Man muss als Pflegedienstleitung aber auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: Gute Einarbeitung, gutes Arbeitsklima. Auch ein gutes Gehalt ist natürlich wichtig.Die Politik braucht jetzt den Mut, Dinge umzusetzen. Denn genug Geld ist im System, da ist Laura von überzeugt. Sie erzählt, dass beispielsweise Frankreich die Inlandsflüge verboten hat, um das Klima zu schützen. So eine Umsetzungspragmatik bräuchte unser Gesundheitssystem auch!Doch was ist die Lösung?Laura findet es wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und aufzuklären. Vorsorge innerhalb der Familie ist wichtig.Es kommt für fast alle irgendwann der Punkt, an dem wir Pflege benötigen und wenn wir dann nicht vorbereitet sind, dann entsteht erstmal große Überforderung.Sprecht darüber.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Ohne OTAs keine OPs – und trotzdem stimmen die Arbeitsbedingungen nicht | Eli Inhester
Wie ist es, jeden Tag in einem OP zu arbeiten?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Elisabeth Inhester, kurz Eli.Sie ist OTA, das ist kurz für operativtechnische Assistentin, früher wurde das OP-Schwester genannt.Als OTA arbeitet man ausschließlich im OP. Früher hat man hierfür zunächst eine Krankenpflegeausbildung gemacht, mittlerweile gibt es direkt eine Ausbildung, die sich auf den OP bezieht.Ganz wichtig: OTA ist kein Pflegeberuf!Im OP ist man sowohl die Person, die den sterilen Part übernimmt (kennt man aus Greys Anatomy, diejenigen, die Schere und Tupfer angeben), als auch die Person, die den Instrumentierenden versorgt und die Dokumentation macht. In jedem OP gibt es somit zwei OTAs – ohne sie ist keine OP möglich.Mittlerweile ist Eli OP-Leitung und koordiniert somit auch die OP-Säle und die Mitarbeitenden. Schon vor 12 Jahren, während ihrer Ausbildung, waren die Bedingungen schlecht. Mittlerweile sind sie noch schlimmer geworden: Es gibt kaum Fachpersonal, Stellen werden gestrichen und Berufsgruppen werden bunt durcheinander eingesetzt.Das Problem: Gesundheitsversorgung lohnt sich finanziell nicht.Die Arbeit im OP funktioniert im Zweischichtsystem und im Bereitschaftsdienst. OP-Zeit ist tagsüber, der Bereitschaftsdienst übernimmt dann Notfälle wie Notfall-Kaiserschnitte.Das Problem: Für die Bereitschaftszeit wird nur eine gewisse Zeit angerechnet. Eigentlich gibt es ein EU-Gesetz dazu, dass Bereitschaftszeit immer Arbeitszeit ist, doch wenn man Vollzeit arbeitet (und einen Teil im Bereitschaftsdienst) macht man automatisch ein Minus in den Stunden.Die Leidensfähigkeit der Healthcare Professionals ist sehr hoch, sie wird von der Politik aber auch genauso erwartet.Ausgebildet wird im laufenden Betrieb. Doch im OP gilt: Zeit ist Geld!Eli erzählt, dass Ausbildung kaum möglich ist, weil sie sonst zu dritt im OP stehen müssten – da gibt es einfach nicht genug Ressourcen für. Eine gute Einarbeitung braucht ein halbes Jahr, das ist in der Realität kaum möglich. Die Erwartungen und der Druck sind hoch, alles muss schnell gehen – da fällt Empathie öfter mal hinten runter.Im Gesundheitssektor gibt es eigentlich ein großes Druckmittel: Wir könnten auf Arbeitsgesetze plädieren, haben aber die Mentalität in uns, leiden zu müssen. Im OP merkt man fast militärische Hierarchiestrukturen immer noch. Auf der einen Seite ist das sinnvoll, damit nichts schiefgeht, modern ist es allerdings nicht.Laura möchte von Eli wissen, wie sie ein Krankenhaus organisieren würde, wenn man sie lassen würde. Eli würde den Fokus darauflegen, wie sinnvoll eine OP ist, nicht wie lukrativ.Bei Laura würde der Notfallbetrieb wie bei der Feuerwehr laufen: Tagsüber die geplanten Sachen und dann gibt es einen Saal nur für Notfälle. In großen Häusern ist es selbstverständlich, dass das Regulärprogramm bis abends um 22 Uhr läuft.Der Stress der Teams sollte definitiv reduziert werden, um die Qualität auch zu gewährleisten.Die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und OP sind schlecht, bei den KVen oder Krankenkassen sind sie viel besser, dass viele auch einfach in die Teppich-Etagen oder an die Schreibtische wechseln – ein Verlust an Ressourcen da, wo sie so dringend benötigt werden!Trotz all der schwierigen Seiten liebt Eli ihren Job und findet ihn erfüllend.Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Versorgung kollabiert immer weiter - Laura zum aktuellen Stand
Laura Dalhaus muss mal wieder was zum aktuellen Stand sagen und schaut sich dafür die Presse der letzten Wochen an.Der Start sind mal wieder Finanzen und Finanzierung. Es gibt nämlich immer noch keine Versorgungspauschale für unkomplizierte Chroniker. Ein Vorschlag ist tatsächlich 1 Cent.Das Gesundheitssystem sei laut Tino Sorge verantwortlich für den Wirtschaftsstandort Pharma.Kinder-Operationen werden weiterhin nicht in den Hybrid-DRGs aufgenommen. Kinderchirurgie steht damit weiterhin unter einem unfassbaren Druck, weil sie durch Erwachsenenmedizin querfinanziert werden soll. Dazu kommen unsinnige Hilfsmittelprüfungen. Laura als Hausärztin wird nämlich gefragt, ob ein Kind wirklich einen Rollstuhl bräuchte – welche Familie will einen Rollstuhl, wenn das Kind ihn nicht braucht?Kinder werden oft nachrangig behandelt, soweit, dass in OWL viele Augenärzt:innen keine Kinder mehr behandeln.Optiker:innen dürfen erst diagnostisch tätig werden ab dem 14. Lebensjahr. Laura findet es unsinnig, dass ein funktionierender und gut aufgestellter Bereich das nicht darf.Offiziell gibt es keinen Mangel an Kinderärzt:innen, im Gegenteil. In der Praxis aber schon. Dieser Zustand ist ein Indikator dafür, wie weit unter Gesundheitssystem schon kollabiert ist.Der Deutsche Psychotherapeutentag fordert eine gezielte und separate Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Auch unsere Gesundheitsministerin Nina Warken befürwortet das. Na dann hoffen wir mal, dass da was passiert!Der Dringlichkeitscode verspricht einen Facharzttermin in nur 4 Wochen. Wenn nicht, dürfen Patient:innen sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Für die Behandlung mit dem Code dürfen höhere Pauschalen abgerechnet werden. In Laura’s Augen funktioniert das alles nur mit einem echten Primärarztsytem, wenn ihre Überweisung auch etwas wert ist.Die KBV hat gesagt, es gäbe nicht genug Privatversicherte, sodass sie die Termine für gesetzlich Versicherte blockieren. Das sieht Laura als Eigentor.Die erste Telemedizin-Praxis hat im Supermarkt eröffnet. Für neue Patient:innen gibt es aber keine Blutdruckmedikamente oder Antibiotika. Was machen sie denn dann?Die Wettbewerbszentrale klagt schonmal gegen das dm-Augenscreening, aufgrund des Heilpraktikergesetzes sind die Mitarbeiter:innen vor Ort nicht zur Ausübung von Heilkunde befugt. Die Frage ist, ob diese Dinge das Gesundheitssystem wirklich entlasten.Eine Kollegin hat Laura kontaktiert. Sie hat einen Regressfall bekommen, sie wird nun dafür bestraft, dass sie zu viele Langzeit-EKGs und 24-Stunden-Blutdruckmessungen durchführt. Sanktionen basieren auf dem Vergleich mit einer Vergleichsgruppe – das ist aber kein verlässlicher Indikator für medizinische Notwendigkeit.Impfregresse für Hausärzt:innen gibt es unablässig. Jetzt impfen aber auch die Apotheken – da gibt’s keine Regresse! Es gibt hier nicht die gleichen Kontroll-Mechanismen.Der ärztliche Nachrichtendienst hat eine Umfrage zur Online-Bewertung gemacht. Wenn man eine unsachliche oder unfaire Bewertung bekommen hat, dann bricht man die Behandlung meistens ab. Die KV hat in einem Fall dann geschrieben, ob die Praxis nicht noch ein Auge zudrücken könnte. Auch Laura hat schonmal Post von einem Ehrenvorsitzenden bekommen, weil sie die Behandlung wegen eines zerrütteten Arzt-Patienten-Verhältnis abgebrochen hat.Das Hebammen-Hilfegesetz sollte dafür sorgen, dass Schwangere besser versorgt und Hebammen besser vergütet werden. Das Gegenteil ist der Fall.In der Forensik müssen immer mehr Pfleger:innen den Transport von Straftäter:innen übernehmen. Das gehört nicht in den Verantwortungsbereich.Die Zahl der Investoren-getriebenen-MVZs steigt. In der Radiologie- und Labormedizin liegt der Anteil bei über 50%. Auch der Marburger Bund warnt vor einer Kommerzialisierung der Versorgung.Interprofessionelle Zusammenarbeit, wie z.B. in Form einer HÄPPI-Praxis, funktioniert. Doch die Kassen wollen nicht mitmachen.Gespart werden soll jetzt an der Notfallversorgung – wenn jemand nicht mitgenommen wird, sondern sich das Problem vor Ort lösen lässt, dann soll man das nun selbst zahlen.Allerdings schätzen sich auch sehr viele Patient:innen als Notfall ein, wenn sie es nicht sind.Frau Warken will bessere Bedingungen für Ärzt:innen schaffen. Vielleicht sollte sie mal den Podcast von Laura hören?Dabei nutzen viele Kliniken für das Entlassmanagement immer noch das Fax.Die KV Rheinland-Pfalz hat sogar ein Regress-Ranking kreiert. Die größte deutsche Krankenkasse liegt auf Platz 1.Zum Schluss aber noch was Positives: Die User vom Freestyle Libre werden jetzt informiert, dass die Geräte nicht richtig funktionieren. Da hat Laura’s Aufregen mal wirklich was gebracht!Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/membershipsFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wie steht die SPD zur Gesundheitspolitik? | Matthias Mieves, SPD
Wie steht die SPD zu unseren gesundheitspolitischen Herausforderungen?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Matthias Mieves, dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD. Er kämpft sehr engagiert für Digitalisierungsprojekte in der Medizin.Laura erzählt, dass sie gerade im Landtag als Sachverständige zu Gast war und auf einen Antrag der SPD zur wohnortnahen Versorgung reagiert hat. In Laura’s Wahrnehmung haben wir kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem.Matthias sieht, dass es viele Interessen von den vielen Beteiligten im System gibt. Das Thema ist emotional und es gibt viele Zuständigkeiten.Doch ist das System reformunfähig? Müssen wir raus aus der Systematik, dass Krankheit einen Marktwert hat?Matthias sieht das alles nicht so negativ. Besonders im Vergleich zu anderen Ländern findet er, dass wir ein gutes Gesundheitssystem haben. Er hebt hervor, dass wir alle in Deutschland krankenversichert sind.Matthias hofft auf die Krankenhausreform und dass dadurch sowohl die Qualität gesteigert und Personal besser verteilt wird. Dies soll eine bessere Zusammenarbeit gewährleisten.Laura hinterfragt das stark!Sie erzählt, dass das Pflegebudget aktuell dafür genutzt wird, dass Pflegepersonal Aufgaben übernehmen muss, die vorher nicht als Pflegeaufgaben deklariert wurden.Schauen wir uns den Gesundheitsfond an: Laura ist sich sicher, dass wir genug Geld im System haben. Viele Krankenkassenbeiträge werden jedoch ausgegeben für versicherungsfremde Leistungen.Matthias findet es wichtig, dass natürlich auch Bürgergeldempfänger:innen und Kinder versichert sind. Jedoch findet er, dass wir alle in einem solidarischen System hierfür einzahlen müssen, nicht nur die gesetzlich Versicherten.Laura hinterfragt, dass Medikamente in Deutschland viel schneller zugelassen werden als in anderen Ländern. So sind wir als Land besonders attraktiv für Pharmafirmen.Matthias findet das allerdings gut, denn er sagt, dass wir so schnell an neue Medikamente kommen.Die letzten Tage und Wochen in unserem Leben sind die teuersten.Laura wünscht sich eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, wie wir mit steigenden Medikamentenpreisen umgehen wollen und auch, ob es okay ist, dass die letzten 3 Monate 130.000€ kosten könnten.Matthias möchte diese Diskussion nicht offen führen, sondern schiebt sie auf die Familien.In der neuen Kommission zur Gesundheit sitzt niemand aus der ambulanten Versorgung. Ist die Politik auf dem ambulanten Auge blind? Auch Matthias findet es nicht gut, wie die Kommission besetzt ist und wünscht sich mehr praxisnahe Unterstützung in den Kommissionen.Laura findet es wichtig, nicht den Mut zu verlieren. Menschen sind verzweifelt und Laura sieht es als einen wichtigen, demokratiestabilisierenden Faktor, dass die Gesundheitsversorgung funktioniert. Matthias möchte nicht, dass Menschen sich abgehängt fühlen, ob durch fehlende Versorgung oder zu wenig Apotheken.Eine wohnortnahe Versorgung benötigt niedergelassene Ärzt:innen!Die sektorübergreifende Zusammenarbeit funktioniert noch nicht so gut. Viele Player wollen ihren Teil des Kuchens. Für Laura wäre es auch völlig okay, wenn die Krankenhäuser Hausarztmedizin machen, aber dann müssen die Bedingungen gleich sein: Dann müssten diese auch Hausbesuche machen.Wir müssen die Zusammenarbeit verbessern!Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Steht die Politik uns im Weg? Die Grünen im Check | Janosch Dahmen
Wie stehen die Grünen zur Gesundheitsversorgung? Was muss sich ändern, um gute Versorgung noch weiter zu ermöglichen?Für diese Diskussion hat Laura Dalhaus diesmal Janosch Dahmen in ihren Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen.Janosch ist nicht nur Notfallmediziner, sondern auch gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, sitzt dort im Gesundheitsausschuss und ist damit politisch besonders für die Themen Gesundheit und Pflege zuständig.Die Situation in der Notfallversorgung hat sich sowohl für Patient:innen als auch das Personal verschlechtert. Die bestehenden Strukturen funktionieren teilweise nicht mehr.Gleichzeitig wollen wir ambulantisieren und die Versorgung eigentlich verbessern.Nach Dahmen ist das Gesundheitswesen reformbedürftig. Die Ausgabenentwicklung ist erschreckend, gleichzeitig steigen die Beiträge und die Versorgungsqualität sinkt.Die politische Kultur ist gleichzeitig von Mutlosigkeit geprägt. Es gibt kein Erkenntnisproblem – deswegen brauchen wir auch keine weiteren Kommissionen, sondern Handlungen.Dahmen erklärt einfache Möglichkeiten, wie z.B, in der Zusammenarbeit von Pflege und Notfallmedizin Prozesse verbessert werden können.Ein weiteres Thema ist die Zwei-Klassen-Medizin. Dahmen nennt diese eine Fehlsteuerung im System. Sein Fokus ist es, die Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen zu verbessern.Denn aktuell gibt es viele Fehlanreize durch die schlechte Vergütung von wichtigen Leistungen.Zudem ist er davon überzeugt, dass nicht alle Patient:innen unbedingt einen Arztkontakt benötigen. Praxen können vielmehr in Teams agieren. Auch Laura ist davon überzeugt, dass der Einsatz von VERAHs, Physician Assistants und Primary Care Managern die Versorgung verbessern und ein Primärversorgungsmodell möglich macht. Gleichzeitig haben die Kassen daran wenig Interesse.Dahmen präferiert zudem ein Einschreibemodell mit einer Vorhaltefinanzierung, um unnötige Behandlungsanlässe zu verringern.Ein weiteres Thema sind steigende Arzneimittelpreise. Unsere Behandlungen werden immer spezialisierter und individueller. Die letzten Patientenjahre sind zudem die teuersten. Müssen wir uns gesamtgesellschaftlich die Frage stellen, wie viel ein Lebensjahr wert ist?Laura findet es auch gar nicht gut, dass es Geheimabsprachen bei Medikamentenpreise gibt und sie damit mögliche Regresse eingeht, ohne zu wissen, wie hoch diese sein könnten.Zum Schluss stellt sie noch folgende Fragen:Haben wir ein Einnahmen- oder Ausgabenproblem bei den gesetzlichen Krankenkassen?Höhere Kosten für einen ungesunden Lebensstil und eine Zuckersteuer – ja oder nein?Wie viel Private Equity tut unserem Gesundheitssystem gut?Steht der Datenschutz einer guten Versorgung im Weg?Können wir Bürokratie abbauen, um schneller zu werden?Darf Verwaltung fast so viel kosten wie die hausärztliche Versorgung?Warum sollte Laura Mitglied bei den Grünen werden?Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem – Fluch oder Segen? | Jürgen Windeler
Wieso haben wir überhaupt Wettbewerb im Gesundheitssystem? Und welche Lösungen brauchen wir, um gut versorgen zu können?Darüber spricht Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Professor Jürgen Windeler, ehemaliger Leiter des IQWiG, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.Die beiden haben sich bei der Eröffnung des Westdeutschen Zentrums für Allgemeinmedizin kennengelernt, bei dem Professor Windeler eine Rede gehalten hat.In dieser sprach er über den Prozess der Zulassung von Medikamenten.Denn hier gibt es eine Besonderheit in Deutschland: Der Zeitraum von der Zulassung der Europäischen Zulassungsbehörde bis zur Verfügbarkeit auf dem Markt liegt hier bei durchschnittlich nur 40 Tagen, in anderen Ländern Europas bei durchschnittlich 440 Tagen.Der deutsche Markt ist somit ganz schön attraktiv für Pharma Firmen. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland wenig Bewertung dafür, ob Medikamente gebraucht werden und bezahlt werden können.Für Laura stellt sich wieder die ökonomische und ethische Frage, wie viel Medikamentenkosten wir als Gesellschaft tragen können.Das Gesundheitssystem ist ein Wirtschaftsfaktor, in dem viele Akteure eine Möglichkeit sehen, um viel Geld zu verdienen. Doch eigentlich ist dieses System nicht dafür da, um die Gesundheitswirtschaft zu unterhalten.Kann es sein, dass wir hier zu viel Marktwirtschaft ermöglichen? Das ist besonders bei Krankenhäusern der Fall. Man ist davon ausgegangen, dass ein Wettbewerb hier gut tun würde, mittlerweile sterben mit den Krankenhäusern aber auch Menschen,Windeler möchte insgesamt in Frage stellen, ob Krankenhäuser überhaupt im Wettbewerb stehen sollten.Wäre eine Verstaatlichung des Systems eine Lösung? Doch auch hier entstehen viele Fragen: Würde das System dann über Steuern finanziert werden? Was passiert mit den Privatpraxen?Im Voraus hierzu steht die Frage, was genau die Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Laura erklärt das anhand des Beispiels von Spanien, bei dem es ein staatliches System für Notfälle gibt und ein System, das über dringende Fälle hinausgeht.Obwohl wir ein so teures Gesundheitssystem haben, werden wir im Schnitt nicht älter als andere Europäer: innen. Das Geld scheint kein Qualitätskriterium zu sein.Das liegt aber auch daran, dass unser System ineffizient aufgebaut ist.Die beiden diskutieren auch noch über das Primärarztsystem, das in Professor Windelers Augen eher Primärversorgungssystem heißen sollte.Auch Laura ist der Meinung, dass Berufsgruppen wie Physician Assistants und Primary Care Manager viel mehr Aufgaben übernehmen könnten, die aktuell Ärzt:innen vorenthalten sind.Windeler und Dalhaus sind sich einig: Wir haben keine Zeit mehr, um ewig zu warten!Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Gesundheitspolitik: Ein Pflaster für eine offene Wunde - Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
Laura möchte mal wieder zum aktuellen Stand etwas sagen. Denn wir Deutsche verlieren das Vertrauen in das Gesundheitssystem. 72% sind der Meinung, dass das System überlastet, überfordert, zu bürokratisch und schlecht vorbereitet für die Zukunft sei.Das Handelsblatt hat auch mehrere Artikel zu den gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht. Schon 20 dieser haben die Beiträge erhöht, trotzdem droht eine dauerhafte, strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dabei schlucken Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen den größten Teil.Positiv hervorzuheben sind dabei aber Betriebskrankenkassen und kleine Krankenkassen wie die TUI BKK, die HKK und die BKK Firmus.Ein Aufreger ist, dass Tino Sorge und Gesundheitsministerin Nina Warken gerade das Gesundheitssystem als Verantwortliche für die Pharmabranche sehen. Das sieht Laura wirklich gar nicht so!Wir können nicht überall sparen, um die Pharmaindustrie zu retten. Warken’s Sparmaßnahmen sind sowieso nur ein Pflaster, nötig wäre eine Operation.Auch an Innovationen soll gespart werden und das ist für unsere Gesellschaft ein großes Problem.Übrigens ist der viertgrößte Batzen unserer Ausgaben im System die Krankengeldkosten. Allerdings gibt es viele Menschen, die nicht arbeiten können, weil indizierte Therapie und Diagnostik nicht angeboten werden.Der Druck im System ist so groß, dass ein privates MVZ nun die pädiatrische Versorgung einstellt: 400 Kinder müssen sich nun neue Kinderärzt:innen suchen. Gleichzeitig sieht die Politik die Lösung der Versorgung in solchen MVZs.Laura regt sich auch darüber auf, dass die Kosten für Long-Covid etwa 63 Milliarden Euro jährlich sind. Gleichzeitig sollen Innovationen gestoppt werden.Ein weiteres Ziel sollte sein, dass die Telematik-Infrastruktur einwandfrei läuft. Ab Januar wird nun etwas im System umgestellt und zehntausende Praxen werden dann weder E-Rezepte, noch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arztbriefe mehr ausstellen können. Auch Patient:innen verzweifeln an der ePA, für dessen Benutzung man 3 Apps benötigt.Woran die Regierung auch spart, ist an Frauengesundheit. Es gibt einen Gender Health Gap, Frauen werden in Forschung einfach weniger einbezogen. Dafür sind nun 17.750€ vorgesehen – ein Schlag ins Gesicht!Immer wieder wird auch über das Primärarztsystem diskutiert, das nur umsetzbar ist, wenn wir auf Teampraxen, Physician Assistants, Primary Care Manager und das HÄPPI-Konzept setzen. Gleichzeitig will der Staat das nicht finanzieren.Auch die Krankenhausreform hinterlässt ihre Spuren: Durch die Strukturveränderungen wird die Weiterbildung vergessen. Überall wird ein Facharztstandard gefordert, allerdings wird sich nicht um die Ausbildung gekümmert.Handlungsbedarf besteht auch bei der psychischen Gesundheit junger Menschen, was Bundes-Schülerkonferenz-Generalsekretär Quentin Gärtner fordert.Und dann steigen auch noch die Behandlungsfehler – was bei 24-Stunden-Schichten auch kein Wunder mehr ist.Zu den Quellen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/16eEqLBahzJVzX01jFtUK6jU-Lc0ZPs97u9__XYgGl68/edit?usp=sharingZur TUI BKK: https://www.tui-bkk.de/homeZur HKK: https://www.hkk.de/Zur BKK Firmus: https://www.bkk-firmus.de/Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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FDP-Politikerin stellt sich meinen Fragen zum Gesundheitssystem | Susanne Schneider
Wie stehen die verschiedenen Parteien zum Gesundheitssystem? Dieser Frage will Dr. Laura Dalhaus auf die Spur kommen. Sie ist gerade aus der CDU ausgetreten, Politik ist jedoch sehr wichtig für sie. Deswegen kam sie auf die Idee, im Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“, Politiker:innen einzuladen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.Den Anfang macht Susanne Schneider, Landtagsabgeordnete in NRW bei der FDP, im ersten Leben Krankenschwester und dann Pharmareferentin.Die beiden starten mit einem Gespräch über den Status des Gesundheitssystems, denn die Gesundheitsfonds sind leer. Auch Susanne ist der Meinung, dass wir ein Ausgabenproblem und so viel Geld wie nie im System haben.Es geht weiter mit der fehlenden Lobby für Kinder. Susanne sieht Verbote kritisch und möchte hier mehr an der Bildung arbeiten. Für sie ist eine allgemein bessere Kinderbetreuung wichtig. Ihre Aufgabe in der Opposition sieht sie darin, laut zu sein und vor allem an dieser Stelle kritische Fragen zu stellen.In Bezug auf die Krankenhäuser ist ihr wichtig, dass das Geld nicht mit der Gießkanne verteilt wird.Weiter geht es mit dem §218 und dem Urteil zu Professor Völz, der aufgrund seiner Klinik keinen Schwangerschaftsabbruch machen durfte, obwohl der medizinisch notwendig war.Laura erzählt außerdem von riesigen Regressen und dem Risiko, das auf selbstständige Ärzte übergeben wird – gleichzeitig ist nicht viel Selbstständigkeit im Arztberuf mehr da.Außerdem diskutieren die beiden über Sterbehilfe und darüber, dass die letzten Lebensjahre eines Menschen gleichzeitig die teuersten sind. Laura selbst würde lieber auf Jahre verzichten als zu leiden. Auch die Palliativmedizin sollte nicht immer mit einem halben Bein im Knast stehen.Laura stellt 10 Fragen an Susanne:Bürgerversicherung ja oder nein?Private Equity im Gesundheitswesen – ist das ok?Klimawandel – stellt die FDP das in Frage?Migration – hat Christian Dürr überhaupt ein Gefühl für Arbeitsbedingungen?Bürokratieabbau – wie kriegen wir das hin?Datenschutz behindert die Arbeit in der Medizin massiv, machen wir es uns da zu schwer?Außenpolitik, Rüstung und Ukraine-Krieg – müssen wir die Ukraine mehr unterstützen?Die AfD erstarkt, viele sprechen darüber, wohin man auswandern sollte, wenn diese Partei an die Macht kommt, wird die FDP an der Brandmauer rütteln?Rente - viele können sich die nicht mehr leisten, was ist die Lösung?Der Schaden durch Cum Ex - will der Staat es sich nicht mit den Reichen und Mächtigen verscherzen?Warum sollte Laura FDP-Mitglied werden?Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Gesundheitssystem zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Laura zum aktuellen Stand
Wie steht es aktuell um das Gesundheitssystem? Das bespricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“.Sie startet direkt mit einer Schlagzeile: Das mit dem Herbst der Reformen wird wohl alles nix. Merz diskutiert lieber über das Stadtbild, statt das Gesundheitssystem anzuschauen. Und auch hier gibt es ja kein Erkenntnisproblem mehr, sondern nur ein Umsetzungsproblem.Unsere Gesellschaft steht unter Druck: Chronische Krankheiten, Fachkräftemangel, Technologie und Demografie sind unsere Herausforderungen. Sparmaßnahmen ändern hier nichts am GKV-Einnahmedefizit. Denn die Kosten steigen. Gesundheitsministerin Warken möchte nun die Verwaltungskosten begrenzen und die Budgets der Kliniken deckeln.Vorschläge kommen zurzeit aus der Richtung der Prävention und Gesundheitsförderung, u.a. eine höhere Steuer auf Nikotin, Alkohol und Zucker könnte helfen. Die Aufgabe der Prävention hat allerdings der Staat, nicht die Krankenkassen, die nun dazu gezwungen werden sollen. Das Resultat: Der GKV Spitzenverband verklagt den Bund.Laura bringt schockierende Zahlen auf den Tisch: Für die ambulante Behandlung werden aktuell 50 Milliarden Euro ausgegeben, für Medikamente 55 Milliarden Euro.Was sie aktuell völlig unethisch findet ist, dass die AOK Chefin Nordost meint, höhere Lohnkosten müssten „verdient“ werden.Ein weiteres Problem ist die gewünschte Ambulantisierung. Mit denen, die bereits ambulant versorgen, wird allerdings kaum gesprochen. Krankenhäuser können die ambulante Versorgung gar nicht leisten, schließlich werden diese keine Hausbesuche anbieten. Die Kosten für die Ambulantisierung sollen aus dem Transformationsfond bezahlt werden, der eigentlich die Digitalisierung unterstützen sollte.Das Schlimme: Es gibt moderne Konzepte, welche die Versorgung verbessern können, beispielsweise das HÄPPI-Konzept und der Einsatz von Physician Assistants und Primary Care Manager, diese werden von der Politik aber ignoriert.Ein Nischenthema, das Laura aber stark aufregt, sind die Regresse für Wundmanagement. Als Chirurgin behandelt sie viele Wunden selbst und hat immer wieder Regresse der Krankenkassen, weil sie im Vergleich zu anderen Praxen „zu viele“ Pflaster und Kompressen nutzt. Die Preise für die Wundmanagement-Präparate sind allerdings geheim, Laura weiß vorher nie, welche Summe ihr Verband gerade kostet.Auch das Primärarztsystem wird wieder heiß in der Presse diskutiert. Die TK allerdings plädiert gerade dafür, die Hausarztzentrierte Versorgung abzuschaffen. Wenn das passiert, wird Laura ihre Kassenzulassung abgeben. Auch der Spitzenverband für fachärztliche Versorgung erklärt, dass die Niederlassung zunehmend unattraktiver wird.Gesundheitsministerin Warken möchte aktuell eine Apothekenreform. Hierdurch sollen in Apotheken auch Impfungen durchgeführt werden können. Auch verschreibungspflichtige Medikamente für akute, unkomplizierte Formen sollen ohne Arztkontakt ausgegeben werden. Für viele Ärzt:innen klingt das nach Konkurrenz, Laura findet es grundsätzlich gut, wenn mehr Menschen in der Gesundheitsversorgung teilnehmen. Allerdings sieht sie ein Problem damit, dass Patient:innen verunsichert werden. Auch dm will jetzt Medizin machen – hier gilt das gleiche Problem mit der Verunsicherung. Dm will die Verantwortung auch noch auf die Patient:innen abwälzen. Laura hinterfragt außerdem, ob dm das „einfach darf“ – schließlich geht es hier um Heilkunde!Außerdem hören wir in dieser Folge noch einiges über Jens Spahn (es vergeht keine Folge ohne ihn), die Gematik und damit verbunden die ePA und das e-Rezept, entzogene Approbationen und die EU, die dieses Problem nicht EU-weit in den Griff bekommt sowie Antibiotika, die durch die Massentierhaltung immer weniger wirken.Zu den Quellen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1B4UCVDiTTGsXdAlKjCoUhbn_ony7dMNn_hL1h4TSXW8/edit?usp=sharingFolg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Zu wenig Therapieplätze? Kaputte Bedarfsplanung! | Johanna Thünker
Wieso haben wir eigentlich so wenig Therapieplätze? Gibt es zu wenig Psychotherapeut:innen? Und wie funktioniert deren Ausbildung? Welche Arten von Psychotherapie gibt es überhaupt?Um diese Fragen endlich mal zu klären, hat Dr. Laura Dalhaus für die nächste Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ Dr. Johanna Thünker eingeladen.Die beiden haben sich in einem Ausschuss für Qualitätssicherung kennengelernt. Johanna ist niedergelassene Psychotherapeutin und außerdem stark in der Berufspolitik aktiv.Doch kommen wir zu der Frage, die uns alle schon so lange unter den Nägeln brennt: Warum gibt es zu wenig Therapieplätze?Johanna erklärt, dass der Grund dafür nicht ist, dass es zu wenig Psychotherapeut:innen gibt, sondern die Bedarfplanungsrichtlinie. Diese legt fest, wie viele niedergelassene Psychotherapeut:innen es pro Planungsbezirk geben darf. Doch diese Bedarfsplanung beruht auf Zahlen von 1999, als die Psychotherapie überhaupt im kassenärztlichen Versorgungssystem angekommen ist. Dazu gibt es den Polizentrischen Verflechtungsraum, das bedeutet, dass Regionen andere mitversorgen sollen. Versuche, diese Berechnungen zu korrigieren, scheitern daran, dass dieses System historisch gewachsen ist – man müsste es komplett neu auflegen.Laura ist sich sicher: Würden Menschen frühzeitiger eine Behandlung bekommen, dann wären sie auch „schneller durch“ und es gäbe weniger Chronifizierungen. So sind auch die Langfristkosten viel höher, Bildungschancen und soziale Teilhabe sind in Gefahrt. Sowohl menschlich als auch volkswirtschaftlich ist das ein Riesenskandal.Früher gab es übrigens gar keine Regelung für die psychotherapeutische Ausbildung. Mittlerweile ist diese sortierter, die Vergütung ist allerdings weiterhin unterirdisch. Und: Wenn Menschen nach dem Approbationsstudium keinen Platz finden, gehen sie in der Versorgung verloren.Auch Therapeut:innen müssen übrigens viel Bürokratie machen. Vor allem Gutachten fressen viel Zeit. Zudem muss vor jeder längerfristigen Behandlung ein umfangreicher Bericht geschrieben werden, sowie eine komplexe Bedarfsplanung. Es wirkt so, als wäre ein kollektives Misstrauen vorhanden.Johanna moniert, dass viel Geld in Modellprojekte versenkt wird, gleichzeitig stehen bei ihr 218 Menschen auf der Warteliste – selbst wenn sie wollte, könnte sie diese nicht alle behandeln.Sie erklärt außerdem die verschiedenen Arten der Unterstützung:Psychiater:innen übernehmen viel den medikamentösen Teil.Psychotherapeut:in kann man als Psychiater:in oder Psycholog:in werden, im Kinder- und Jugendbereich auch als Pädagog:in.Verhaltenstherapie basiert auf Lernprozessen und Lerntheorien und dort lernt man, andere Denkstrategien im Alltag anzuwenden.Tiefenpsychologie und Psychoanalyse basieren darauf, dass die Probleme etwas mit der Vergangenheit und vergangenen Konflikten zu tun haben.Systemische Psychotherapie kennen viele als Familientherapie.Zu Beginn einer Therapie gibt es eine psychotherapeutische Sprechstunde – daraus erhält man als Patient:in eine Ersteinschätzung und eine konkrete Empfehlung, wie es weitergehen soll.Zum Berufsverband: https://www.bdp-verband.de/Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Wie die KV auf das Gesundheitssystem blickt | Dirk Spelmeyer
Wie sieht die Kassenärztliche Vereinigung das Gesundheitssystem? Und was kann sich in der Politik und Berufspolitik ändern, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern?Für diese Diskussion hat Dr. Laura Dalhaus diesmal den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärzlichen Vereinigung Westfalen Lippe in den Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen: Dr. Dirk Spelmeyer.Er ist Facharzt für Urologie und macht seit fast 20 Jahren Gesundheitspolitik.Dabei erklärt er, dass das System völlig überreguliert ist – was in den letzten Jahren immer schlimmer geworden ist.Laura erzählt vom Beispiel einer Kollegin, die Probleme mit einer Kassenzulassung hat. Dieses Zulassungswesen ist von 1957 und hätte schon längst in Rente gehen sollen. Dirk möchte seit Jahren eine Veränderung herbeiführen, beißt sich daran aber die Zähne aus. In seinen Augen besteht dringender Handlungsbedarf – er sieht den Gesetzgeber als Problem. Schließlich will die KV die Kolleg:innen auch schnell im System haben.Die beiden sprechen auch über die Krankenhausreform, die vor allem auf die Pädiatrie einen negativen Impact hat. Laura sieht das hochkritisch, denn die Pädiatrie platzt aus allen Nähten, es gibt Probleme in den Krankenhäuser, was Aus- und Weiterbildung betrifft. Auch Dirk erklärt, dass wir sehenden Auges auf eine Unterversorgung zusteuern.Laura sieht auch Ungerechtigkeiten bei der Behandlung vom stationären und dem abulanten Sektor. Ambulant ansässige Ärzt:innen müssen mit Deadlines digitalisieren während Krankenhäuser für die Einführung der TI (Telematik Infrastruktur) Geld bekommen. Dirk erklärt, dass die Politik auf dem ambulanten Auge blind ist, die Krankenhäuser diese Investitionen aber benötigen.Er moniert, dass in der Regierungskommission kein Kollege aus dem ambulanten Sektor vertreten ist.Ein weiteres Thema ist das Primärarztsystem. Ärzt:innen sind sozialisiert mit Verdünnerscheine und „unnötig“ wirkende Arztbesuche sind nötig, um zu überleben.Dirk möchte, dass Patient:innen weiterhin die Möglichkeit haben, Fachärzt:innen zu besuchen und erklärt, dass es auch eine Verantwortung auf Seiten der Patient:innen gibt.Das bezieht er auch auf die Gesundheitskompetenz, hier fehlt ihm eine gesellschaftliche Initiative.Ein weiteres Thema sind auch die Arzneimittelpreise, die mehr Geld verschlingen als der ambulante Sektor. Laura möchte die ethische Debatte aufmachen, was eine solidarische Krankenversicherung bezahlen muss und wann es zu viel des Guten ist. Können wir als Ärzteschaft so etwas einfordern?Denn das Gesundheitssystem in der jetzigen Form ist bald nicht mehr finanzierbar.Außerdem erklärt Laura die Problematik von Private Equity und Konzernen im Gesundheitssektor, welche die Wertschöpfungskette voll ausnutzen. Hier gibt es keine gegenseitige Kontrolle, wie sie es sonst gewohnt ist.Wird die selbstständige Ärzteschaft aussterben, weil wir nicht gegen diese angehen können?Dirk erklärt am Ende, dass er fordert, dass mehr Praktiker in der Regierungskommission sitzen: Aus der Hausärzteschaft, Fachärzteschaft und aus dem KV/KVB-System.Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Zulassung von Medizinprodukten, DiGas und KI in der Medizin | Rudolf Wagner
Wie funktioniert die Zertifizierung von einem Medizinprodukt? Was hat das BfArM für eine Aufgabe und wie sieht die Zukunft der Medizin in Bezug auf DiGas und KI aus?Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Rudolf Wagner. Der ist Gutachter für Medizinprodukte und ist mit Laura tatsächlich in Kontakt gekommen, weil die sich öffentlich in einem Video auf Social Media über den Umgang mit Kupferspiralen und dem Freestyle Libre beschwert hat.Das Problem:Kupferspiralen zur Verhütung sind gebrochen, die Frauen sind schwanger geworden und die Spiralen mussten teilweise unter Narkose entfernt werden. Der Freestyle Libre ist ein Zuckermessgerät, das immer wieder falsch gemessen hat.Dafür ist eigentlich das BfArM zuständig, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.Bei diesem kann man solche Fehler melden.Rudolf erklärt, dass es bei Medizinprodukten verschiedene Risikoklassen gibt. Man kann das selbst erkennen: Steht unter dem CE-Zeichen keine Nummer, handelt es sich um ein Klasse 1-Produkt und der Hersteller darf sich selbst zertifizieren. Wenn dort eine Nummer steht, dann ist das Produkt durch eine externe Stelle überprüft worden.Die Hersteller haben natürlich Verpflichtungen, die aber nur bei Audits oder wenn etwas passiert, überprüft werden. Es gibt viele Verordnungen und Gesetze in ganz Europa, gleichzeitig fehlt ein zentrales Meldesystem.Wenn eine Meldung beim BfArM eingeht, dann muss der Hersteller hierzu eine Stellungnahme abgeben. Die Meldung an sich ist allerdings schon anstrengend, man muss ein 12seitiges Formular ausfüllen. Dazu gibt es – im Gegensatz zu den USA – keine zentrale Datenbank, in der man alle Meldungen einsehen kann.Rudolf gibt den Tipp, dass man tatsächlich in der Bedienungsanleitung nachlesen kann, wo die Grenzen des Produkts sind.Er empfiehlt, dass wir alle mehr dieser Meldungen machen, wenn Produkte fehlerhaft sind. Wir akzeptieren zu schnell kleine Fehler.Außerdem ist er der Meinung, dass der Schadensersatz höher sein müsste.Die beiden sprechen außerdem über DiGas, also digitale Gesundheitsanwendungen. Auf LinkedIn wird Laura ganz viel damit konfrontiert.Um eine DiGa erfolgreich auf den Markt zu bringen, müssen die Produzenten sehr viele Zertifikate erhalten, die Kosten belaufen sich gerne auf 250.000 – 30.000 €, bevor auch nur ein Cent damit verdient wurde.Dabei stehen die DiGas immer im Konkurrenzkampf mit anderen Apps, die keine Medizinprodukte sind.Rudolf und Laura sind sich einig, dass die Einstiegshürden für Apps verringert werden sollten.Außerdem sprechen die beiden noch über Künstliche Intelligenz in der Medizin, die auf dem Vormarsch ist. Als System können wir davon sicherlich profitieren, allerdings sollten die Einsparungen durch KI dann auch sinnvoll genutzt werden und nicht dafür, den Profit von Unternehmen weiter zu erhöhen.Die Frage ist allerdings: Wer trägt die Haftung?Bis ältere Patient:innen Vertrauen in die digitalen Prozesse bekommen, wird noch lange Zeit vergehen.Zum LinkedIn-Profil von Rudolf: https://www.linkedin.com/in/rudolfwagner/Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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Primary Care Manager - Zukunftsberuf der Medizin | Desiree Reitmeier
Was macht eigentlich ein Primary Care Manager? Wie sieht die Vergütung aus und warum ist das ein Zukunftsberuf?Darüber spricht Laura in der neuen Folge von “5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel” mit Desiree Reitmeier.Desiree arbeitet als PCM im Allgäu in einer Hausarztpraxis. Sie gehört zu den ersten Abgängern des PCM-Studiums und hat frisch im Februar ihren Bachelor abgeschlossen. Zunächst war sie medizinische Fachangestellte, bildete sich dann als VERAH fort und sah das PCM-Studium dann als sinnigen, nächsten Schritt. Mittlerweile leitet sie eine Arztpraxis mit 6 angestellten Ärzt:innen, 10 MFAs und einer Auszubildenden. Ihre Kerntätigkeiten sind Management und Mitarbeiterführung, zusätzlich hat sie ein eigenes Sprechzimmer, in dem sie Infektsprechstunden und Akutsprechstunden durchführt. Sie ist also nah an den Patient:innen dran.Genau das ist ja auch die Idee des PCM-Studiums: Die Versorgung verbessern, mehr Patient:innen betreuen. Besonders am Anfang war diese Position allerdings schwierig für sie, denn es gibt immer wieder Patient:innen, die lieber “einen Arzt” sprechen wollen. Auch Laura kennt das aus eigener Erfahrung. Desiree erzählt, dass sich das Studium auch in ihrem Gehalt niederschlägt, auch wenn es noch keine Tarife für die PCM gibt. Sie ist auch sehr glücklich darüber, dass man im Studium so über sich hinauswächst und in der Praxis anders dasteht, als vorher als MFA oder VERAH.Kontakt hält sich zu ihren Kommilitonen über Whatsapp. Hier herrscht reger Austausch, auch bundesweit. Desiree ist es wichtig, dass PCMs eine Lobby bekommen.Auch Laura unterstützt das und fänd es super, wenn die PCM an die Ärztekammer mit angebunden werden würden - auch mit eigenem Fortbildungsprogramm. Zuschläge könnte es über das HÄPPI-Konzept geben, das Laura am liebsten in allen Praxen etabliert sehen würde. Denn mehr Studienplätze für Medizin werden das Problem des Ärztemangels nicht lösen, hier steht u.a. die Krankenhausreform im Weg. PCM kann man übrigens mittlerweile auch grundständig studieren, vorher braucht man eine MFA-Ausbildung und die Fortbildung zur VERAH. So erreicht die Medizin auch viele Menschen, die nicht unbedingt ein 1er-Abitur haben, aber Bock auf Medizin haben!Zum Schluss geht es noch um die PA Mona, die sich bei Felix Lobrecht auf die Bühne stellte und sich als “Schönheitschirurgin durch die Hintertür” betitelte. Desiree bezieht hier klare Stellung: PAs und PCM sind KEINE Ärzt:innen und wollen sich auch nicht als solche sehen. Sie appelliert an die Praxen: Unterstützt diejenigen, die sich fortbilden wollen!Folg Laura auch hier:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhausMehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhausUnterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minusoderhttps://buymeacoffee.com/lauradalhausZum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
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ABOUT THIS SHOW
5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel.Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch.https://linktr.ee/LauraDalhaus
HOSTED BY
Dr. Laura Dalhaus
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