EPISODE · Mar 4, 2026 · 30 MIN
(Wissenschaftliches) Cherry Picking im Hundetraining
from Rund um Hund - dein Podcast aus dem Treuhundbüro
Kürzlich habe ich unter einem Beitrag vom Deutschen Tierschutzbund eine Diskussion zwischen Hundetrainer:innen und Hundemenschen gelesen. Dort wurde mehrfach behauptet: Positive Trainer:innen würden bezüglich Studien "Cherry Picking" betreiben. Also nur jene Studien anführen, die pro positives Training seien. Das suggeriert jedoch, dass es viele Studien gibt, die zeigen: Aversive Methoden seien okay und würden zum Beispiel das Tierwohl nicht beeinflussen.Also habe ich mal intensiv recherchiert: Gibt es solche Studien? Und wenn ja, was sagen die aus?Dabei habe ich für die Recherche Google Scholar, Science Direct, PLOS sowie 2 KIs (ChatGPT und Perplexity) verwendet, wobei ich absichtlich ein Notebook verwendet habe, wo ich die KIs noch nie gebraucht habe. Zusätzlich habe ich den Google Chrome-Inkognito-Modus verwendet, damit mich die KIs nicht kannten.Was waren nun die Ergebnisse?Kurz gesagt: Es gibt einzelne Studien, die keinen Einfluss von aversiven Methoden (wie physische Strafen oder Stromhalsbänder) auf das Tierwohl feststellen konnten. Dies sind folgende Arbeiten:Christiansen, Bakken & Braastad, 2001Steiss et al, 2007Schalke et al, 2007Salgirli et al, 2012Johnson & Wynne, 2024Zudem wird sehr oft das Review von Fernandes et al (2017) als Beleg angeführt, dass aversive Methoden nachweislich (!) keinen Einfluss auf das Tierwohl habe.In dieser Folge gehe ich nun auf diese Arbeiten ein, erkläre kurz, was da untersucht wurde und was die Resultate gewesen sind. Danach untersuche ich, ob es wirklich weniger Studien gibt, die ein gegenteiliges Resultat - aversive Methoden beeinflussen das Tierwohl negativ - zu Tage gefördert haben. Und zum Schluss gehe ich noch kurz auf den Vorwurf des Bias ein, der auch die Studiendesigns betrifft.Oder, mit den Worten eines tollen Trainerkollegen (folgt ihm auf Instagram: @ffoxandelephant!) gesagt: "Hundetraining ist kein Glaubenskrieg. Sondern angewandte Verhaltensbiologie."QUELLENSämtliche aufgelistete Studien, die einen negativen Effekt von aversiven Methoden auf das Tierwohl vermuten lassen, findest du in meinen Story-Highlights auf meinem Instagram-Account.TREUHUND TAGE 2026Jetzt Ticket kaufen!
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Kürzlich habe ich unter einem Beitrag vom Deutschen Tierschutzbund eine Diskussion zwischen Hundetrainer:innen und Hundemenschen gelesen. Dort wurde mehrfach behauptet: Positive Trainer:innen würden bezüglich Studien "Cherry Picking" betreiben. Also nur jene Studien anführen, die pro positives Training seien. Das suggeriert jedoch, dass es viele Studien gibt, die zeigen: Aversive Methoden seien okay und würden zum Beispiel das Tierwohl nicht beeinflussen.Also habe ich mal intensiv recherchiert: Gibt es solche Studien? Und wenn ja, was sagen die aus?Dabei habe ich für die Recherche Google Scholar, Science Direct, PLOS sowie 2 KIs (ChatGPT und Perplexity) verwendet, wobei ich absichtlich ein Notebook verwendet habe, wo ich die KIs noch nie gebraucht habe. Zusätzlich habe ich den Google Chrome-Inkognito-Modus verwendet, damit mich die KIs nicht kannten.Was waren nun die Ergebnisse?Kurz gesagt: Es gibt einzelne Studien, die keinen Einfluss von aversiven Methoden (wie physische Strafen oder Stromhalsbänder) auf das Tierwohl feststellen konnten. Dies sind folgende Arbeiten:Christiansen, Bakken & Braastad, 2001Steiss et al, 2007Schalke et al, 2007Salgirli et al, 2012Johnson & Wynne, 2024Zudem wird sehr oft das Review von Fernandes et al (2017) als Beleg angeführt, dass aversive Methoden nachweislich (!) keinen Einfluss auf das Tierwohl habe.In dieser Folge gehe ich nun auf diese Arbeiten ein, erkläre kurz, was da untersucht wurde und was die Resultate gewesen sind. Danach untersuche ich, ob es wirklich weniger Studien gibt, die ein gegenteiliges Resultat - aversive Methoden beeinflussen das Tierwohl negativ - zu Tage gefördert haben. Und zum Schluss gehe ich noch kurz auf den Vorwurf des Bias ein, der auch die Studiendesigns betrifft.Oder, mit den Worten eines tollen Trainerkollegen (folgt ihm auf Instagram: @ffoxandelephant!) gesagt: "Hundetraining ist kein Glaubenskrieg. Sondern angewandte Verhaltensbiologie."QUELLENSämtliche aufgelistete Studien, die einen negativen Effekt von aversiven Methoden auf das Tierwohl vermuten lassen, findest du in meinen Story-Highlights auf meinem Instagram-Account.TREUHUND TAGE 2026Jetzt Ticket kaufen!
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