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Extreme Zeiten

„Extreme Zeiten!“, der Podcast des Demokratiezentrums Hessen: Hier sprechen wir einmal im Monat mit Expert*innen und Berater*innen über Einblicke und Hintergründe zu ihrer Arbeit, geben Erfahrungsberichte und Handlungsempfehlungen zu Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungen oder gewaltorientierten Islamismus. Wir wollen zum Beispiel wissen, was ist eigentlich Antisemitismus heute oder Antiziganismus? Was tun gegen rechtsextreme Stimmungen in der Schule oder rassistische Parolen am Stammtisch? Was mache ich, wenn mein Kind auf dem rechten Weg ist? Wie rede ich mit Leuten, die an Verschwörungsmythen glauben?Diese und viele andere Fragen - sowie Arbeitsansätze und Analysen aus dem Bereich der Demokratiefeindlichkeit - werden wir hier mit spannenden Gästen aus der Wissenschaft und der Praxis für euch diskutieren - unabhängig von tagespolitischen Konjunkturen.Moderation: Angela FitschRedaktion: Nora ZadoMusik: „Cloud 1“ von Roland Kah, siehe: https://rona

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    Das Neutralitätsgebot

    In dieser Folge von Extreme Zeiten sprechen wir über das sogenannte Neutralitätsgebot, das die AfD seit Jahren für sich beansprucht, um Lehrkräfte, Demokratiepädagog:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen unter Druck zu setzen. Zu Gast ist Manuel Glittenberg, Bildungsreferent bei der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und geschäftsführender Projektleiter von „Zusammenleben neu gestalten“. Gemeinsam mit Angela Fitsch klärt er, was das parteipolitische Neutralitätsgebot eigentlich besagt, für wen es gilt und warum der Begriff, wie auch die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder 2025 feststellte, irreführend ist. Denn er blendet aus, dass staatliche Akteur:innen gleichzeitig zum Schutz der Menschenwürde und der Grundrechte verpflichtet sind, eine Pflicht, die der Neutralitätspflicht klare Grenzen setzt. Im weiteren Gespräch geht es um die Frage, wie die AfD den Begriff zu einem Kampfbegriff macht, welche Rolle das Mäßigungs- und Zurückhaltungsgebot sowie der Beutelsbacher Konsens mit Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerinnenorientierung für den Schulalltag spielen, und ob Lehrkräfte rassistische Aussagen oder die AfD selbst sachlich kritisieren dürfen. Anhand aktueller Gerichtsurteile, etwa zur Ministerpräsidentin Malu Dreyer und zum Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, sowie der gescheiterten kleinen Anfrage der Union zur politischen Neutralität gemeinnütziger Organisationen zeigt Manuel Glittenberg, wie wichtig es ist, sich nicht auf die Begriffsverschiebungen der extremen Rechten einzulassen und stattdessen demokratisches Engagement aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Da der Begriff „Neutralität" auch außerhalb des Bildungswesens durchaus umstritten ist, findet sich hier begleitend zur Folge einige weiterführende Literatur. Rechtswissenschaft Dürig/Herzog/Scholz/Korioth, GG Art. 140 Rn. 31, 108. EL August 2025 (mit Verweis auf Schlaich in Mikat [Hrsg.], Kirche und Staat, 1980, S. 427 ff.; Huster, Die ethische Neutralität, 2002, S. 18 ff., 47 ff.) – zur Geschichte von „Neutralität“ als historisch umstrittenem Kampfbegriff der Moderne. Eckertz, Rainer: Das Bundesverfassungsgericht zur staatlichen Neutralität. Eine Analyse der Rechtsprechung anlässlich der Meldeportale von AfD-Fraktionen, S. 263 – direkt zur AfD-spezifischen Instrumentalisierung: „‘Neutralität’ wird so zu einem Kampfbegriff.“ Erziehungs- und Bildungswissenschaft Vollmer, Theresa / Dintenfelder, Lukas / Potzel, Katrin: Neutralität als Kampfbegriff im aktuellen Kontext der AfD. In: Haltungen. Zugänge aus Perspektiven qualitativer Bildungs- und Biographieforschung. Verlag Barbara Budrich, 2023. Hafeneger, Benno / Jestädt, Hannah / Schwerthelm, Moritz / Schuhmacher, Nils / Zimmermann, Gillian: Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will. 2020, S. 49. Grenz, Juno: Bildung in Zeiten von Antifeminismus. Eine bildungs- und queertheoretische Diskursanalyse der Debatte um den ‘Bildungsplan 2015’. 2025, S. 52. Religionsverfassungsrecht Schurz, Simon: Vom Staatskirchenrecht zum Religionsverfassungsrecht. Ein Rechtsgebiet und seine gesellschaftlich bedingten Wandlungen in der Bundesrepublik Deutschland. 2025. Schrooten, Jost-Benjamin: Gleichheitssatz und Religionsgemeinschaften. Die gleichheitsrechtliche Behandlung von Religionsgemeinschaften nach den Bestimmungen des Grundgesetzes, der EMRK und der EU-Grundrechte-Charta. 2015. Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: [email protected] Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie u

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    Kompakt: Studium „Beratung im Kontext Rechtsextremismus"

    Willkommen bei Extreme Zeiten Kompakt – unserem neuen Kurzformat! In wenigen Minuten bringen wir euch regelmäßig Neuigkeiten aus dem Demokratiezentrum Hessen und der Wissenschaft. Moderiert wird das Format von Nora Zado. In der ersten Folge spricht Nora mit Tina Dürr, Studiengangskoordinatorin des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Beratung im Kontext Rechtsextremismus" an der Philipps-Universität Marburg. Der Studiengang qualifiziert Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, der politischen Bildung, der Antidiskriminierungsberatung und vielen weiteren Bereichen, wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Jetzt im Juni ist das Bewerbungsportal für die zweite Kohorte geöffnet. Das Studium dauert vier Semester, ist berufsbegleitend organisiert. Mehr Infos und Bewerbung: https://www.uni-marburg.de/de/fb21/studium/studiengaenge/master/m-a-beratung-im-kontext-rechtsextremismus Oder hört in die Folge „Studieren gegen Rechts" rein: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/2023/10/01/studieren-gegen-rechts/ Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: [email protected] Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.

  3. 41

    Toxisch Reich

    Extremer Reichtum gefährdet die Demokratie – davon ist Sebastian Klein überzeugt. Der Psychologe, Unternehmer und Autor wurde durch den Verkauf der App Blinkist über Nacht zum Multimillionär und entschied sich, 90 Prozent seines Vermögens zu verschenken. In dieser Episode spricht er über die gesellschaftliche Dimension von Geld und Vermögenskonzentration – und darüber, warum er sich als Teil eines Problems sah, das er lieber lösen wollte. Klein erklärt, wie ein unfaires Steuersystem die Falschen schützt, warum Lobbyismus in einer ungleichen Gesellschaft Demokratie untergräbt und weshalb soziale Medien in den Händen einzelner Oligarchen eine „absolute Demokratie-Dystopie" sind. Und er blickt trotz allem optimistisch in die Zukunft: Er ist überzeugt, dass der Finanzmarktkapitalismus eines Tages wie eine gefährliche Verirrung erscheinen wird – wie lange es dauert, weiß er allerdings nicht. Das Buch „Toxisch Reich“ findet ihr hier: https://www.oekom.de/buch/toxisch-reich-9783987261381 Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: [email protected] Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.

  4. 40

    Tradwives - Rückschritt mit Reichweite

    Auf TikTok und Instagram erleben sogenannte Tradwives – kurz für Traditional Wives – gerade einen massiven Aufschwung. Sie inszenieren sich in blütenweißen Küchen, backen Brot von Grund auf, tragen Schürzen im 50er-Jahre-Stil und präsentieren ein Leben, in dem die Frau für Haushalt und Familie zuständig ist, während der Mann das Geld verdient. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Lifestyle-Trend wirkt, hat bei genauerem Hinsehen eine politische Dimension - denn die romantisierten Bilder transportieren Botschaften über Geschlechterrollen, Weiblichkeit und gesellschaftliche Ordnung, die weit über Brotrezepte hinausgehen. Sophia Fechter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum der Philipps-Universität Marburg, forscht zu Onlinephänomenen und deren Einfluss auf politische Auseinandersetzungen. Im Gespräch mit Angela Fitsch erklärt sie, warum der Tradwife-Trend echte gesellschaftliche Ängste aufgreift und gezielt nutzt, welche Verbindungen zur Manosphere und rechten Bewegungen bestehen und warum es sich lohnt, hinter die perfekt ausgeleuchteten Küchen zu schauen. Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: [email protected] Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.

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