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LIVVING Podcast - Wie wollen wir in Zukunft leben?

Unser Interview-Podcast ist für alle gedacht, die wie wir der Generation der Babyboomer angehören oder vor 1970 geboren wurden. Wir, das sind Siegbert und Claudia Mattheis und wir suchen Antworten auf die Frage, wie wir in Zukunft wohnen und leben wollen. Wie lange möchten wir arbeiten? Welche Wohnform passt zu uns? Welche smarte Technik könnte den Alltag erleichtern? Gibt es Architektur, die barrierefrei und trotzdem schön ist? Sollten wir alleine oder in Gemeinschaft leben? Ist Auswandern die Lösung? Und wie können wir uns das Leben im Alter überhaupt leisten?Wir befragen dazu Menschen, die sich auskennen. Wir wollen wissen, welche Erfahrungen sie gemacht haben, was gut funktioniert und was sie heute anders machen würden.Begleiten Sie uns auf unserer Suche nach neuen Wohn-Formen für die zweite Lebenshälfte, spannenden Lebenskonzepten, neuer Architektur innovativen Ideen und praktischen Lösungen.

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  1. 60

    Warum die Generation 50 plus anders ist, als die Werbewelt glaubt: Interview mit Detlef Arnold

    Die Generation 50 plus steht heute für knapp 60 Prozent der privaten Konsumausgaben in Deutschland. In fünf Jahren wird jeder zweite Bundesbürger über 50 sein. Und trotzdem werden diese 44 Millionen Menschen in Werbung, Produktentwicklung und gesellschaftlicher Wahrnehmung immer noch so behandelt, als wären sie eine einzige, gleichförmige Gruppe. Detlef Arnold, Kommunikationsexperte mit über 30 Jahren Branchenerfahrung und Gründer der Business Impact Company G50UNLEASHED, nennt das den größten strategischen Fehler im deutschen Marketing. Und er kann ihn beurteilen, weil er ihn selbst jahrzehntelang gemacht hat.Warum wir Detlef Arnold eingeladen habenLIVVING Chefredakteurin Claudia Mattheis hat Detlef Arnold in den LIVVING Podcast eingeladen, weil er eine Kombination mitbringt, die selten ist: dreißig Jahre Erfahrung in der Kommunikationsbranche, zwei eigene Unternehmensgründungen, zuletzt als geschäftsführender Gesellschafter einer der größten Kommunikationsagenturgruppen Deutschlands, und dazu eine persönliche Geschichte, die genau da beginnt, wo viele Menschen ab 50 sich wiederfinden. Mit 59 ereilte ihn eine Sinnkrise, die er nicht als Einbruch beschreibt, sondern als Anfang. Aus ihr heraus entwickelte er gemeinsam mit Partnern G50PERSONAS: ein Persona-System auf Basis einer repräsentativen Studie mit 1253 Befragten, das die Generation 50 plus erstmals in sechs psychografisch unterschiedliche Gruppen gliedert. Für LIVVING ist diese Arbeit unmittelbar relevant, denn was Detlef Arnold über die Vielfalt des Wohnens und Lebens ab 50 herausgearbeitet hat, ist genau das, wofür diese Plattform steht.Warum behandelt das Marketing die Generation 50 plus bis heute wie eine einheitliche Zielgruppe?Dreißig Jahre Jugendfixierung: Wie eine ganze Branche den größten Konsummarkt Deutschlands übersehen hatDetlef Arnold bringt das Problem auf den Punkt: Ein 50 Jähriger und ein 80-Jähriger haben genauso wenig gemeinsam wie ein 20-Jähriger und ein 50-Jähriger. Und doch behandelt die Werbung sie gleich. „50 bis 80 wird immer so getan, als ob die ganzen Menschen gleich sind."Was dabei herauskommt, sind Durchschnittswerte, die Detlef Arnold zufolge keiner Unterschiedlichkeit der Menschen gerecht werden. Und die Werbung macht daraus Bilder: Menschen auf dem E-Bike, Menschen mit Enkeln, Menschen, die irgendwo ihren Lebensabend genießen. Klischees, die mit der Lebensrealität der meisten wenig zu tun haben. Aus seiner eigenen Werberkarriere kennt Detlef Arnold die Ursache genau: „In jedem Briefing, was ich von Kunden bekommen habe, stand eben immer drin, wir müssen die jungen Zielgruppen ansprechen, wir müssen die Marke verjüngen." Die Folge war eine „ausgeprägte Jugendfixierung, die dazu geführt hat, dass das wie ein blinder Fleck war, der da völlig ignoriert worden ist", obwohl die über 50-Jährigen heute für knapp 60 Prozent der privaten Konsumausgaben stehen und die unter 30-Jährigen gerade einmal für 9 Prozent.Die Kreativbranche, die diesen blinden Fleck am stärkstenproduziert, ist selbst betroffen: Nur 5 bis 7 Prozent der Menschen in deutschen Agenturen sind über 50. Wer eine Zielgruppe nicht kennt, weil er ihr nicht angehört, kommuniziert zwangsläufig an ihr vorbei. Detlef Arnold hat dagegen die Initiative „fifty over fifty" gegründet, die Menschen ab 50 in der Kreativbranche eine Plattform gibt, um sichtbar zu machen, dass Erfahrung kein Ablaufdatum hat. Sein Urteil über die Branche, die er selbst mitgeprägt hat, ist klar: „Da ist 40 das neue 60. Solange die Branche so stark auf diese Jugendfixierung ausgerichtet ist und Menschen mit Erfahrung entlässt, beginnt man eben auch den eigenen Ast, auf dem man sitzt, langsam abzusägen."Weitere Informationen finden Sie hierWebseite: https://www.g50unleashed.de/LinkedIn Profil Detlef Arnold: https://www.linkedin.com/in/detlef-arnold/

  2. 59

    Christoph Kamps: Warum wir ab 50 neue Vorbilder brauchen und wo wir sie finden

    Warum uns im Alter die richtigen Bilder fehlen und was passiert, wenn wir sie endlich finden.„Ach, das kann ich nicht mehr.“ Dieser Satz klingt wie eine Tatsache. Doch dahinter steckt oft kein körperliches Unvermögen, sondern etwas viel Subtileres: das Fehlen von Menschen, an denen wir sehen könnten, dass es eben doch geht. Christoph Kamps, Politologe, Unternehmer und Besitzer vom Schloss Selchow, einem generationsübergreifenden Retreat im Berliner Umland, beschäftigt sich intensiv mit der Frage, warum uns gerade im Alter die richtigen Bilder fehlen. Und was passiert, wenn wir sie endlich finden.Warum wir Christoph Kamps eingeladen habenLIVVING Chefredakteurin Claudia Mattheis traf Christoph Kamps bei einem Vortrag. Eine Frage ließ sie nicht mehr los: Warum brauchen wir in jeder Lebensphase Menschen, an denen wir uns orientieren können? Und warum fehlen uns diese Menschen gerade dann, wenn wir sie am meisten brauchen?Kamps, Jahrgang 1970, hat in 25 Jahren acht Unternehmen gegründet, war mit seiner Agentur KMB früh Trendsetter im Influencer-Marketing und engagiert sich heute am Institut für Generationenforschung. Er bringt eine seltene Kombination mit: unternehmerische Tiefe, wissenschaftliche Neugier und die ehrliche Bereitschaft, über die eigene Lebensphase zu sprechen. Mit Schloss Selchow hat er zudem einen Ort geschaffen, der selbst Antwort gibt auf die Frage, wie generationsübergreifendes Leben heute aussehen kann.Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem InterviewRole Models sind nicht dasselbe wie Vorbilder: Das klassische Vorbild ist moralisch aufgeladen und kaum erreichbar. Ein Role Model bildet eine einzelne Rolle ab. Davon können viele gleichzeitig wirken. Und entscheidend: Wir suchen sie uns selbst aus.Im Alter fehlen uns die richtigen Bilder: Unsere Gesellschaft ist auf Jugend ausgerichtet. Ältere Menschen sind in sozialen Medien und im öffentlichen Leben kaum sichtbar. Wenn vertraute Orientierungspunkte wegfallen, zum Beispiel durch Renteneintritt oder den Verlust von Partnern, stehen viele plötzlich ohne Landkarte da.Selbstwirksamkeit nimmt im Alter ab, wenn Role Models fehlen: Wer keine Menschen sieht, die in ähnlicher Lage Dinge erreichen, verliert den Glauben daran, dass er es selbst noch kann.Role Models öffnen einen Möglichkeitenraum: Nicht irgendwelche Vorbilder, sondern solche, die uns ähnlich sind: im Alter, in der Lebenssituation, in den Einschränkungen. Durch diese Identifikation wird abstrakte Möglichkeit zu realistischer Perspektive.Die Generation 50 plus heute ist anders als alle vor ihr: Sie istkörperlich und mental fitter, im Wohlstand aufgewachsen, und bereit, das Rentenalter als aktiven Lebensabschnitt zu begreifen. Die Bilder dafür müssen jetzt erst noch entstehen.Warum Sie dieses Podcast-Interview hören solltenChristoph Kamps spricht nicht von oben herab. Er spricht aus der Mitte seines eigenen Lebensumbruchs: über Melvin van Peebles und Nietzsche, über Schloss Selchow und die Frage, warum das Wichtigste im Leben nicht der Ort ist, sondern die Menschen drumherum. Und darüber, wie anstrengend es wirklich ist, soziale Kontakte über Generationen hinweg zupflegen. Wer sich fragt, was das Leben ab 50 eigentlich noch alles sein kann, findet in diesem Gespräch keine fertigen Antworten. Aber sehr gute Fragen.Weitere InformationenWebseite Schloss Selchow: www.schloss-selchow.de

LinkedIn Profil Christoph Kamps: https://www.linkedin.com/in/christoph-kamps-5106b09/

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