PODCAST · health
Patientin Psychiatrie
by Unabhängiger Arbeitskreis zur Krise der Psychiatrie
Die Psychiatrie befindet sich gegenwärtig in einer Krise. Die Anforderungen, denen sich die Psychiatrie in der modernen Gesellschaft in Deutschland gegenübersieht, und der Hilfebedarf steigen. Das medizinische Fachgebiet kann den an sie gestellten Erwartungen aber nicht mit den gewohnten Strategien, Paradigmen und Interventionen gerecht werden. Insbesondere mit ihrer einseitigen neurowissenschaftlichen Ausrichtung, ihrem naturwissenschaftlichen Menschenbild und dem Versuch, psychische Probleme vorwiegend als „Gehirnerkrankungen“ mit nur geringer Kontextabhängigkeit zu verstehen, der Öffentlichkeit zu vermitteln und damit biologische Therapien in den Vordergrund zu stellen, hat die akademische Psychiatrie für viele Betroffene kaum noch sinnvolle neue Effekte bewirkt. Keine medizinische Fachdisziplin muss sich so intensiv mit der Wechselwirkung des menschlichen Individuums und seiner Umgebung, Widersprüchen zwischenmenschlichen Lebens und Life events auseinandersetzen. Das bedingt die No
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27. Patientin Psychiatrie und die Gesellschaft - wer formt wen? J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Peter Brieger und Stefan Weinmann
Am Anfang meiner psychiatrischen Arbeit dachte ich: „Alles ist klar und überschaubar.“ Psychische Erkrankungen beruhen auf pathologischen neurobiologischen Prozessen und können anhand der Klassifikations-systeme ICD und DSM diagnostiziert und nach Leitlinie behandelt werden. Aber die Wechselwirkung zwischen Menschen und ihrem Umfeld scheint doch maßgebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und den Verlauf von Erkrankungen zu haben. Wie sinnvoll ist es da, Menschen außerhalb ihrer Umgebung und Mitmenschen zu behandeln, wenn sie in genau dieses Umfeld zurückkehren sollen? Zudem ist es einerseits zwar erfreulich, dass man in Jahre 2026 offener über seelische Probleme sprechen kann, gleichzeitig wird damit aber oft die Verantwortung abgegeben. Zum einen an die Erkrankung, die „krankes Verhalten“, „schlechte Gefühle“ und Einschränkungen im Leben verursacht und zudem an die Psychiatrie und die Therapierenden, die sich darum kümmern sollen. Was ist die Aufgabe und Verantwortung der Gesellschaft in Bezug auf gesunde Anforderungen und Lebensweisen? Welche Wechselwirkung gibt es zwischen den beiden Systemen, denn längst prägen Psychiatrie und Psychologie unsere Sprache, unser Denken und somit unser Miteinander? Es ist also an derZeit darüber zu sprechen…und das tun wir in der heutigen Folge von Patientin Psychiatrie mit Peter Brieger, einem der einflussreichsten Psychiater Deutschlands. Er ist Ärztlicher Direktor kbo-Isar-Amper-Klinikum München, einer der größten psychiatrischen Kliniken Deutschlands. Außerdem ist er im Vorstand der Aktion Psychisch Kranke, die sich seit Jahrzehnten für die Verbesserung der psychiatrischen Versorgungsysteme einsetzt. Mit dabei ist auch der Psychiater Stefan Weinmann. Er arbeitet als Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Leiter der Psychiatrischen Institutsambulanz am universitären Zentrum für Integrative Psychiatrie in Lübeck. Peter Brieger und Stefan Weinmann sind beide im wissenschaftlichen Beirat des Psychiatrie Verlages, in dem beide auch zu gesellschaftlichen Fragen publiziert haben.
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26. Vertiefungspodcast - Patientin Psychiatrie auf Psilocybin, J. Schlimme im Gespräch mit Linda Kunz und J. Brüning gen. Brinkmann
https://www.zi-mannheim.de/institut/news-detail/psilocybin-mit-psychotherapie-zeigt-bedeutsame-wirkung-bei-behandlungsresistenten-depressionen.html Mertens LJ, Koslowski M, Betzler F. et al. Efficacy and safety of psilocybin in treatment-resistant major depression: the EPISODE randomized clinical trial. JAMA Psychiatry. Published online March 18, 2026. doi:10.1001/jamapsychiatry.2026.0132 https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/10.1001/jamapsychiatry.2026.0132
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25. Patientin Psychiatrie - Ist Männlichkeit das Problem? J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Björn Süfke
In den psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachgebieten herrscht bislang ein deutlicher, aber abnehmender Frauenüberschuss – sowohl auf Seiten der Therapierenden, als auch bei den Therapierten. In diesem Zusammenhang gibt es zahlreiche Vorurteile, wie z.B. „Frauen sind in der Psychiatrie – Männern im Gefängnis.“ Es scheint an der Zeit, damit etwas aufzuräumen. Im heutigen Männergespräch bei Patientin Psychiatrie rede ich heute als Psychiater mit dem bekannten Psychotherapeuten, Buchautor und Referenten, dem „Männerflüsterer“ Björn Süfke aus Bielefeld über toxische Männlichkeit, die männliche Form der Depression, die männliche Prägung des Fachgebietes Psychiatrie, aber auch über James Bond und die Gewalterfahrungen von Männern. Literatur: W Neumann, B Süfke, Den Mann zur Sprache bringen: Psychotherapie mit Männern, DGVT-Verlag, 2004. B Süfke, Männerseelen: Ein psychologischer Reiseführer, Goldmann, 2010. B Süfke, Männer: Was es heute heißt, ein Mann zu sein, Goldmann, 2018. K Theweleit, Männerfanasien (Neuausgabe), Matthes und Seitz Berlin, 2019.
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24. Patientin Psychiatrie - School of Borderline? J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Christian Stiglmayr und Johanna Wächter
„Schweres Selbstverletzungen, Wutausbrüche, manipulatives Verhalten um nicht Verlassen zu werden und dann noch die ständigen Drohungen mit Suizid. Menschen mit einer Borderline-Störung sind keine Patient:innen, um die sich Behandelnde und Einrichtungen reißen. Ganz im Gegenteil, manche können eine ganze Station alleine auf Trapp halten.“ So oder so ähnlich stellen sich viele Außenstehende oder Behandelnde die Betroffenen vor. Aber stimmt das? Sind Borderliner wirklich „Patients from hell“ oder fühlt sich das Leben dieser Menschen nicht eher so an. Im psychiatrischen Stationsalltag nehmen sie tatsächlich viel Raum ein, da sich krisenhafte Aufnahmen aneinanderreihen und kompetente ambulante Hilfe selten ist. Aber vielleicht ist das Problem auch eine ganze Ecke hausgemacht. Vielleicht ist die Psychiatrie umgekehrt eine echte „School of Borderline“, wo junge Menschen nicht lernen, ihre Emotionen zu regulieren und ihr Leben aufzubauen, sondern wie man mit maximal selbstschädigendem Verhalten auch maximal Ressourcen bindet. M. Bohus: DBT-Skill-Training - Das PatientenManual. Schattauer, 2024. M. Bohus: Borderline-Störung (Fortschritte in der Psychotherapie), Hogrefe, 2019. B. Dulz, S. Herpetz, O. Kernberg, U: Sachsse: Handbuch der Borderline Störungen. Schattauer, 2. Aufl., 2011. M. Linehan: Dialektisch-Behaviourale Therapie der Boderline-Persönlichkeitsstörung. CIP-Medien, 2008. C. Stiglmayr: Die Dialektisch-Behaviorale Therapie. PSYCH up2date 2017; 11: 151–164 151. C. E. Stiglmayr, T. Grathwol, M. M. Linehan, G. Ihorst, J. Fahrenberg, M. Bohus: Aversive tension in patients with borderline personality disorder: a computer-based controlled field study. Acta Psychiatr Scand 2004: 110: 1–8. DOI: 10.1111/j.1600-0447.2004.00466.x Stiglmayr et al. Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation 2014, 1:20 http://www.bpded.com/content/1/1/20 Wagner, S. Roepke, P. Marschall, C. Stiglmayr, B. Renneberg, D. Gieb, C. Dambacher, S. Matthies, H. Salbach-Andrae, S. Fleßa & T. Fydrich: Krankheitskosten der Borderline Persönlichkeitsstörung aus gesellschaftlicher Perspektive. Societal cost-of-illness of borderline personality disorder. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 42. Jahrgang / Heft 4, 2013. CHRISTIAN E. STIGLMAYR, The Experience of Tension in Patients with Borderline Personality Disorder Compared to Other Patient Groups and Healthy Controls. Journal of Social and Clinical Psychology, Vol. 27, No. 5, 2008, pp. 425–446 A. Streeck-Fischer: Jugendliche zwischen Krise und Störung. Schattauer, 2021.
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23. Patientin Psychiatrie ist narzisstisch - C. Stiglmayr und J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Class-Hinrich Lammers
https://www.aerzteblatt.de/archiv/interview-mit-prof-dr-med-claas-hinrich-lammers-klinikdirektor-in-hamburg-ochsenzoll-neugierig-auf-narzisstische-patienten-ca022036-45bc-40ab-b2b0-e4ccee2c2e66 Doering S, Hartmann HP, Kernberg OF, Narzissmus, 2. akt. und erw. Aufl., Schattauer, 2021. Hilbig BE, Moshagen M, Zettler I, Dark Factor - Die Essenz des Bösen in uns, Ariston, 2025. Kohut H, Narzißmus - Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißstischer Persönlichkeitsstörungen, Suhrkamp, 16. Aufl. 2014. Lammers CH, Beziehungsgestaltung mit narzisstischen Menschen, Psychiatrie-Verlag, 2021. Lasch C, Das Zeitalter des Narzißmus, DTV, 1986. Oberleiter S, Stickel P, Pietschning J, A Farewell to the Narcissism Epidemic? A Cross-Temporal Meta-Analysis of Global NPI Scores (1982-2023), Journal of Personality, 2024. https://doi.org/10.1111/jopy.12982
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22. Patientin Psychiatrie betreibt Selbstfürsorge - Eine weihnachtliche Teamintervision
Das gab es bei uns noch nicht - alle zusammen in einem Podcast. Wir sprechen in unserer moderierten Teamsitzung darüber, wie wir uns psychisch und körperlich gesund halten und was wir nicht nur Kolleg:innen empfehlen, um auf sich selbst gut zu achten.
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21. Patientin Forensische Psychiatrie - Ein Gespräch über die schlechtesten und besten Seiten des Menschen zwischen J. Brüning gen. Brinkmann und Carl-Ernst von Schönfeld
In den vergangenen Podcasts haben wir immer wieder gehört, dass Gewalterfahrungen das Risiko psychisch krank zu werden stark erhöhen. Aber was passiert, wenn psychisch erkrankte Menschen selbst zu Täter:innen werden? Auch darum muss sich die Psychiatrie kümmern. Schließlich hat sie von der Gesellschaft eine klare, aber fast nicht zu bewältigende Aufgabe bekommen, für die der Schwerpunkt „Forensische Psychiatrie“ entwickelt wurde. Die Forensische Psychiatrie soll verstehen, warum psychisch Kranke oder Suchterkrankte Straftaten begehen, soll ihre allgemeine Gefährlichkeit und Wiederholungsgefahr einschätzen und sie behandeln und/oder verwahren. Das erfordert nicht nur besondere Kenntnisse, sondern auch starke Nerven und sehr viel Erfahrung. In Folge 8 befand sich Patientin Psychiatrie bereits mit einem Bein im Knast. Heute sprechen wir mit Carl-Ernst von Schönfeld, einem Psychiater, der viel Zeit mit beiden Beinen im Gefängnis verbracht hat.
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20. Patientin Psychiatrie ist achtsam. J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit dem klinischen Neuropsychologen Thomas Beblo über die Kunst der Absichtslosigkeit
An sich ist das Wort weniger als der Gedanke, der Gedanke weniger als die Erfahrung. Literatur: Allgemein Bohus Martin (2024). DBT-Skillstraining, Schattauer. Burkhard Alois (2018). Achtsamkeit - Entscheidung für einen neuen Weg, 2. Aufl., Schauttauer. Chödron, Pema (2013). Meditieren – Freundschaft schließen mit sich selbst. Kösel. Herrigel Eugen (1992). Der Zenweg, 12. Aufl., 1992, O.W. Barth. Herrigel Eugen (1968). Zen in der Kunst des Bogenschießens, 16. Aufl., O.W. Barth. Kornfield, Jack (2008). Das weise Herz. Goldmann-Verlag. Kabat-Zinn, Jon (2013). Gesund durch Meditation (Full Catastrophe Living). Knaur MensSana TB Achtsamkeit Kabat-Zinn, Jon (2013). Gesund durch Meditation (Full Catastrophe Living). Knaur MensSana TB Lehrhaupt, L. & Meinert, P. (2010). Stress bewältigen mit Achtsamkeit. Kösel Michalak, J., Heidenreich, T. & Meibert, P. (2018). Achtsamkeit üben. Hogrefe. Segal V., Williams, M.G., Teasdale, J.D. (2008, 2015). Die achtsamkeitsbasierte cognitive Therapie der Depresssion: Ein neuer Ansatz zur Rückfallprävention. DGVT Verlag Williams, M., Teasdale, J., Zindel, S., Kabat-Zinn, J. (2009). Der achtsame Weg durch die Depression, Arbor-Verlag. Mitgefühl Germer, C. (2015). Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl. Arbor. Jaenicke, C. (2006). Das Risiko der Verbundenheit – Intersubjektivitätstheorie in der Praxis. Klett-Cotta. Kolts, R. (2017). CFT leicht gemacht - Eine Einführung in die Praxis der Compassion Focused Therapie. Arbor. Neff, K. (2012). Selbstmitgefühl. Kailash. Neff, K. & Germer, C. (2018). The Mindful Self-Compassion Workbook: A Proven Way to Accept Yourself, Build Inner Strength, and Thrive (Das Achtsame Arbeitsbuch für Selbstmitgefühl: Eine bewährte Methode, sich selbst zu akzeptieren, innere Stärke aufzubauen und aufzublühen. Guilford Press. Regel, U.Y. (2016). Tonglen Praxis. Mitgefühl aussenden und Leid annehmen. Nymphenburger. Singer, T. (2013). Mitgefühl in Alltag und Forschung. www.compassion-training.org Liebende Güte Frick, A., Thinnes, I., & Stangier, U. (2020). Metta-based group meditation and individual cognitive behavioral therapy (MeCBT) for chronic depression: study protocol for a randomized controlled trial. Trials, 21, 1-14. Ricard, M. (2016). Allumfassende Nächstenliebe: Altruismus – die Antwort auf die Herausforderung unserer Zeit. Edition Blumenau. Salzberg, S. (2006). Metta Meditation. Arbor Verlag.
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19. Patientin Psychiatrie - Was macht unsere Kinder so krank, Jakob Hein? J. Schlimme und J. Brüning gen. Brinkmann sprechen mit dem berühmten Autor und Kinderpsychiater
Von der „Nummer gegen Kummer“, über den „traumasensiblen Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen“ bis hin zu einem Anstieg der ambulanten und stationären Behandlungsplätze; die Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und können dennoch die riesige Anfrage nicht abdecken. Denn immer noch steht es, laut verschiedenen Studien schlecht um die psychische Gesundheit unseres Nachwuchses. Ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen sind psychisch belastet. Nicht nur die Pandemie, soziale Medien und die allseits ausgerufene Polykrise zerren an der psychischen Gesundheit der Kindern und Eltern, auch schwierige soziale Umstände und Einsamkeit fordern Ihren Tribut. Patientin Psychiatrie spricht heute mit einem Arzt und Weltenwanderer, den Berliner Kinderpsychiater und bekannten Buchautor Jakob Hein. Geboren 1971 in Leipzig, international ausgebildet und literarisch originell, bewegt er sich geschickt sowohl in der herausfordernden Realität als auch der künstlerischen Fiktion. Mit dabei und mit uns beiden bekannt ist der Arzt, Philosoph und Buchautor Jann Schlimme.
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18. Patientin Psychiatrie und ihre Sprachstörung - J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit S. Weinmann und J. Wächter
Die Sprache ist nicht nur eines der wichtigsten Werkzeuge in der Psychiatrie, sie ist auch Mittel zur Macht. Wer sie beherrscht hat die Deutungshoheit. Doch "An sich ist das Wort weniger als der Gedanke, der Gedanke weniger als die Erfahrung. Das Wort und was sich darin niederschlägt, ist des Besten beraubt." Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir über die Rolle der Sprache und ihre Anfälligkeit für Missverständnisse besprechen. Antos, G. (2014): Wie Sprache Entscheidungen (vor)prägt: Zum Einfluss und zur Rhetorik kollektiver Selbsttäuschungen. In: Information – Wissenschaft & Praxis, 65, S. 156 – 162. Bock, T.; Buck, D. & Gross, J. (Hg.) (1995): Abschied von Babylon – Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie (Dokumentation des XIV. Weltkongresses für Soziale Psychiatrie 1994 in Hamburg). Bonn: Psychiatrie-Verlag. Bock, T.; Buck, D. & Esterer, I. (2007): StimmenReich. Mitteilungen über den Wahnsinn. Bonn: Psychiatrie-Verlag. Feer, H. (1987): Die Sprache der Psychiatrie. Eine linguistische Untersuchung. Berlin, Heidelberg: Springer. Seikkula, J. & Olson, M. E. (2003): The open dialogue approach to acute psychosis: Its poetics and micropolitics. In: Family process, 42, 3, S. 403 – 418. DOI: 10.1111/j.1545-5300.2003.00403.x. Schneider, P. (2020): Normal, verrückt, gestört. Über die Besonderheiten psychiatrischer Diagnosen. Stuttgart: Schattauer. Van Os, J. & Tamminga, C. (2007): Deconstructing psychosis. In: Schizophrenia Bulletin, 33, S. 861 – 862. Weinmann S, Schulz, M. (2024). Sprache in der Psychiatrie. Auf dem Weg zu einer Kommunikation auf Augenhöhe. Psychiatrie Verlag Köln (doi.org/10.5771/9783966052894)
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17. Patientin Psychiatrie - Die Macht der Diagnosen - wegen des Looping-Effektes? C. Stiglmayr und J. Brüning gen. Brinkmann Gespräch mit Thorsten Padberg
Warum geht die Anzahl der psychisch Erkrankten trotz zunehmender Hilfangebote nicht zurück? Leisten die Helfenden und das psychiatrische Versorgungssystem etwa keine gute Arbeit? Ist das Leben in den westlich geprägten Kulturen zu belastend geworden, so dass jede Hilfe ein Tropfen auf dem heißen Stein ist? Oder sprechen Helfende und Betroffene über psychische Probleme und vermeintliche Diagnosen auf höchst kontraproduktive Weise und verstärken dadurch die Problematik - was zum Looping-Effekt führt. Die Psychologin Carola Stiglmayr und der Psychiater Jan Brüning gen. Brinkmann gehen im Gespräch mit dem Psychologen, Autor und preisgekrönten Podcaster Thorsten Padberg dem Looping-Effekt nach. Literatur: Antonowsky, A. (1997) Salutogenese. DGVT-Verlag. Chevalier, O. (2024). „It starts on TikTok“: Looping Effects and The Impact of Social Media on Psychiatric Terms. Philosophy, Psychiatry, & Psychology, 31 (2). S. 163–174. Gergen, K. (1994). Realities and Relationships. Cambridge: Harvard University Press. Hacking, I. (2012). Menschenarten. The Looping Effect of Human Kinds. Leipzig: sphères. Haslam, N. (2016). Concept creep: Psychology’s expanding concepts of harm and pathology. Psychological Inquiry, 27 (1), 1–17. Jaspers, K. (1965), Allgemeine Psychopathologie. Springer-Verlag. Padberg, T. (2021). Die Depressions-Falle. Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Frankfurt a. M.: Fischer-Verlage. Padberg,. T. (2025). Die Macht der Diagnosen - Looping-Effekte und die Folgen für die Psychopathologie. Psychotherapeuten Journal, 1/25, S. 4-11. https://doi.org/10.61062/ptj202501.001 Padberg, T. & Veith, A. (2024). Problemanalysen. In S. Fliegel, W. Jänicke, S. Münstermann, G. Ruggaber, A. Veith & U. Willutzki (Hrsg.), Verhaltenstherapie – Was sie kann und wie es geht. Ein Lehrbuch (S. 227–250). Tübingen: dgvt-Verlag.Shorter, E. (1993). From paralysis to fatigue. A history of psychosomatic illness in the modern era. New York: THE FREE PRESS. Riedesser P. (2016). Maschinengewehre hinter der Front. Mabuse-Verlag. Thom, J. et al. (2024). Entwicklung der Diagnoseprävalenz psychischer Störungen 2012–2022. Dtsch Arztebl Int; 121: 355–62. DOI: 10.3238/arztebl.m2024.0052. Vorderholzer, U &Schramm E (2024) Das Behandlungs-Prävalenz-Paradoxon der psychischen Erkrankungen und ihrer Therapieverfahren: Was können wir daraus für die Praxis lernen? Verhaltenstherapie, 34 (2): 48–50. https://doi.org/10.1159/000539373 Watters, E. (2016) Crazy like us - Wie Amerika den Rest der Welt verrückt macht. DGVT-Verlag. Wiesner, M. & Willutzki, U. (1992). Sozial-konstruktivistische Wege in der Psychotherapie. In S. J. Schmidt (Hrsg.), Kognition und Gesellschaft. Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus 2 (S. 337–379). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
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16. Patientin Psychiatrie - Wie gelingt Psychotherapie bei Menschen mit Psychosen? J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Tania Lincoln und Jann Schlimme
Literatur: Bock, T. & Heinz A. (2016). Psychosen - Ringen um Selbstverdständlichkeit. Psychiatrie Verlag, 1. Auflage. Cullenberg, J. (2008). Therapie der Psychosen - Ein interdisziplinärer Ansatz. Psychiatrie Verlag. Haddock, G. & Slade, P.D. (1996). Cogntive-Behavioural Interventions with Psychcotic Disorders. New York: Routledge. Lincoln, T.M. (2019). Kognitive Verhaltenstherapie der Schizophrenie. Ein individuenzentrierter Ansatz. 3. überarbeitete Auflage. Göttingen: Hogrefe. Ludwig, L. & Hug, V. (2023). Ratgeber Verfolgungsängste und Verfolgungswahn. Göttingen: Hogrefe Schlier, B. & Bremenkamp, A. (2023). Ratgeber Stimmenhören und andere akustische Halluzinationen. Göttingen: Hogrefe. S3-Leitlinie Schizophrenie: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-009 Steuwe, C. et al. (2025) Cognitive Behavioral Psychotherapy as an Add-on in Comprehensive Outpatient Care of Non-affective Psychoses: A Multicenter Randomized-Controlled Effectiveness Trial in a Naturalistic Setting. Schizophrenia Bulletin vol. 51 no. 3 pp. 742–753, 2025 Schizophrenia Bulletin vol. 51 no. 3 pp. 742–753. https://doi.org/10.1093/schbul/sbae080
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15. Patientin Psychiatrie - Antipsychotika Teil 2 Reduzieren oder absetzen? Ein Vertiefungspodcast mit Jan Schlimme
Die medikamentöse Behandlung von Psychosen ist mit viel Unsicherheit verbunden. Dabei gibt es eine relativ klare Position innerhalb der S3-Leitlinie der DGPPN und gute Empfehlungen bei der Medikamentenreduktion von verschiedenen Autoren. Schade, dass am Ende nicht nur die Angst der Betroffenen, sondern auch die Angst der Profis entscheidet "auf Nummer sicher" zu gehen. Doch was wirkt, hat auch Nebenwirkungen, und wer ansetzt, muss auch absetzen können. Zeit, dass wir darüber sprechen, am besten gleich heute mit unserem Reduktionsexpeten Priv. Doz. Dr. med. Dr. phil. Jann Schlimme, der gerade einen ganz eigenen Ansatz untersucht... Literatur: https://www.dgsp-ev.de/veroeffentlichungen/broschueren/neuroleptika-reduzieren-und-absetzen M. Brüne Evolutionary Perspectives on Schizophrenia Spectrum Disorders. https://doi.org/10.1017/9781009030564.012 L. D. Crosby, S. Kalanidhi, A. Bonilla, A. Subramanian, J. S. Ballon and H. Bonilla Off label use of Aripiprazole shows promise as a treatment for Myalgic Encephalomyelitis/ Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS): a retrospective study of 101 patients treated with a low dose of Aripiprazole Journal of translational medicine , 2021. http://doi.org/10.1186/s12967-021-02721-9 E. Diniz Treatment Resistance in Schizophrenia: a Meta-Analysis of Prevalences and Correlates. Brazilian Journal of Psychiatry, 2023. http://doi.org/10.47626/1516-4446-2023-3126 S. Galderisi et al. The influence of illness-related variables, personal resources and context-related factors on real-life functioning of people with schizophrenia. World psychiatry, 2014. O. D. Howes, B. R. B. & K. Beck Schizophrenia: from neurochemistry to circuits, symptoms and treatments nature reviews neurology. Vol. 20 ,Jan 2024. https://doi.org/10.1038/s41582-023-00904-0 H. Kolb et al. Ketone bodies: from enemy to friend andguardian angel. BMC Medicine, 2021. https://doi.org/10.1186/s12916-021-02185-0 P. Lehmann (Hg.), C. Newnes (Hg.) Psychopharmaka reduzieren und absetzen Psychiatrie Verlag, 2023. J. Moncrieff et al. Antipsychotic dose reduction and discontinuation versus maintenance treatment in people with schizophrenia and other recurrent psychotic disorders in England (the RADAR trial): an open, parallel-group, randomised controlled trial. Lancet Psychiatry, 2023. A. Patel, P. L. Pyzik, Z. Turner, J. E. Rubenstein, E. H. Kossoff Long-term outcomes of children treated with the ketogenic diet in the past. Epilepsia, 51(7):1277–1282, 2010. doi: 10.1111/j.1528-1167.2009.02488.x Valentino Racki et al. Effects of Haloperidol, Risperidone, and Aripiprazole on the Immunometabolic Properties of BV-2 Microglial Cells. International Journal of Molecular Sciences. 2021. J. E. Schlimme, T. Scholz, R. Seroka Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen Psychiatrie Verlag, 2019. Sommer I. Interview about HAMLETT on 37th European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) Congress. Report by: Johnson K. Antipsychotic Tapering in FEP Beneficial in the Longterm. Medscape September 27, 2024. [hkps://www.medscape.com/viewar4cle/an4psycho4c-tapering-fep-beneficial-long-term- 2024a1000hm2?form=fpf] [Access 11-03-2025] S. Weinmann Die Vermessung der Psychiatrie Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiets Psychiatrie Verlag, 2019. L Wunderink et al. Recovery in Remiked First-Episode Psychosis at 7 Years of Follow-up of an Early Dose Reduction/Discontinuation or Maintenance Treatment Strategy: Long-term Follow-up of a 2-Year Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry, 2013. https://youtube.com/@livingwellafterschizophrenia?si=y1RzBCbyMvlljy_H
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14. Patientin Psychiatrie - Antipsychotika Teil1 ”Verordnen oder nicht verordnen?”
Erratum: Bei der im Podcast erwähnten WHO-Studie zum Verlauf von Psychosen in verschiedenen Ländern und Kulturen war die Studie von Jablensky et al. (1992) gemeint. Jablensky, A., Sartorius, N., Ernberg, G., Anker, M., et al. (1992). Schizophrenie: Manifestationen, Häufigkeit und Verlauf in verschiedenen Kulturen: Eine Zehn-Länder-Studie der Weltgesundheitsorganisation. Psychological Medicine, Mo Suppl 20, 97. Weinmann S (2019) Die Vermessung der Psychiatrie: Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebietes. Psychiatrie Verlag. Weinmann S, Aderhold V (2010) Antipsychotic medication, mortality and neurodegeneration: the need for more selective use and lower doses. Psychosis: Psycholological, Social and Integrative Approaches 2(1):50–69. Wunderink L, Nienhuis FJ, Sytema S, Slooff CJ, Knegtering R, Wiersma D (2007) Guided discontinuation versus maintenance treatment in remitted first-episode psychosis: relapse rates and functional outcome. J Clin Psychiatry 68(5):654–661.
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13. Patientin Psychiatrie trifft Antipsychiatrie - Ein Perspektivenwechsel mit Peter Lehmann und Jann Schlimme
Die Kritik an der Psychiatrie ist so alt, wie das Fachgebiet selbst. Der Angst vor nicht verstehbarem, ja verrücktem und gefährlichem Verhalten stehen Zwangsbehandlung und „der chemische Knebel“ gegenüber. Mit der Antipsychiatrie ist in Deutschland der Name Peter Lehmann untrennbar verbunden. Der Aufbau der Bewegung in Deutschland ist sowohl sein Lebenswerk als auch sein Beruf. Als Sozialwissenschaftler, Aktivist, Referent, Organisator, Buchautor, Verleger und Herausgeber von Zeitschriften und Büchern hat er sich in der deutschen und internationalen Psychiatrie- und Antipsychiatrieszene gleichzeitig einen Namen gemacht. Dafür erhielt er im Jahr 2010 von der Aristoteles-Universität Thessaloniki die Ehrendoktorwürde und im Jahr 2011 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Peter Lehmann wird dieses Jahr 75 Jahre alt. Gerade sitzt er an der Endredaktion seines Buches »Humanistische Antipsychiatrie – Verstreute Texte aus 45 Jahren«, das zu seinem Jubiläumsgeburtstag erscheinen wird. Zeit für ein Gespräch über die Patientin Psychiatrie mit Dr. Lehmann... Literatur: Humanistische Antipsychiatrie – Verstreute Texte aus 45 Jahren (in Vorbereitung für Sommer 2025) Psychopharmaka reduzieren und absetzen – Praxiskonzepte für Fachkräfte, Betroffene, Angehörige (Hg. 2024 mit Craig Newnes; PDF E-Book 2024 ; Ausgaben in Englisch & Spanisch [in Vorbereitung]) Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika – Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks (2017 mit Volkmar Aderhold, Marc Rufer & Josef Zehentbauer; E-Book 2025 ) Statt Psychiatrie 2 (Hg. 2007 mit Peter Stastny; Ausgaben in Englisch, Griechisch & Marathi ; E-Book 2025 ) Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern (Hg. 1998; 5., aktualisierte Aufl. 2019; E-Book 2025 ; Ausgaben in Englisch, Französisch, Griechisch & Spanisch ) Schöne neue Psychiatrie – Band 1: Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken ; Band 2: Wie Psychopharmaka den Körper verändern (1996; E-Books 2025) Der chemische Knebel – Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen (1986; 6. Aufl. 2010; E-Book 2025)
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12. Patientin Psychiatrie - ”Psychosen...auch Trauma, oder was?” Ein Vertiefungspodcast mit Ingo Schäfer, Jann Schlimme und Jan Brüning gen. Brinkmann
Eigentlich soll die Psychiatrie Ordnung ins Chaos bringen. Das sieht man an der Struktur jedes Fachbuches, jedem Diagnosemanual und an jedem Schild in einer psychiatrischen Klinik, denn so soll es in der Vorstellung am besten auch in der Behandlung psychischer Störungen laufen. Depressionen zu den affektiven Störungen, Kokain-Sucht zu den Abhängigkeitserkrankungen, Schizophrenie auf der Akutstation, Trauma in der Psychosomatischen Klinik usw… Schade nur, dass das Leben sich für solche Einteilungen nicht interessiert. Deshalb dürfen psychiatrische Forschung und Behandlung auch nicht an diesen künstlichen Grenzen verharren, sondern müssen sie hinterfragen, neue Perspektiven einnehmen und neue Fragen stellen, um zu neuen Antworten zu gelangen. Patientin Psychiatrie spricht heute in einem Vertiefungspodcast mit Professor. Dr. med. Ingo Schäfer, einem Arzt und Wissenschaftler, der sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gibt. Literatur: Dörner K Freispruch der Familie. Frankfurt a. M., 1975. SECOND CHANCE Eissler KR Bemerkungen zur Technik der psychoanalytischen Behandlung Pubertierender nebst einigen Überlegungen zum Problem der Perversion. Psyche 1958; 1196-1210, 1966. 29,8 % ALLER STÖRUNGEN SIND DURCH KINDHEITSWIDRIGKEITEN BEDINGT Kessler RC, McLaughlin KA, Green JG, Gruber MJ, Sampson NA, Zaslavsky AM, Aguilar-Gaxiola S, Alhamzawi AO, Alonso J, Angermeyer M, Benjet C, Bromet E, Chatterji S, de Girolamo G, Demyttenaere K, Fayyad J Florescu S, Gal G, Gureje O, Haro JM, Hu CY, Karam EG, Kawakami N, Lee S, Lépine JP, Ormel J, Posada-Villa J, Sagar R, Tsang A, Ustün TB, Vassilev S, Viana MC, Williams DR. Widrigkeiten in der Kindheit und Psychopathologie bei Erwachsenen in den WHO World Mental Health Surveys. Br J Psychiatrie. 2010 Nov;197(5):378-85. doi:10.1192/bjp.bp.110.080499. PMID: 21037215; PMCID: PMC2966503. ZAHLEN ZU GEWALTERLEBNISSEN BEI PSYCHOSEPATIENT:INNEN INTERNATIONAL. Morgan C, Fisher H. Umwelt und Schizophrenie: Umweltfaktoren bei Schizophrenie: Kindheitstraumata – eine kritische Betrachtung. Schizophr Bull. 2007 Jan;33(1):3-10. doi: 10.1093/schbul/sbl053. Epub 2006 Nov 14. PMID: 17105965; PMCID: PMC2632300. Entwicklungstraumata sind bei Psychosen mit schwereren positiven und affektiven Symptomen sowie qualitativen Unterschieden in der Symptomausprägung verbunden. Onyeama F, Melegkovits E, Yu N, Parvez A, Rodrigues A, Billings J, Kelleher I, Cannon M, Bloomfield MAP. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse der Hypothese des traumatogenen Phänotyps bei Psychosen. BJPsych Open. 9. August 2024;10(5):e146. doi: 10.1192/bjo.2024.52. PMID: 39118412; PMCID: PMC11698141. ÜBERBLICK KONTINUUM DISSOZIATION-PSYCHOSE Moskowitz A, Dorahy M, Schäfer I Psychosis, Trauma and Dissociation - Evolving Perspectives on Severe Psychopathology. 2nd Ed., Wiley Blackwell, 2019. ZAHLEN ZU GEWALTERLEBNISSEN BEI PSYCHOSEPATIENT:INNEN IN DEUTSCHLAND. Schäfer I, Eiroa-Orosa FJ, Schroeder K, Harfst T, Aderhold V. Posttraumatische Störungen bei Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis. Nervenarzt. 2015 Jul;86(7):818-25. Deutsch. doi: 10.1007/s00115-014-4237-x. PMID: 26022856. ALLGEMEINER ÜBERBLICK ZU TRAUMA BEI PSYCHOSE Schäfer I, Fisher HL. Kindheitstrauma und Psychosen – welche Beweise gibt es? Dialoge Clin Neurosci. 2011;13(3):360-5. doi: 10.31887/DCNS.2011.13.2/ischaefer. PMID: 22033827; PMCID: PMC3182006.
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10. Patientin Psychiatrie - Gefangen in der Schizophrenie-Verschwörung? Jan Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Jann Schlimme und Stefan Weinmann
Bock T, Andreas Heinz A: Psychosen: Ringen um Selbstverständlichkeit (Anthropologische Psychiatrie), Psychiatrie-Verlag, 2016. Bock T: Wird die Menschheit kränker oder die Krankheit menschlicher, Editorial Psychiat. Praxis 2014; 41: 121-123. Butter M: „Nichts ist, wie es scheint“. Über Verschwörungstheorien, S. 105–114, ed. Suhrkamp, Berlin, 2018. Butter M: Nennt sie beim Namen!, 28. 12. 2020, www.zeit.de/gesellschaft/ 2020-12/verschwoerungs-theorien- corona-krise- wortdes-jahres- 2020. Butter M: Verschwörungstheorien: Eine Einführung; aus: Politik und Zeitgeschichte (APuZ) S 1-9. Butter M und Bock T: Verschwörungstheorie und Wahn Notwendige Abgrenzung und mögliche Prävention. In: KERBE 1/2022, S. 25-28. Dörner K, Plog U, Bock T: Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie-Verlag, 2019. Douglas K et al.: Understanding Conspiracy Theories, in: Advances in Political Psychology S1/2019, DOI: 10.1111/pops.12568. Finzen A: Schizophrenie: Die Krankheit verstehen, behandeln, bewältigen, Psychiatrie-Verlag, 2019. Hepfer K: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft, Bielefeld 2015, S. 26. Hofstadter R: The Paranoid Style in American Politics, in: ders., The Paranoid Style in American Politics and Other Essays, Cambridge 1996, S. 3–40. Lammel M, Bormuth M: Karl Jaspers’ Allgemeine Psychopathologie: Standortbestimmungen, MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016. Monshouwer K et al.: Prevalence, incidence, and persistence of psychotic experiences in the general population: results of a 9-year follow-up study. Psychological Medicine 2023; 53: 3750–3761. Scharfetter C: Allgemeine Psychopathologie, Thieme, 2020. Schödlbauer M: Wahnbegegnungen: Zugänge zur Paranoia (Anthropologische Psychiatrie), Psychiatrie-Verlag, 2015. Van Os J, Reininghaus U.: Psychosis as a transdiagnostic and extended phenotype in the general Population. World Psychiatry 2016; 15:118–124.
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9. Patientin Psychiatrie - Wofür bleiben Patient:innen verantwortlich? Teil 2 über Verantwortung
Vor knapp 2000 Jahren gründete sich im Nahen Osten eine jüdische Sekte, die innerhalb der nächsten Jahrhunderte zu einer neuen Religion und einem gigantischen politischen und spirituellen Machtfaktor heranwuchs, dem Christentum. Die Botschaft: Gott ist ein liebender Vater, der Dir Deine Sünden nach dem Tod vergibt. Der Weg ins Paradies ist durch Beichte und Reue möglich. In den letzten Jahren gewinnt eine neue Glaubensrichtung immer mehr Anhänger. In der Church of Psychiatry werden nicht mehr ein Dämon, der Teufel oder der Sünder selbst, sondern eine psychische Krankheit oder ein Trauma verantwortlich gemacht. Viele Therapeut:innen kennen diese Sätze von Patient:innen: „Ich habe eine Borderline-Störung, deshalb bin ich so ausgeflippt…“ oder Therapeut:innen vermitteln sogar. „Sie verhalten sich so, weil Sie eine Depression haben.“ Aber ist das richtig? Nimmt eine psychische Erkrankungen den Menschen ihre ganze Verantwortung für sich oder andere? Jan Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Carola Stiglmayr und Johanna Wächter. Literatur: Aaron Antonovsky, Alexa Franke (Herausgeber, Übersetzer), Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit (Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis) DGVT-Verlag, 1997. Martin Bohus und Martina Wolf-Arehult, Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten: Das Therapeutenmanual. Schattauer Verlag, 2017. Randolph M. Nesse, Gute Gründe für schlechte Gefühle: Evolutionäre Psychiatrie – ein neuer Blick auf negative Stimmungen und psychische Beschwerden, Kösel-Verlag, 2024. Andreas Reckwitz, Das Ende der Illusionen: Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Suhrkamp, 2019. Irvin D. Yalom, Existenzielle Psychotherapie, Edition Humanistische Psychologie - Ehp; 5., korrigierte Auflage, 2010.
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8. Patientin Psychiatrie - Mit einem Bein im Knast? Teil 1 über Verantwortung
Unter Behandelnden geht oft das Gerücht um, dass man als Helfer soviel Verantwortung hat, dass man quasi immer mit einem Bein im Knast steht. Deshalb müsse man auch so viel dokumentieren... damit man für alles, was in einer psychiatrischen oder therapeutischen Behandlung schief geht, bestenfalls nachweisen kann, dass man daran nicht Schuld ist. Aber stimmt das? Jan Brüning gen. Brinkmann und Carola Stiglmayr nähern sich dem Thema an, wofür wir als Behandelnde wirklich verantwortlich sind.
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7. Patientin Psychiatrie - Eine weihnachtliche Fallgeschichte
Der Geflüchtete Hr. B findet in Deutschland sein Zuhause. Doch es passiert ihm etwas Furchtbares - und unerwartet etwas sehr Weihnachtliches. Eine Geschichte darüber, dass schlimme Ereignisse das Beste in Menschen zum Vorschein bringen können. Musik: Barbershop - MerryXmasPopsong
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6. Patientin Psychiatrie, live am 9.10.24 - Alles Trauma, oder was? Jan Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Andrea Möllering
Schwere Gewalt und Vernachlässigung haben als Traumatisierung das Potential einen Menschen zu zerbrechen und können zu schweren psychischen Beeinträchtigungen führen. Viele Betroffene benötigen eine spezialisierte Psychotherapie. Und der die aktuellen Zahlen verheißen nichts Gutes. Das statistische Bundesamt meldet auch für 2023 einen Anstieg der Kindeswohlgefährdung und Inobhutnahmen um 2%, die Gewalt an Frauen habe um 6,5% zugenommen. Auch medizinisches Personal, Feuerwehrleute, Zugbegleiter:innen und Polizist:innen sind immer häufiger von Gewalt betroffen. Entsprechend steigt die Diagnosehäufigkeit eine Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) am stärksten von allen psychiatrischen Diagnosen. Dazu tragen auch immer mehr Ereignisse bei, die als traumatisierend erlebt werden, z.B. traumatische Geburten. Passend dazu wurde lt. dem Robert-Koch-Institut im Jahr 2022 die Diagnose PTBS mehr als doppelt so häufig gestellt wie i. Jahr 2012. In den Therapiepraxen und den Medien wird der Begriff zunehmend inflationär angewendet. Das „Trauma“ ist in aller Munde. Zeit für eine ehrliche Bestandaufnahme zweier Spezialisten aus verschiedenen Therapieschulen und Behandlungssettings. „Patientin Psychiatrie“ wurde Mittwoch, den 09. Oktober 2024 als öffentliche Veranstaltung i.R. der Woche der Seelischen Gesundheit in der Klinik für Psychosomatische und psychotherapeutische Medizin im Johannisstift Bielefeld aufgezeichnet. Literatur: Martin Bohus und Martina Wolf-Arehult Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten: Das Therapeutenmanual Schattauer Verlag, 2017. Bessel van der Kolk Das Trauma in dir: Wie der Körper den Schrecken festhält und wie wir heilen können, Ullstein Taschenbuch, 2023. Luise Reddemann Imagination als heilende Kraft Klett Cotta, 2001 Robert Sapolsky Gewalt und Mitgefühl - Die Biologie menschlichen Verhaltens Carl Hanser Verlag, 2017. Wolfgang Wöller und Luise Reddemann Trauma und Persönlichkeitsstörungen: Ressourcenbasierte Psychodynamische Therapie (RPT) traumabedingter Persönlichkeitsstörungen Auflage, Schattauer, 2018
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5. Patientin Psychiatrie - Psychotherapie bei Depressionen - einfach nur reden?
Viele wollen sie, nicht jeder bekommt sie, die Psychotherapie. Aus der ehemaligen Redekur haben sich in den letzten hundert Jahren hochspezialisierte Verfahren entwickelt. Die meisten davon können auch bei depressiven Störungen helfen. Doch was kann wirklich Psychotherapie leisten? Was bringt es denn, einfach nur zu reden? Oder passiert in einer Therapie wirklich viel mehr? Welchen Stellenwert hat sie bei der Behandlung von Depressionen? Wie effektiv ist Psychotherapie und sind die Behandelnden die eigentlichen Heilmittel? Folge 3. der Serie "Depressivität" über die psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten mit Jan BgB und Carola Stiglmayr. Email: [email protected] Literatur: Otto Benkert, Hans Hippius Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 14. Aufl. Springer-Verlag, 2023. Klaus Dörner, Ursula Plog, Thomas Bock Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie, 25. Auflage, Psychiatrie-Verlag, 2019 Allen Frances Normal - Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Dumont-Verlag, 2014. Thorsten Padberg Die Depressions-Falle: Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Fischer, 2021. Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I und II., Vandenhoeck + Ruprecht, 2016. Irvin D. Yalom Existenzielle Psychotherapie Edition Humanistische Psychologie - Ehp; 5., korrigierte Auflage, 2010.
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4. Patientin Psychiatrie - Schädliche Helfer?
Antidepressiva und ihr Nutzen sind in den letzten Jahren zunehmend hinterfragt worden, spätestens seit der Streit um eine fragliche Überlegenheit gegenüber einem Placebo durch eine Sichtung aller Zulassungsstudien befeuert wurde. Trotz zunehmender Verschreibungszahlen, nimmt die Zahl der Patient:innen aber nicht ab. Rechtzeitig kommt eine neue Produktpalette mit einem neuen Versprechen auf den Markt - die Dissoziativa... Teil 2 der Serie "Depressivität" über Kosten und Nutzen der medikamentösen Behandlung mit Jan Brüning gen. Brinkmann, Stefan Weinmann und Carola Stiglmayr. Email: [email protected] Zu Minute 12.50: Es gibt eine Reihe von Hinweisen zu möglicherweise bessern Verläufen der Depression ohne Einsatz von Antidepressiva. Allerdings ist die Evidenzlage nicht so klar: Eine große Meta-Analyse (Cuijpers P, Miguel C, Harrer M, et al. Cognitive behavior therapy vs. control conditions, other psychotherapies, pharmacotherapies and combined treatment for depression: a comprehensive meta-analysis including 409 trials with 52,702 patients. World Psychiatry. 2023 Feb;22(1):105-115) legt nahe, dass kognitive Verhaltenstherapie kurzfristig gleich wirksam ist wie eine antidepressive Medikation, aber langfristig wirksamer in der Verhinderung von Wiedererkrankungen. Das bedeutet, dass kognitive Verhaltenstherapie langfristig am wirksamsten ist. Eine deutsche naturalistische Studie (aus der Oberberg-Klinik in Marienfeld in NRW) konnte zeigen, dass eine stationäre Behandlung der Depression die Depressivität wirksam reduzieren konnte, dass Antidepressiva aber keinen Anteil hatten, sondern nur der psychotherapeutische Zugang: Maß R et al. Inpatient treatment decreases depression but antidepressants may not contribute. A prospective quasi-experimental study. Comprehensive Psychiatry 94 (2019) 152124 Eine britische naturalistische Studie, dass bei 130 Patienten nach sechs Monaten die Besserungsraten nichtmedikamentös behandelter Patienten bei 71 Prozent lagen und bei den medizierten bei 61%. Menschen mit Antidepressiva-Therapie ging es im Trend im Verlauf schlechter als denjenigen, die nie mit einem Medikament begonnen hatten – wobei der Schweregrad kontrolliert worden war und nicht für die Unterschiede verantwortlich war: Brugha TS, Bebbington PE, MacCarthy B, Sturt E, Wykes T. Antidepressants may not assist recovery in practice: a naturalistic prospective survey. Acta Psychiatr Scand. 1992 Jul;86(1):5-11 Eine randomisierte kontrollierte Studie von Dobson et al. 2008 () zeigte, dass eine Verhaltensaktivierung und insbesondere eine kognitive Verhaltenstherapie zu weniger Rückfällen führt nach 24 Monaten wie wenn eine antidepressive Medikation gestartet wurde und nach einiger Zeit wieder reduziert und angesetzt wurde. Die Psychotherapie ist nachhaltiger, auch wenn sie dann im Verlauf beendet wurde. Die Medikation schützt nur vor weiteren Rückfällen wenn sie (unendlich) weitergenommen wird, aber dies wird häufig nicht erreicht oder gewünscht wegen der Nebenwirkungen: Dobson KS, Hollon SD, Dimidjian S, Schmaling KB, Kohlenberg RJ, Gallop RJ, Rizvi SL, Gollan JK, Dunner DL, Jacobson NS. Randomized trial of behavioral activation, cognitive therapy, and antidepressant medication in the prevention of relapse and recurrence in major depression. J Consult Clin Psychol. 2008 Jun;76(3):468-77 Auf diese letzte Studie nimmt auch Jürgen Margraf Bezug: https://psychologie-journal.de/psychologie/1405/psychotherapie-ist-wirkungsvoller-als-psychopharmaka/ Eine neuere Auswertung in Psychological Medicine (Hani Zainal 2024) hat gezeigt, dass Psychotherapie wirksamer war als AD alleine oder kombinierte Behandlung in der Vermeidung unerwünschter Wirkungen wie Suizidversuche oder Suizide oder krisenhafte stationäre Aufnahmen war: “To conclude, the present meta-analysis consistently found that psychotherapy monotherapy had stronger aggregate effects than combined treatment (1.9% v. 3.7%) and antidepressant medication-only (3.0% v. 5.6%) in decreasing the probability of suicide attempt, psychiatric emergency department visit, psychiatric hospitalization, and/or suicide death for Major Depression patients”: Zainal NH. Is combined antidepressant medication (ADM) and psychotherapy better than either monotherapy at preventing suicide attempts and other psychiatric serious adverse events for depressed patients? A rare events meta-analysis. Psychol Med. 2024 Feb;54(3):457-472 Es bleibt schwierig nachzuweisen, ob Psychotherapie wirklich langfristig besser wirkt, da die Studien oft nicht daraufhin angelegt sind. Allgemein: Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zur Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren bei Depressionen: Meister et al. 2018/ Schefft et al. 2019/ Cuijpers et al. 2019+2020a+2021a Antidepressive Effekte regelmäßiger Körperlicher Aktivität: Kvam et al. 2016 Wirksamkeitsbelege von KVT und IPT (Verfahren mit der am besten belegten Wirksamkeit) : z.B Barth et al. 2013/ Cuijpers 2021/ Metaanalytische Übersicht: Shinohara et al. 2013 Metaanalyse zur Senkung des Rückfallrisikos mit Hilfe von MBCT Piet und Hougaard 2011 Weitere Literatur: Otto Benkert, Hans Hippius Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 13.-14. Aufl. Springer-Verlag, 2020-2023. Tom Bschor, MD1,6; Lea Nagel, MD1,2; Josephine Unger, MD3; Guido Schwarzer, MSc, PhD4; Christopher Baethge, MD5 Differential Outcomes of Placebo Treatment Across 9 Psychiatric Disorders A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Psychiatry. Published online May 29, 2024. Pim Cuijpers, Hisashi Noma, Eirini Karyotaki, Christiaan H. Vinkers, Andrea Cipriani, Toshi A. Furukawa A network meta-analysis of the effects of psychotherapies, pharmacotherapies and their combination in the treatment of adult depression. World Psychiatry, Volume19, Issue1, February 2020, 92-107. Kirsch I . Deacon BJ . Huedo-Medina TB . Scoboria A . Moore TJ . Johnson BT . Initial severity and antidepressant benefits: a meta-analysis of data submitted to the Food and Drug Administration. PLoS Medicine Vol. 5, No. 2, e45 doi: 10.1371/journal.pmed. 0050045 Lehmann P. Aderhold V. Rufer M. Zehentbauer J. Neue Antidepressiva - Atypische Neuroleptika Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierungen und Alternativen Peter Lehmann Publishing, 2017. Moncrieff J . Kirsch I . Efficacy of antidepressants in adults. BMJ. 2005; 331 155-157 Thorsten Padberg Die Depressions-Falle: Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Fischer, 2021. Stefan Weinmann Erfolgsmythos Psychopharmaka. Warum wir Medikamente in der Psychiatrie neu bewerten müssen. Mabuse-Verlag, 2013.
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3. Patientin Psychiatrie - Die Pandemie der Depressivität
"Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen." So steht es auf der Homepage des Bundesgesundheitsminiteriums. Seit einigen Jahren bekennen sich viele Menschen zu ihrer Depression. So viele, dass die Behandlungsmöglichkeiten, v.a. allem Psychotherapieplätze knapp werden. Und wer keine Psychotherapie bekommt, der sollte dringend ein Medikament nehmen, oder? Weil "die Depression" ja eine Krankheit ist, oder gibt es da auch andere Möglichkeiten? Teil 1 der Serie "Depressivität" über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten mit Jan Brüning gen. Brinkmann, Stefan Weinman und Carola Stiglmayr Email: [email protected] Literatur: Tom Bschor, MD1,6; Lea Nagel, MD1,2; Josephine Unger, MD3; Guido Schwarzer, MSc, PhD4; Christopher Baethge, MD5 Differential Outcomes of Placebo Treatment Across 9 Psychiatric Disorders A Systematic Review and Meta-Analysis JAMA Psychiatry. Published online May 29, 2024. Pim Cuijpers, Hisashi Noma, Eirini Karyotaki, Christiaan H. Vinkers, Andrea Cipriani, Toshi A. Furukawa A network meta-analysis of the effects of psychotherapies, pharmacotherapies and their combination in the treatment of adult depression World Psychiatry, Volume19, Issue1, February 2020, 92-107. Klaus Dörner, Ursula Plog, Thomas Bock Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie Auflage, Psychiatrie-Verlag, 2019. Kirsch I . Deacon BJ . Huedo-Medina TB . Scoboria A . Moore TJ . Johnson BT . Initial severity and antidepressant benefits: a meta-analysis of data submitted to the Food and Drug Administration. PLoS Medicine Vol. 5, No. 2, e45 doi: 10.1371/journal.pmed. 0050045 Moncrieff J . Kirsch I . Efficacy of antidepressants in adults. BMJ. 2005; 331 155-157 Thorsten Padberg Die Depressions-Falle: Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Fischer, 2021. Stefan Weinmann Die Vermessung der Psychiatrie: Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiets. Psychiatrie-Verlag, 2019. Stefan Weinmann Erfolgsmythos Psychopharmaka. Warum wir Medikamente in der Psychiatrie neu bewerten müssen. Mabuse-Verlag, 2013. Irvin D. Yalom Existenzielle Psychotherapie Edition Humanistische Psychologie - Ehp; 5., korrigierte Auflage, 2010.
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2. Patientin Psychiatrie - Alle verrückt geworden?
Wie kommt es, dass wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, aber nicht in einem der glücklichsten? Warum suchen immer mehr Menschen psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe? Wird das Leben immer belastender, verweichlichen wir oder sind wir wirklich alle "verrückt" geworden? Vielleicht kann es ja auch sein, dass diese anstrengenden, unangenehmen Gefühle uns etwas zu sagen haben... Ein Gespräch zwischen Jan Brüning gen. Brinkmann und Carola Stiglmayr, psychologische Psychotherapeutin aus Berlin. Email: [email protected] Literatur: Randolph M. Nesse, Gute Gründe für schlechte Gefühle: Evolutionäre Psychiatrie – ein neuer Blick auf negative Stimmungen und psychische Beschwerden, Kösel-Verlag, 2024. Thorsten Padberg, Die Depressions-Falle: Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Fischer, 2021. Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer, Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I und II. Vandenhoeck + Ruprecht, 2016. Irvin D. Yalom, Existenzielle Psychotherapie, Edition Humanistische Psychologie - Ehp; 5., korrigierte Auflage, 2010.
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1. Patientin Psychiatrie - Dissoziative Identitätsstörung oder überforderte Helferin?
Gibt es eigentlich die Psychiatrie? Leiden Betroffene nun eigentlich unter einer biologischen Krankheit oder einer psychosozialen Störung? Warum haben Medikamente noch einen so großen Stellenwert, wenn doch so viele Betroffene sich eher Psychotherapie wünschen. Der Bedarf ist größer als die Möglichkeiten der Hilfessysteme. Zeit für ein ehrliches Gespräch zwischen Jan Brüning gen. Brinkmann und dem Psychiater und Gesundheitswissenschaftler Stefan Weinmann über Täuschung und Selbsttäuschung der "Patientin Psychiatrie". Email: [email protected] Literatur: Allen Frances, Normal - Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Dumont-Verlag, 2014. Felix Hasler, Neue Psychiatrie: Den Biologismus überwinden und tun, was wirklich hilft. Transkription, 2023 Stefan Weinmann, Die Vermessung der Psychiatrie: Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiets, Psychiatrie-Verlag, 2019.
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ABOUT THIS SHOW
Die Psychiatrie befindet sich gegenwärtig in einer Krise. Die Anforderungen, denen sich die Psychiatrie in der modernen Gesellschaft in Deutschland gegenübersieht, und der Hilfebedarf steigen. Das medizinische Fachgebiet kann den an sie gestellten Erwartungen aber nicht mit den gewohnten Strategien, Paradigmen und Interventionen gerecht werden. Insbesondere mit ihrer einseitigen neurowissenschaftlichen Ausrichtung, ihrem naturwissenschaftlichen Menschenbild und dem Versuch, psychische Probleme vorwiegend als „Gehirnerkrankungen“ mit nur geringer Kontextabhängigkeit zu verstehen, der Öffentlichkeit zu vermitteln und damit biologische Therapien in den Vordergrund zu stellen, hat die akademische Psychiatrie für viele Betroffene kaum noch sinnvolle neue Effekte bewirkt. Keine medizinische Fachdisziplin muss sich so intensiv mit der Wechselwirkung des menschlichen Individuums und seiner Umgebung, Widersprüchen zwischenmenschlichen Lebens und Life events auseinandersetzen. Das bedingt die No
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Unabhängiger Arbeitskreis zur Krise der Psychiatrie
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