PODCAST · news
Weltpolitik to Go
by Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB)
Weltpolitik to Go ist der Podcast der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB). Wir sprechen mit Wissenschaftler*innen über aktuelle Fragen der Weltpolitik – verständlich, fundiert und nah an den politischen Debatten unserer Zeit.
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In the Name of the Wholy Land: Wie sich der Nahostkonflikt selbst verfestigt
Warum verfestigt sich der israelisch-palästinensische Konflikt trotz jahrzehntelanger Verhandlungen und internationaler Vermittlungsversuche immer weiter? Und was, wenn Friedensbemühungen einen Konflikt nicht nur lösen, sondern ihn manchmal auch stabilisieren?Darüber spricht Lilli Banholzer in dieser Folge von „Weltpolitik to Go“ mit Prof. Dr. Stephan Stetter, Professor für Internationale Politik und Konfliktforschung an der Universität der Bundeswehr München. Grundlage des Gesprächs ist sein Beitrag „In the Name of the Wholy Land: Zur sozialen Evolution israelisch-palästinensischer Beziehungen im weltpolitischen System“, erschienen in der Zeitschrift für Internationale Beziehungen, Heft 1/2026.Im Mittelpunkt steht der sogenannte Lock-in-Effekt. Gemeint ist, dass sich politische Vorstellungen, Entscheidungen und Konfliktmuster über lange Zeit gegenseitig verstärken – bis Alternativen immer schwerer vorstellbar werden.Stephan Stetter erklärt, warum seine Analyse bereits im Jahr 1831 beginnt, wie nationale, religiöse und territoriale Ansprüche über fast 200 Jahre entstanden sind und weshalb der Konflikt nicht allein auf Israel und Palästina begrenzt werden kann. Auch Kolonialismus, internationale Organisationen, globale Politik, Medien und gesellschaftliche Debatten außerhalb der Region prägen seine Dynamik.Eine zentrale Rolle spielt dabei der Begriff „Wholy Land“, eine Verbindung aus „holy“, also heilig, und „whole“, also vollständig. Er beschreibt Vorstellungen, nach denen das gesamte Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer als unteilbares eigenes Land verstanden wird. Solche Perspektiven finden sich nicht nur bei extremistischen Akteuren, sondern können auch breitere politische Debatten und Lösungsvorstellungen prägen.Ein weiterer Schwerpunkt ist der Oslo-Friedensprozess. Hat er den Konflikt einer Lösung nähergebracht – oder vor allem ein System geschaffen, in dem er verwaltet werden konnte? Welche Rolle spielen internationale Hilfen, NGOs und diplomatische Initiativen, wenn notwendige Unterstützung zugleich einen politischen Status quo stabilisieren kann?Außerdem geht es um die Frage, ob der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und der anschließende Krieg in Gaza eine neue Phase des Konflikts eingeleitet haben. Dabei sprechen wir auch über ontologische Sicherheit: also darüber, wie wichtig für Staaten ein stabiles Selbstbild und das Gefühl sind, zu wissen, wer sie sind und wofür sie stehen. Gerät dieses Selbstverständnis ins Wanken, können bekannte Konfliktmuster attraktiver erscheinen als eine unsichere Veränderung.Zum Abschluss richtet sich der Blick auf mögliche Auswege: Wie kann Peacebuilding nicht nur Gewalt begrenzen, sondern festgefahrene Beziehungen tatsächlich verändern? Welche Rolle spielen das Völkerrecht, internationale Gerichte und die Staaten der Region?Herausgegeben vom Herausgeberteam der Zeitschrift für Internationale Beziehungen in Kooperation mit der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung.Redaktion und Moderation: Lilli BanholzerKontakt: [email protected]
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Darf Krieg alles? Humanitäres Völkerrecht zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Was bleibt vom Recht, wenn Bomben fallen und Staaten ihre härtesten Mittel einsetzen? In dieser Folge von Weltpolitik to go geht es um das humanitäre Völkerrecht, seine Geschichte und seine Grenzen in aktuellen Kriegen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Regeln im Krieg tatsächlich leisten können: Sie beenden Gewalt nicht automatisch, schaffen aber Maßstäbe, um Kriegsverbrechen, zivile Opfer, militärische Notwendigkeit und den Schutz von Zivilistinnen und Kriegsgefangenen überhaupt benennen und politisch verhandeln zu können. Die Folge zeigt, warum Völkerrecht auch dann wichtig bleibt, wenn es gebrochen wird, und weshalb Öffentlichkeit, Social Media, Internationale Gerichte und zivilgesellschaftliches Engagement heute eine zentrale Rolle spielen.Henning de Vries und der Blick auf die Ordnung im KriegZu Gast ist Dr. Henning de Vries, Geschäftsführer des International Center for War Crime Trials an der Philipps Universität Marburg. Zuvor arbeitete er am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Promoviert wurde er in Bielefeld zur Strafverfolgung durch den Internationalen Strafgerichtshof. Seine Forschung beschäftigt sich mit Völkerrecht, globalen Strukturen und der Frage, wie internationale Ordnung entsteht, stabil bleibt oder unter Druck gerät. Grundlage des Gesprächs ist sein ZIB-Artikel „Das humanitäre Völkerrecht zwischen Erwartungsbildung und Widerspruch“ (Heft 2/2025). Zwischen Humanität und militärischer NotwendigkeitDe Vries macht deutlich, dass das humanitäre Völkerrechtnicht zuerst fragt, ob ein Krieg gerechtfertigt ist, sondern wie Gewalt reguliert wird, wenn Krieg bereits stattfindet. Eine zentrale Aussage lautet: „Beim humanitären Völkerrecht geht es darum, wie wir militärische Gewalt anwenden können.“ Gerade darin liegt das Dilemma: Militärische Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit eröffnen Ermessensspielräume, während Humanität Grenzen setzen soll. Wichtig ist auch seine Frage: „Was erwarten wir eigentlich vom Völkerrecht?“ Denn die Leistung des Rechts besteht nicht nur in der Verhinderung von Gewalt, sondern auch darin, Regelbrüche sichtbar zu machen und sagen zu können: Hier liegt möglicherweise ein Kriegsverbrechen vor.Vom 19. Jahrhundert bis zu Social MediaDie Folge zeichnet nach, wie sich das humanitäre Völkerrecht seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat: aus Friedensbewegungen, militärwissenschaftlichem Denken, öffentlichen Debatten, Zeitungsbriefen und der Auseinandersetzung zwischen militärischem Realismus und humanitären Prinzipien. Namen wie Kant, Clausewitz, Julius von Hartmann, Caspar Bluntschli, Helmuth von Moltke und Henri Dunant markieren Stationen dieser Entwicklung. Heute übernehmen Öffentlichkeit, NGOs, Medien und Social Media eine ähnliche, aber viel schnellere Rolle: Sie dokumentieren, bewerten und erzeugen Rechtfertigungsdruck. Gleichzeitig warnt die Folge vor vorschnellen Etiketten, wenn komplexe Situationen nur noch binär als „Kriegsverbrechen“ oder „kein Kriegsverbrechen“ bezeichnet werden. Weiterführende Hinweise aus der Folge1. Henning de Vries: „Das humanitäre Völkerrecht zwischen Erwartungsbildung und Widerspruch“, erschienen in der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB), Heft 2 2025.2. Webseite der Zeitschrift für internationale Beziehungen mit der neuesten Ausgabe und dem genannten Artikel: https://www.nomos.de/zeitschriften/zeitschrift-fuer-internationale-beziehungen-zib/Impressum:Herausgegeben vom Herausgeberteam der Zeitschrift fürInternationale Beziehungen (ZIB) in Kooperation mit der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung Redaktion und Moderation: Lilli Banholzer.Kontakt: [email protected] im Sinne des Presserechts: Lilli Banholzer,Kaulbachstraße 31/33, 80539 München
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Trailer: Weltpolitik to Go
Weltpolitik to Go ist der Podcast der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB). Wir sprechen mit Wissenschaftler*innen über aktuelle Fragen der Weltpolitik – verständlich, fundiert und nah an den politischen Debatten unserer Zeit.Was prägt internationale Beziehungen heute? Wie verändern Kriege, Krisen, Machtverschiebungen, gesellschaftliche Konflikte oder neue Technologien die Weltordnung? Und was kann Forschung dazu beitragen, diese Entwicklungen besser zu verstehen?In jeder Folge geht es um wissenschaftliche Perspektiven auf Themen, die in den Artikeln der ZIB wissenschaftlich untersucht und analysiert werden: Außenpolitik, Sicherheit, Frieden und Konflikt, internationale Institutionen, globale Ungleichheiten und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart. Dabei verbinden wir aktuelle Debatten mit Forschung aus der ZIB und sprechen mit Autor über ihre Analysen, Begriffe und Argumente.Weltpolitik to Go richtet sich an alle, die Weltpolitik besser verstehen möchten und dabei auf wissenschaftliche Expertise setzen. Impressum:Herausgegeben vom Herausgeberteam der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB) in Kooperation mit der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung Redaktion und Moderation: Lilli Banholzer.Kontakt: [email protected] im Sinne des Presserechts: Lilli Banholzer, Kaulbachstraße 31/33, 80539 München
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Weltpolitik to Go ist der Podcast der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB). Wir sprechen mit Wissenschaftler*innen über aktuelle Fragen der Weltpolitik – verständlich, fundiert und nah an den politischen Debatten unserer Zeit.
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