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PODCAST · arts

aufdraht: literadio on air

On Air Sendereihe des Online Literaturarchives "www.literadio.org" bei den Freien Radios in Österreich und Deutschland. Zu hören sind Live Mitschnitte von Lesungen zeitgenössischer Autor*innen, Gespräche mit Autor*innen, Verleger*innen  und anderen Menschen aus der Literaturszene.

  1. 100

    Georg Haderer: Seht ihr es nicht?

    Gespräch mit dem Autor Georg Haderer über seinen neuen Kriminalroman „Sehr ihr es nicht?“ erschienen im August 2021 im Haymonverlag. Unsere Wahrnehmung ist subjektiv und eingeschränkt. Es gibt so vieles, was nicht gleich erkannt wird oder falsch interpretiert. Die Ermittlerin Philomena Schimmer dringt ein in die Welt der Nanopartikel und Miniroboter. Als Polizistin sieht sie Dinge, die sonst niemand sieht: Sie sucht vermisste Personen und entdeckt selbst kleinste Hinweise und unscheinbarste Spuren. Haderer lässt dich mit Philomena Schimmer spüren, zittern, fiebern. Und er stößt dich vor den Kopf– immer dann, wenn du denkst, auf der richtigen Fährte zu sein … Redaktion: Christian Berger

  2. 99

    Martin Winter/Juliane Adler: Neue Poesie aus China

    NPC steht für New Poetry Canon, eigentlich New Century Poetry Canon, 新世纪诗典. Abgekürzt als NPC. NPC steht sonst für National People’s Congress, also der Nationale Volkskongress, Chinas Parlament, das allerdings nur einmal im Jahr im März zwei Wochen lang zusammentritt. Seit 2011 wird von Yi Sha 伊沙 im NPC-新世纪诗典 jeden Tag ein Gedicht vorgestellt, in mehreren chinesischen sozialen Medien zugleich. Oft wird ein einziges Gedicht schon in den ersten zwei Tagen zehntausende Male angeklickt, kommentiert und weitergeleitet. Ein nationaler Poesiekongress und eine umfangreiche Studie der heutigen Gesellschaft. Band 1 präsentiert 81 Autorinnen und Autoren. Christian Berger (literadio) spricht mit den HerausgeberInnen über die Entstehung des Buches, die Bedeutung von Lyrik in China, Zensur und Verlagsarbeit. Erschienen 2021 bei fabrik.transit

  3. 98

    Alexander Peer (Hg.) Schreibende Nomaden entdecken Europa

    Zwölf Impressionen und Essays „Nur Mittel zum Zweck? Oder selbst der Literatur würdig? Die Produktionsbedingungen bringen es mit sich, dass schreibende Zeitgenossen viel unterwegs sind. Ganz profan geht es oft ums Geld. Oder doch nicht? Acht Autoren und vier Autorinnen gehen dieser Frage nach, und dass unter diesen Umständen zwölf vollkommen verschiedene Sichtweisen und Bearbeitungen herauskommen, versteht sich von selbst. Essay, Erzählung, Reportage, intime Berichterstattung – Textsorten vermischen sich zu einer Sammlung an inhaltlichen und formalen Grenzüberschreitungen und öffnen den Blick auf Europa, für Flüchtiges, Verdrängtes, auch Stilles. Was mitschwingt, ist der alte Topos, Schreiben selbst sei eine Art Nomadentum, ein Aufbruch ins Ungewisse, wobei das gesuchte Ziel oft im Weg ist, denn der literarische Text schafft, was vorher noch nicht gestaltet ist. Schreibende Nomaden erkunden Europa von Island über Skandinavien, Großbritannien und Italien bis ins Donaudelta, sie lassen uns teilhaben an der Bewegung, daran, welche Bedeutung Reisen in ihrem Schaffen hat, wie unterwegs Literatur entsteht – oder eben nicht.“ (Quelle: Limbus Verlag) Mit Beiträgen von Sabine Bockmühl, Andreas Drescher, Isabella Feimer, Catalin Dorian Florescu, Matthias Nawrat, Helmuth A. Niederle, Werner Rohner, Paula Schneider, Erwin Uhrmann, Axmed Cabdullahi & Ulrike Ulrich, Peter Wawerzinek und Daniel Wisser, herausgegeben von Alexander Peer. Im Gespräch mit Daniela Fürst beschreibt der Herausgeber nicht nur seine Intention zum Buch, sondern er erzählt von seinem eigenen „Nomadentum“, welches Einfluss seine Reisen auf das Schreiben haben und warum ihm das geografische, politische und soziale Europa – mit all seinen Problemen – so unter der Schreibfeder brennt. Das Buch ist im Limbus Verlag erschienen. Die Entstehung wurde freundlicherweise unterstützt von der Fondation Jan Michalski, dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und der Kulturstiftung Lichtenstein.

  4. 97

    Franzobel: Heldenlieder

    Mit Bildern von Ramona Schnekenburger „Die vorliegenden Texte, eigentlich Lieder, entstanden für das siebzigjährige Jubiläum des österreichischen Chorverbandes und setzen den Helden des Alltags kleine Denkmäler. Hier werden keine Feldherrn und Kaiser geehrt, keine Olympiasieger und Leinwand-Stars, sondern Widerstandskämpfer, Friedensaktivisten, Wilderer und Weltmaschinenbauer. Es geht vor allem um die »kleinen Leute«, deren achtsamer Umgang mit der Schöpfung die Welt ein bisschen besser gemacht hat. Je nach geehrter Persönlichkeit finden die Texte formale Entsprechungen und dialektale Anklänge. Auch in den beigestellten Bildern geht es um Helden und Strukturen des Daseins, um Achtsamkeit und beachtenswerte Geschöpfe, denen durch Fokussierung Ansehen und Würde verliehen wird.“ (Quelle: Edition Melos) Franzobel im Gespräch mit Daniela Fürst über die besondere Entstehungsgeschichte der „Heldenlieder“, über das Heldentum an sich und was die Wilderei damit zu tun hat. Das Buch ist in der Edition Melos, in der Reihe vers libre als Band 5 erschienen.

  5. 96

    Michael Kegler über „Das Viertel“ – ein zehnteiliger Zyklus von Gonçalo M. Tavares

    Gonçalo M. Tavares: Das Viertel. Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler und mit Zeichnungen von Rachel Caiano. Der Übersetzer Michael Kegler im Gespräch. „Gonçalo M. Tavares, wuchs in Aveiro im Norden von Portugal auf. Er unterrichtet Erkenntnistheorie an der Universität in Lissabon. Seit seinem Debüt im Jahr 2001 zählt er zu den bedeutendsten portugiesischen Autoren seiner Generation. Sein Werk, das neben Lyrik, Dramen, Romanen und Erzählungen auch Kinderbücher und Essays umfasst, wurde weltweit in rund 40 Sprachen übersetzt und binnen kurzer Zeit mit einer beeindruckenden Zahl an hohen internationalen Auszeichnungen beehrt. Literatur ist für Tavares mit der Idee eines offenen Raums verbunden, der Bewegung, Spiel und Erkenntnis ermöglicht. So hat der Autor ein ganzes Viertel erschaffen und dieses mit illustren Herrschaften bevölkert. Tavares selbst bezeichnet das Ensemble als „ein Asterix’sches Dorf: ein Ort, an dem man versucht, dem Eintritt der Barbarei zu widerstehen“. Diese höchst vergnüglichen Bände sind kleine Hommagen, die die Sprache des jeweiligen Schriftstellers und seine spezifische Sicht auf die Welt aufnehmen und mit alltäglichen Problemen kollidieren lassen. In der Edition Korrespondenzen sind bisher folgende Bände aus dem zehnteiligen Zyklus Das Viertel erschienen: Herr Valéry und die Logik, Herr Henri und die Enzyklopädie, Herr Brecht und der Erfolg, Herr Juarroz und das Denken und Herr Kraus und die Politik. Die Edition Korrespondenzen wird den Bummel durch Das Viertel von Gonçalo M. Tavares fortsetzen und in jedem der kommenden Halbjahre einen weiteren Band aus dem zehnteiligen Zyklus präsentieren.“ (Quelle: Edition Korrespondenzen) Der Übersetzer Michael Kegler spricht mit Daniela Fürst nicht nur über Idee, Inhalt und die Besonderheiten von Das Viertel, sondern beschreibt auch seine ganz persönlichen Erfahrungen während der Übersetzungsarbeit und warum ein Buch der Reihe ihm besonders gefällt.

  6. 95

    Barbara Kadletz: Im Ruin

    „Katharina betreibt im Wiener Bezirk Favoriten eine kleine Bar. Das »Ruin« ist Zufluchtsort und Auffangbecken so mancher gestrandeten Persönlichkeit. Hier sind alle willkommen, um sich ein wenig vom Leben zu erholen. Katharina und ihre unkonventionelle Freundin Sabina schmeißen den Laden mit viel Verve und Humor. Zumindest war das früher so. Denn nach dem Tod ihres Freundes David fällt es Katharina schwer, sich an ein neues Leben ohne ihn zu gewöhnen. Bis eines Nachts ein geheimnisvoller neuer Gast hereinschneit und es sich von nun an jeden Abend am besten Platz des Lokals bequem macht. Zwischen Ari und Katharina entsteht eine Freundschaft, die beide bitter nötig haben …“ (Quelle: Edition Atelier) Ein charmantes und spritziges Großstadtmärchen über Freunde, jede Menge Musik, die Neunzigerjahre und über Wien und die Ränder der Stadt. Die Autorin im Gespräch mit Susanne Peter. Das Buch ist in der Edition Atelier erschienen.

  7. 94

    Michael Stavarič: zu brechen bleibt die See

    Ein Plädoyer „Wo es zusehends schwerer fällt, die Komplexität unserer Umwelt zu begreifen, dort kann die kleinste poetische Betrachtung zum Ausgangspunkt der Orientierung werden. Das Leben ganzer Gesellschaften scheint längst unverständlich. Überall treten Mängel, Zäsuren, Brüche und Gräben zu Tage, deren Auflistung die Ohnmacht eines Einzelnen zu zeigen scheint. Mit Poesie lässt sich dem Wahnsinn keinesfalls adäquat begegnen – oder vielleicht doch? Ist nicht das Negieren einer Sinnhaftigkeit von Poesie der einzige Weg, ihr gleichzeitig die ultimativste aller Liebeserklärungen zu machen? Die Bankrotterklärungen in unserer Welt sind mannigfaltig. Umso wichtiger wird die Botschaft der Poesie: Wir sind Sprache. Wir sind Erinnerung. Wir sind Kritik. Wir sind der Anfang.“ (Quelle: Czernin Verlag) Ein Plädoyer von Michael Stavarič, weitergesponnen von Isabella Feimer, Katharina J. Ferner, Andea Grill, Nancy Hünger, Helga Locher, Hanno Millesi, Martin Piekar, Petra Piuk, Helene Proißl, Tanja Raich, Barbara Rieger und Julia Willmann. Der Autor im Gespräch mit Susanne Peter. Das Buch ist im Czernin Verlag erschienen.

  8. 93

    Thomas Ballhausen: Transient

    Ein Lyric Essay mit digitalen Zeichnungen von Elena Peytchinska. „Mythologie trifft Science-Fiction, Lyrik trifft Künstlerische Forschung – »Transient« erzählt vom Ende einer großen Liebe in Zeiten des Untergangs. Thomas Ballhausen verwebt Antike, Pop und Philosophie zu einem rauschhaften Langgedicht über die Zumutungen menschlicher Existenz vor dem Hintergrund einer phantastischen, wüsten Wirklichkeit. Seine Modernisierung des »Alkestis«-Stoffes erzählt von Schuld, Schande und dem Wunsch nach Vergebung. Der vielschichtige, stark rhythmisierte Text wird von digitalen Zeichnungen der Künstlerin Elena Peytchinska ergänzt und begleitet.“ (Quelle: Edition Melos) In Ballhausens alternativer Annäherung an die griechische Tragödie der Alkestis steht der Sterbende und Zurückgelassene im Zentrum und spricht über Verlust, Trauer, Vergebung und Verzeihung. Der Titel verweist dabei auf das vorübergehende Ereignis, das abhängig von der perspektive unterschiedliche Positionen in Zeit und Raum einnehmen kann. Und nicht zuletzt ist das Essay wieder ein Stück künstlerischer Forschung, dass durch Verknüpfung von Text und Bild versucht das wissenschaftstheoretische Spektrum zu erweitern. Thomas Ballhausen im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist in der Edition Melos erschienen.

  9. 92

    Barbara Rieger: Reigen Reloaded

    Arthur Schnitzlers „Reigen“ wurde 1920 in Berlin uraufgeführt und löste einen der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts aus. 100 Jahre später lädt Barbara Rieger zu einem kollaborativen Projekt: eine Adaption der zehn Reigen-Dialoge in Prosa. Fünf Autorinnen und fünf Autoren lassen sich von Schnitzlers Vorlage inspirieren, reagieren in einer Art Stille-Post-Verfahren auf die Episode der VorgängerIn und haben dabei nur eine Vorgabe: jeweils eine Figur für den nächsten Text am Leben zu lassen. Wie lassen sich sexuelle Begegnungen literarisch darstellen? Welche Rolle spielen Machtpositionen dabei? Können Frauen heute ihr Begehren offener zeigen als noch vor 100 Jahren? Barbara Rieger gibt Anstoß zu einem Denkprozess, der nie an Aktualität verlieren wird. Mit Texten von Daniela Strigl ∙ Gertraud Klemm ∙ Gustav Ernst ∙ Daniel Wisser ∙ Bettina Balàka ∙ Michael Stavarič ∙ Angela Lehner ∙ Martin Peichl ∙ Barbara Rieger ∙ Thomas Stangl ∙ Petra Ganglbauer ∙ Mit dem Originaltext von Arthur Schnitzler

  10. 91

    Sama Maani: Worüber man als Jude nicht schreiben sollte

    In seiner Auseinandersetzung schreckt Sama Maani vor keinem Ärgernis zurück. Nicht, dass er Provokation um ihrer selbst Willen betriebe, beileibe nicht, aber wer keine Scheu hat, sich im Denken mitunter auch dorthin zu begeben, wo es richtig wehtut, wird unausweichlich als provokant wahrgenommen. Zu hören ist ein Streifzug durch die reiche Themenlandschaft seines bei Drava erschienenen Essaybandes. Blog Sama Maani Website Drava Verlag – Sama Maani Zur vollständigen Podcastversion des Beitrags

  11. 90

    Volker Toth: 15 Jahre Edition Tandem

    Die Edition Tandem ist 15 Jahre alt! Dieses Jubiläum will die Edition das ganze Jahr mit besonderen Publikationen und Veranstaltungen feiern und hat dafür einige neue Autorinnen und Autoren mit interessanten Büchern im Gepäck. Neu ist auch der Tandem Tratsch mit digitalen Lesungen und Buchvorstellungen. Der Verleger, Volker Toth, stellt im Gespräch mit Erika Preisel das neue Programm für das Frühjahr 2021 vor, das ganz unter dem Motto steht:15 Jahre – 15 Titel. Und mit dem Motto „Lesen bewegt“ lädt er alle Interessierten ein teilzuhaben.

  12. 89

    Romina Pleschko: Ameisenmonarchie

    In einem Wohnhaus verstricken sich die Beziehungen zwischen den BewohnerInnen: Der Gynäkologe Herb Senior steht kurz vor dem Ruhestand und ist müde geworden. Sein Sohn Herb Junior soll die Praxis übernehmen, obwohl er das weibliche Geschlecht grundsätzlich abstoßend findet, und seine Frau Magdalena wird von Tag zu Tag wortkarger, nachdem sie eine regelrechte Sucht nach Salami entwickelt hat. Am Gang, im Lift oder auch hinter verschlossenen Türen finden Begegnungen mit einem schlecht gelaunten Nationalratsabgeordneten, einer alternden Kosmetikverkäuferin und dem Mann namens Klaus statt, die eine hochexplosive Mischung aus skurrilen Ereignissen erzeugen. Scharfzüngig rechnet Romina Pleschko mit jeder ihrer Figuren ab, führt uns hinter die Fassaden der Großstadt und entwirft eine Szenerie, die zu einem Wechselspiel aus lustvollem Lachen und subtilem Schaudern einlädt.“ (Quelle: Verlag Kremayr & Scheriau) Die Autorin im Gespräch mit Erika Preisel. Das Buch ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

  13. 88

    Ondřej Cikán: Mein Liebling ist Gewölk

    „Kann zeitgenössische Dichtung Liebe und Zärtlichkeit ausdrücken? Sie kann. Kann zeitgenössische Dichtung Spaß machen? Sie kann. Denn die Muse verlangt nach Versen, die wahr sind wie das rastlose Meer, nahrhaft wie die Milchstraße und atemberaubend wie Tränen der Freude. Guten Morgen, Raserei! Guten Morgen, Finsternis!“ (Quelle: Kētos Verlag) Es lebe der Musismus! In diesem abwechslungsreichen Band von Verleger und Altphilologe Ondřej Cikán – mit Liebesgedichten, zwei Zonengedichten (Lang-Gedichte) und zwei unterhaltsamen Liebes-Mikroromanen, die jeweils H.C. Artmann und Wolfgang Bauer gewidmet sind. Der Autor und Verleger im Gespräch mit Erika Preisel. Das Buch ist im Kētos Verlag erschienen.

  14. 87

    Heinrich Breidenbach: Achtung! Wortkeulen

    „Die Sprachtricks der Schlechtmenschen. Hier ist der Einspruch gegen ideologische Stimmungsmache, mit der überfällige soziale und ökologische Reformen verhindert werden sollen. Heinrich Breidenbach bürstet gängige konservative, wirtschaftsliberale, reaktionäre, völkische und unbedachte Begriffe gegen den Strich. Hinter den „Wortkeulen“ kommen dabei Macht, Manipulation und der Missbrauch schöner Worte zum Vorschein.“ (Quelle: Edition Tandem) Der Autor im Gespräch mit Erika Preisel. Das Buch ist in der Edition Tandem erschienen.

  15. 86

    Gerhard Ruiss: lieber, liebste, liebes, liebstes

    Andichtungen „So eindeutig sich Titel und Untertitel dieser Sammlung geben, so uneindeutig sind sie gemeint. Drei persönlichen Ansprachen folgt ein nicht mehr auf Menschen bezogenes „Liebstes“. Nur eine der drei persönlichen Ansprachen verweist auf Liebesbeziehungen, die beiden anderen dienen zur Belobigung oder Belehrung. Noch klarer kommt die Vielschichtigkeit des vermeintlich vorbehaltlosen Zuspruchs im Untertitel zum Ausdruck. Ob ein Gedicht wen oder wogegen es andichtet oder was es wem andichtetet, lässt sich nur im konkreten Einzelfall sagen. Aus diesem Fundus beziehen die sich um die Themenstellung persönlicher und allgemeiner Anreden, Vorlieben und Behauptungen gruppierenden Gedichte ihre Möglichkeiten und kommen dabei zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, Obsessionen, Hingaben und Anbetungen nicht ausgeschlossen, ganz im Gegenteil.“ (Quelle: Literaturedition NÖ) In der Tradition der konkreten Poesie verhaftet, spielt Gerhard Ruiss in seinen „Andichtungen“ regelrecht mit der Sprache und benutzt diese gestalterisch und lautmalerisch. Und Dank der nicht unerheblichen Manuskriptstapel auf seinem Schreibtisch können wir uns bald auf Neues freuen. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist in der Literaturedition Niederösterreich erschienen.

  16. 85

    Anton Tantner: Von Straßenlaternen und Wanderdünen

    Anton Tantner präsentiert Miniaturen aus dem abseitigen Wien Bekannt ist der Historiker Anton Tantner vor allem für seine Forschung zur Geschichte von Hausnummern und Adressen. Doch darüber hinaus faszinieren ihn seit jeher Eigentümlichkeiten aller Art. Insbesondere wenn die Grenze zwischen Ordnung und Unordnung berührt ist und Bezug zur Gegenwart besteht, erwacht sein Drang, der Sache auf den Grund zu gehen. 41 Beispiele sind nun in einem Band versammelt bei Mandelbaum erschienen. Website Anton Tantner Website Mandelbaum Verlag Von Straßenlaternen und Wanderdünen Blog adresscomptoir.twoday.net Blog nummer.hypotheses.org Facebook Anton Tantner Twitter @adresscomptoir Artikel Philipp Sarasin Mit Foucault die Pandemie verstehen? Website Mandelbaum Verlag Silvia Federici Zur ungekürzten Podcastversion dieses Beitrags

  17. 84

    Dietmar Krug: Von der Buntheit der Krähen

    Thomas und Karl kehren nach langer Abwesenheit zufälligerweise gleichzeitig an die Stätte ihrer Kindheit zurück. Viel hat sich verändert, nicht aber ihre Positionen als Außenseiter der dörflichen Gesellschaft, ganz im Gegenteil. Mit großem Einfühlungsvermögen und scharfem Blick fürs Detail erzählt Dietmar Krug von Identitäten und ihrem Wandel, von inneren und äußeren Begegnungen. Website Dietmar Krug Website Otto Müller Verlag – Von der Buntheit der Krähen Zur ungekürzten Podcastversion dieses Beitrags

  18. 83

    Irene Suchy, Wolfgang Rauscher: MusicaFemina International – Weibliche Musikpraxis

    Im Sommer 2018 traten Irene Suchy und ihr Team mit MusicaFemina an die Öffentlichkeit. Die gleichnamige Ausstellung vermittelte erstmals die enorme Anzahl und Bedeutung aus der Geschichte gedrängter Komponistinnen und Musikerinnen. Ihre gegenwärtigen Nachfolgerinnen waren in eindrucksvollen Konzerten und Performances zu erleben. Seither ist viel geschehen, längst hat das Projekt europäische Dimensionen erreicht. 2020 ist eine Zwischenbilanz der wissenschaftlichen und künstlerischen Ergebnisse in Buchform erschienen, flankiert von einem CD-Doppelalbum. Irene Suchy und Wolfgang Rauscher geben Einblicke und Auskünfte. Website MusicaFemina Website MusicaFemina International Website Irene Suchy Website Wolfgang Rauscher Verlag Der Apfel MusicaFemina International Zur ungekürzten Podcastversion

  19. 82

    Thomas Arzt: Die Gegenstimme

    „April 1938: Der Student Karl Bleimfeldner kehrt in seinen Heimatort zurück, um gegen den „Anschluss“ an Hitlerdeutschland zu stimmen – als Einziger im Dorf. Die riskante Tat bleibt nicht ohne Folgen im politisch aufgehetzten Landstrich. Gerüchte werden laut. Die Familie verstummt. Eine Handvoll Übermütiger bricht auf, um den Verräter im Wald zu stellen. Wie durch ein Brennglas nimmt Thomas Arzt in „Die Gegenstimme“ die 24 Stunden des 10. April in den Blick, an dem sich die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich vollzog. Vielstimmig und eindringlich schildert er die Geschichte seines eigenen Großonkels – als fieberhaft rastlose Erzählung über Mitläufertum, Feigheit, Ausweglosigkeit, Fanatismus und Widerstand.“ (Quelle: Residenz Verlag) Die seltsam „defekte“ Sprache und die Vielstimmigkeit an Personen, die der Autor sprechen lässt, ziehen uns soghaft hinein in den Strudel jenes Tags, an dem über den „Anschluss“ Österreichs entschieden wurde. Zugleich ist es die Geschichte seines Urgroßonkels, die Thomas Arzt aufarbeiten wollte und aus der letztendlich dieses Romandebüt entstanden ist. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Residenz Verlag erschienen.

  20. 81

    Bruji: 40 ljet/Jahre KROWODNROCK – Das Buch. Knjiga.

    Für die einen waren/sind BRUJI das Erweckungserlebnis, Rufer in der Wüste oder auch singende Botschafter der Burgenlandkroatinnen und Burgenlandkroaten in ganz Österreich, für die anderen wiederum kompromisslose Kritiker jener Tamburicagruppen im Burgenland, welche ab den 1950er Jahren die kroatischen Volkslieder in ihren bunten Trachten zu Markte trugen und der Assimilation nichts entgegenhielten. BRUJI sind aber auch Wegbereiter eines dritten Weges, nämlich jenem zwischen der Volkstümelei und der Assimilation. Sie stehen für ein mehrsprachiges Burgenland. Ganz gewiss sind sie jedoch eines: Begründer des Krowodnrock, einer einzigartigen Stilrichtung in der österreichischen Rock- und Popmusik. In der BRUJI-Biografie samt einem Songbook und einer CD mit zwei Liedern, die BRUJI anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens aufgenommen haben, kommen auch mehrere Autorinnen und Autoren zu Wort, die die burgenländische Band über Jahre und Jahrzehnte begleitet haben, u. a. die Musikethnologin Ursula Hemetek, der Sprachwissenschaftler Rudolf de Cillia, die Publizistin Anita Malli und der Chefredakteur der Hrvatske novine Petar Tyran. (Quelle:Edition lex liszt12) Joško Vlasich (Hsg und Sänger) im Gespräch mit Christian Berger (literadio). Video zum Buch:Crno Kolo. Der schwarze Reigen. Musiktitel: Nema problema (Bruji) und Crno Kolo (Bruji) Webseite KUGA

  21. 80

    Margret Kreidl – Schlüssel zum Offenen

    „Spiel und Regel gehören für Margret Kreidl zusammen, gerade im Gedicht. Sie verwendet in »Schlüssel zum Offenen« das G-E-D-I-C-H-T buchstäblich, als Codewort für ihre siebenzeiligen Gedichte. Mit dieser strengen Vorgabe macht sie die Möglichkeiten des lyrischen Sprechens sichtbar: freie Verse, Reime, Listen, Zeilensprung. Die Autorin verortet ihr Schreiben in der Zeit, in der Auseinandersetzung mit einer Gesellschaft, deren Krise sich in der Sprache spiegelt. Sie versteht das Gedicht immer auch als Dialog mit anderen, mit Literatur, Kunst und Medien. So kommen Anne Carson und Candy Crash zusammen, Live-Ticker und Märchenmotive, Tendenzbären und Trolle, Wanderkrapfen, der Hinkjambus und das türkische Wort haymatloz. Die Lust am Wort und die assoziative Bildkraft dieser Gedichte beflügeln nicht nur unsere Phantasie, sondern schärfen zugleich das Bewusstsein. Mit ihren GEDICHT-Gedichten nimmt Margret Kreidl das Spiel mit dem Akrostichon auf und reflektiert seine Form in einer Serie von 107 Leistengedichten, die zeigen, wie produktiv Selbstbeschränkung für unsere Gegenwart ist, für das Gedicht.“ (Quelle: Edition Korrespondenzen) Bildgewaltig, teils humorig, teils erschreckend genau sind die Siebenzeiler. Und selbst im Gespräch zum Buch, kann man der Autorin regelrecht beim Denken und Assoziieren zuhören. 107 Gedichte, in denen uns Margret Kreidl viel Einblick in ihre ganz persönliche Gedankenwelt gewährt. Die Autorin im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist in der Edition Korrespondenzen erschienen.

  22. 79

    Rudolf Habringer – Leirichs Zögern

    „Gregor Leirichs Leben gerät aus den Fugen. Eine Fremde spricht ihn an und eröffnet ihm, dass er einen Halbbruder hat, von dessen Existenz er bisher nichts wusste. Leirich, der es sich als Historiker am Institut für Zeitgeschichte gut eingerichtet hat in seinem Leben, reagiert in höchstem Maß erschrocken. Mit wem soll er sich austauschen? Mit seinen Schwestern? Seiner Exfrau? Seiner Tochter? Er beginnt zu recherchieren und erfährt, dass der Halbbruder ganz in der Nähe lebt. Warum hat er sich nicht zu erkennen gegeben? Warum haben die, die von ihm wussten, über Jahrzehnte geschwiegen? Und vor allem – warum hat der Vater nie etwas erzählt von seinem ersten, im Krieg gezeugten Kind? Plötzlich muss sich der Historiker seiner eigenen Familiengeschichte stellen. Unversehens gerät die Auseinandersetzung mit dem unbekannten Bruder zu einer Beschäftigung mit Leirichs Kindheit, dem lange schon verstorbenen Vater und einem Schweigen, das zum Teil der Persönlichkeit des Vaters geschuldet ist, zum anderen Teil den gesellschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit. Mit Leichtigkeit und Intensität zugleich erzählt Rudolf Habringer von der Scheu eines Mannes, der sich erst nur zögerlich vorwärtstastet, schließlich aber die Begegnung wagt und ein Familientreffen arrangiert. Ein starker Roman, der an Tabus rührt und unangenehme Fragen stellt: Wie sicher sind die Wahrheiten, auf denen unser Leben steht?“ (Quelle: Otto Müller Verlag) Rudolf Habringer beschriebt auch die besondere Natur des Historikers und sein persönliches Interesse an der „erzählten Vergangenheit“ und dem, was wir als Unterbewusstes definieren. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Otto Müller Verlag erschienen.

  23. 78

    Werner Anzenberger: Otto Bauer – Der Aufstand der österreichischen Arbeiter

    Unmittelbar nach seiner Flucht infolge des missglückten Aufstandes gegen den Austrofaschismus im Februar 1934, begann Otto Bauer im tschechoslowakischen Exil mit der Niederschrift einer ebenso umfassenden wie detaillierten Analyse der Ereignisse und ihrer Vorgeschichte. Schon wenige Wochen später, im März desselben Jahres wurde die erste Fassung publiziert. Werner Anzenberger, Anja Grabuschnig und Hans-Peter Weingand haben auf Grundlage des lange verschollen geglaubten Originaltextes eine kritische, kommentierte Ausgabe erstellt, die jüngst im ÖGB Verlag erschienen ist. Es ist erstaunlich, wie treffend und klarsichtig Bauers Traktat fast 90 Jahre später, im Licht des aktuellen Forschungsstandes erscheint. Und es ist beklemmend, wie viele Parallelen zu unserer Gegenwart sich darin finden. Website Werner Anzenberger Website ÖGB Verlag Der Aufstand der österreichischen Arbeiter Zur ungekürzten Podcastversion

  24. 77

    Topsy Küppers: Nix wie Zores!

    Wer solange auf den Bühnen der Welt steht wie Topsy Küppers, hat Reisen aller Art getan und entsprechend viel zu erzählen. Genau das tut sie in ‚Nix wie Zores!‘. Mit viel Humor, gespitzter Feder und großem Feingefühl gibt sie Geschichten vom jüdischen Leben und Lieben im wahrsten Sinn zum Besten. Kein Buch zum brüllenden Schenkelklopfen, aber zum vergnügten Schmunzeln, leisen Lächeln und bisweilen auch zum Nachdenken.

  25. 76

    Ingrid Brodnig: Einspruch!

    Strategien gegen Verschwörungsmythen und Fake News Verschwörungsmythen und Fake News scheinen in einer Weise überhand zu nehmen, die um den Fortbestand demokratischer Gesellschaften fürchten lässt. Das muss keineswegs so sein, meint die Publizistin Ingrid Brodnig, die sich seit Jahren mit der Thematik befasst. Patentrezepte gibt es zwar keine, wohl aber Strategien, wie man sich selber schützen und Auseinandersetzungen positiv beeinflussen kann. In ihrem jüngsten Buch erklärt sie, wie sich Argumentationsmuster und Taktiken erkennen und entkräften lassen. Website Brandstätter Verlag Einspruch! Blog Ingrid Brodnig Zur ungekürzten Podcastversion

  26. 75

    Marlen Schachinger (Hsg): Fragmente – Die Zeit danach

    Crowd Funding ist im Literaturbetrieb keine gängige Finanzierungsform, obwohl es eigentlich dem ehemals weit verbreiteten Subsrciptionsmodell nicht unähnlich ist. Marlen Schachinger und Robert Gampus haben sich das zunutze gemacht. Der bei promedia erschienene Band ‚Fragmente: Die Zeit danach‘ versammelt Texte von 20 Autorinnen. Quasi nebenbei entstanden ein Hörbuch sowie ein Dokumentarfilm, der die schwierige Arbeits- und Lebenssituation von Autorinnen in Österreich aufzeigt. Website promedia Verlag Fragmente: Die Zeit danach Website startnext Arbeit statt Almosen Website Marlen Schachinger Zur ungekürzten Podcastversion

  27. 74

    Richard Schuberth: Lord Byrons letzte Fahrt

    Richard Schuberth zu seiner Geschichte des griechischen Unabhängigkeitskrieges Ende März 1821 marschierte Alexandros Ypsilantis mit einem kleinen Regiment von Russland kommend ins damals osmanische Moldavia ein. Damit gab er den Auftakt zu einer Revolution, die rund ein Jahrzehnt mit unerbittlicher Grausamkeit toben und als griechischer Unabhängigkeitskrieg in die Geschichte eingehen sollte. Ein blutiger Kampf, in dem das Unvorstellbare zur Regel wurde und nichts war, wie es schien oder scheinen wollte. Zahllose Partikularinteressen prallten in wechselnden Allianzen aufeinander, reguläre und irreguläre Truppen waren nicht unterscheidbar, das Brigantentum erlebte eine Hochblüte. Unsagbares Leid kam über die vorwiegend bäuerliche Bevölkerung. Den Interessen der damaligen Weltmächte lief der Aufstand eigentlich zuwider, dennoch wären die Geschehnisse ohne ihr Zutun undenkbar gewesen. Doch wer waren jene Griechen, um deren Freiheit es vorgeblich gehen sollte? Wer waren die Türken, und wer die Philhellenen, die aus unterschiedlichen Motiven dafür sorgten, dass die anfänglich fast lächerlich kleine Revolte über Jahre nicht zum Stillstand kam? Und was hat das alles mit uns zu tun? Richard Schuberth versucht, dem auf den Grund zu gehen und findet so manche Erklärung. Website Richard Schuberth Wallstein Verlag Lord Byrons letzte Fahrt Zur ungekürzten Podcastversion

  28. 73

    Markus Köhle: Zurück in die Herkunft

    Raus aus dem Gegenwartsmatsch und rauf aufs Gedankensprungbrett! Wenn der Slam-Poet und Assoziationsvirtuose Markus Köhle dazu ansetzt, die vielfältigen literarischen Quellen seiner Schreibarbeit vorzuführen, dann kommt viel mehr dabei heraus, als nur ein persönlicher Abstecher in die Literaturgeschichte: In 27 Kurztexten wird quer durch die Genres den eigenen poetischen Idolen auf den Zahn gefühlt, werden Vorbilder geplündert, Respektlosigkeiten ausgekostet und der dichterische Mut der Vergangenheit tollkühn in die Literatur der aktuellen Zukunft überführt. Ergibt das eine Autofiktion in Leseexperimenten, eine Bestandsaufnahme noch gewitternder Geistesblitze oder den produktivsten Raubüberfall auf den Kanon? In jedem Fall wird hier eine unverwechselbare Stimme der österreichischen Gegenwartsliteratur auf ihre vielfältigen Einflüsse hin lesbar, von Herbeck über Bernhard, Gerstl, Okopenko, Mayröcker, Jonke, Radax, Rühm und Jandl bis zu Pataki, Ujvary, Priessnitz und Kräftner. In Briefen und poetischen Antwortschreiben, in Nachdichtungen und Fortführungen, in Formvariationen und konkreter Listenpoesie bringt Markus Köhle zum Klingen, was nicht nur für ihn wichtig war, sondern auch für die Gegenwart brauchbar ist. Der Schaulauf dieser Nabelschau will nicht nur die Textquellen ins (ge)rechte Licht rücken, sondern vorführen, wie die Literatur der vergangenen fünf Jahrzehnte sich beständig zu aktuell brennenden Fragen äußert – so man sie zu Wort kommen lässt. (Verlagstext Sonderzahl) Der Autor und „Sprachinstallateur“ Markus Köhle im Gespräch mit Christian Berger (literadio). Eine Medienbiografie der poetischen Art.

  29. 72

    Verlegen gegen das Vergessen – Edition AV Frühjahrsprogramm 2021

    Seit über 30 Jahren produziert der kleine Verlag ehrenamtlich Bücher. Christian Berger (literadio) spricht mit dem Verlagsleiter Andreas Hohmann über das Frühjahrsprogramm 2021 der Edition AV. Trotz Coronaeinschränkungen wurden 5 neue Bücher verlegt. Lajos Kassàk – Ein Menschenleben VIII. Buch Kommune Räterepublik Ungarn 1919 Sulamith Sparre Hannah Senesh Widerstandskämpferin, Dichterin Ursula Frost, Ulrich Gorki, Wolfgang Krone und Johannes Waßmer (Hrsg.) Dialog als Prinzip Festschrift für Hans-Joachim Werner Ruth Weiss Der spitze Hut Roman Wolfgang Haug Theodor Plievier. Anarchist ohne Adjektive. Der Schriftsteller der Freiheit Eine Biographie Weiters wurde über die Biografie der afroafrikanischen Freiheitskämpferin Harriet Tubman  gesprochen: Anna-Maria Benz „Freiheit oder Tod“

  30. 71

    Maja Linnemann – Letzte Dinge

    Tod und Bestattungskultur in China Die Sinologin Maja Linnemann nimmt uns in diesem Buch mit auf die Erkundungsreisen, die sie unternommen hat, um einige Antworten zu finden auf Fragen wie: Wie wird in der Volksrepublik China heute mit Sterben und Tod umgegangen? Wie verabschiedet man sich von den Verstorbenen? Wie sehen die Bestattungsrituale in Städten und auf dem Land aus? Woher kommen die Bräuche und Rituale, die man dabei beobachten kann? Was geschieht konkret mit den sterblichen Überresten der rund 10 Millionen Menschen, die in China jährlich versterben? Wie sehen die Orte der letzten Ruhe, sprich Friedhöfe, aus? Wer verdient mit dem Tod sein Geld und wie? Nach dem Tod ihres Schwiegervaters 2016 begibt sie sich auf intensive Recherche und versammelt in dem Buch nicht nur die Ergebnisse, sondern lässt uns auch an ihrem persönlichen Erfahrungsschatz teilhaben. Maja Linnemann im Gespräch mit Daniela Fürst. „Letzte Dinge. Tod und Bestattungskultur in China“ ist im Drachenhaus Verlag erschienen.

  31. 70

    Jovana Reisinger – Spitzenreiterinnen

    „Lisa kann keine Kinder bekommen, wird verlassen, rastet aus. Laura fiebert ihrer Hochzeit entgegen, dem Höhepunkt jedes weiblichen Lebens. Barbara ist verloren, seit sie Witwe geworden ist, ein kleiner Hund hilft. Verena erbt eine Luxusvilla mit Seeblick, sie steigt auf. Jolie wird entlassen und schwanger. Petra findet die Liebe und zieht um. Tina hat große Angst und trifft eine Entscheidung. In ihrem zweiten Roman feiert Jovana Reisingers die Frauen, die sie nach Frauenzeitschriften benennt. Sie zeigt auf, welchen Rollenzwängen und welcher Gewalt Frauen in unserer Gesellschaft unterworfen sind. Und es werden Tipps, Tricks und Geschlechterstereotype verhandelt. Es ist ein Text über weibliche Wut und Ausdauer mit teils bösem Humor, der jedoch nie seine Protagonistinnen verurteilt.“ (Quelle: Verbrecher Verlag) Die Autorin, Künstlerin und Filmemacherin erzählt warum ihr Buch nur eine Momentaufnahme sein kann, eine Bestandsanalyse über Frauen in unserer Gesellschaft. Die neun Schicksale, die wir darin kennenlernen, zeigen längst nicht erschöpfend alle Facetten von Sexismus und struktureller Gewalt an Frauen auf. Und trotzdem braucht die Autorin keinen Opferpathos. Sie überzeichnet zwar manchmal und schont ihre Protagonistinnen auch nicht, nie fehlt es aber an ehrlicher Empathie und ein bisschen schwarzem Humor. Jovana Reisinger im Gespräch mit Daniela Fürst. „Spitzenreiterinnen“ ist im Verbrecher Verlag erschienen.

  32. 69

    Barbara Wimmer: Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben!

    Nach ihrem Debut als Romanautorin im Frühling 2020 hat die Journalistin und Publizistin Barbara Wimmer kurz vor Jahresende noch ein Sachbuch vorgelegt. Beiden Büchern gemeinsam ist das Thema Sicherheit digitaler Technologien. Oder besser: ihr Fehlen. Vernetzte Geräte und Services, deren Funktionsweise kaum je transparent ist, sind aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Auch wer sie selbst nicht nutzt, kann sich spätestens bei Betreten des öffentlichen Raumes nicht mehr entziehen. Mittels anschaulicher Beispiele macht die Autorin sichtbar, wo Gefahren lauern und Probleme liegen, aber auch wie man sich schützen und als Einzelperson zu einer positiven Entwicklung beitragen kann. Und muss. Denn die Perspektiven hängen letztlich von uns allen ab. Website Barbara Wimmer Facebook Barbara Wimmer Website mitp Verlag Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben! Zur ungekürzten Podcastversion Diese Sendung wurde mithilfe von studio-link.de produziert.

  33. 68

    Carl Laszlo: Ferien am Waldsee

    Albert Eibl zur Neuauflage der Erinnerungen eines Überlebenden März 1945 wurde der junge Carl Laszlo nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo 45 Mitglieder seiner Familie ihrer sofortigen Ermordung zum Opfer fielen. Doch er übersteht die Selektion durch Josef Mengele, übersteht auch alles weitere bis zu seiner Befreiung im Frühjahr 1945. Laszlo gelang es, ein neues Leben zu beginnen. Er hatte Erfolg, avancierte schnell zu einer der einflussreichsten und schillerndsten Persönlichkeiten des internationaler Kunsthandels. Zehn Jahre später verarbeitete er seine Erinnerungen zu einem der frühesten literarischen Zeugnisse des Holocaust. Albert Eibls Verlag ‚Das vergessene Buch‘ brachte dieses einzigartige Dokument kürzlich neu heraus. Verlag Das vergessene Buch Ferien am Waldsee Wikipedia Artikel Carl Laszlo Zur ungekürzten Podcastversion Diese Sendung wurde mithilfe von studio-link.de produziert.

  34. 67

    Claudia Tondl: Klosterneuburg sagst du

    Das Buch „Klosterneuburg sagst du“ ist das Ergebnis eines community.art.projektes, das die Dramatikerin Claudia Tondl gemeinsam mit dem KUNSTLABOR Graz, der Caritas Pflege NÖ-Ost und dem Netzwerk Klosterneuburg Gut leben mit Demenz umsetzte. Durch Gespräche mit hochbetagten, an Demenz erkrankten Klosterneuburger*innen im Rahmen von Erzählcafés entwickelte Claudia Tondl die literarische Grundlage für das nun vorliegende Buch. Aus einzelnen Worten und Sätzen entsteht nach und nach ein dichtes Gewebe aus Erzählfragmenten. Melancholie, Sentimentalität und Sehnsucht nach Vergangenem ist zu spüren. Auch das Schwere, Bedrohliche wird sichtbar, man hört von einer Generation, die sich bemüht aus dem Krieg wieder in einen Alltag zu finden, die sich lieber an den Wiederaufbau erinnert, daran wie alles besser wurde, als an die traurigen Erlebnisse und Erfahrungen. Die Vielstimmigkeit des Textes vereint sich in einem „Du“, das angesprochen wird. Vielleicht ist das Klosterneuburg? Im Dialog zwischen Text und Bild, im Nicht- und Wiedererkennen, in Leerstellen, Auslassungen und der Wiederholung im Sinne eines Wieder-Holens spricht das Buch mit seinem Leser, seiner Leserin. Es lädt ein zum Weitersprechen, Weitererzählen. Claudia Tondl legt damit eine lyrische Verdichtung eines mehrjährigen Prozesses der Auseinandersetzung vor. Eine komplexe Übersetzungsarbeit, die Leser*innen eine mehrdimensionale Rezeption ermöglicht. Mehr Informationen zu dem Projekt unter https://www.kunstlabor-graz.at/projekte/ein_ort_und_sein_gedaechtnis_-_klosterneuburg_erzaehlt Literaturedition Niederösterreich. Frühjahr 2021. Die Autorin Claudia Tondl im Gespräch mit Christian Berger (literadio).  

  35. 66

    Jürgen Kaizik – Ich und der Andere

    „Für den Weltstar Jim Morrison scheint alles zu Ende, bevor es richtig losgegangen ist. Zwar hat der gescheiterte Filmstudent zusammen mit Gleichgesinnten seine eigene Band, The Doors, gegründet, aber ihre Karriere droht in schäbigen Vorstadtspelunken von Los Angeles zu versanden. Drogen, Alkohol und Sex sind eben leichter zu haben als die neue, authentische Musik, von der sie gemeinsam träumen. Eines Abends sitzt ein Typ im Publikum, der dort nicht hinpasst. Seine bloße Anwesenheit stört – und Jim verliert die Nerven. Von da an wird alles anders. Hinterher nennt Jim den Fremden Hölderlin, weil er ihn an eine Zeichnung dieses vor langer Zeit im Wahnsinn verstorbenen Dichters erinnert. Jim Morrison soll im Sommer 1971 in Paris gestorben sein. Angeblich in einer Badewanne ertrunken. Doch niemand, der ihn kannte, hat seine Leiche gesehen. Vielleicht liegt ein leerer Sarg in jenem Grab auf dem Friedhof Père Lachaise, auf das viele Menschen bis heute frische Blumen legen.“ (Quelle: Braumüller Verlag) Jürgen Kaizik bringt in seinem Roman zwei Männer zusammen, die sich im realen Leben niemals hätten begegnen können. Für den Autor haben die beiden – Friedrich Hölderlin und Jim Morrison – aber viel gemeinsam. Sie versuchten zu Leben, was ihnen ihr Innerstes vorgab und sind, jeder für sich auf seine Art, daran zerbrochen. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Braumüller Verlag erschienen.

  36. 65

    Herbert Dutzler: Die Welt war eine Murmel

    „Herbert Dutzler entführt diesmal nicht ins Revier des Altausseer Polizisten Franz Gasperlmaier, sondern in die Zeit seiner eigenen Kindheit. Die Welt seines Protagonisten Siegfried kennt der Bestseller-Autor ganz genau: Auch er ist in den 60er Jahren aufgewachsen, hat Kracherl geschlürft und sich mit Winnetou in den Wilden Westen geträumt. Herbert Dutzler gewährt dir einen kindlichen und erfrischend anderen Blick zurück in jenes Früher, in dem nicht wirklich alles besser war, aber an das wir uns doch so gern erinnern. “ (Haymon Verlag) Kein Nostalgischer Rückblick in die schöne alte Zeit sondern eine Einladung das eigene Hier und Jetzt im Kontext der zeitlichen Entwicklung zu reflektieren. Geschlechtliche Rollenbilder, Esskultur, Freizeitgestaltung, Reisefreiheit, Kommunikationsverhalten und Technologieentwicklungen sind nur einige Aspekte des Alltags die beleuchtet werden. Der Autor im Gespräch mit Christian Berger. Das Buch ist 2021 im Haymon Verlag erschienen.

  37. 64

    Martin Lechner – Der Irrweg

    „Sprachgewaltig, komisch und ausdrucksstark erzählt Martin Lechner die Geschichte von Lars, einem Schulabbrecher, der seinen Zivildienst in den Werkstätten einer Psychiatrie ableistet. Nur im „Brockwinkel“ findet Lars Zuflucht vor seiner Mutter, deren Übergriffe schlimmer sind als jeder tobende Patient. Hier begegnet Lars auch der Insassin Hanna, die ihn aus dem Nichts in die herrlichsten Handgreiflichkeiten verwickelt, deren Kompromisslosigkeit jedoch bald bedrohliche Ausmaße annimmt. Ist sie es, die das Auto des Werkstättenleiters abgefackelt hat? Und werden die Flammen ihrer Amour fou bald auch den durchs Leben stolpernden Lars verbrennen? Und kann, wer auf dem Irrweg ist, je zurückfinden in ein geordnetes Leben?“ (Quelle: Residenz Verlag) Martin Lechners eigenes Großwerden mit Kinderzimmerfensterblick zur psychiatrischen Anstalt, in der auch sein Vater arbeitete und historische Figuren wie die des Phineas Gage, bilden die Grundlage für seinen neuen Roman über einen jungen Mann, der durch die Menschen und Geschehnisse um ihn droht sich völlig zu verlaufen…oder verhält es sich genau umgekehrt? Ein „abgründiges und lustvolles Verwirrspiel der Sonderklasse“ ist es tatsächlich und am Ende bleibt die Frage, wer sich denn nun auf dem Irrweg befindet. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Residenz Verlag erschienen.

  38. 63

    Eva Schörkhuber: Die Gerissene

    „Mira hat genug vom Landleben. Schon seit ihrer Kindheit fühlt sie sich im Dorf fremd und unverstanden. Ohne einen Cent in der Tasche reist sie in die Welt hinaus, um ihren Platz darin zu finden. In Marseille macht sie sich mit dem Upcycling alter Kleidung einen Namen, in Oran näht sie aus Djellabas Minirocktaschen und in der Sahara schließt sie sich einer Reisekarawane an und arbeitet in einem Flüchtlingscamp mit. Stets begegnet Mira den Menschen und Umständen mit wachem, kritischem Blick und dem Drang, einen Beitrag zu leisten. Als in Havanna ihre Erwartungen auf eine echte, lebendige Revolution enttäuscht werden, gründet sie eine neue aufständische Bewegung. Wieder steht Mira vor einer Chance, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch diesmal muss sie alles riskieren.“ (Quelle: Edition Atelier) Eva Schörkhuber im Gespräch mit Daniela Fürst über die Geschichte einer jungen Frau, die ihren inneren Wunsch nach Weite in die Welt hinaus trägt und dabei mit aller Ambivalenz erfährt, was passieren kann, wenn man versucht das Leben anderer besser machen zu wollen. Das Buch ist in der Edition Atelier erschienen.

  39. 62

    Michael Schmölzer: Die Befreiung Wiens

    Ein Gespräch mit dem Autor Michael Schmölzer über das 2020 im Theodor Kramer Verlag erschienene Buch „Die Befreiung Wiens – April 1945. Gespräche mit Überlebenden.“ Zum 75. Jahrestag der Befreiung Wiens durch die Rote Armee kommen 17 Frauen und Männer zu Wort, die während der Kämpfe 1945 in der Stadt waren und sich an die Ereignisse erinnern können. Sie waren noch Kinder oder Jugendliche und erlebten gemeinsam mit ihren Eltern die Bombenangriffe. Sie wurden als Kindersoldaten missbraucht und mussten den Schutt der zerbombten Häuser wegräumen. Was den einen Rettung vor der Bedrohung durch die Nationalsozialisten war, bedeutete für andere neue Gefahr. Es ist ein vielfältiges und in vielem auch neues Bild, das der Journalist und Autor und seine ZeitzeugInnen von den Ereignissen zeichnen. Ergänzt werden die Berichte der Zeitzeugen durch kontextualisierende Einschübe mit historischen Fakten zu den letzten Kriegstagen und die damit zusammenhängenden über Generationen hinaus wirkenden Traumatisierungen. Gast: Michael Schmölzer Redaktion: Christian Berger Verlag: Theodor Kramer

  40. 61

    Rudi Burda: Zweitzeuge – Geschichten aus dem Widerstand

    In seinem Roman verknüpft Rudi Burda die Erinnerungen seiner Eltern und ihrer GenossInnen aus dem antifaschistischen Widerstand rund um den Sandleiten Hof mit fiktiven Erzählungen, deren verbindendes Motiv die gelebte Solidarität unter schwierigsten Bedingungen ist. Rudi Burda, Jahrgang 1951, Wiener Liedermacher, aufgewachsen in Ottakring und Hernals. war Lehrer, ist als „Zweitzeuge des Widerstands“, vorwiegend an Wiener Schulen unterwegs. (Theodor Kramer Verlag, Wien) Im Gespräch mit Christian Berger erzählt er über die Entstehung des Buches, seine Arbeit als Zweitzeuge und Musiker. Zwei Lieder über den Widerstand rahmen das Gespräch. Gast: Rudi Burda Produktion: literadio-Christian Berger Theodor Kramer Verlag Musik: Rudi Burda, liederstand immerhin. sand im getriebe / a handvoll leut im widerstand

  41. 60

    Sonja Gruber: Dichtungen II

    Prosaische Miniaturen und Gedichte „Dichtungen II ist eine neue, umfangreiche Sammlung poetischer Miniaturen und szenischer Erzählungen. Nach dem Debütband Dichtungen geht das Nachfolgewerk sowohl inhaltlich als auch sprachlich neue Wege. In dem Band eröffnet sich eine Vielstimmigkeit der Worte, die sich der Alltagsbegrifflichkeit — nicht selten spielerisch — entziehen. Laut und Bedeutung verschwistern sich in Verdichtungen, aber nicht ohne rätselhafte Brüche. Kaum glaubt man zu verstehen, sträubt sich eine widerspenstige Wortfaser und bohrt sich in die Gewusstheit. In den Gedichten schwingt Seele, aber leise und unaufdringlich.“ (Quelle: Edition fabrik.transit) Mit ihrem ersten Lyrikband „Dichtungen“ war Sonja Gruber auf der Frankfurter Buchmesse 2019 bei literadio zu Gast. Nun ist der zweite Band erschienen, der die Entwicklung ihres Schreibens verdeutlicht und noch stärker mit einzelnen Worten spielt, die ihr situativ begegnen und sich assoziativ im Schreiben widerspiegeln. Teils hart und auch schmerzhaft bringt sie auch ihre gesellschaftlichen Reflexionen auf den Punkt und beschäftigt sich viel mit der Vielschichtigkeit sozialer Beziehungen. Sonja Gruber im Gespräch mit Daniela Fürst. Dichtungen II ist wie der erste Band Dichtungen in der Edition fabrik.transit erschienen.

  42. 59

    Kurt Kotrschal: Sind wir Menschen noch zu retten?

    Gefahren und Chancen unserer Natur. Ein Plädoyer für die liberale Demokratie. „Menschliches Verhalten treibt unsere Biosphäre in ihr heutiges Multitrauma. Doch was sind die evolutionären Grundlagen menschlichen Verhaltens? Und welcher Handlungsspielraum bleibt uns angesichts von Klimakrise und Artensterben? Auf Basis seiner Erkenntnisse zur menschlichen Natur ist sich Kurt Kotrschal sicher: Nur eine liberale Demokratie mit breiter Partizipation, Gleichstellung der Geschlechter und starker Gemeinwohlorientierung ist in der Lage, das Überleben des Menschen und des Planeten zu gewährleisten. Weder Patriarchat noch gewaltsame autoritäre Herrschaftsformen haben genug Lösungspotential, um die zahlreichen, auch radikalen Verhaltensänderungen auf individueller und auf gesellschaftlicher Ebene zu fördern, die heute notwendig sind. Noch haben wir eine Chance – nutzen wir sie!“ (Quelle: Residenz Verlag) Kurt Kotrschal ist Verhaltensforscher und Autor. Er war 1990 bis 2018 Professor für Verhaltensbiologie an der Uni Wien und leitete die Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in Grünau. 2010 wurde er als Wissenschaftler des Jahres ausgezeichnet. Im Gespräch mit Daniela Fürst betont er die Bedeutung einer menschengerechten und faktenbasierenden Politik und erklärt einige wesentliche Grundkonstanten der „Conditio Humana“, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Vor dem Hintergrund der Coronakrise hat sich für ihn zum einen vieles davon noch deutlicher hervorgetan und bestätigt, aber auch gezeigt, dass eine solche Politik möglich wäre. Das Buch ist im Residenz Verlag in der Reihe UNRUHE BEWAHREN erschienen.

  43. 58

    Karel Hynek Mácha: Mai

    Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Ondřej Cikán Illustriert von Antonín Šilar „Es war spät Abend – erster Mai – abends der Mai war Liebeszeit.“ Mit diesen Worten beginnt das Kurzepos über Liebe und Tod des tschechischen Romantikers Karel Hynek Mácha (1810–1836). Ein Räuberhauptmann wird hingerichtet, weil er die Verführung seiner Geliebten gerächt hat. In eindrucksvollen Bildern verabschiedet er sich von der Erde. Das Kurzepos Mai ist nicht nur eines der berührendsten Werke der Romantik, es diente auch wegen seines avantgardistischen Bilderreichtums den tschechischen Surrealisten als Vorbild und stellt bis heute ein Fundament der tschechischen Dichtung dar. (Quelle: Ketos Verlag) Im Gespräch mit Daniela Fürst erzählt der österreichisch-tschechische Dichter und Übersetzer Ondřej Cikán nicht nur über seinen persönlichen Bezug zum Epos, sondern auch über die unterschiedlichen Rezeptionsebenen, die das Werk über die Jahre erfahren hat. Zudem beschreibt er die Herausforderung, die das Stück mit seinen formalen Eigenheiten an ihn als Übersetzer gestellt hat und seine Intention, den Inhalt besonders präzise zu übertragen. Das Buch ist im Ketos Verlag erschienen.

  44. 57

    Paul Auer: Fallen

    „Im Leben des Mittzwanzigers Christian passieren seltsame Dinge. Seine neue Nachbarin hat rote Augen und beherbergt zwei geheimnisvolle Flüchtlinge. Immer öfter träumt er davon, wie die Geschichte Jesu nach der Kreuzigung weitergegangen sein mochte und spinnt sich in eine Sage über den Teufel ein, die seine Familie seit Generationen in Atem hält. Ein ominöses Foto bringt ihn und seinen Freund Stefan dann auf die Spur einer Verschwörung. Hatte Christian sich nicht längst mit seinem unspektakulären melancholischen Alltag arrangiert? Umso verstörender, welch unerbittlichen Sog die Fiktion ausübt, wie sie nach und nach die behagliche Normalität auslöscht. Bald wird ihm klar, dass er seinen ganzen Heldenmut zusammennehmen, die Grenzen seiner Wahrnehmung sprengen und sich seinen schlimmsten Ängsten aussetzen muss. Ist er in dem Spiel das Opfer oder ist er der Täter? Ist er wirklich der, für den er sich hält? (…) Ein märchenhafter Roman über die Wirkmacht von Mythen, Träumen und Traumata, über Identität, Entfremdung und die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies. Vor allem aber erzählt Fallen von einer großen Freundschaft, einer Liebe, die jede Grenze, selbst die des Todes, überwindet.“ (Quelle: Septime Verlag) Paul Auer wirft in seinem zweiter Roman nicht wenige Fragen auf: Was wäre, wenn Jesus seinen Tod nur vorgetäuscht hätte und der Teufel nichts lieber als ein beschauliches Leben führen möchte? Was wäre, wenn sich hinter dem Lichtbringer jemand ganz anderes verbirgt und „Shangri La“ in Wahrheit ein verstecktes österreichisches Bergdorf ist? Und was wäre, wenn alles nur in Christians Kopf passieren würde? Im Gespräch mit Daniela Fürst bringt der Autor nicht nur ein bisschen Licht in die Sache, sondern verweist auch auf den real-gesellschaftlichen Hintergrund, vor diesem Christians Erlebnisse noch eine weitere Bedeutung erhalten. Der Roman ist im Septime Verlag erschienen.

  45. 56

    jeder tag ist ein gedicht

    Nicht nur der Corona Virus hat seinen Ausgang in China genommen. Auch die Idee hier täglich auf unserer Webseite ein Gedicht hörbar und lesbar zu machen. stammt von dort. Lyrik ist in China sehr beliebt und verbreitet. Die tägliche Online Publikation von Gedichten erfreut die ChinesInnen und bietet gleichzeitig eine Plattform für den Diskurs, der so auch die strenge Zensur überwindet. Heute ist der „Welttag der Poesie“ – dies ist zufällig, aber durchaus passend für den Start unserer Aktion. Christian Berger spricht mit Martin Winter, der als Übersetzer und Schriftsteller arbeitet, und viele Kontakte aus seiner Zeit in der er in China lebte immer noch pflegt über die aktuelle Situation in China, die Auswirkungen der strengen Ausgangssperre und die Bedeutung der Lyrik in China. Martin Winter publiziert beim Verlag Fabrik.Transit (https://www.fabriktransit.net/)

  46. 55

    Stefan Soder: Die Tour

    „Ein Lehrer, der die Schule schwänzt, um sich intimen Obsessionen hinzugeben. Ein erfolgreicher, mit sich hadernder Berater in der internationalen Finanzbranche im privaten Gewissenskonflikt. Mithilfe von dessen Ehefrau überredet Bernd seinen alten Freund Franz zu einer gemeinsamen Skitour. In ihrer Jugend unzertrennlich haben die beiden seit vielen Jahren nichts mehr zu zweit unternommen. Während sie den Berg besteigen, tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, die sie verbindet und zugleich unausgesprochen zwischen ihnen steht. Die Perspektive wechselt hin und her wie die Serpentinen, über die sie den Berg hinauf spuren, wie die Schwünge, die sie bei der Abfahrt in den Schnee setzen. Ein Hin und Her, wie auch die Gedanken der beiden changieren, zwischen Offenheit und Rollenspiel, Verklärung und Groll, Verständnis und Abscheu, Vertrauen und Distanz, endgültigem Bruch und neuer Hoffnung.“ (Quelle: Braumüller Verlag) In seinem dritten Roman erzählt Stefan Soder über Heimat und Entwurzelung, über Freundschaft, ihre Quintessenz und ihr mögliches Ende. Aber auch über die Auswüchse unserer Leistungsgesellschaft, sei es in der Enge der dörflichen Struktur oder in der Weite der globalisierten Welt. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Braumüller Verlag erschienen.

  47. 54

    Unterhaltung mit Haltung – Andreas Nastl: Achtung Fräskante

    Haben Astronauten einen Schutzpatron? Warum sind Straßen barrierefrei, Wohnhäuser aber nicht? Warum sind Zukunftsforscher nicht allesamt Lottomillionäre? Wann kommt die Bibel für Veganer? Über all das und noch vieles mehr macht sich der niederösterreichische Andreas Nastl in seinem Debüt-Programm „Vorsicht Fräskante!“ so seine Gedanken. Christian Berger unterhielt sich mit ihm über die Entwicklung des Programmes, Haltungsübungen und das Spezielle an bühnentauglichem Philiosophieren über die Welt. Auszüge können im Video angesehen werden.

  48. 53

    Thomas Ballhausen: Das Mädchen Parzival

    Gedichte, mit einer Bildstrecke von Chris Saupper und einem Nachwort von Matthias Schmidt. „Thomas Ballhausens erzählerische Lyrik ist Antike und Zeitgeist, Philosophie und Punk, bringt historische Helden und mythologische Figuren aufs Tapet und greift auf die großen Narrative der Menschheit zurück. Einmal ganz Galan, konziliant in der Wortwahl, einmal tiefgehend mit Wilde’scher Leidenschaft und Verve, dann wieder kaltschnäuzig mit einem kräftigen Schuss noir erzeugen die balladenhaften Texte einen zeitlosen Nachhall. Fragen nach Mechanismen menschlichen Handelns und der Verfasstheit von Ritualen werden laut; der Dichter zerlegt althergebrachte Machtmuster, lässt Geschlechterrollen bersten und bleibt bei all dem ein Erzähler cinematografischen Ausmaßes: Die Intensität der Sprache ist körperlich spürbar. Sie changiert von tabubehaftet zu lustvoll und ergießt sich immer wieder in düstere Wortkaskaden. Der renommierte Fotograf Chris Saupper fungiert als Bildredakteur und hat die Lyrik Ballhausens mit zeitgemäßen visuellen Ergänzungen versehen.“ (Quelle: Limbus Verlag) Thomas Ballhausen und Chris Saupper luden zur Buchpräsentation in die Buchhandlung Yellow ein und im Gespräch mit Daniela Fürst sprachen die beiden über ihre Zusammenarbeit, ihre individuellen künstlerischen Entstehungsprozesse und Inspirationsquellen. Das Buch ist im Limbus Verlag in der Reihe Limbus Lyrik erschienen.

  49. 52

    Isabella Breier: Mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so ungelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle.

    Ein Lyrikband in 12 Kapitel, mit Illustrationen von Hannah Medea Breier. Erschienen in der Edition fabrik.transit. Isabella Breier im Gespräch mit Daniela Fürst über die Entstehungsgeschichte ihres 2019 erschienenen Lyrikbands, der unterschiedliche Gedichte aus mehreren Arbeitsjahren umfasst. Neben den Aspekten, die bei der Sortierung der Gedichte in die 12 Kapitel zum Tragen kamen, und der Rolle der Bilder, die ihre Tochter Hannah Medea Breier für die Kapitel geschaffen hat, erzählt die Autorin auch von den Entstehungsprozessen selbst, der Unmittelbarkeit und Dringlichkeit mancher Gedanken und den Überraschungen, die einige Gedichte auch ihr selbst im Nachhinein bereiten.

  50. 51

    Otto Hans Ressler: Die Verleumdung

    Eine Novelle mit einem Vorwort von Oliver Rathkolb. „Ende des 19. Jahrhunderts wird ein jüdischer Industrieller von einem deutschnationalen Reichsratsabgeordneten beschuldigt, dem Heer unbrauchbar gemachte Gewehr-Schlösser zu liefern. Ziel dieser hochverräterischen Sabotage sei es, die k. u. k. Armee so zu schwächen, dass von Österreich-Ungarn aus die »jüdische Weltherrschaft« errichtet werden könne. Der Industrielle klagt. Vor Gericht erweist sich bald, dass die Vorwürfe keinerlei Substanz haben. Doch der Reichsratsabgeordnete funktioniert die Gerichtsverhandlung in eine Wahlkampfveranstaltung um, in der er unter dem Jubel seiner Anhänger ein geheimbündlerisches Komplott der Juden heraufbeschwört. Vieles, was in diesem Gerichtsverfahren behauptet wird, hört sich erschreckend vertraut an. In Begriffen wie »Weltjudentum«, »Finanzjudentum« und Chiffren wie »Ostküste« spukt dieses Gedankengut noch immer in den Köpfen viel zu vieler Leute herum. Offenbar konnte nicht einmal der Holocaust dem Irrsinn von der »jüdischen Weltverschwörung« ein Ende bereiten.“ (Quelle: Edition Splitter) Im Gespräch mit Daniela Fürst erzählt der Autor nicht nur von der Entstehung des Buches, den zugrundeliegenden wahren Begebenheiten und seinen Beweggründe, sondern verweist deutlich auf die Aktualität der Geschehnisse was unsere Poltik und Gesellschaft betrifft. Lesung von Marius Gabriel. Die Novelle ist in der Edition Splitter erschienen.

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