Berta & Gamma

PODCAST · society

Berta & Gamma

«Die Schweiz hört nach Winterthur auf.» Es gibt kaum einen Ostschweizer, eine Ostschweizerin, der oder die diesen Spruch nicht schon einmal gehört hat. Doch wir beweisen: «Hier fängt das Leben erst richtig an.» Mit dem Ostschweizer Podcast «Berta & Gamma» bringen wir Geschichten und Gesichter von Ostschweizerinnen in die breite Öffentlichkeit. Gemeinsam rücken wir die Ostschweiz als Lebens- und Arbeitsraum in den Vordergrund und ermöglichen spannende Einblicke in innovative, wertvolle Organisationen und Unternehmen. So schaffen wir neue Vorbilder und Vorstellungen für ganze Generationen.

  1. 46

    Folge 44: Ursula über Rosina Dürr: «Wenn etwas herausfordernd ist, steckt sie nicht den Kopf in den Sand! Dieses Vertrauen hatte ich!»

    In den 90er-Jahren hat Ursula Dürr zusammen mit ihrem Mann die Verdunova AG in Sennwald aufgebaut. Angefangen auf dem eigenen Bauernhof, ist das Unternehmen heute ein innovatives KMU im Bereich der Produktion von tiefgefrorenen Gemüse- und Früchteprodukten. Seit fast drei Jahren wird die Verdunova AG von Tochter Rosina Dürr geführt: «In der Firma bin ich die Chefin, im Privaten frage ich Mama aber immer noch wegen einfacher Dinge um Rat – zum Beispiel, wie man die Waschmaschine einstellt.»  In dieser Folge erzählt Ursula, wie leicht es fiel, das gemeinsame Lebenswerk an die nächste Generation weiterzugeben und umgekehrt, wie es für Rosina war, die ganze Verantwortung zu übernehmen. Und was die Unterschiede zwischen den beiden Generationen sind: «Die Gesprächskultur, welche junge Leute haben, ist eine andere. Sie reden mehr untereinander!», sagt Ursula Dürr.  Die Kommunikation ist auch wichtig in der Mutter-Tochter-Beziehung, wenn sich die Rollen durch die Lebensumstände ändern: «Wir starten jeden Morgen mit einem gemeinsamen Kaffee und tauschen uns beruflich, aber auch privat aus.»

  2. 45

    Folge 43: Vittoria Kreis: «Ich würde mir wünschen, dass die Jungen mutiger sind. Und dass wir Älteren sie mehr unterstützen dabei.»

    Innerhalb von nur drei Wochen übernimmt Vittoria Kreis das Traditionsgeschäft «Praliné Scherrer» in St. Gallen – als Marketingfachfrau, ohne Erfahrung im Schokoladengeschäft und ohne Confiseur. Was sie antreibt? Ihre Liebe zum Schönen. Für sie war schnell klar: Die kunstvollen Pralinen verdienen eine ebenso schöne Verpackung. Die ersten Jahre werden schwierig, bringen sie zum Zweifeln und sind auch finanziell herausfordernd. Heute führt sie das Geschäft gemeinsam mit ihrer Tochter Romina Hengartner. «Meine Tochter war von Anfang an dabei und hat ihr Sackgeld bei Praliné Scherrer verdient. Seit Tag eins hat sie mich nie im Stich gelassen. Es war streng und ich war streng, aber wir waren immer ein Team.» Die Doppelrolle als Mutter und Geschäftspartnerin? Anspruchsvoll – und ein Prozess, der Zeit brauchte. Ein Gespräch über Mut, Generationen, Unternehmergeist – und über eine Frau, die überzeugt ist: «Es gibt für alles eine Lösung.»

  3. 44

    Folge 42: Prisca Walliser: «Auch wenn die Welt voller Sex ist, gibt es noch immer so viel Scham und Tabus.»

    Über 300 Babys hat Prisca Walliser als Hebamme beim ersten Atemzug begleitet – und dabei immer wieder erlebt, wie sehr eine Geburt ein Leben verändert. Auch als Paar. «Eine Geburt verändert das Bedürfnis nach Intimität. Viele Paare sind darauf unvorbereitet. Es wird leider zu wenig darüber gesprochen», sagt sie.  Heute arbeitet Prisca Walliser als Sexualberaterin, hört zu, stellt Fragen und geht Biografien auf den Grund. Eine ihrer zentralen Fragen lautet: «Wie bin ich die Frau oder der Mann geworden, die oder der ich heute bin?» In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Glaubenssätze aus der Kindheit unsere Sexualität bis ins Erwachsenenalter prägen – und lernen eine Frau kennen, über die ein Schüler einmal sagte: «Frau Walliser, Sie sind zwar alt, aber Sie sind cool.»

  4. 43

    Folge 41: Franziska Steiner-Kaufmann: «Ich will, dass meine Kinder mich auch auf dem Traktor sehen!»

    Das Engagement für die Gesellschaft und das Umfeld war Franziska Steiner schon immer sehr wichtig. Ob als Jugendliche in der Pfadi, in der Musikgesellschaft und im Fasnachtsverein oder heute als Bäuerin, Mutter, Kantonsrätin und Präsidentin von Die Mitte St. Gallen.  Ihren beruflichen Werdegang begann Franziska Steiner als Lehrerin. Ein Beruf, der alles vereint, was sie gerne macht: Mit Menschen zusammen sein, jemanden weiterbringen, Herausforderungen meistern und Dinge weiterentwickeln. Ein logischer Schritt, dass die Gommiswalderin auch die Chance nutzte, in der Nachbargemeinde für einige Jahre die Schulleitung zu übernehmen und in die Politik einzusteigen.  Dazu machte Franziska Steiner die Ausbildung zur Bäuerin und übernahm zusammen mit ihrem Mann den Hof ihrer Eltern: «Es ist streng, aber es ist wie mit vielem, wenn man es gerne macht, merkt man nicht, dass es streng ist». Trotzdem alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach, weil auf dem Hof vieles jahreszeitabhängig ist und sich politische Sitzungen nicht verschieben lassen. Doch der Hof und die Familie sind für Franziska Steiner heilsam und umgekehrt tut ihr das Politische als Mutter gut: «Man kann einen Beitrag leisten. Ich will nicht, dass meine Kinder später in einem Zwei-Welten-System leben!»  Ein Gespräch über Rollen einnehmen, ausleben und aufbrechen – zwischen Bauernhof-Idylle und politischem Parkett. 

  5. 42

    Folge 40: Karin Weigelt – «Wenn du dich selbst herunterziehst, wer soll dich dann wieder hochziehen?»

    Angefangen beim LC Brühl Handball St. Gallen führte Karin Weigelt sportlicher Karriereweg bald in die internationalen Topligen. Über 10 Jahre spielte sie in Deutschland, Norwegen und Frankreich. Ebenfalls absolvierte sie 127 Länderspiele für die Schweizer Nati. Nach der Karriere erlebt Karin Weigelt eine Leere: «Ich konnte mir nicht vorstellen, was ich acht Stunden am Tag machen könnte, das mir so Spass macht wie der Sport.»  Dem Handball ist Karin Weigelt vielleicht auch deshalb treu geblieben. Heute ist sie beim Schweizerischen Handballverband zuständig für die Weiterentwicklung des Frauenhandballs. Ihr Herzensprojekt ist aktuell die Kampagne «starch gmacht», deren Ziel mehr Frauen im Handball, mehr Sichtbarkeit auf allen Ebenen und mehr weibliche Vorbilder sind.   In dieser Folge erklärt Karin Weigelt, warum der Satz «Du wirfst wie ein Mädchen» stolz machen soll. Zudem blickt sie auf die prägenden Zeit im Ausland zurück, zwischen Sporthalle und Studium, und darauf, was sie durch den Handball fürs Leben gelernt hat. 

  6. 41

    Folge 39: Susanne Giger: «Was immer man macht im Leben, unabhängig bleiben ist wichtig!»

    Zu trocken, zu kompliziert, zu abstrakt – das denken viele über den Themenbereich Wirtschaft. Nicht so Susanne Giger. Für sie ist Wirtschaft unser aller Leben und es ist eine Frage der Kommunikation. Nach dem HSG-Studium und einigen Jobs auf der Unternehmerseite wechselte sie deshalb in den Journalismus. Fast 25 Jahre arbeitete Susanne Giger als Wirtschaftsredaktorin beim Schweizer Radio und Fernsehen: «Wie erzähle ich eine Geschichte, dass sie Herzen berührt und man mir zuhört?» Eine Grundsatzfrage, welche sie bis heute auch als Medien- und Kommunikationstrainerin weitergibt. Für Susanne Giger ist Neugierde essenziell im Leben und sie hat sich auch immer wieder aus ihrer Komfortzone gewagt. So kehrte sie 2018 in die Praxis zurück und übernahm ein Mandat im Verwaltungsrat von Coop: «Als Verwaltungsrätin denkt man immer noch einen Schritt weiter, das fand ich sehr spannend!» Zwei weitere Stiftungsmandate, die Susanne Giger am Herzen liegen, sind die Kartause Ittingen und die päpstliche Schweizergarde. Beide Engagements verbindet sie mit ihrer Thurgauer Herkunft und ihren persönlichen Werten.  Warum Diversität in Verwaltungsräten wichtig ist, weshalb es auch in der Wirtschaft Kreativität braucht und warum der Journalismus heute wichtiger denn je ist – darüber redet Susanne Brunner in dieser Folge. Und sie erzählt, warum ausgerechnet das Jassen beim Entscheid zum Wirtschaftsstudium mitgespielt hat. 

  7. 40

    Folge 38 Nicole Egli-Soller: «Ich werde gerne ins kalte Wasser geworfen!»

    Schon in der Schule schaute Nicole Egli am liebsten aus dem Fenster in die Natur und zu Hause hat sie freiwillig den Garten gejätet: «Das war keine Strafe für mich, sondern Passion!» Klar, dass die Amriswilerin nach der Matura nicht den akademischen Weg wählte, sondern eine Lehre als Zierpflanzengärtnerin machte. Erst danach studierte Nicole Egli Umweltingenieurin: «Ich habe nie bereut beide Wege gemacht zu haben, es war im Gegenteil immer ein riesiger Vorteil, man hat mich mehr ernstgenommenen!»  Mit Mitte Zwanzig wagte Nicole Egli den Weg in die Selbstständigkeit, weil sie ihre eigene Chefin sein wollte und gründete die pflanzwerk GmbH, ein Planungsbüro für Garten- und Terrassengestaltung. Dieses führt sie heute mit ihrem Mann Christian und gemeinsam haben sie vor einigen Jahren auch die Baumschule Wüthrich Pflanzen AG in Hefehofen übernommen: «Die Baumschule ist unser Garten, da wachsen auch die Kinder auf und bekommen die ganze Pflanzenwelt mit.»  Seit gut zwei Jahren sitzt Nicole Egli auch im Amriswiler Stadtrat und setzt sich dort für Kinder, Familien und Jugendliche ein: «Ich bin gerne Lokalpolitikerin. Wenn ich sehe, wie etwas auch mit wenig Mitteln verändert und verbessert werden kann, freut es mich!»    In dieser Folge erzählt Nicole Egli wie sie immer ihrer Leidenschaft gefolgt ist, wo die Grenzen zwischen Geschäft und Familie gezogen werden und wie für sie der perfekte Garten aussieht!  

  8. 39

    Folge 37: Domenica Tischhauser: «Wenn du etwas willst, musst du darum kämpfen!»

    Vom Engadin ins Appenzellerland: Domenica Tischhauser ist gelernte Damenschneiderin. Für sie der schönste Beruf, aber ein hartes Leben. Sie machte deshalb bald danach eine Weiterbildung zur Textilingenieurin: «Das Rattern der Maschinen, da entsteht etwas. Vom Garn zum fertigen Gewebe, das hat mich fasziniert!» Das Handwerkliche und Industrielle konnte Domenica Tischhauser verbinden, als sie Ende Zwanzig im Tessin für den Modekonzern Hugo Boss arbeitete und in der Kollektionsentwicklung tätig war. Eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, aber auch prägend: «Es war schnelllebig und oberflächlich. Jeder war so mit sich selbst beschäftigt, dass der Mensch nicht mehr so präsent war!» Bodenständigkeit fand Domenica Tischhauser schliesslich im Appenzellerland. Obwohl sie eigentlich nach London wollte und das Jobangebot ihres künftigen Schwiegervaters mit einem sehr frühen Samstagmorgen-Termin abwenden wollte. Doch sie ergriff die einmalige Jobchance und blieb. Heute leitet sie bei der Tisca Tischhauser AG im Bühler den Bereich Entwicklung Teppiche & Stoff. Ob sie den Schritt je bereut hat? «Nein, ich habe hier viele Leute kennengelernt und bin fest verankert.»  Ein Gespräch über Gemeinsamkeiten und Gegensätze in unterschiedlichen Welten. 

  9. 38

    Folge 36: Sandra Graf - «Mit dem Schicksal hadern bringt nichts!»

    Ein Sturz während des Trainings im Turnverein verändert Sandra Grafs junges Leben schlagartig. Danach ist sie querschnittsgelähmt. Doch vom Rollstuhl lässt sich Sandra Graf nicht bremsen – im Gegenteil. Bereits wenige Wochen später sitzt sie im Monoskibob und gut zwei Jahre danach bestreitet sie ihre ersten Rennen an den Paralympics in Lillehammer.  Ihre grössten sportlichen Erfolge feiert Sandra Graf jedoch erst Jahre später. Im Rennrollstuhl und mit dem Handbike holt sie an den Paralympics 2008 und 2012 zwei Mal Bronze und ein Mal Gold. Der Weg dorthin war lang, geprägt von Rückschlägen und oft im Schatten anderer Athlet:innen. Sandra Graf sagt, wichtig sei immer dranzubleiben und am Traum festzuhalten: «Bei mir brauchte es zwar ein paar Anläufe, aber am Schluss ging es auf!» Auch nach dem Ende ihrer aktiven Karriere spielt der Sport in ihrem Leben eine zentrale Rolle. Heute arbeitet Sandra Graf als Nachwuchsverantwortliche im Handbike und als Assistenztrainerin der Schweizer Nationalmannschaft. Im Frühling 2025 schlägt das Schicksal erneut zu: Bei Sandra Graf wird Brustkrebs diagnostiziert. Da kam auch der Unfall wieder hoch, meint sie: «Aber auch das Wissen, dass ich solche Herausforderungen gut verarbeiten kann.» Sandra Graf erzählt in diesem eindrücklichen Gespräch, wie sie trotz Hindernissen immer wieder weitermacht, aber auch, wie wichtig und unverzichtbar der Rückhalt von Familie und sportlichem Umfeld ist.

  10. 37

    Folge 35: Karin Bischoff - «Die Schneiderei ist mein Ding.»

    Die Leidenschaft für das Textile zieht sich wie der berühmte rote Faden durch Karin Bischoffs Leben. Aufgewachsen in einer traditionellen St. Galler Textilfamilie, hat sie Damenschneiderin gelernt und sich später zur Textiltechnikerin weitergebildet. Heute ist Karin Bischoff Mitinhaberin der Couture-Schneiderei Die Manufaktur: «Wir sind ein Highlight der Textilstadt St. Gallen, wo es für Textilien, die in der Region entstanden sind, wenig Fixpunkte gibt.» Es gibt nicht mehr viele, die von Grund auf etwas Neues anfertigen. Darum ist es Karin Bischoff auch wichtig, dass dieses Handwerk und Dienstleistung weiterhin existiert. So engagiert sie sich auch für den Nachwuchs, als Berufsbildnerin und als Expertin der Berufsmeisterschaften Swiss Skills: «Ich will den Lernenden die Freude am Beruf weitergeben.» Um dessen Zukunft macht sich Karin Bischoff keine Sorgen, auch nicht in Zeiten von künstlicher Intelligenz, welche in der Industrie bereits breitflächig eingesetzt wird: «Gerade wenn man mit den Händen arbeitet und die Hände wirklich braucht, wird es noch lange dauern, bis KI jemanden ersetzen wird.» Ein Gespräch über Leidenschaft für das Handwerk, den Umgang mit der Textiltradition der Stadt St. Gallen, die digitale Zukunft und die gegenwärtige Gratwanderung zwischen Massgeschneidert und Massenware in der Modeindustrie. 

  11. 36

    Folge 34: Barbara Bosshart - «Frauen müssen mehr machen und wagen. In den seltensten Situationen scheitert man!»

    «Frauen müssen mehr machen und wagen. In den seltensten Situationen scheitert man!» Barbara Bosshart ist gelernte Hochbauzeichnerin, leidenschaftliche Reisende und heute HR-Verantwortliche und Mitglied der Geschäftsleitung der Pro Nautik AG in Romanshorn. Verantwortung zu übernehmen und leidenschaftlich einem Ziel nachzugehen, hat sie schon früh gelernt – zuerst bei der Pfadi, später in einem Architekturbüro. Oft im Spagat mit dem Wunsch, die Welt zu erkunden. So verabschiedete sie sich mit ihrem (heutigen) Mann in den 90er-Jahren von der Schweiz und reiste in die USA. Doch nach drei Monaten war das Konto leer und sie haben sich Jobs gesucht. In Florida wurden beide fündig. «Die USA sind wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten». Einige Zeit später, zurück in der Schweiz, verabschiedete sich Barbara Bosshart auch von ihrer Leidenschaft der Architektur und stieg bei der familieneigenen Pro Nautik AG, einer der führenden Werften der Schweiz, ein: «Ich wusste ja, dass ich gut mit meinem Mann zusammenarbeiten kann». Gegründet von ihren Schwiegereltern, leitet sie das Unternehmen heute mit ihrem Mann. Mit 35 Jahren wurde Barbara Bosshart Mutter. Das war damals nicht einfach; sie vermisste ihre Arbeit ausserhalb der eigenen vier Wände: «Ich hätte gerne mehr gemacht, als zu Hause zu sein und auf das Kind aufzupassen. Ich bin wahnsinnig dankbar für meine Kinder, aber es war einschneidend.» Ein Gespräch über Herausforderungen, den Mut, zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, und über die Überzeugung, dass sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben,  wenn man offen durchs Leben geht.

  12. 35

    Folge 33: Arina Luisa Bertenyi - «Es wäre das Allerschlimmste, wenn ich mit 80 Jahren zurückschaue und erkenne, dass ich nicht alles probiert habe!»

    Tanzen ist Arina Luisas grosse Leidenschaft und diese teilt sie auf Social Media mit der ganzen Welt. Ihr Markenzeichen ist der «Shuffle Dance», ein dynamischer und kraftvoller Tanzstil. Am Anfang war das Tanzen nur ein Hobby und eigentlich wollte Arina eine Musicalausbildung machen. Doch dann kam alles anders, weil ihre Tanz-Videos auf Instagram durch die Decke gingen. Und so machte sich Arina Luisa mit 19 Jahren selbstständig. Nicht nur online, sondern auch im analogen Leben. Das Shuffeln bringt sie in Workshops in der Schweiz und im Ausland vielen grossen und kleinen Tanzbegeisterten bei.  Fast nebenbei macht Arina Luisa auch seit sechs Jahren Musik. Als poppig und tanzbar, voller Energie und mit viel «good vibes» beschreibt Arina ihre Songs. Sie ist froh, dass sie sich nicht zwischen Singen und Tanzen entscheiden muss, aber sie bevorzugt Applaus vor Likes auf Social Media: «Bei einem Auftritt siehst du jede einzelne Person, die klatscht, das berührt viel mehr!» Auf ihrem Weg war Vertrauen in sich selber, ihr Umfeld und ihre Community immer sehr wichtig. So ist auch ihr Modelabel entstanden, mit dem passenden Namen «WE-TRST»! Arina Luisa macht vieles und das gleichzeitig. Alles zu jonglieren, ist nicht immer einfach. Doch sie sagt: «Es wäre das Allerschlimmste, wenn ich mit 80 Jahren zurückschaue und erkenne, dass ich nicht alles probiert habe!»

  13. 34

    Folge 32: Tamara Rancetti-Hauri - «Mein Ziel ist es, als Frau in Uniform nicht mehr aufzufallen.»

    Eine Frau in Militär-Uniform ist in der Schweiz immer noch ein ungewohntes Bild. Nur gerade 1.6 Prozent beträgt der Frauenanteil in der Schweizer Armee. Eine davon ist Major Tamara Rancetti-Hauri. Seit ihrem 19. Lebensjahr ist sie milizmässig engagiert und absolvierte eine Ausbildung und Funktion nach der anderen. Die Goldacherin setzt sich auch beruflich beim Amt für Militär und Zivilschutz des Kanton St. Gallen für die Frauenförderung in der Armee ein. Sie ist überzeugt: «Frauen, die sich freiwillig für den Militärdienst entscheiden, gewinnen fürs Leben.» So erhalte man schon in frühen Jahren die Chance, Führungserfahrung zu machen. Im zivilen Leben ist Tamara Rancetti Mutter von zwei Mädchen im Primarschulalter. Nach einer Lehre als Detailhandelsfachfrau und einer beruflichen Tätigkeit als Eventmanagerin in einem Hotel, hat sich die 39-Jährige zur Fotografin ausbilden lassen. So kann sie Job, Militärengagement und Familie am besten vereinbaren: «In der Ruhe hinter der Kamera, sich zu verstecken, Momentaufnahmen des Augenblicks zu machen, mache ich für mich!». Ihr nächstes Projekt ist die Dokumentation eines Hilfsprojekts in Tansania. Tamara Rancetti-Hauri spricht in dieser Folge über ihr Leben zwischen Disziplin, Kreativität und Familienalltag.

  14. 33

    Folge 31: Reena Krishnaraja - «Ich brauche den Stress. Die Herausforderung ist es, diesen gut zu dosieren.»

    Bei Reena Krishnaraja ging es die letzten fünf Jahre Schlag auf Schlag: Mit ihrer Maturaarbeit landete sie auf der Comedy-Bühne; 2022 folgt der Preis als SRF 3 Best Talent Comedy und seit Herbst 2024 spielt sie ihr eigenes Solo-Programm «Kurkuma». Neben zahlreichen Auftritten und einem eigenen Podcast studiert die 22-Jährige Sozialwissenschaften in Bern. Das alles unter einen Hut zu bringen ist keine leichte Aufgabe, aber ein guter Ausgleich: «Ich brauche den Stress. Die Herausforderung ist es, diesen gut zu dosieren. Unter Druck habe ich auch bessere Ideen für Comedy!» Die gebürtige Ausserrhoderin mit tamilischen Wurzeln fällt auf in der Comedyszene: «Das ist ein Vorteil, man bleibt den Leuten besser im Gedächtnis. Ein schlechter Auftritt aber auch!» Oft hatte die Comedienne das Gefühl, sie müsse perfekt sein, weil sie auf der Bühne Minderheiten repräsentiert. Rassismus und Sexismus sind dann auch immer wieder Themen, welche Reena auf humorvolle Art aufzeigt. Eine Moralapostelin will sie aber nicht sein: «Ich probiere, mit den Leuten eine gute Zeit zu haben, und wenn ich schon die Aufmerksamkeit habe, ist es schön, dass ich auch noch was mitgeben kann!». Und das hat Reena Krishnaraja auch in diesem tiefsinnigen und humorvollen Gespräch geschafft. 

  15. 32

    Folge 30: Michèle Bongetta - «Arbeit soll Freude machen. Es ist ein Glück, wenn man es gerne macht.»

    Michèle Bongetta arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit Leidenschaft im Gesundheitsbereich. Angefangen als Pflegefachfrau, ist die Thurgauerin heute Geschäftsführerin der beiden Reha-Kliniken Zihlschlacht und Dussnang. Seit diesem Sommer ist sie zusätzlich Regionalleiterin Ost beim Gesundheitsdienstleister Vamed. Der Karriereweg von Michèle Bongetta ist beeindruckend und alles andere als geplant: «Ich bin immer wieder ins kalte Wasser geworfen worden!». Auch deshalb war die 47-Jährige neben ihren Tätigkeiten quasi Dauerstudentin; zu jeder Herausforderung hat sie die passende Weiterbildung im Bereich Gesundheitsmanagement gemacht. Dies gab ihr Sicherheit und half ihr, sich in Verhandlungen zu behaupten.  Michèle Bongetta arbeitet nicht gerne mit «Macht-Menschen» zusammen. Ihr ist es wichtig, mit ihren Mitarbeitenden auf Augenhöhe gemeinsam etwas zu bewirken. Zu viele Hierarchiestufen lähmen ein Unternehmen, ist sie überzeugt.  Ein Gespräch über das Vertrauen in den eigenen Lebensweg, weshalb man Berufs- und Privatleben nicht unbedingt trennen muss und warum man nicht immer alles so ernst nehmen sollte.  

  16. 31

    Folge 29: Beatrice Forster - «Durchhalten und dranbleiben - Spitzensport ist sehr prägend.»

    Der Weg der heute 61-jährigen Beatrice Forster ist eindrücklich: Weil sie die Sekundarschule auch nach zwei Anläufen nicht schaffte, musste sie die damalige Realschule besuchen. Es folgten ganz klassisch für die damalige Zeit eine Hauswirtschaftsschule, ein Aupair-Jahr im Welschland und anschliessend eine 2-jährige Verkaufslehre in einer Volg-Filiale. Von dort an ging es 32 Jahre lang bei der Fenaco-Gruppe stetig vorwärts, immer wieder einen Tritt aufwärts auf der Karriereleiter. Seit 2022 ist die Thurgauerin Gastgeberin im Hotel Heiden – eine Herausforderung, denn das Hotel wurde kurz vor ihrem Start grundlegend umgebaut und neu ausgerichtet. Heute sagt Beatrice Forster: «Ich habe mir meinen Weg nicht erträumen lassen. Aber jetzt bin ich da, wo ich bin.» Der Spitzensport – in jungen Jahren war Beatrice Forster Volleyball-Spielerin in der obersten Liga – habe dabei sicher sehr geholfen. Ein Gespräch über Möglichkeiten, Herausforderungen und Mut.

  17. 30

    Folge 28: Christin Walser - «Es ist gut, dass alles zu einer Zeit kam, in der ich es verarbeiten konnte.»

    Christin Walser leitet, gemeinsam mit ihrem Bruder, in dritter Generation das Familienunternehmen Walser + Co. AG in Wald AR und ist verantwortlich für Finanzen und HR. Dabei hatte die 35-Jährige ganz andere Pläne: Maskenbildnerin in einem Theater wäre ihr Berufswunsch gewesen. Allerdings: Eine Coiffeurinnen- oder Kosmetikausbildung zu machen, das sah sie nicht. Und so entschied sie sich schliesslich für eine KV-Lehre mit BMS im eigenen Familienbetrieb. Einige Jahre später, noch immer im Familienbetrieb, realisierte sie: Die angedachte Übergangszeit von zehn Jahren bis zur Geschäftsübernahme funktioniert nicht. Da wagte sie das Verrückte: Drei eidgenössische Fachausbildungen parallel. «Das würde ich niemandem empfehlen», sagt sie rückblickend, «aber es ging nicht anders.» Bei der vierten Ausbildung folgten ein Zusammenbruch, völlige Überforderung und ein Schlüsselerlebnis. Eine beeindruckende junge Frau und ein tolles Gespräch!

  18. 29

    Folge 27: Bettina Zimmermann - «Geschlecht ist keine Kompetenz. Wir können so viel mehr.»

    Ob Suizid eines Mitarbeiters, Entlassungen unter Extrembedingungen, Cyberangriffe oder ausserordentliche (Gross-)Ereignisse: Bettina Zimmermann unterstützt Unternehmen und Organisationen als Krisenmanagerin in Zeiten der Not. Als CEO der Wiler Firma «GU Sicherheit & Partner AG» ist sie mit ihrem Team 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf Abruf – und innert Sekunden von 0 auf 100. Wenn die gebürtige Bernerin mit ihrer beruhigenden Stimme aus ihrem Leben erzählt, klingt es, als würde sie aus einem Buch vorlesen. Es ist nahezu unvorstellbar, was Bettina Zimmermann alles erlebt hat, mit welchen Abgründen der Gesellschaft sie konfrontiert war. Dabei begann ihr beruflicher Werdegang relativ unspektakulär in einem Spitallabor; als junge Mutter und später alleinerziehende Multitaskerin folgten wegweisende berufliche Entscheidungen. In dieser Folge geht es um Resilienz, das Verarbeiten von Erlebtem, Rollenbilder und auch um die Kompetenzen von Mann und Frau.

  19. 28

    Folge 26: Nayla Stössel - «Konstruktive Kritik ist etwas sehr wichtiges»

    Nayla Stössel ist seit 2013 OK-Präsidentin des Longines CSIO St.Gallen, dem wichtigsten Pferdesportanlass der Schweiz. Selbst mit Pferden aufgewachsen, zählt das Reiten für sie zu einer schönen Lebensschule. Obschon das Pferd seit jeher ein Wegbegleiter des Menschen ist, kämpfe sie auch beim CSIO gegen elitäre Vorurteile. «Wir wollen ein BBB-Anlass sein» - und damit ein Treffpunkt für alle («BBB» steht in St.Gallen übrigens für Bratwurst, Bürli und Bier). Dass sie das OK-Präsidium einmal von ihrem Vater übernehmen würde, war lange Zeit gar nicht vorgesehen. Die Übergabe klappte reibungslos. Doch zu Beginn sei vor allem von den Medien oft hinterfragt worden, wie sie als junge Frau in dieser männergeprägten Organisation zurechtkomme. «Mich nervte diese Perspektive immer. Es zählt die Leistung.» Konstruktive Kritik ist für die CSIO-Präsidentin hingegen etwas sehr wichtiges. «Ich finde es schwieriger, wenn mir jemand etwas nicht sagt.» Im Gespräch erzählt Nayla Stössel über ihren nassen Start im CSIO-OK, ihre Perspektive zu Netzwerken sowie ihr Engagement für die Region.  

  20. 27

    Folge 25: Patricia Dähler-Kraus - «Als Unternehmerin musst du immer ehrlich sein. Dann funktioniert es.»

    Patricia Dähler-Kraus war gelangweilt von den typischen Apérogetränken und machte sich auf die Suche nach etwas Ansprechenderem. Als sie nichts fand, entwickelte sie ihre alkoholfreie Getränkeidee selber und holte eine Geschäftspartnerin an Bord. Ihr «Tröpfel» traf 2005 den Nerv der Zeit. Obschon sie zu Hause damit auf Widerstand stiess, gab ihr der rasche Erfolg Recht. Von anfänglich 900 Flaschen stieg die Produktion rasch auf 6’500 Flaschen pro Jahr. Heute hat sich das alkoholfreie Apérogetränk längst etabliert: Pro Jahr verkaufen sie 70’000 Flaschen. Noch immer stehen sie zu zweit an der Front - ob bei Degustationen oder mit ihrem Bild (und persönlicher Telefonnummer!) auf jeder Flasche. Die gelernte Krankenschwester sagt: «Wenn du eine gute Idee hast, sprich mit einem Unternehmer oder einer Unternehmerin.» Auch sie habe lernen müssen, raus aus der Familie zu gehen und das eigene Netzwerk zu erweitern, um Ideen zu spiegeln und differenzierte Rückmeldungen zu erhalten.

  21. 26

    Folge 24: Alessia Schrepfer - «Kein Studium hätte mir das beibringen können.»

    Alessia Schrepfer hat sich vor rund zwei Jahren selbständig gemacht. Als Co-Founder der WeNurse AG, dem ersten Freelance-Pool im Gesundheitswesen, der mehrheitlich den Pflegefachpersonen gehört, ist die junge Thurgauerin sehr erfolgreich: So hat Alessia Schrepfer 2024 am Swiss Economic Forum den Women Award als Jungunternehmerin des Jahres gewonnen. Das verlieh ihrem Unternehmen einen zusätzlichen Schub. Im Gespräch sagt die ausgebildete Pflegefachfrau: «Die letzten zwei Jahre waren die grösste Lebensschule» – kein Studium hätte ihr das besser beibringen können. Was ihre Firma anders macht, was die junge Unternehmerin noch erreichen möchte und warum sie sich vor einem Shitstorm fürchtet, darüber redet sie im Gespräch.   

  22. 25

    Folge 23: Katharina Lehmann: «Ich hatte vier Handicaps: Ich war jung, eine Frau, studiert und hatte keine Ahnung.»

    Katharina Lehmann ist seit 29 Jahren CEO und Inhaberin des renommierten Holzbauunternehmen Blumer Lehmann in Gossau. Dabei war das eigentlich nie ihr Plan. Im Alter von 24 Jahren, noch mitten im Wirtschaftsstudium an der HSG, wurde die junge Frau ins kalte Wasser geworfen: Ihr Vater hatte einen Schlaganfall und fiel aus. Kathi Lehmann sprang ein und gab den rund 70 Angestellten die viel benötigte Sicherheit. «Ich habe damals einfach gemacht», erzählt die Unternehmerin im Gespräch. Und sie macht es weiter. Heute führt sie rund 550 Mitarbeitende in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Luxemburg. In dieser Folge erzählt Kathi Lehmann, wie sie ihren Berufsstart in Erinnerung hat, wie sie mit ihren vier Handicaps umgegangen ist und warum es auch ein Vorteil sein kann, so jung in eine solche Aufgabe reinzurutschen. 

  23. 24

    Folge 22: Heidi Bösch - «Für mich ist es keine Genderfrage, sondern eine Menschenfrage.»

    Heidi Bösch ist Leiterin Personelles & Klubschule bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz und einzige Frau in der Geschäftsleitung. Die Rheintalerin lebt für ihren Beruf und liebt dabei den Kontakt mit den Menschen. Sie ist überzeugt: Unternehmertum ist die Grundlage für eine gesunde Schweiz. Zum aktuellen Migros-Umbau sagt Heidi Bösch: «Ich versuche, die Menschen so gut es geht zu spüren und wahrzunehmen.» Es gehe darum, grundlegende Sicherheit zu geben, auch wenn Unsicherheit besteht. Sie verrät im Gespräch, wie sie dank eines ehemaligen Chefs überhaupt zur Migros gekommen ist, warum sie Genderfragen nicht wichtig findet und was sie an der Ostschweiz so sehr mag.  

  24. 23

    Folge 21: Aliena Umbricht – «Es ist wunderschön, für einen Job zu brennen.»

    Von der Praktikantin zur Chefin: Aliena Umbricht ist 25 Jahre alt und seit letztem Sommer Leiterin Marketing bei der Brauerei Locher in Appenzell. So ungewöhnlich steil es für einige klingt, so logisch war der berufliche Einstieg. Nach ihres ETH-Studiums der Lebensmittelwissenschaften hatte sich Aliena in einem Praktikum dort bereits die Sporen abverdient. Schon damals durfte sie viel Verantwortung tragen; den Betrieb, das Team und die vielseitigen Aufgaben kennenlernen. Mit einem ETH-Masterabschluss in Management, Technologie und Wirtschaft in der Tasche, schlägt sie in ihrer neuen Leitungsfunktion bei der Brauerei Locher die erfolgreiche Brücke: Lebensmittelentwickelung, Marketing und Innovation. Und kann in den unterschiedlichen «Fachsprachen» der Abteilungen mitreden. Es brauche Mut, so jung bereits so viel Verantwortung zu tragen und auch einmal Nein zu sagen, sagt Aliena Umbricht. Dennoch fühlt sie sich in der neuen Rolle und im beruflichen Zuhause wohl: «Vom Gefühl her ist die Brauerei Locher eine grosse Familie.» 

  25. 22

    Folge 20: Karin Federer - «Als Kind war es normal, dass ein Schimpanse durchs Schlafzimmer rennt.»

    Karin Federer wusste bereits als Kind, dass sie eines Tages Zoo-Direktorin werden möchte. Nach dem Studium in Veterinärmedizin und weiteren Stationen, übernahm sie 2021 in dritter Generation die Geschicke des Walter Zoos in Gossau. Im Gespräch verrät die heute 38-Jährige: «Ich war überrascht, wie wenig ich mit Tieren zu tun habe. Und wie viel mit Menschen.» Karin Federer spricht über Herausforderungen und Kompromisse im Alltag, ihre Verantwortung gegenüber den Tieren, dem Artenschutz und ihren Visionen. Ein sehr ehrliches und persönliches Gespräch über den Zoo, die eigene Familie und ihr Herzensprojekt. 

  26. 21

    Folge 19: Brigitte Claudia Schläpfer-Regli - «Wir haben ganz wenig Frust in unserer Arbeit.»

    Eine Bankkarriere, ein Studium in traditioneller Chinesischer Medizin, drei Kinder – und dann: Auszeit. Im Leben von Brigitte Claudia Schläpfer-Regli lief alles rund. Sie und ihr Mann hatten beide ein erfülltes Leben und gute Jobs. Aber es war streng. Aus diesem Grund beschloss das Ehepaar zusammen mit den Teenager-Kindern, eine Familienauszeit zu nehmen. Zusammen wanderten sie ins spanische Andalusien aus. Als völlige Quereinsteiger eröffneten sie ein Hotel und produzierten eigenes Olivenöl. Heute pendelt Brigitte Claudia Schläpfer-Regli zwischen der Schweiz und Andalusien und sagt: «Manchmal ist es das grössere Risiko, nichts zu wagen.»

  27. 20

    Folge 18: Silvia Gemperle – «Ich muss nichts mehr beweisen.»

    Silvia Gemperle hat sich als Expertin in Sachen Energie und Gebäude in der Baubranche einen Namen gemacht. Ihre Leidenschaft für den Bau prägt ihr Leben. Ehrgeizig und zielstrebig war sie bereits während ihrer Lehre als Tiefbauzeichnerin. Das Zeichnen von Kläranlagen war ein Traumjob, auch wenn das in diesem Zusammenhang vielleicht etwas komisch klingen mag. Heute ist sie eine gefragte Referentin und sagt: «Ich habe viel erreicht und nun zehn entspannte Jahre vor mir.» Beweisen müsse sie niemandem mehr etwas. Aber einen Wunsch hat sie: Dass Frauen im Bau sichtbarer werden. 

  28. 19

    Folge 17: Sandra Neff - «Unser Körper vergisst nicht.»

    Sandra Neff ist Geschäftsführerin der Wirkstatt Auboden in Brunnadern. Die ausgebildete Kinesiologin und Tanz- und Bewegungstherapeutin konzentriert sich seit vielen Jahren auf Selbstheilung. Dabei nutzt sie verschiedene Techniken, die ursprünglich von den Maori stammen. Sie ist überzeugt: «Unser Körper vergisst nicht. Alles hat eine Ursache.» Mit der Wirkstatt Auboden erfüllte sich Sandra Neff einen Traum: Das harmonische Zusammenspiel zwischen innerer und äusserer Ökologie. Auf dem grossen Areal führt sie mit ihrem 14-köpfigen Team einen Gastrobetrieb, ein Seminarhaus, einen Permakultur-Garten und ihre Praxis.

  29. 18

    Folge 16: Daniela Merz - «Ich musste sehr früh lernen, dass nicht alles nach meinem Kopf geht.»

    Daniela Merz ist seit 22 Jahren CEO der DOCK-Gruppe, einer Organisation der Stiftung für Arbeit. Die DOCK-Gruppe bietet 1400 Mitarbeitenden, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Stelle mehr finden können, eine Chance für den Wiedereinstieg im zweiten Arbeitsmarkt. Daniela Merz hatte im Alter von 12 Jahren einen Unfall, dessen Auswirkungen ihr Leben noch immer beeinflussen. Heute sagt die taffe Herisauerin: «Ich konnte nicht alles so leben, wie ich wollte. Aber ich mache das Beste daraus.» Früh musste sie lernen, Hilfe anzunehmen. Und sie sagt: «Erwartungen führen zu Enttäuschungen. Wenn man den Moment für sich selber gross und stark machen kann, ist das Leben wunderschön.» Ein tiefgründiges und kraftvolles Gespräch über Haltung, Dankbarkeit und die Gesellschaft. 

  30. 17

    Folge 15: Claudia Bossert - «Ich habe Chancen erhalten und diese gepackt.»

    Claudia Bossert ist seit 2019 Geschäftsführerin des Thurgauer Regionalbahn Thurbo AG, einem Tochterunternehmen der SBB. Der Werdegang der heute 60-jährigen Frau zeigt eindrücklich auf, dass in der Schweiz alles möglich ist - sofern Engagement, Wille und Einsatz stimmen. Claudia Bossert hat eine kaufmännische Gemeindelehre im Toggenburg gemacht, 20 Jahre lang bei SRF in Zürich gearbeitet und übernahm nach weiteren Stationen schliesslich als Quereinsteigerin die Leitung Verkehrsmanagement für die Region Ostschweiz bei den SBB. Trotz vielen Vorurteilen konnte sie sich schnell in der Männerdomäne durchsetzen. Heute sagt Claudia Bossert: «Ich hätte gestaunt, wenn ich mit 20 gesehen hätte, wo ich mit 60 stehe.» Ein sehr eindrücklicher Lebenslauf einer sehr beeindruckenden Person.

  31. 16

    Folge 14: Sandra Banholzer - «Familie und Beruf zu vereinbaren ist ein grosser Spagat»

    Sandra Banholzer ist CEO der Thurgauer Traditionsmarke Rausch. Als erste in dieser Funktion, die nicht aus der Gründerfamilie stammt. Ihre Aufgabe ist es, die Marke aufzufrischen und gleichzeitig die traditionellen Werte zu erhalten. Banholzer ist im Kanton Bern aufgewachsen, lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Zürich und arbeitet im Thurgau. Sie sagt: «Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist möglich, aber herausfordernd.» Wichtig sei, dass Frauen (und Männer) aussprechen, was sie wirklich möchten. Nur dann könne auch eine Lösung gefunden werden - innerhalb der Familie und im Unternehmen. Ein spannendes Gespräch über Tradition, Werte und die Zukunft.

  32. 15

    Folge 13: Rahel Lam - «Ich wünsche mir, dass wir sein dürfen, wer wir sind.»

    Rahel Lam ist Gründerin des Vereins «Cup of Color», der Farben in das Leben jener bringt, die sonst nicht so viele farbige Momente erleben dürfen. Selber hat Rahel Lam ein sehr bewegtes Leben. Sie hat ihren Freund gegen den Willen seiner Familie nach nur vier persönlichen Treffen geheiratet und hat sich mit ihrer eigenen Familie immer wieder neuen Herausforderungen gestellt. So hat sie unter anderem in Hong Kong mit Kriminellen, Drogensüchtigen und Prostituierten gearbeitet, hat mit ihrem Mann und den drei Kindern in Indien im Rotlichtmilieu gewohnt und sich immer wieder auf neue, teils sehr schwierige, Erfahrungen eingelassen. Heute sagt sie: «Emotionen bleiben einige Sekunden. Entscheidungen ein Leben lang.» Ein Gespräch über eine sehr bewegte Familiengeschichte mit einer mutigen Frau in einer starken Partnerschaft.

  33. 14

    Folge 12: Sabrina Huber - «Was ist die Alternative zur Quotenfrau?»

    Sabrina Huber ist selbständige Reputationsexpertin und berät Unternehmen und CEO zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung. Sie hat damit eine Nische in der Marketingwelt gefunden und ihre Berufung. Vor ihrer Selbständigkeit war Sabrina Huber unter anderem in der Geschäftsleitung der Appenzeller Bahnen - als Quotenfrau. Selber sieht sie das aber nicht negativ. «Was ist die Alternative zur Quotenfrau? ‚Nein' sagen?» Viel mehr hat sie die Chance gepackt und ihren Erfahrungsrucksack gefüllt. Auch wenn sie im Berufsalltag durchaus auch mal abgestempelt wurde. Heute sagt sie: «Das was man ausstrahlt, zieht man auch an.»

  34. 13

    Folge 11: Nilima Chowdhury - «Act like a man, but don’t be a bitch»

    Die Sozialpsychologin forscht intensiv zum Thema Geschlechter. Ein Problem, das ihr heute sehr oft begegnet: Viele Frauen suchen das Problem zuerst bei sich selbst und nicht im Unternehmen, oder sogar in der Gesellschaft. Als leidenschaftliche (und ausgebildete) Sängerin hat Nilima Chowdhury selbst lange von einer Musikkarriere geträumt. Sie spielt Gitarre und Klavier, schreibt seit dem 17. Lebensjahr eigene Songs. 2013 hat sie es als Kandidatin der Casting-Show «The Voice» bis ins Viertelfinale geschafft. Dort merkte sie aber schnell: «Als Künstlerin bist du eine Ware». Selbstvermarktung und Sexismus waren allgegenwärtig.

  35. 12

    Folge 10: Christine Bolt - «Augen auf bei der Partnerwahl!»

    Christine Bolt ist CEO der Olma Messen St. Gallen AG - ein Job, der oft herausfordernd ist. Das wichtigste für sie: genug Schlaf, Sport und allgemein eine gute Work-Life-Balance - so wie sie das auch von ihren Angestellten fordert. «Es muss mir gut gehen, damit ich meinen Job gut machen kann.» Die Begriffe «Frauenförderung» und «Frauenpower» locken Christine Bolt aus der Reserve. Schliesslich gebe es den Begriff «Powermann» ja auch nicht. «Wenn man will auf Augenhöhe wahrgenommen werden, muss man sich auch auf Augenhöhe begeben.» Entsprechend nimmt Bolt die Frauen in die Pflicht. Sie findet: Wenn eine Mutter im Berufsleben bleiben will, muss sie mindestens 60 Prozent arbeiten.

  36. 11

    Folge 9: Judith Scherzinger – «Ich wäre heute nicht da, wo ich bin, wenn ich nicht selber ein KMU geführt hätte»

    Zusammen mit ihrer Schwester hat Judith Scherzinger das KMU ihrer Eltern übernommen. Nach kurzer Zeit machte den beiden Corona einen Strich durch die Rechnung: Die Schwestern mussten das Geschäft schliessen – ein harter Entscheid. «Es war sehr emotional, als wir über den Entscheid informieren mussten», erinnert sich Judith Scherzinger im Podcast. Danach sei aber eine Last abgefallen. Sie erzählt im Gespräch, wie sie diese Erfahrung weitergebracht hat und wie die Schliessung auch neue Türen geöffnet hat. Heute sagt Judith Scherzinger: «Frauen muss man mehr sehen und Frauen müssen sich selbst mehr sehen.»

  37. 10

    Folge 8: Christina Härter - «Ohne Kunststoff könnten wir Gleichberechtigung nicht so leben wie heute»

    In Tuttlingen (D) aufgewachsen, lebt und arbeitet Christina Härter heute in Glarus. Die Maschinenbauingenieurin erzählt im Podcast von ihrer Liebe zu Kunststoff. Der schlechte Ruf «ihres» Materials stört sie nicht – sie sei stolz auf das, was sie mache. «Der Kunststoff machte es möglich, dass Frauen unabhängiger wurden von der Haushaltsführung», erzählt Christina Härter im Gespräch. Als Beispiele nennt sie Fertiggerichte oder Haushaltsgeräte. Und sie sagt: «Kunststoff an sich ist nicht das Problem, sondern der Mensch, der ihn verwendet». 

  38. 9

    Folge 7: Tabea Steiner - «Nicht aufgeben, an sich glauben, sich austauschen»

    Tabea Steiner ist Autorin und kann davon leben - nicht aber vom Buchverkauf an sich. «Mich hat es schon immer fasziniert, eine Idee aufs Blatt zu bringen.» Bis zum ersten Buch brauchte es allerdings Zeit, Mut und eine Portion Glück. Im Gespräch erzählt die Thurgauerinn vom Prozess des Schreibens und davon, wie wichtig es für sie war, Bestätigung zu erhalten. Denn das Selbstvertrauen, gut schreiben zu können, hatte sie nicht immer. Heute sagt sie: «Nicht aufgeben, an sich glauben und sich austauschen», seien die wichtigsten Tipps, die sie weitergeben könne.

  39. 8

    Folge 6: Seraina Schwizer - «Ich spielte teilweise eine Rolle»

    Ungefähr 1000 Hobbies hat die Uzwiler Architektin Seraina Schwizer ausprobiert - aber: «Sobald es um Leistung ging, war ich raus.» Schliesslich fand sie als Erstklässlerin zur Pfadi - und dort ist sie noch heute, im Alter von 36 Jahren. Höhepunkt ihrer Pfadikarriere war die Co-Leitung des Bundeslagers 2022 im Wallis im rund 30’000 Teilnehmenden. Dabei ist sie auch an ihre Grenzen gestossen. Heute sagt sie: «Alles, was ich in Sachen Management gelernt habe, habe ich in der Pfadi gelernt.»

  40. 7

    Folge 5: Lynn Burkhard – «Es braucht auch männliche Vorbilder»

    Zusammen mit ihrem Mann leitet Lynn Burkhard die Baufirma Stutz AG mit Hauptsitz in Hefenhofen im Thurgau. Damit teilen sich die beiden nicht nur die Arbeit im Geschäft auf, auch zu Hause müssen beide gleichermassen anpacken. «Mein Mann wird nie gefragt, wo die Kinder sind, wenn er arbeitet», sagt Lynn Burkhard im Gespräch. Sie ist daher der Meinung, es brauche nicht nur weibliche Vorbilder, sondern auch Männer, die neue Wege gehen und damit eine Vorbildrolle einnehmen. 

  41. 6

    Folge 4: Petra Keel - «Frauen haben noch nicht die Wertigkeit, die wir verdienen»

    Als Stadtzürcherin hatte Petra Keel einen mittleren Kulturschock, als sie mit ihrer Familie vor 15 Jahren in den Thurgau zog. Es folgte eine lange Zeit der Selbstfindung, des Suchens und auch der Einsamkeit. Heute ist Petra Keel selbständig im Bereich der mentalen Gesundheit und beratet und coacht Unternehmen sowie Einzelpersonen – und sie ist glücklich.

  42. 5

    Folge 3: Jeanine Ammann - «Forschung ist ein mega kreativer Prozess»

    Jeanine Ammann ist ausgebildete Ekelforscherin und forscht heute als Lebensmittelwissenschaftlerin am landwirtschaftlichen Forschungszentrum Agroscope in Aadorf im Thurgau. Aufgewachsen in einem klassischen Familienmodell hat sie für sich selbst einen anderen Weg eingeschlagen und ist damit sehr glücklich. «Ich bin in einem sehr unterstützenden Umfeld aufgewachsen und habe erst später gemerkt, dass das gar nicht so selbstverständlich ist.» Im Interview sagt die junge Frau: «Ich finde es krass, in welche Rollen man als Frau «gestellt» wird.»

  43. 4

    Folge 2: Stephanie Jenny-Bähler - «Früher habe ich mich viel mehr blenden lassen.»

    Stephanie Jenny-Bähler ist bei der Stapo Winterthur in der Geschäftsleitung, Chefin von rund 40 Mitarbeitenden und stellvertretende Kommandantin. Als junge Frau musste sich die 38-jährige St. Gallerin die Anerkennung bei der Polizei zuerst verdienen, denn die Vorurteile waren gross. Heute sagt sie: «Ich hätte gerne früher gewusst, dass viele Leute, die vorgeben, viel zu können, in Wirklichkeit gar nicht so viel können.» Im Gespräch erzählt die ehemalige Staatsanwältin von ihren Erfahrungen als berufstätige Mama, von Lohndiskriminierung, die sie erlebt hat, und von ihrer Liebe zum Cheerleading.

  44. 3

    Folge 1: Eveline Falk - «Scham, ein saublödes Gefühl»

    Als Dokumentarfilmerin steht Eveline Falk lieber hinter der Kamera als im Rampenlicht. Deshalb wollte sie zuerst absagen, als sie als Gast für «Berta&Gamma» angefragt wurde. Im Talk erzählt sie, warum sie trotzdem zugesagt hat, weshalb sie am liebsten eine Initiative zur Abschaffung des Schamgefühls lancieren würde und was sie sich im Alter von 20 Jahren gewünscht hätte. In dieser Folge von «Berta&Gamma» spricht Eveline Falk zum ersten Mal öffentlich über sich selbst, ihr Leben und ihre Gefühle als Frau.

  45. 2

    Folge 0: Die Ostschweiz hört NICHT nach Winterthur auf

    Ostschweizer Frauen und ihre Geschichten im Mittelpunkt - neue Ideen, neue Vorstellungen und neue Vorbilder für Generationen. Das ist der neue Podcast von «Helvetia spricht». Projektleiterin Kathrin Loppacher darüber, was du von «Berta & Gamma» erwarten kannst, warum es diesen Podcast braucht und wer der erste Gast ist.

Type above to search every episode's transcript for a word or phrase. Matches are scoped to this podcast.

Searching…

We're indexing this podcast's transcripts for the first time — this can take a minute or two. We'll show results as soon as they're ready.

No matches for "" in this podcast's transcripts.

Showing of matches

No topics indexed yet for this podcast.

Loading reviews...

ABOUT THIS SHOW

«Die Schweiz hört nach Winterthur auf.» Es gibt kaum einen Ostschweizer, eine Ostschweizerin, der oder die diesen Spruch nicht schon einmal gehört hat. Doch wir beweisen: «Hier fängt das Leben erst richtig an.» Mit dem Ostschweizer Podcast «Berta & Gamma» bringen wir Geschichten und Gesichter von Ostschweizerinnen in die breite Öffentlichkeit. Gemeinsam rücken wir die Ostschweiz als Lebens- und Arbeitsraum in den Vordergrund und ermöglichen spannende Einblicke in innovative, wertvolle Organisationen und Unternehmen. So schaffen wir neue Vorbilder und Vorstellungen für ganze Generationen.

HOSTED BY

Melanie Widmer

URL copied to clipboard!