Irgendwas mit Podcast - der Vortragspodcast der Aktion 3. Welt Saar e. V. podcast artwork

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Irgendwas mit Podcast - der Vortragspodcast der Aktion 3. Welt Saar e. V.

Herzlich willkommen zum Irgendwas mit Podcast, dem Vortragspodcast der Aktion 3. Welt Saar.Die Aktion 3. Welt Saar ist eine bundesweit agierende allgemeinpolitische Aktion mit Sitz im Saarland. Roter Faden unserer Arbeit ist die ungleiche Verteilung des Reichtums dieser Erde - Hier wie in der sogenannten 3. Welt. Wir recherchieren und publizieren zu Themen wie Asyl, Rassismus, Agrarpolitik, Energie, Ökologie, gesellschaftliche Entwicklungsvorstellungen, fairer Handel, Antisemitismus oder Islamismus. Hier hört ihr die Mitschnitte unserer Vortragsveranstaltungen.Wenn ihr mehr über uns wissen oder uns unterstützen wollt, besucht uns unter https://www.beiss-mit.de

  1. 19
  2. 18

    Israel: Der ewige Sündenbock

    Vortrag mit Dr. Tilman Tarach vom 16. November 2014, Saarbrücken. Heiliger Krieg, die »Protokolle der Weisen von Zion« und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, daß die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält. Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, welch groteskes zweierlei Maß in der allgemeinen Debatte um Israel Anwendung findet. Tilman Tarach, Dr. jur., lebt und arbeitet in Berlin. Neben der Monographie „Der ewige Sündenbock“, die 2011 im Verlag Edition Telok erschien und mittlerweile in der vierten Auflage im Handel ist, veröffentlichte Tarach u.a. auch in Jerusalem Post, Jüdische Allgemeine und konkret.

  3. 17

    Irgendwas mit Schule & Islam - Umgang mit Islam im Unterricht

    Vortrag mit Dr. Abdel-Hakim Ourghi, 13. Juni 2019, Saarbrücken. „Ihr müsst kein Kopftuch tragen“ heißt der programmatische Titel des aktuellen Buches von Abdel-Hakim Ourghi. Er leitet den Fachbereich Islamische Theologie  und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, bildet Islamlehrer aus und vertritt einen liberalen Islam, der sich der Moderne öffnet. Er ist dafür, im Islamunterricht den historischen Entstehungskontext des Koran und der Sunna, der Überlieferung über das Leben Mohammeds, zu lehren. Koranverse, die eine Ungleichheit der Geschlechter legitimieren, dürfen keine Gültigkeit mehr haben. Ziel darf nicht die Unterwerfung unter Dogmen und Vermittlung von Glaubenswahrheiten sein. Schüler sollen lernen, ihre Religion kritisch zu reflektieren und ein Islamverständnis zu entwickeln, das sich an den Menschenrechten orientiert. Dies bedeutet, den Kontrollwunsch von Männern zu verurteilen, der sich seiner Meinung nach inzwischen auch zu einer Selbstkontrolle der Frau entwickelt hat. Er ist Mitinitiator der "Freiburger Deklaration säkularer Muslime", zu deren UnterstützerInnen die Aktion 3.Welt Saar e.V. zählt.

  4. 16

    Die Sklaverei der Arbeit - Wie wir jeden Tag Verhältnisse herstellen, die uns unfrei machen

    Vortrag mit Lothar Galow-Bergemann vom 3. Nov. 2014, Saarbrücken „Arbeit ist eines freien Bürgers unwürdig.“ So brachte Aristoteles die Haltung der kleinen Oberschicht freier Männer seiner Zeit auf den Punkt. Sie hatten leicht reden, denn Sklaven und Frauen nahmen ihnen die Arbeit ab. Seither hat die Haltung zur Arbeit viele Wandlungen erfahren. Mit Beginn der Neuzeit erfuhr sie gar religiöse Weihen. Das sprichwörtliche protestantische Arbeitsethos stand an der Wiege des Kapitalismus und sowohl Arbeiterbewegung wie Nationalsozialismus haben die Arbeit förmlich verherrlicht. Auch heute ist der Kult um sie ungebrochen. Doch geht es uns wirklich gut mit ihr, wenn wir zum Arbeitsbeginn schon den Feierabend herbeisehnen? Was Millionen Menschen eigentlich mit ihrem Leben anfangen könnten und in Jugendjahren vielleicht sogar einmal wirklich gewollt haben, hat keinen Bestand vor dem kalten Gott des ununterbrochenen Geld-verdienen-und-Geld-ausgeben-müssens. Kein Gott hat je größere Opfergaben verlangt und erhalten als dieser: Zerstörte Lebensentwürfe und gebrochene Rückgrate, Erniedrigungen und Gemeinheiten, ruinierte Gesundheit, Verzweiflung und Demütigung, Sucht und Wahnsinn, Mord und Selbstmord, Vernichtung von Mensch und Natur... Anders als zu Aristoteles' Zeiten haben wir heute die technischen Voraussetzungen, um alle Menschen weltweit von der Sklaverei der Arbeit zu befreien. Aber ausgerechnet jetzt schreit alles nach “Arbeit, Arbeit, Arbeit”. Wie verrückt sind wir eigentlich und die Welt, in der wir leben? Oder stimmt gar der alte Punker Spruch ‚Arbeit ist Scheiße’? Der Vortrag zeichnet die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs von der Sklaverei über den NS bis heute nach.

  5. 15

    Irgendwas mit Frauen und Islam - Plädoyer für einen liberalen Islam

    Saïda Keller-Messahli, (geb. 1957 in Tunis) wuchs in Tunesien und in der Schweiz auf. In ihrem tunesischen Elternhaus hat sie Gleichberechtigung und einen toleranten, liberalen Islam erlebt. Nach ihrem Abschluss auf einem französischen Gymnasium arbeitete sie zwei Jahre als Flugbegleiterin bei einer saudi-arabischen Airline, beobachtete, wie vollverschleierte Frauen in Riad ein- und in Paris im Minirock ausstiegen. Für sie gibt es kein simples „haram“ und „halal“, keine einfache Trennung in „erlaubt“ und „verboten“, sondern viele Grauschattierungen und den Menschen, der mündig abwägen muss. Sie tritt für eine geschlechtergerechte Auslegung des Islam ein, befürwortet ein Burkaverbot und lehnt ein Minarettverbot ab. In den Medien äußert sie sich wortstark und legt sich mit den mehrheitlich konservativen Islamverbänden und deren Funktionären an, die in ihren Augen nicht die Mehrheit der Muslime repräsentieren. In Berlin hat sie mit Seyran Ates, Abdel-Hakim Ourghi, die beide bereits Vortragsgäste der Aktion 3.Welt Saar e.V. waren, die liberale Ibn Rushd-Goethe-Moschee gegründet. 2016 wurde sie mit dem schweizerischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet. MitarbeiterInnen des „Kompetenzzentrum Islamismus“, einem bundesweiten Projekt der Aktion 3.Welt Saar e.V., recherchieren zu Menschenrechtsverletzungen im Namen des Islams und unterstützen Muslime, die für einen liberalen Islam eintreten.

  6. 14

    Streit um Saatgut und Nachbaugebühren

    Streit um Saatgut und Nachbaugebühren. Vortrag mit RA Matthias Miersch, Landtag, 17. Juni 2013, 19:30h „In den letzten Jahren ist der Versuch der Industrie zu beobachten, eine stetige Erweiterung der Rechte auf Saat- und Pflanzgut zu erreichen. Es geht um die Steuerung der Ernährung vom Acker bis zum Tellerrand, wie es einmal ein Konzern-Vertreter formuliert hat.“ Dr. Matthias Miersch Die Ereignisse rund um das sogenannte Kartoffelkartell haben nochmals gezeigt, dass sich mit Saatgut anscheinend lukrative Geschäfte machen lassen. Vorausgesetzt, wenige haben Zugriff darauf. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit wehren sich seit Jahren tausende Bauern und Bäuerinnen in Deutschland gegen die Nachbaugebühren. Sie sollen jedes Jahr aufs Neue Gebühren zahlen, wenn sie von der Kartoffel- oder Getreideernte Saatgut zurück behalten zur Aussaat im nächsten Jahr. Dieser Nachbau war bis vor kurzem ein jahrhundertealtes Bauernprivileg. Weltweit. Wir finden, der Streit um Saatgut, der auch Bauern in der 3. Welt existentiell trifft, hat eine breite Öffentlichkeit verdient, die aufmerksam nach den Interessen der Akteure fragt.

  7. 13

    Irgendwas mit Archiv: Verlieren soziale Bewegungen ihr Gedächtnis?

    Irgendwas mit Archiv: Verlieren soziale Bewegungen ihr Gedächtnis? Vortrag mit Bernd Hüttner, Archiv der sozialen Bewegungen, Bremen Wer kennt es nicht: politische Aktionen planen, sie durchführen und sich freuen, wenn die Medien darüber berichten. Am Ende bleibt für Erledigtes meist nur der Papierkorb. Nur die wenigsten NGOs legen einen Fundus an, der später in ein Archiv kommt und damit Chancen hat, die Nachwelt zu bereichern. Der Verband deutscher Archivare sagte 2016: „Politisch gesehen ist die Demokratie ohne Protest, Widerstand und Utopie nicht zu verteidigen und zukunftsfähig zu erhalten. Die Demokratie lebt nicht allein von ihren Institutionen und Regeln, sie lebt insbesondere auch vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Institutionen, Verbände und Parteien. Und sie lebt auch vom begrenzten Regelbruch und dem Ausprobieren neuer Ideen.“ (aus: „Zur Zukunft der Archive von Protest-, Freiheits- und Emanzipationsbewegungen“) So gibt es im Saarland kein öffentliches Archiv, das sich der strukturierten Sammlung widmet. Auch bundesweit hat das archivarische Engagement der sozialen Bewegungen - von Ausnahmen abgesehen - Projektcharakter ohne Aussicht auf Dauerhaftigkeit. Weil die Diskussionen verstärkt in virtuellen Räumen stattfinden, landen weite Teile der Sozialgeschichte im „digitalen Off“. Dadurch wird es künftigen KämpferInnen schwerer gemacht, mit einem Blick in die Vergangenheit aktuelle und in die Zukunft weisende Antworten zu geben. Damit diese Bestand haben, muss zwischen „Messietum“ und einem „aufgeräumten Desktop“ gedacht und gehandelt werden. Wie? Das versucht Bernd Hüttner zu erklären. Er gründete 1999 das „Archiv der sozialen Bewegungen“ in Bremen und arbeitet seit 2012 bei der Rosa Luxemburg Stiftung als Referent für Zeitgeschichte. https://a3wsaar.de/aktion/2017-mai-irgendwas-mit-archiven

  8. 12

    Irgendwas mit Antisemitismus & Corona - Gibt es Impfungen gegen Verschwörungs“viren“?

    Irgendwas mit Antisemitismus & Corona - Gibt es Impfungen gegen Verschwörungs“viren“? Hans Wolf, Aktion 3.Welt Saar e.V., im Gespräch mit Alex Feuerherdt, Publizist, Köln Montag, 22. Februar 2021, online Verschwörungsmythen sind en vogue. Mal sind es Coronaleugner oder fanatisierte Impfgegner, die der wissenschaftlichen Expertise keinen Millimeter trauen, mal wird Bill Gates vorgeworfen, die Weltbevölkerung reduzieren zu wollen, mal George Soros, die Weltwirtschaft ins Verderben zu stürzen. Dann sind es die nur scheinbar harmloser daherkommenden Esoteriker, die sich mit Aluhüten gegen Chemtrails wappnen und in Teilen an die Reichsbürgerszene anschlussfähig sind. Gemeinsam ist ihnen ein abgrundtiefes Misstrauen gegen Wissenschaft und der Hang zu autoritären Lösungen, einschließlich eigener diktatorischer Vollmachten. Ihre Feindbilder sind in wechselnder Besetzung: Juden, Israel, USA, Merkel, „Systemparteien“ oder „linksgrün versiffte Medien“. Der Vorteil von Verschwörungsmythen liegt auf der Hand: Sie erklären eine komplexe Welt, verleiten direkt zur Praxis und entlasten einen von der Qual des Nachdenkens. Dabei sind sie nicht neu, die „Protokolle der Weisen von Zion“ – ein antisemitisches Machwerk des zaristischen Geheimdienstes – oder die Ritualmordlegende und die behaupteten Brunnenvergiftungen existieren seit 100 und mehr Jahren. Das Gros der Verschwörungsmythen ist entweder offen antisemitisch oder führt über leichte Umwege in dieses Jauchefass. Der Referent analysiert die Muster von Verschwörungsmythen und ihren meist antisemitischen Kern. Alex Feuerherdt ist Schiedsrichterexperte, Publizist und arbeitet bei der Aktion 3.Welt Saar e.V. mit, zum Beispiel in der Redaktion des Plakates und der Broschüre „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“ https://a3wsaar.de/antisemitismus-1/artikel/irgendwas-mit-antisemitismus-corona-gibt-es-impfungen-gegen-verschwoerungsviren

  9. 11

    Antisemitismus und Israelfeindschaft in islamischen Communities

    Antisemitismus und Israelfeindschaft in islamischen Communities Vortrag mit Giyasettin Sayan, 5. März 2013, Saarbrücken Unter in Deutschland lebenden Muslimen ist Antisemitismus weit verbreitet. Laut der Studie "Muslime in Deutschland" aus dem Jahr 2007 beispielsweise stimmen judenfeindlichen Aussagen deutlich mehr muslimische Schüler zu als nichtmuslimische. Unter muslimischen Jugendlichen wird "Jude" häufig als Schimpfwort gebraucht. Giyasettin Sayan (M.d.A. a.D.) stellt die Situation in Deutschland dar. Seinen Fokus richtet er auf türkisch- und kurdischstämmige Migranten. Er beleuchtet die Rolle von Moscheegemeinden und islamischen Organisationen bei der Verbreitung von Judenhass insbesondere unter Jugendlichen. Dabei kritisiert er ebenfalls das Verhalten staatlicher Institutionen gegenüber der Gefahr des islamischen Antisemitismus. Der Referent beschränkt sich nicht auf die Situation hierzulande, sondern stellt auch das große Ausmaß  von Antisemitismus in islamischen Ländern dar, wie es sich etwa in der Verbreitung von "Mein Kampf" oder der "Protokolle der Weisen von Zion" niederschlägt oder der Forderung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad, Israel von der Landkarte zu tilgen. Dies schließt Betrachtungen zur Geschichte des islamischen Antisemitismus ein, der laut Sayan nicht erst aus dem Westen importiert werden musste. Auch hierbei legt er seinen Schwerpunkt auf die Türkei. https://a3wsaar.de/hoeren/artikel/bericht-von-der-vortragsveranstaltung-mit-giyasettin-sayan

  10. 10

    Rechte Kapitalismuskritik in der Mitte der Gesellschaft?

    Rechte Kapitalismuskritik – Wie die Neonazis die Krise erklären und warum sie damit in der „Mitte der Gesellschaft“ landen könnten. Ein Vortrag mit Lothar Galow-Bergemann 12. Mai 2014, Saarbrücken Der Referent beschäftigt sich bei der Aktion 3.Welt Saar u.a. mit dem o.g. Thema. „Gierige Heuschrecken, Banker und faule Griechen sind schuld an der Misere. Sie greifen uns in die Taschen, während wir gut und ehrlich arbeiten.“ Das sind beliebte Erklärungsmuster für die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa. Sie verschafft nationalistischen, rassistischen und neonazistischen Tendenzen zunehmend Auftrieb. In Ungarn herrscht eine rechtsautoritäre Quasi-Diktatur, in Griechenland sitzen Nazis im Parlament und in der deutschen parteipolitischen Debatte bündeln offene Anti-Euro-Positionen das Ressentiment gegen die angeblich „faulen Südländer“. Rechtsaußen-Parteien rechnen sich gute Chancen bei der bevorstehenden Europawahl aus. Dabei profilieren sich besonders Neonazis schon seit Jahren mit einer „Kapitalismuskritik“, die offen antisemitisch und völkisch begründet ist. Gefährlich ist das vor allem deshalb, weil bestimmte Grundmuster dieser „Kapitalismuskritik“, wenn auch in abgeschwächter Form, auch in anderen politischen Milieus verbreitet sind wie beispielsweise in der „Mitte der Gesellschaft“ oder in der politischen Linken. Der Referent leistet eine kritische Auseinandersetzung mit einem vordergründigen, personalisierenden und oberflächlichen Antikapitalismus und beleuchtet das darin enthaltene antisemitische Potential. Er stellt dem Grundzüge einer rationalen und reflektierten Kapitalismuskritik gegenüber, die er für dringend geboten hält. Lothar Galow-Bergemann ist aktives ver.di-Mitglied und war langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum Stuttgart, er schreibt u.a. für konkret und Jungle World und ist aktiv bei der Gruppe Emanzipation und Frieden www.emanzipationundfrieden.de https://a3wsaar.de/veranstaltungen/rechte-kapitalismuskritik-in-der-mitte-der-gesellschaft

  11. 9

    Mali-Intervention der französischen Armee: Kampf gegen Islamismus oder neokolonialer Terror?

    Mali-Intervention der französischen Armee: Kampf gegen Islamismus oder neokolonialer Terror? 17. Juli 2014 in Saarbrücken, Referenten: Klaus Blees und Hans Wolf Menschen in Mali haben den Armeeeinsatz im Januar 2013 zum Teil enthusiastisch begrüßt. Pax Christi Mali beispielsweise sprach sich für die Intervention aus. Aber welche Motive gab es für den Einsatz? Ging es um Menschenrechte und (oder) um Bodenschätze. Die französische Armee intervenierte gegen – jetzt wird es schwierig – den islamistischen Terror, wie sie es selbst formulierte. Stimmt nicht, sagen die GegnerInnen der Intervention: Es ging um Rohstoffinteressen (Uran vor allem) und die Sicherung der französischen Einflusssphäre in diesem Teil Afrikas. Thema der Veranstaltung sind die zwei gegensätzlichen Positionen und das damit verbundene ethische Dilemma: Einerseits eine radikal pazifistische Position, wonach eine Militärintervention eines Industriestaates in ein Land des globalen Südens / der sog. 3.Welt immer per se abzulehnen ist, weil sie imperialen Interessen dient und den Zugriff auf Rohstoffe im Visier hat sowie die Sicherung der eigenen Einflusssphäre. Andererseits eine pragmatische, die diese imperialen Interessen nicht leugnet, aber fragt, ob mit der Intervention, sozusagen als Nebenprodukt, Menschenrechten zum Durchbruch verholfen wird. Auch die Abschaffung der Sklaverei in den USA hatte ökonomische Motive, war aber für die Betroffenen ein großer Schritt in eine freiere Welt. Beide Positionen berufen sich auf die Menschenrechte und reklamieren für sich eine Leitbildfunktion. Im Rahmen der Veranstaltung sollen beide Positionen incl. des damit verbundenen ethischen Dilemmas dargestellt werden. https://a3wsaar.de/texte-vortraege/podcasts/mali-intervention-der-franz-armee-kampf-gegen-islamismus-oder-neokolonialer-terror

  12. 8

    Irgendwas mit Israel - Kein Land regt die Deutschen mehr auf

    Vollbesetztes Haus bei Esther Schapira und Georg M. Hafner am 3. März in Saarbrücken, wo sie aus ihrem Buch „Israel ist an allem Schuld. Warum der Judenstaat so gehasst wird“ lasen. Ihre These: Es ist der über Generationen weitergegebene Hass auf Juden, gespeist aus deutscher Schuldabwehr, Ignoranz und Mangel an Einfühlungsvermögen. Eine Besserung ist erst mal leider nicht in Sicht, aber aufgeben ist ja auch keine Option. Das Ziel aber ist klar, so Esther Schapira: „Ich würde mir wünschen, dass die Deutschen Israel so entspannt sehen würden wie die Israelis Deutschland.“ Kaum ein Land regt die Menschen mehr auf als Israel. Der 1948 gegründete Judenstaat polarisiert viele Deutsche. Dabei trifft man nur selten auf echte und bekennende Antisemiten. Stattdessen wird gerne rhetorisch gefragt: „Man wird ja wohl noch Israel kritisieren dürfen?“. Sicher darf man das. Nirgendwo wird übrigens die jeweilige israelische Regierung heftiger und polemischer kritisiert als in Israel selbst. Aber woher kommt dieses Bedürfnis nach „Israelkritik“ und welches Bedürfnis erfüllt es? Esther Schapira, Abteilungsleiterin Fernsehen beim HR und der Filmautor und Publizist Georg M. Hafner vertreten in ihrem Buch „Israel ist an allem Schuld. Warum der Judenstaat so gehasst wird“ die These: Es ist der über Generationen weitergegebene Hass auf Juden, gespeist aus deutscher Schuldabwehr, Ignoranz und Mangel an Einfühlungsvermögen. Im einzigen demokratischen Staat der Region läuft es genauso gut oder schlecht wie in anderen Staaten mit Parlament und Marktwirtschaft. Trotzdem wird der Judenstaat zigmal häufiger „kritisiert“ – ein Ausdruck doppelter Standards. Man mag diese oder jene Entscheidung einer israelischen Regierung ablehnen, aber Israel hat, auch angesichts offener militärischer Vernichtungsdrohungen durch die palästinensische Hamas und durch den Iran, einen anderen Umgang verdient. Mehr noch: Hätte es 1933 ein handlungsfähiges Israel gegeben, wäre der Holocaust nicht durchführbar gewesen.

  13. 7

    Irgendwas mit Fußballfans - Bleiben mit Stadionverboten Bürgerrechte auf der Strecke?

    Irgendwas mit Fußballfans - Bleiben mit Stadionverboten Bürgerrechte auf der Strecke? Vortrag mit Angela Furmaniak, 27. Juni 2019, Saarbrücken. Aktive Fußballfans werden oft pauschal als Problem wahrgenommen, denen nur mit der ganzen Härte des Gesetzes begegnet werden kann: Dazu gehören große Polizeiaufgebote bei Fußballspielen, Zivilpolizisten im Fanblock, Stadion- und Ausreiseverbote UND Betretungsverbote für ganze Städte – auch im Saarland. Seit 1994 gibt es gar eine eigene bundesweite Polizeidatei für Fans: die „Datei Gewalttäter Sport“. In sie kommt man schnell hinein, aber nur schwer wieder heraus. Entgegen einer verbreiteten Annahme, sind dort auch viele Fans gespeichert, die nie strafrechtlich verurteilt wurden. Ja, es gibt nervige Fußballfans, so wie es Steuersünder gibt. Aber rechtfertigt dies eine Pauschalisierung? Und sind Bengalos im Stadion wirklich ein Verbrechen? Kann es für all dies eine Lösung via Dialog und Abrüstung geben oder einen Kompromiss? Die Rechtsanwältin Angela Furmaniak aus Freiburg beschäftigt sich mit dieser juristischen Parallelwelt, die in der öffentlichen Debatte wenig beachtet wird. Sie engagiert sich seit vielen Jahren gegen Überwachung und die zunehmende Einschränkung von Freiheitsrechten – nicht nur bei Fußballfans. Als Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte setzt sie sich mit Leidenschaft für die Rechte von Fußballfans ein. Die Höhen und die Tiefen im Leben eines Fußballfans kennt sie als Anhängerin des VfB Stuttgart aus eigener Erfahrung. https://a3wsaar.de/fussball/artikel/irgendwas-mit-fussballfans-bleiben-mit-stadionverboten-buergerrechte-auf-der-strecke

  14. 6

    Irgendwas mit Hilfsbusiness - Warum Hilfe von NGOs schaden kann

    „Irgendwas mit Hilfsbusiness - Warum Hilfe von NGOs schaden kann“ Vortrag am 17.10.22 mit Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer Wadi e.V., Frankfurt Anderen Menschen zu helfen ist nicht die schlechteste Eigenschaft. Es drückt zunächst einmal Empathie und Mitleid aus. Das sollte normal sein. NGOs helfen weltweit, bauen Straßen, Häuser und verteilen Lebensmittel. So haben sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche NGOs entwickelt, die Hilfe zu ihrer Kernkompetenz erklären – genauer gesagt zu ihrem Geschäft machen und noch genauer zu ihrem Geschäftsmodell erklären. Das ist nicht weiter verwunderlich – in einer Marktwirtschaft bzw im Kapitalismus wird schlichtweg alles zur Ware. Da können auch Begriffe voller emotionaler Bilder nicht darüber hinwegtäuschen. Die weltweite Hilfe ist längst zu einem Milliarden-Business geworden. Hilfsorganisationen, die im globalen Süden unterwegs sind, konkurrieren im globalen Norden um den gleichen Spendenkuchen. Schon allein aus Gründen des Selbsterhalts. Bekommt die eine Organisation mehr, bekommt die andere notgedrungen weniger. Die „Unterlegene“ wird im nächsten Schritt ordentlich investieren und kommunikativ und beim Story-Telling aufrüsten: mehr Kommunikationsexpert:innen einstellen, aufwendigere Videos produzieren, etc. Die Spirale ist endlos. Es geht immer noch schräger und noch emotionaler.  Bei dieser Kritik gehen sicherlich viele noch mit. Entscheidend ist aber die Struktur von Hilfe. Auch die Empfänger:innen von Hilfe haben persönliche wie politische Interessen. Und ein Aufenthalt im globalen Süden macht sich gut im eigenen Lebenslauf. Aber auch ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘-Projekte sind in das Korsett der Top-Down-Entwicklung eingebunden. ‚Wir‘ entwickeln ‚die anderen‘ und transportieren die eigene, unreflektierte Überlegenheit. Die ‚weißen‘ Männer und Frauen, die im Süden Projekte durchführen, verteilen das Geld. Gleichberechtigt ist dies nicht. Solange Menschen aus dem globalen Süden keine Hilfsprojekte „bei uns“ durchführen, degradieren wir andere zum Empfänger und Objekt unserer Entwicklungsphantasien. Letztlich geht es auch um die Frage, ob Elend nur verwaltet oder abgeschafft werden soll. Ganz schön schwierig, den Überblick zu behalten zwischen gut gemeint und gut.

  15. 5

    Irgendwas mit bitteren Orangen - Moderne Arbeitssklaverei in Europa

    Irgendwas mit bitteren Orangen - Moderne Arbeitssklaverei in Europa Vortrag mit Prof. Dr. Gilles Reckinger, Ethnologe Donnerstag, 16. Mai 2019, Haus der Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken Auf ihrer Flucht in die ersehnte Freiheit stranden afrikanische Flüchtlinge in der modernen Arbeitssklaverei süditalienischer Orangen-Plantagen. Dabei haben sie Glück, denn viele finden ihr Grab im Mittelmeer. Der Ethnologe Gilles Reckinger (geb. 1978, Luxemburg) geht der Frage nach, was aus den Menschen geworden ist, die wir zu Tausenden in Lampedusa haben an Land gehen sehen, gezeichnet vom Horror der Flucht und doch voller Hoffnung auf ein freies Leben in Europa. Die nahen Plantagen sind oft ihre einzige Chance auf eine Arbeit, die ihr nacktes Überleben sichert. Er hat sie auf Orangenplantagen in Kalabrien getroffen, wo sie jahrelang als Erntehelfer in extremer Armut ohne Papiere und ohne medizinische Versorgung am Rande der Gesellschaft vegetieren. Rechtlos auf dem Arbeitsstrich. Schockiert von den Arbeits- und Lebensverhältnissen und berührt von ihren Schicksalen dokumentiert er dies in dem Buch „Bittere Orangen – Ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa“. Diese Sklaven produzieren „unsere“ gesunden Früchte, wahlweise auch Bio, so wie es der Markt verlangt. Die Schlussfolgerung ist klar: Gerechtigkeit muss global gedacht werden und nicht partiell nur im Norden oder via Fairen Handel im Süden. Erst wenn diese inneren Schranken überwunden werden, gibt es eine Perspektive sich zu organisieren und die Ausbeutung zu überwinden. Dafür setzt sich die Aktion 3.Welt Saar e.V. ein mit ihrem bundesweiten Agrarprojekt „ERNA goes fair – Für eine Faire Landwirtschaft weltweit“. Oder wie Woody Guthrie es formulierte „This land is your land“. https://a3wsaar.de/aktion/2019-mai-bittere-orangen

  16. 4

    Irgendwas mit Antisemitismus - Was in Schulen schief läuft

    Irgendwas mit Antisemitismus - Was in Schulen schief läuft Vortrag mit Dr. Alexandra Kurth - Politikwissenschaftlerin, Universität Gießen. 18. Juli 2022, Saarbrücken Antisemitismus ist eine Projektion oder wie es Theodor W. Adorno formulierte, „das Gerücht über die Juden“. Er ist keine Spielart des Rassismus, sondern fußt auf einer grundlegenden Haltung zur Welt mit Schuldigen voller Macht: Juden und Jüdinnen. Es gibt ihn von rechts, von links, in islamischen Kreisen und in der Mitte der Gesellschaft. An Schulen, die neben Familie der zentrale Ort von Sozialisation sind, geht es nicht darum, ob es ihn gibt, sondern wie man damit umgeht. Dabei sind Lehrkräfte nicht per se „außen vor“, sondern können ebenso wie Schüler:innen Teil des Problems sein. Schulbücher nehmen dabei eine wichtige Rolle ein, wenn zum Beispiel Israel dämonisiert wird. Problematisch ist auch die Reduzierung von Antisemitismus auf ein abgeschlossenes Problem aus der Zeit des Nationalsozialismus. Was kann Schule dagegen tun, welche Tabus müssen überwunden werden, wie können Schulbücher besser werden, welche Handlungsperspektiven gibt es und wo sind die Grenzen von Pädagogik gegenüber diesem politischen Problem? Die Referentin hat mit Prof. Dr. Samuel Salzborn 2019 zum Thema ihres Vortrages eine Studie veröffentlicht. Die Veranstaltung wurde vom Kompetenzzentrum Islamismus konzipiert. Mitarbeiter:innen dieses bundesweiten Projektes der Aktion 3.Welt Saar e.V. recherchieren zu Antisemitismus und Menschenrechtsverletzungen im Namen des Islams, organisieren Fachveranstaltungen, vermitteln Referent:innen, erstellen Expertisen und kooperieren mit liberalen Muslim:innen. https://a3wsaar.de/veranstaltungen/irgendwas-mit-antisemitismus-was-in-schulen-schief-laeuft

  17. 3

    Irgendwas mit Afrika und Kongo

    Irgendwas mit Afrika und Kongo Vortrag mit Dominic Johnson 22. Mai 2018, Saarbrücken Der britische Journalist, Buchautor und Afrikakenner Dominic Johnson (geb.1966) ist Leiter der Auslandsredaktion von „taz. die tageszeitung“ in Berlin. Er ist einer der wenigen in Deutschland arbeitenden Journalisten, der in seinem Schreiben über Afrika sowohl eine große Affinität zu den dort lebenden Menschen wie auch gleichzeitig fundierte Sachkenntnis vermittelt, ohne dabei zu idealisieren und zu beschönigen. Denn nicht wenige „afrikanische Probleme” sind weniger von Europäern beeinflusst als vielmehr hausgemacht. Relevant waren seine Beiträge zu der Aufarbeitung der Tragödie in Ruanda von 1994, dem Völkermord durch die Gruppe der Hutu an Mitgliedern der Tutsi mit unfassbaren 800.000 bis 1.000.000 Opfern. In der Hutu-Miliz FDLR organisierten sich die Täter neu und agierten zum Teil von Deutschland aus im Kongo. Dazu war er bereits Vortragsgast der Aktion 3.Welt Saar. Entlang seiner drei Bücher „Tatort Kongo“ (2016) „Kongo, Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens“ (2014) und „Afrika vor dem großen Sprung“ (2011) erzählt er von einem Afrika, das viele nicht sehen wollen. Er beschreibt entgegen den vom westlichen Blick geprägten Prognosen die mögliche Zukunft eines Afrikas jenseits von Massenarmut und Staatsverbrechen. Und er sieht die afrikanische Bevölkerung als aktiv handelnde. „The future is unwritten“ formulierte es Joe Strummer (†) von der Band The Clash. Oft hat man den Eindruck, dass Menschen in Europa ein unterentwickeltes Afrika brauchen, um sich selbst als entwickelt zu sehen. Die Aktion 3.Welt Saar setzt sich mit verschiedenen Projekten für ein modernes und zeitgemäßes Afrikabild ein. https://a3wsaar.de/aktion/2018-mai-irgendwas-mit-afrikaund-kongo

  18. 2

    NGOs zwischen Hilfe & Hilfsbusiness - Beispiel Palästina

    NGOs zwischen Hilfe & Hilfsbusiness - Beispiel Palästina NGOs sind in vielen Teilen der Welt tätig. Mit Spendengeldern und sonstigen Zuweisungen bauen sie Straßen, Häuser, unterstützen Organisationen, verteilen Aufträge und leisten Hilfe. Dabei verfolgen sie auch politische Ziele, die nicht auf direkte Hilfe ausgerichtet sind. Die Veranstaltung mit Alex Feuerherdt fand Ende Februar 2014 in Saarbrücken statt.

  19. 1

    Irgendwas mit Grauen Wölfen - über die größte rechtsradikale Organisation in Deutschland

    IRGENDWAS MIT GRAUEN WÖLFEN - Über die größte rechtsradikale Organisation in Deutschland Vortrag mit Orhan Sat, Mittwoch, 24. Februar 2021 Die „Grauen Wölfe“ sind eine ultrarechte, nationalistische und islamische türkische Bewegung, die mit ihrer Partei MHP in der türkischen Regierung mit Erdogans AKP vertreten ist. Sie streben ein großtürkisches Reich an. Ihre Feindbilder sind Kurden, Juden, Armenier, Israel, USA, Christen, Vatikan. Der Referent analysiert ihre Ideologie, ihre Strukturen in Deutschland, Europa sowie der Türkei und wie sie Einfluss auf die türkischstämmige Community nehmen. Orhan Sat ist Gewerkschaftssekretär bei ver.di Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen in Braunschweig. https://a3wsaar.de/tuerkei-/-kurdistan/standard-titel/irgendwas-mit-grauen-woelfen-ueber-die-groesste-rechtsradikale-organisation-in-deutschland

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