Journalist:innen als Marke mit Andreas Weck von t3n (Episode 80) episode artwork

EPISODE · Nov 11, 2021 · 45 MIN

Journalist:innen als Marke mit Andreas Weck von t3n (Episode 80)

from Haltung, bitte! · host Talking Digital

Hamburg, Hannover, San Francisco, Berlin. Andreas Weck hat nicht nur schon an vielen verschiedenen Orten gelebt und gearbeitet, sondern auch schon über viele unterschiedliche Themen geschrieben. Seit einigen Jahren treibt er die Themen Arbeit, Karriere und Management bei t3n, quasi DEM Magazin für Digitalwirtschaft, voran. In der aktuellen Episode spricht Andreas mit Timo und Sachar über seinen Karriereweg, die Historie von t3n, was es bedeutet, als Journalist:in eine Marke geworden zu sein und beantwortet Fragen interessierter Hörer:innen. Damit wären wir auch schon mittendrin. Denn Andreas macht durchaus einiges anders als seine Kolleg:innen. So hat er schon früh gewusst, Soziale Medien für sich zu nutzen und Fragen, die ihn beschäftigen und über die er gerne schreiben würde, in den öffentlichen Raum zu transportieren. Ihm war es wichtig, Leser:innen zu Wort kommen zu lassen. „Ich habe ein Türchen gefunden, um in die Köpfe der Leute zu gelangen und dadurch super viele interessante Antworten und Gedanken erhalten.” Das ist ein Baustein, wie es Andreas gelungen ist, eine Marke und 2019 sogar Top Voice von LinkedIn zu werden. Dennoch findet er, dass Journalist:innen erst einmal gute Arbeit machen und gute Artikel schreiben sollten, bevor sie anfangen, sich zu vermarkten. „Dann kommt der Rest von alleine. Ich finde es aber nie verkehrt, den Weg zu gehen – wenn man Bock drauf hat.” Sich selbst zu vermarkten, passt schließlich nicht zu jeder Person. „Es ist aber auf jeden Fall eine Möglichkeit, sich in seiner Karriere besser zu positionieren.” In Andreas’ Tür kommt man übriges via Twitter, wenn er mal wieder eine Frage an die User:innen stellt oder als PRler via E-Mail, ein unvorbereiteter Anruf mit unbekannter Nummer ist nicht so sein Ding. New Work dagegen schon viel mehr. Schließlich schreibt er über dieses Thema schon einige Jahre, weil er gemerkt hat, dass er in diesem Bereich selbst Nachholbedarf und einfach Lust hatte, besser zu werden. Es sei aber auch wichtig, den Kopf mal aus seiner New-Work-Bubble herausziehen. Daher spricht er auch viel mit Menschen, die nicht in seiner Branche arbeiten. „Mein Bruder ist Koch. Wenn ich ihm was von New Work erzähle, dann zeigt er mir den Vogel. Er hat Schichtarbeit, arbeitet an Wochenenden und Feiertagen. Für ihn und meine Eltern bin ich ein Alien. Aber ich finde es gut, dass sie mich aus dem Start-up Szene mal rausholen.“ Andreas nimmt sich außerdem viel Zeit für die Fragen, die ihm Timo und Sachar mitgebracht haben. Neben der angesprochenen New-Work-Bubbel diskutieren die drei unter anderem darüber, ob Journalismus Haltung zeigen muss oder Objektivität bewahren sollte. Andreas hat da eine klare Meinung: „Journalist:innen müssen eine Haltung haben!” Schließlich besitzt jeder Mensch eine Meinung – und diese wird dann logischerweise auch in einem Artikel sichtbar. Das gelte übrigens auch für Medien, die eher in eine konservative (FAZ), linke (TAZ) oder libera (ZEIT) Richtung gehen. In die Richtung PR geht die Frage von Kristin, die diesmal leider nicht beim Podcast dabei sein kann: Wie sieht es mit der Digialkomperenz der PRler aus? „Leider gibt es nach wie vor Agenturen, die Themen ins Blaue schießen und bei Nachfragen einfach gar keine Ahnung haben. Das ist super schade, denn damit ist die Geschichte eigentlich schon für mich erledigt, weil im Vorfeld zur Identifikation schon so viel Zeit drauf geht, dass ich lieber ein anderes Thema mache. Es gibt aber auch auf jeden Fall andere Agenturen, die das richtig gut machen und wissen, wovon sie sprechen.“

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