Foletto Museum podcast artwork

PODCAST · science

Foletto Museum

Publisher-supplied feed metadata · PodParley refreshed Jun 10, 2026 · Source feed

  1. 18

    18 Das Museum

    Mit Achille Foletto begann die Arbeit der Dokumentation und Aufwertung der beruflichen Geschichte der Familie, die im Jahr 2000 zur Gründung des Museums führte.Wir hören seine Worte mit der Stimme eines Dolmetschers: „Die Kuriositäten eines Museums repräsentieren in hohem Maße die Leidenschaft und die Erinnerungen derjenigen, die sie geschaffen haben.Es begeistert mich, diese Gläser und Ampullen zu sehen, weil mich dies alles an meinen Vater erinnert, der als erster im Trentino anfing zu experimentieren, sogar an sich selbst! Bevor er die Ampullen verkaufte,  testete er an sich selbst, ob die Präparate vom Körper angenommen wurden oder nicht; er war ein Pionier.“Angelo verstarb 2026. Heute wird sowohl die pharmazeutische Tätigkeit als auch die kulturelle Vermittlung von Angelos Kindern Antonia, Annamaria, Chiara und Alberto weitergeführt, die im Mai 2011 den Kulturverein „Achille Foletto“ gründeten, der sich um die Verwaltung und den Ausbau des Museums kümmert, das Sie gerade besuchen. Nun sind wir am Ende unserer Audioführung angelangt. Nehmen Sich sich jetzt etwas Zeit, um in aller Ruhe die vielen anderen Objekte im Museum anzuschauen, über die wir Ihnen aus Platzgründen nicht berichten konnten. Vor allem empfehlen wir Ihnen, sich den Raum vor dem Ausgang anzuschauen, wo Sie einige der traditionsreichen Produkte probieren können, die das Unternehmen Foletto noch immer mit der gleichen Sorgfalt und Leidenschaft herstellt wie früher.Wir wünschen Ihnen weiterhin einen angenehmen und interessanten Besuch. Danke, dass Sie bei uns waren!

  2. 17

    17 Zeitlinie

    Die österreichisch-ungarische Monarchie, Deportation, die beiden Weltkriege. Bei einem Besuch des Museums erfährt man, wie die Geschichte dieser Apotheke mehr als einmal mit wichtigen Ereignissen der Geschichte unseres Landes in Berührung gekommen ist. Wir verlassen nun die ausgestellten Gegenstände und widmen uns der chronologischen Rekonstruktion der langen Geschichte.Fangen wir ganz am Anfang an. Wir befinden uns nun in einer Zeit vor der Familie Foletto. Man bedenke, dass die ersten Belege für pharmazeutische Aktivitäten in Ledrotal auf das Jahr 1500 zurückgehen. Später, in der Zeit um 1700 war die pharmazeutische Tradition mit der Familie Cassoni verbunden. Es ist das Jahrhundert, in dem Pier Antonio Cassoni ein Verfahren zur Gewinnung von Magnesia aus Dolomitgestein entdeckte und damit eine in der Region reichlich vorhandene Ressource zur Gewinnung eines beliebten Inhaltsstoffs für die Arzneimittelherstellung nutzte. Nach der Familie Cassoni ging die Apothekerlizenz auf verschiedene Besitzer über, bis Giovanni Foletto 1856 die Eigentümerschaft erwarb. Von da an blieb die Apotheke im Besitz der Familie, und mit Giovannis Sohn Angelo entstand eine vollwertige pharmazeutische Werkstatt. Letzterem sind die Patente für einige der im Museum ausgestellten Arzneimittel zu verdanken, wie die Tintura Stomatica von 1898 und der Pinosot von 1930.Angelo erlebt auch ein Ereignis, das die gesamte Geschichte des Ledrotals betraf. Mit dem Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg wurde die gesamte Bevölkerung von Ledro evakuiert. Das Tal, das unter österreichischer Kontrolle stand, war ein Grenzgebiet und damit einer der ersten Schauplätze von Auseinandersetzungen zwischen den feindlichen Armeen. Innerhalb von 24 Stunden wurden die Einwohner in die inneren Regionen des Reiches deportiert: ein vier Jahre dauernder Exodus nach Böhmen und Mähren, deren Sprache niemand kannte.  Angelo wurde mit seiner gesamten Familie, einschließlich seines neugeborenen Sohnes Achille, ebenfalls deportiert, allerdings nach Katzenau in Österreich. Als die Apothekerfamilie nach Kriegsende zurückkehrte, lagen die vom Krieg zerstörten Dörfer in Schutt und Asche, und die Einwohner von Ledro mussten alles von Grund auf wiederaufbauen. Unglaublicherweise hatte Angelos Herbarium die Zerstörung überstanden, denn es hatte sich gut versteckt in einem Schrank im zweiten Stock des Gebäudes befunden, das zu einem Posten für italienische Offiziere geworden war.Die Apotheke ging später auf Angelos Sohn Achille über, der trotz der Weiterentwicklung des Apothekerhandwerks bestimmten Familientraditionen treu blieb. Hierzu zählte die manuelle Zubereitung bestimmter Medikamente und Lebensmittel, für die die Folettos bekannt waren. Achille erlebte den Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit entstand eine weitere Spezialität der Apotheke, ein Likör: der Picco Rosso. Achille erzählt: „Während des Krieges wurde viel mit der Zubereitung von Likör experimentiert - besonders in den letzten Monaten. Krampfhaft versuchte man, einen Schluck von irgendetwas Gutem zu bekommen. Dabei ist ein sehr starker Likör entstanden.“ 

  3. 16

    16 Ampullen

    Ampullen. Ja, natürlich. Alle Apotheker und Ärzte verwenden sie. Diese Vitrine zeigt die Produkte, die für die Herstellung von Ampullen zur parenteralen Anwendung - also für Injektionen - benötigt wurden. Die hier ausgestellten Geräte sind über hundert Jahre alt und stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Das erklärt ihr etwas rudimentäres Aussehen, aber lassen Sie sich nicht täuschen: Abgesehen von der Optik sind sie den heute verwendeten ganz ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Die Herstellungsschritte der Ampullen gleichen im Prinzip den heutigen. Es wird eine wässrige Lösung hergestellt, in der die Wirkstoffe aufgelöst werden. Die Mischung wird so hergestellt, dass sie mit dem Organismus verträglich ist, wobei Parameter wie pH-Wert und Tonizität, die die Gesamtkonzentration der gelösten Stoffe angibt, reguliert werden. Nach dieser Zubereitung muss die Lösung gefiltert werden. In der Vitrine sieht man Pappfilter, die zur Klärung verwendet wurden, also um gröbere Verunreinigungen zu entfernen, die bei einer Injektion schädlich sein könnten. Die Filter wurden in diesen versilberten Filterhalter eingesetzt und über einen Trichter mit einem Erlenmeyerkolben verbunden. Falls Sie sich fragen, was genau ein Erlenmeyerkolben ist: Es handelt sich um einen Kolben mit flachem Boden in Kegelform, der nach oben hin immer enger wird und einen zylindrischen Hals besitzt. Nach der Filtration wurden die Ampullen unter sterilen Bedingungen abgefüllt. Dazu wird eine Vakuumglocke verwendet, wie sie hier zu sehen ist: eine geschlossene Kammer, in der die leeren Ampullen mit dem Hals nach unten platziert wurden.Die Glocke wurde dann an eine Pumpe angeschlossen, die im Inneren ein Vakuum erzeugte. Auf diese Weise stieg die Flüssigkeit in jeder Ampulle gleichmäßig an und erreichte in allen Behältern den gleichen Stand. Sobald die Ampullen gefüllt waren, wurde die Glocke auf den Kopf gestellt und die Fläschchen verschlossen. In der Vitrine sind drei Lampen ausgestellt: so genannte ferruminatorie (ferruminare bedeutet löten): Diese können eine Hitze von 600 bis 700 Grad erzeugen, die ausreicht, um Glas zum Öffnen oder Verschließen der Ampullen zu schmelzen. Nun war die Phase der Sterilisation an der Reihe: ein Prozess, der zu den Anfängen dieser Werkstatt erst seit wenigen Jahrzehnten angewendet wurde, da er ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. In der Vitrine sehen Sie einen kleinen Autoklaven mit einem Manometer, das zur Messung des für die Sterilisation erforderlichen Drucks verwendet wurde. Um verschlossene Ampullen zu sterilisieren, muss eine Temperatur erreicht werden, bei der alle Mikroorganismen und Sporen in der Mischung abgetötet werden. Dies wird bei einem Überdruck von 1 atm erreicht. Sobald die Sterilisation abgeschlossen war, wurden Kontrollen durchgeführt. Derjenige, der die Herstellung durchgeführt hatte, führte oft auch die Tests zur Kontrolle des Präparats durch. Und zwar an sich selbst. Stellen Sie sich also vor, wie Dr. Angelo Foletto sich einige Tropfen eines Präparats unter die Haut spritzt, um zu sehen, ob sie eine Reizung verursachen!

  4. 15

    15 Mullbinden-Schneidemaschine

    Diese Maschine wurde zum Zuschneiden von Mullbinden verwendet, als es noch keine gebrauchsfertigen Mullbinden gab,sondern das Gewebe nur als Meterware verkauft wurde. Die Maschine, die Sie hier sehen, muss viel Arbeit geleistet haben, denn sie wurde zur Herstellung von Verbandsmaterial sowohl für den Krimkrieg als auch für die österreichischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs verwendet. Daneben steht die Zentrifuge zum Trocknen der zugeschnittenen und gewaschenen Mullbinden.Dann wurden einige Verbände in Desinfektionsmittel - z. B. Jodoform - getränkt und dem Käufer übergeben. Hier, auf dem Boden stehend, sehen Sie die Holzkisten, in denen die Verbände katalogisiert und transportiert wurden.

  5. 14

    14 Maschinenraum

    Die Tablettenpresse, die wir uns angesehen haben, wurde manuell betrieben, aber im Laufe der Zeit wurde im Labor eine vollautomatische Produktionslinie eingerichtet, bei der die Maschinen über Riemenscheiben angetrieben werden, die an einer elektrischen Antriebswelle befestigt sind. Hier können Sie die Nachbildung dessen sehen, was einst der Maschinenraum im Untergeschoss war. Es handelt sich ausschließlich um Originalgeräte, die tatsächlich in der Werkstatt eingesetzt wurden. Einige stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden ursprünglich manuell betrieben, dann aber für den Antrieb durch einen Elektromotor umgebaut und angepasst. Die Maschinen sind alle aus deutscher Produktion, mit Ausnahme des Mischers, der während des Ersten Weltkriegs gestohlen und später von der Ingenieurtruppe durch einen Mehlmischer aus einer Bäckerei ersetzt wurde. Wir nutzen die Gelegenheit, die Produktionslinie vor uns zu haben, um gemeinsam die einzelnen Produktionsschritte dieses Medikaments nachzuvollziehen. Beginnen wir mit dem Mischer.Hier wurde der Teig vorbereitet, der anschließend getrocknet werden musste. Früher trocknete man den Teig an einem trockenen Ort, indem man ihn in dünnen Schichten auf Arelle, d. h. Schilf- oder kleine Holzunterlagen, legte. Später wurde der Prozess durch den Einsatz eines Holzofens effizienter und schneller gestaltet.  Nach dem Trocknen wurde das Gemisch mit einer Mühle, die so aufgebaut war, dass das erhaltene Produkt möglichst staubarm war, zu Granulat verarbeitet. Sie erinnern sich wahrscheinlich, das das Granulat der Pressmaschine zugeführt wird, um Tabletten herzustellen: wie bei der manuellen Presse, die wir vorhin gesehen haben, oder bei der elektrisch betriebenen, die Sie in der Mitte des Podests sehen können. Fertig ist die Tablette, den Rest kennen Sie: ein Glas Wasser oder etwas Zucker... und runter damit!

  6. 13

    13 Manuelle Tablettenpresse

    Jetzt stellen wir Ihnen einen echten Star der Apothekerwerkstatt vor. Vor Ihnen steht eine der ältesten noch funktionierenden Maschinen. Wenn Sie Glück haben und das Museumspersonal verfügbar ist, könnten Sie sie sogar in Betrieb sehen!Es handelt sich um eine manuelle Tablettenpresse, die zur Herstellung von Tabletten eingesetzt wurde. Werfen Sie einen Blick auf die Bauteile der Maschine, während wir Ihnen die Funktionsweise erklären. Auf der Rückseite befindet sich eine Zufuhrvorrichtung, in die das Granulat für die Tabletten mit einem Holzspatel eingefüllt wurde. Es handelte sich um eine Mischung aus Wirkstoff, Hilfsstoffen, Farbstoffen und Bindemitteln. Nun geht es weiter zum zentralen Block, wo die Stempel zum Einsatz kommen: Sie erinnern sich? Es handelt sich um jene zylindrischen Bauteile, die wir in der vorherigen Vitrine gesehen haben.Zwei Stempel, ein oberer und ein unterer, die in eine Matrize eingesetzt sind, ermöglichten die Anpassung von Größe, Gewicht und Form der Tabletten. Nach dem Einschalten der Maschine wird das Granulat mit Hilfe des seitlich angebrachten Rädchens in regelmäßigen Abständen aus der Zufuhrvorrichtung geschoben und die beiden Stempel werden aktiviert, die das Granulat dann zu einer Tablette pressen. Diese ist nun fertig zum Gebrauch oder kann verpackt werden.

  7. 12

    12 Waagen

    In der Apotheke ist das richtige Maß entscheidend. Ein und derselbe Wirkstoff kann in zu großen Mengen schädlich oder in zu geringen Dosen unwirksam sein.Deshalb kann kein Apotheker auf eine gute Waage verzichten. Oder besser gesagt: auf eine Vielzahl von Waagen: unterschiedliche Formen oder Größen, je nach dem zu wiegenden Material, und unterschiedliche Genauigkeit, je nach der Gefährlichkeit des Inhaltsstoffs. Wie Sie sich sicher denken können, sind diese Geräte nicht mit denen zu vergleichen, die Sie in Ihrer Küche haben. Es handelt sich um echte High-Tech-Werkzeuge für die damalige Zeit. Es gibt sogar eine Waage, die speziell für Gifte bestimmt war - ein Bereich, in dem „eine Prise“ keine akzeptable Maßangabe ist! Die Waagschalen bestehen aus Knochen, einem Material, das die gewogene Substanz nicht verändert. Die Fäden sind aus Seide, einem widerstandsfähigen Material, das kaum durch Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit beeinflusst wird, gleichzeitig aber sehr empfindlich ist. Die Gewichte wurden stets poliert und mit einer Pinzette gehandhabt. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie erkennen, dass sowohl dezimal als auch in Unzen gewogen werden kann - damals, im Kaiserreich Österreich-Ungarn, galten andere Maßeinheiten als in Italien.

  8. 11

    11 Pasten und Tabletten

    Jetzt erhalten Sie einen Einblick in die eher technischen Aspekte des Handwerks und entdecken die traditionellen Methoden des Foletto-Labors. In der Vitrine, die Sie gerade betrachten, finden Sie auf der linken Seite die Werkzeuge zur Herstellung von Pasten. Wissen Sie, um was für Pasten es sich hierbei handelt? Es gibt da vor allem eine, die Sie dreimal täglich benutzen. So wird es zumindest empfohlen... Richtig, die Zahnpasta! Zahnpasta besteht aus einem Pulver, das mit einer Creme vermischt wird: Es war schwierig, die Paste von Hand zu mischen, und zu bestimmten Jahreszeiten, vor allem in strengen Wintern, war der Einsatz von mechanischen Mischern die einzige Möglichkeit, eine gleichmäßige Paste anzurühren. Die Paste wurde in bereits versiegelte Bleituben mit Deckel gefüllt. Dazu wurde eine Dosier- und Abfüllmaschine verwendet, für die je nach Menge des zu verpackenden Produkts und der Größe der Tube unterschiedliche Tüllen verwendet wurden.In der mittleren und rechten Vitrinenhälfte befinden sich die Werkzeuge zur Herstellung des Symbol-Produkts jeder Apotheke: Produkte zur oralen Einnahme wie Pillen und Tabletten. Die oben sichtbaren Metallzylinder sind sogenannte Stempel: Sie dienten dazu, die Tabletten zu pressen und ihnen die gewünschte Form zu geben. In Kürze werden wir uns die Tablettenpresse ansehen und auf ihre Verwendung eingehen.  Auf einer von ihnen sind die Initialen AF zu lesen, die auf die Pillen gestempelt wurden, auf einem anderen Zylinder ist das Totenkopfsymbol erkennbar, das offensichtlich für ein Medikament bestimmt war, dessen Verwendung großer Vorsicht bedurfte! Im mittleren Teil der Vitrine befinden sich die Geräte zur Herstellung von Zäpfchen, Ovula und Kapseln.Wenn Sie sich hingegen fragen, wozu das Krokodil am Boden diente... nein, es ist kein seltsames alchemistisches Gerät: es ist einfach ein Korkenzieher!

  9. 10

    10 Patente und Arzneimittel

    Im Abschnitt über das Herbarium haben wir die Verwandlung dieses Ortes von einer einfachen Apotheke in ein pharmazeutisches Labor erwähnt. In der Apothekerwerkstatt Foletto begann man so, Tabletten, Sirupe, Salben und Pasten sowohl nach ärztlichem Rezept als auch gemäß der offiziellen Pharmakopöe herzustellen - das heißt nach den Standardregeln für die Arzneimittelproduktion. Die hier hergestellten Arzneimittel wurden direkt an die Patienten oder an andere Apotheken, Pflegeheime oder Sanatorien verkauft, die in diesem Gebiet sehr verbreitet waren. Sie müssen wissen, dass es in Österreich-Ungarn üblich war, Menschen mit Tuberkulose oder anderen Atemwegserkrankungen an den Gardasee, insbesondere nach Arco, zu schicken, um sie dort zu heilen. In dieser Vitrine werden Beispiele für die in diesen Räumen hergestellten Arzneimittel gezeigt, von denen einige von der Familie Foletto patentiert wurden. Digitalis Foletto, hergestellt aus Digitalis Grandiflora, gesammelt in den Alpen des Ledrotals, wurde zur Behandlung von Herzschwäche und Herzinsuffizienz eingesetzt. China ferruginosa, oder das „China-Elixier“, war ein traditionelles Produkt, das als Tonikum verwendet wurde.  Arsiòdene: ein aromatischer Sirup zur Behandlung von Anämie, Neurasthenie und allgemeiner körperlicher Schwäche. Dieser Sirup enthielt außerdem Arsen in sehr geringen Dosen, das bis 1968 in pharmazeutischen Formulierungen enthalten sein durfte. Die Tinktur Stomatica Foletto auf Basis von Rhabarber und Bergkräutern ist die bekannteste und langlebigste Arzneispezialität von Angelo Foletto. Sie wurde zur Verdauungsförderung und als Abführmittel verschrieben. Die Tinktur wird auch heute noch für Lebensmittelzwecke hergestellt und als Magenbitter verkauft. Dann wäre da der Pinosot, ein Sirup mit balsamischer, antiseptischer und beruhigender Wirkung bei Erkrankungen der Atmungsorgane. Er basierte auf Pinolina und weiteren einheimischen Pflanzen. Pinolina ist eine äußerst reine und frische Essenz aus den Wedeln der Zwergkiefer und der Weißtanne. Sie wurde auch zur Herstellung von Kautabletten oder zum Auflösen im Mund verwendet und diente der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen der Atemwege - wie Husten, Kehlkopfentzündung, Bronchitis und Luftröhrenentzündung. Außerdem wurde sie zur Bekämpfung von Mundgeruch verschrieben.

  10. 9

    9 Herbarium - Apothekergarten

    In dieser Vitrine sind Glasgefäße mit getrockneten Pflanzen und Blumen zu sehen. Sie stammen aus dem Apothekergarten, einem kleinen botanischen Garten nicht weit von hier. Der Garten bietet einen Überblick über die Heilkräuter, von denen einige für unsere phytotherapeutischen Präparate verwendet werden, während andere in Workshops zum Einsatz kommen, die wir anbieten, damit unsere Besucher selbst einmal in die Schuhe des Apothekers schlüpfen können. Bei Interesse wenden Sie sich bitte für weitere Informationen an das Museumspersonal!

  11. 8

    8 Herbarium - Werkzeug-Vitrine

    Hier sehen Sie einige der Originalwerkzeuge, die Angelo bei seinen Forschungen für das Herbarium verwendet hat, wie der vascolo, eine Art starrer Behälter, der es ihm ermöglichte, die gesamte Pflanze zu sammeln und zu transportieren, ohne sie zu beschädigen. Zu Hause angekommen, zerlegte er die Pflanze in einzelne Teile und untersuchte sie Stück für Stück. Dann folgten die für die Tätigkeit des Botanikers typischen Phasen der Trocknung, Sterilisation und Katalogisierung.Hier können Sie eine wertvolle Sammlung von Mikroskopobjektträgern mit Pollen sehen, deren Untersuchung entscheidend ist, um den Unterschied zwischen Pflanzenarten, die einander sehr ähnlich und mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden sind, sicher zu bestimmen. Beenden Sie nun in aller Ruhe Ihren Rundgang durch das Herbarium. Verlassen Sie anschließend diesen Raum und setzen Sie Ihren Rundgang durch das Museum fort.

  12. 7

    7 Herbarium - Phytotherapie

    Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde umfasst die Verwendung von Pflanzen oder deren Extrakten zur Behandlung von Krankheiten. Während die moderne Pharmakologie die Verwendung eines einzigen Wirkstoffs vorsieht - zum Beispiel Paracetamol gegen Fieber - sieht die Phytotherapie eine Mischung verschiedener chemischer Substanzen vor, die in den Pflanzen enthalten sind. Kurz gesagt, die für die Heilung notwendigen Wirkstoffe werden aus den Pflanzen gewonnen:  Der pflanzenkundliche und der pharmazeutische Aspekt sind untrennbar miteinander verbunden.Da die Wirkstoffe in der Pflanze, also in einem Lebewesen enthalten sind, folgt ihre Konzentration biologischen Rhythmen, was den Erntezeitpunkt entscheidend macht. Es gibt einen genauen Zeitraum, zu dem die Wirkstoffkonzentration optimal ist, so dass es ratsam ist, die Pflanze genau dann zu ernten. Dieser optimale Erntezeitpunkt wird als „balsamische Zeit“ bezeichnet. Die Beachtung dieses Phänomens vermittelt uns die Vorstellung eines Vorgehens, das eng mit den Jahreszeiten und den Rhythmen der Natur verbunden ist. Um für phytotherapeutische Anwendungen geeignet zu sein, müssen die Wirkstoffe der Pflanze - frisch oder getrocknet - oft mit Hilfe eines Lösungsmittels extrahiert werden. So entstehen Heiltinkturen, wenn das Lösungsmittel Ethanol ist; Aufgüsse, wenn das Lösungsmittel Wasser ist; oder Öle - genauer gesagt Oleolate - wenn das Lösungsmittel Öl ist. Entlang der Wand sind Destillierapparate, Perkolatoren, Pressen und Mühlen aufgereiht - alles, was für die Extraktion notwendig ist.

  13. 6

    6 Herbarium

    Was veranschaulicht die Leidenschaft eines Botanikers besser als sein Herbarium? Hier sehen Sie eine Auswahl aus dem Herbarium von Angelo Foletto.Vor Ihnen sehen Sie etwa vierzig Exemplare der rund 2700 katalogisierten Arten, von denen die meisten aus dem Ledrotal stammen. Die Proben sind mit Datum und Fundort versehen und enthalten zudem wertvolle Kontextinformationen - etwa Besonderheiten des Gebiets, in dem die Pflanze wuchs, die klimatischen Bedingungen oder die Jahreszeiten, in denen sie zu finden war. Dieses Kompendium geht über die Arbeit eines bloßen Liebhabers hinaus und stellt ein wichtiges Zeugnis der Artenvielfalt unseres Tals in den Jahren dar, in denen das Herbarium gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Die Arten, die ein Gebiet bewohnen, sind keineswegs von ewigem Bestand, sondern variieren und passen sich den Veränderungen des Klimas, der geologischen Beschaffenheit und auch den menschlichen Gewohnheiten an. Aus diesen Gründen trifft man heute in der Natur nicht mehr auf einige der Arten, die in Angelos Herbarium zu sehen sind. Man bedenke zum Beispiel, dass der Strand von Besta zu Angelos Zeiten ein sumpfiges Gebiet mit einer reichen Flora war, die durch die anschließende Trockenlegung keinen geeigneten Lebensraum mehr fand. Dennoch bleibt das Tal ein fruchtbarer Ort für Pflanzenarten. So beschrieb es Angelos Sohn Achille Foletto:  „Dies ist ein Gebiet, in dem es unzählig viele Arten gibt, von denen aber jeweils nur eine geringe Anzahl von Exemplaren vorhanden ist. Es gibt so viele Arten, dass ich sagen würde, dies ist eines der reichsten Täler des Trentino, was die Botanik betrifft. Nennen Sie einfach einen Namen, Sie werden hier mit Sicherheit ein Exemplar dieser Art finden, aber eben keine beachtlichen Mengen davon. Die Anliegen von Botaniker und Sammler sind gegensätzlich. Der Sammler benötigt nur wenige Arten in ausreichender Menge. Wir Botaniker hingegen sind auf der Suche nach vielen Arten, während uns die Quantität nicht interessiert. Das Herbarium ist eine Art Abbild des Tals aus vergangenen Zeiten. Sie finden es in Form einer Wandkarte, die im Buch von Angelo Foletto aus dem Jahr 1901 zu finden ist. Die Karte zeigt die wichtigsten Sammelgebiete für Arzneipflanzen. Wenn man Kräuter gesammelt hat, muss man anschließend entscheiden, wie man sie verwenden möchten. Nähern Sie sich dem Podest an der Wand gegenüber dem Eingang. Hier widmen wir uns nun der Phytotherapie, also der Pflanzenheilkunde. Neben der Karte finden Sie Erläuterungen zu den Werkzeugen, die zum Sammeln von Pflanzen und deren Katalogisierung im Herbarium benötigt werden. 

  14. 5

    5 Herbarium - Angelo Foletto

    Hier befinden Sie sich im zweiten Raum des Museums. Im Folgenden werden zwei Themen behandelt, die eng mit der Entwicklung des pharmazeutischen Labors verbunden sind: das Herbarium und die Phytotherapie. In diesem Abschnitt begegnen Sie Angelo Foletto, dem Sohn von Giovanni, der 1871 in Molina di Ledro geboren wurde. Zwischen 1890 und 1895 widmete sich Angelo den ganzen Sommer über dem Sammeln von Kräutern und dem Anlegen eines eigenen Herbariums. In dieser Zeit sammelte er Exemplare von in der Region vorkommenden Pflanzenarten und pflegte Kontakte zu den bedeutendsten Experten seiner Zeit, wobei er mit ihnen Beobachtungen, Informationen und Proben austauschte. Unter ihnen war auch Karl Baenitz, der an seinem Atlas der europäischen Pflanzen arbeitete und Angelos sechs offizielle Berichte über seltene Pflanzen aus dem Ledrotal anerkannte.Dank der Leidenschaft und der Studien Angelos wurden diese Räume später in ein echtes pharmazeutisches Laboratorium umgewandelt: Hier wurden Medikamente nicht nur verkauft, sondern auch erforscht und hergestellt. In den folgenden Räumen werden Sie die für die Herstellung verwendeten Maschinen sehen und einen noch genaueren Einblick in das Handwerk erhalten. Konzentrieren wir uns jedoch zunächst auf das Herbarium in der Mitte des Raumes. Treten Sie näher.

  15. 4

    4 Alte Apotheke - Die Behälter

    Rundherum, können Sie hinter den Vitrinen die Behälter sehen, in denen die für die tägliche Arbeit benötigten Zutaten aufbewahrt wurden. Stellen Sie sich mit dem Rücken zum Fenster, das der eigentliche Eingang zur Apotheke war. (1 Sekunde Pause)Von links beginnend stellen wir Ihnen kurz einige der Exponate in den Vitrinen vor. In der Vitrine rechts, etwa in der Mitte, befinden sich Flaschen mit Halbfertigpräparaten zur Herstellung von Sirupen. Weiter oben sieht man ein paar weiße Gefäße. Sie enthalten Substanzen, die als Hilfsstoffe für die Herstellung medizinischer Cremes verwendet werden. Es handelt sich zum Beispiel um Fette tierischen Ursprungs wie Lanolin, axungia porci - also Schweinefett - , axungia taxi - also Dachsfett - und cetaceum, ein fetthaltiger Auszug aus dem Kopf von Pottwalen.In den Flaschen wurden aromatisierte Wässer und Spirituosen aufbewahrt. Rechts vor Ihnen stehen Flaschen mit pflanzlichen Ölen und Farbstoffen. Links stehen Gefäße mit Säuren, die daran zu erkennen sind, dass ihre Etikette verätzt sind. Die Namen sind auf den Etiketten zu erkennen. Die ältesten sind jene, bei denen der Name direkt auf die Gefäßoberfläche emailliert ist. Alle Gefäße sind Teil einer einzigartigen nummerierten Sammlung, die auf das späte 19. Jahrhundert zurückgeht. Stellen Sie sich vor: Alle Stücke, die Sie hier sehen, wurden während des Ersten Weltkriegs geplündert. Es gelang jedoch sie zu finden und zu bergen, weil jedes Gefäß nummeriert und mit einer Identifikationsmarke versehen war. Die Vitrinen waren nicht verschlossen, sondern mit Schiebetüren versehen, so dass der Apotheker, das jeweils Benötigte leicht entnehmen konnte.Eine Ausnahme stellt der kleine Schrank mit Glastür in der Nähe der Theke dar, der mit einem Schloss versehen ist. Dort wurden Gifte wie Strychnin gelagert. Giftige Substanzen sind leicht an dem schwarzen Etikett oder dem Totenkopfsymbol zu erkennen, genau wie die giftigen Fläschchen, die in illustrierten Romanen und Comics dargestellt werden!Auch andere Stoffe in der Apotheke sind giftig, aber diese hier sind selbst in kleinsten Dosen tödlich. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, aber dies ist nur der erste Raum...der Rest des Museums erwartet uns.Bevor Sie jedoch die alte Apotheke verlassen und dem Schaufenster den Rücken kehren, sehen Sie auf der linken Seite weitere Flaschen und Behälter in den verschiedensten Formen und mit den unterschiedlichsten Inhalten. Ein Blick auf diese Vielfalt genügt, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie komplex und vielfältig das Apothekerhandwerk sein konnte!Begeben wir uns nun weiter zum Herbarium, dem Raum auf der rechten Seite des Ausgangs. 

  16. 3

    3 Alte Apotheke - Die Einrichtung

    Wenn der Raum, in dem Sie sich befinden, Ihnen wie ein regelmäßiges Viereck erscheint, sollten Sie wissen, dass es sich keineswegs um eines handelt. Der Grundriss der alten Apotheke weist nämlich keine senkrecht zueinander stehenden Wände auf. Es ist allein die Einrichtung, die diesen Eindruck erweckt. Sie wurde speziell angefertigt, damit die Unregelmäßigkeiten der Wände weniger auffallen. Die Schubladen mit ihren glasierten Keramiketiketten und den lateinischen Inschriften enthielten pflanzliche Rohstoffe, die je nach Verfügbarkeit geerntet und getrocknet wurden. Es wurden sowohl Rohstoffe aus dem Ledrotal verwendet, als auch solche, die aus anderen Gebieten importiert wurden: aus dem Ausland oder aus den inneren Regionen des Reiches. Ja, erinnern wir uns, dass das Tal zu jener Zeit Teil des österreichisch-ungarischen Reiches war!Der Tresen ist aus Marmor, da hier die Arbeiten direkt ausgeführt wurden und die Oberfläche gegen den Kontakt mit sauren Substanzen widerstandsfähig sein musste. Für Zubereitungen fettiger oder ölhaltiger Präparate wie etwa Cremes wurde eine separate, bewegliche Arbeitsplatte verwendet, um das Risiko einer Verunreinigung der Hauptarbeitsfläche zu vermeiden. Auch die Vitrinen sind handwerklich gefertigt aus mundgeblasenem böhmischem Glas. Das lässt sich hier und da an den kleinen Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche und an den durch das Blasen entstandenen Wölbungen erkennen. 

  17. 2

    2 Alte Apotheke - Einführung

    Wenn Sie früher in unsere Apotheke gekommen wären ... viel früher - sagen wir vor etwa zwei Jahrhunderten!  - hätten Sie nur diesen einen Raum vorgefunden. Giovanni Foletto, der erste der Familie, der ins Ledrotal kam, begann hier seine Tätigkeit. Hier hantierte er umgeben von eben dieser Einrichtung mit Ampullen und Pillen und atmete die Aromen, die Sie auch hier und heute wahrnehmen können. Erwarten Sie jedoch keinen Apotheker im weißen Kittel: Sie werden vom speziale - begrüßt, der nach österreichisch-ungarischer Sitte gekleidet war: in Schwarz! Wahrscheinlich wäre auch Ihr Auftreten damals anders gewesen, und zwar nicht nur in Bezug auf die Kleidung. Vielleicht hätten Sie Kräuter oder Früchte mitgebracht, aus denen der Apotheker dann Aufgüsse oder andere Arzneimittel hergestellt hätte.  Hier beginnt die Geschichte unserer Apotheke, die sich von ihren Anfängen bis heute verändert und an die Zeit und die neuen Entdeckungen angepasst hat. Beginnen Sie nun, sich aufmerksam umzusehen. In diesem Raum finden Sie zwei vertiefende Audiobeiträge: einen zum Thema Einrichtung und einen zum Thema Behälter.Hören Sie in Ruhe die Audiobeiträge an und setzen Sie dann Ihren Besuch der alten Apotheke fort. Im Herbarium erwartet Sie die Fortsetzung unserer Geschichte.

  18. 1

    1 Einführung in das Museum

    Willkommen im Foletto-Museum. In den Räumen, die Sie erwarten, werden Sie einige wichtige Aspekte der pharmazeutischen Disziplin kennenlernen, die mit der Geschichte des Ledrotals und der Familie Foletto verwoben sind. Wir werden uns zu diesem Zweck nicht auf einen Besuch klassischer Museumssäle begeben, sondern einen Spaziergang durch die Räume unternehmen, in denen die Familie vom 19. Jahrhundert bis heute ihr Handwerk betrieben hat: vom Verkaufsraum des speziale (das ist die alte italienische, ab dem Mittelalter verbreitete Bezeichnung für diesen Beruf) Giovanni Foletto bis zur pharmazeutischen Werkstatt, die Angelo gegründet hat. Diese Reise wird Ihnen die Entwicklung der Figur des Apothekers in seinem ureigenen Habitat näherbringen. Es ist nun Zeit, mit der Besichtigung zu beginnen. Wir empfehlen Ihnen, zunächst den ersten Raum auf der rechten Seite zu betreten. Es handelt sich um die alte Apotheke, die sich seit Beginn der Aktivität hier befindet und die Sie dazu einlädt, in die Geschichte des Hauses und der Wissenschaft einzutauchen.  Wir erwarten Sie dort!

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